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C++ Forum :: Neuigkeiten aus der realen Welt ::  March for Science, 22.4.2017  
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Erhard Henkes
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Beitrag Erhard Henkes Mitglied 10:45:32 20.04.2017   Titel:              Zitieren

Zitat:
Insbesondere sollte man sich davor hüten, Wissenschaft und Politik miteinander verheiraten zu wollen. Die Wissenschaft hat bisher immer sehr gut daran getan, neutral zu bleiben - sie kann es sich leisten.

Politische Neutralität sollte in der Tat eines der Kennzeichen der Wissenschaft sein, selbst wenn sie sich von Machthabern und/oder anderen Geldgebern bezahlen lässt. Für die Natur-/Ingenieurwissenschaften gilt dies weitgehend, bei den Geisteswissenschaften bin ich mir nicht mehr so sicher. Bei VWL ist die politische Gesinnung m.E. bereits integriert. Der ewige Streit, ob man Schulden machen oder sparen soll, legt hier den Grundstein für politische Haltungen, ebenso das Thema Handelsbilanzüberschuss. Bei BWL ist eine neutrale Haltung ebenso ungewollt. Hier geht es darum, Unternehmen erfolgreich zu führen, auch gegen die Interessen des Staates. Bei Jura vermute ich in gewissen Bereichen auch politische Haltungen. Ganz wild wird es bei Politik- oder Sozialwissenschaften.

Genau genommen ist es ein Abgrenzungsproblem der Wissenschaft.

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eMpTy
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Beitrag eMpTy Mitglied 15:50:01 20.04.2017   Titel:              Zitieren

Das ganze hat seinen Ursprung afaik in einem Kommentar auf Reddit zum Thema "Weißes Haus löscht Daten zum Klimawandel auf seiner Website" oder so ähnlich.


Das ganze ist nichts anderes als Kritik an der Klimapoltik Trumps, auch wenn es anders verkauft wird. Wissenschaft wird zur politischen Interessensgruppe und das ist mMn einfach nur dämlich.
Provieh-Programmierer
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Beitrag Provieh-Programmierer Mitglied 16:59:52 20.04.2017   Titel:              Zitieren

eMpTy schrieb:
Das ganze ist nichts anderes als Kritik an der Klimapoltik Trumps, auch wenn es anders verkauft wird. Wissenschaft wird zur politischen Interessensgruppe und das ist mMn einfach nur dämlich.

So sieht's aus.
Haben sich schon Unterorganisationen von Parteien (Jusos, Grüne Jugend, Julis etc.) angemeldet?

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Erhard Henkes
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Beitrag Erhard Henkes Mitglied 18:47:26 20.04.2017   Titel:              Zitieren

Gerade zur Klimapolitik vernimmt man in letzter Zeit aber viele Studien, die untersuchen, warum sich die Erde nicht so schnell aufwärmt wie erwartet. Da nimmt man einfach mehr Ozean ins Modell und fragt: in welchem Ozean ist die Wärme denn geblieben? Wenn das nicht politisch motiviert ist. ;)

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Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 01:26:07 21.04.2017   Titel:              Zitieren

Provieh-Programmierer schrieb:

Haben sich schon Unterorganisationen von Parteien (Jusos, Grüne Jugend, Julis etc.) angemeldet?

Die Unterstützer werden da aufgelistet. Im Wesentlichen sehe ich hier wissenschaftliche Organisationen und Einzelpersonen.

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Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 17:34:47 21.04.2017   Titel:              Zitieren

Jodocus schrieb:
Bei dieser Wissenschaftsgeschichte geht es aber nicht um Macht, sondern um Deutungshoheit und um Prinzipien. Es ist nicht wirklich sinnvoll, etwas wie Rationalität mit etwas Emotionalem wie Protest verteidigen zu wollen. Solche Prinzipien müssen einfach gelebt werden - jeden Tag, denn nur so überleben sie. Insbesondere sollte man sich davor hüten, Wissenschaft und Politik miteinander verheiraten zu wollen. Die Wissenschaft hat bisher immer sehr gut daran getan, neutral zu bleiben - sie kann es sich leisten.

Über den Artikel da bin ich gerade gestolpert, in dem es unter anderem darum geht, wie politisch Wissenschaft sein darf und wie politisch diese Demonstrationen werden:

http://blogs.faz.net/blog ....... h-darf-wissenschaft-sein/

Zitat:

Cristina erzählt: „Wir mussten versichern, dass es keine politischen Statements geben wird.“ Das war die Bedingung dafür, dass sie das Gelände in Universitätsnähe nutzen dürfen und die offizielle Unterstützung der Universitäten Köln und Bonn bekommen, deren Rektoren bei der Veranstaltung öffentlich sprechen werden. Denn entsprechend dem Neutralitätsgebot sind Universitäten als staatliche Einrichtungen dazu verpflichtet, in ihren Äußerungen politisch neutral zu sein. Und auch von der Wissenschaft an sich erwartet man ohnehin nüchterne Faktenorientierung ohne Meinungshintergrund.


Ich erwarte und hoffe eigentlich, dass es im Zusammenhang der Demonstrationen keine konkreten politischen Statements gibt, die die aktuelle Politik betreffen, sondern dass in erster Linie versucht wird, das Bewusstsein dafür zu stärken, welchen Wert Wissenschaft in einer Gesellschaft wie der unseren hat, welche Freiheiten die Wissenschaft braucht und wie wissenschaftliche Fakten zu bewerten sind. Ich hoffe, dass es eine Werbung für eine aufgeklärtere Gesellschaft wird. Mir ist allerdings bewusst, dass man mit solchen Demonstrationen auf einem schmalen Grat wandert. Wenn die Botschaft nicht genau passt, dann kann das schnell nach hinten los gehen.

Wenn ich mir die Programme der unterschiedlichen Märsche angucke, dann habe ich den Eindruck, dass man sich beispielsweise in Köln/Bonn sehr bewusst ist, dass man bezüglich der Statements auf diesen Demonstrationen vorsichtig sein sollte. In Berlin wird da wohl eher in Richtung konkreter politischer Forderungen abgedriftet.

EDIT: Noch ein Kommentar dazu, wie politisch Wissenschaft werden sollte: https://www.helmholtz.de/ ....... r-ihre-werte-werben-7613/

Zitat:

Diese Entwicklung beunruhigt, und für die Wissenschafter wächst daraus eine politische Aufgabe. Die Geschichte zeigt, dass der Rückzug in den Elfenbeinturm - die Kultur des Apolitischen und des mit sich selbst Beschäftigens - die falsche Antwort auf antidemokratische Strömungen in der Welt wäre,weil Wissenschaft so leicht zum Spielball von Ideologien würde.Daher ist es ein Gebot der Stunde, dass die Wissenschaft für ihre Werte eintritt und öffentlich für diese wirbt.

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Zuletzt bearbeitet von Gregor am 17:42:47 21.04.2017, insgesamt 2-mal bearbeitet
Erhard Henkes
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Beitrag Erhard Henkes Mitglied 12:52:33 22.04.2017   Titel:              Zitieren

OK, man will also, dass sich Menschen aus "Primärliteratur" der Wissenschaften informieren. Dann sollte die Regierung die etwas allgemeiner ausgerichteten Wissenschaftsmedien entsprechend frei zugänglich gestalten.

Nehmen wir mal "Nature": Subscribe to Nature for full access: $199

Das werden sich wohl nur wenige Privatpersonen leisten wollen. Damit bleibt dem normalen Volk im Wesentlichen der Zugang zu kostenfreien Medien, die wissenschaftliche Informationen einfach strukturiert, damit leider oft verfälscht, aber einfach zu lesen und politisch manipuliert darbieten. Ein Marsch ist nett, aber nicht praxisorientiert.

Es gibt einige positive Beispiele: https://www.mpg.de/mpforschung
Das MPG Wissenschaftsmagazin (zumindest Sekundärliteratur) kann man kostenlos lesen. Man bekommt es sogar in Papierform geschickt, wenn man das will.
Heft 4/2016: https://www.mpg.de/11021747/MPF_2016_4.pdf

Google Books ist wohl auch zu erwähnen.

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Zuletzt bearbeitet von Erhard Henkes am 13:55:06 22.04.2017, insgesamt 2-mal bearbeitet
Jodocus
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Beitrag Jodocus Mitglied 16:40:41 22.04.2017   Titel:              Zitieren

Gregor schrieb:
Ich hoffe [...], dass in erster Linie versucht wird, das Bewusstsein dafür zu stärken, welchen Wert Wissenschaft in einer Gesellschaft wie der unseren hat, welche Freiheiten die Wissenschaft braucht und wie wissenschaftliche Fakten zu bewerten sind. Ich hoffe, dass es eine Werbung für eine aufgeklärtere Gesellschaft wird.
Man kann mit Demonstrationen nicht wieder gutmachen, was an anderer Stelle mutmaßlich torpediert wird. Die Gesellschaft wird vollkommen infantil behandelt und infolge dessen benimmt sie sich auch so (vgl. Punkt 5, Chomsky's 10 Regeln zur Manipulation einer Gesellschaft).
Erhard Henkes schrieb:
OK, man will also, dass sich Menschen aus "Primärliteratur" der Wissenschaften informieren.
Da ist auch der Wunsch der Vater des Gedankens. Als Physiker, der sich mit Thema X beschäftigt, kann man kaum ohne wochenlange Vorbereitung ein Paper aus Sektion Y verstehen. Wie soll das ein Laie schaffen?

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Zuletzt bearbeitet von Jodocus am 16:40:59 22.04.2017, insgesamt 1-mal bearbeitet
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 19:52:29 22.04.2017   Titel:              Zitieren

Erhard Henkes schrieb:
OK, man will also, dass sich Menschen aus "Primärliteratur" der Wissenschaften informieren.

Wo hast Du das denn jetzt her? :confused:
Erhard Henkes schrieb:
Dann sollte die Regierung die etwas allgemeiner ausgerichteten Wissenschaftsmedien entsprechend frei zugänglich gestalten.

Nehmen wir mal "Nature": Subscribe to Nature for full access: $199

Inzwischen wird Forschung häufig über Mittel finanziert, die daran gebunden sind, dass die Ergebnisse in Form von Open-Access veröffentlicht werden. Wenn Du es darauf anlegst, alle möglichen Veröffentlichungen zu lesen, die nicht Open-Access sind, dann würdest Du nicht jedes Journal einzeln abonieren, sondern Dir einen Bibliotheksaccount bei einer großen Bibliothek besorgen, die das für ein breites Spektrum von Journalen bereitstellt.

Ich schließe mich Jodocus aber natürlich an: Das kann praktisch niemand lesen, der nicht zum Fachpublikum gehört.

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Jodocus
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Beitrag Jodocus Mitglied 21:34:00 22.04.2017   Titel:              Zitieren

Gregor schrieb:
Erhard Henkes schrieb:
OK, man will also, dass sich Menschen aus "Primärliteratur" der Wissenschaften informieren.

Wo hast Du das denn jetzt her? :confused:
Siehe z.B. hier:
ZEIT Online schrieb:
Wer nachlesen will, warum Forscher unabhängig voneinander zu dem Schluss gekommen sind, dass die Dreifach-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Autismus nichts miteinander zu tun haben, sollte nicht mehrere teure Fachjournale abonnieren müssen. Er sollte sich einfach alle relevanten Studien kostenlos herunterladen können – inklusive einer verständlichen Einordnung von Experten.
Wie gesagt, Traumtänzerei.

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