Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?



  • Ich hab mich nicht oft beworben (und auch nicht oft gewechselt), von daher kann ich nur zwei relevante Erfahrungen anbieten.
    In der einen Firma wurden mir überhaupt keine Programmierfragen gestellt. Also schon womit ich so Erfahrung habe und was ich alles kann, aber es wurden dann keine Fachfragen zu den Themen gestellt.

    In der anderen Firma wurde mir ein ausgedruckter C++ Code vorgelegt (waren nur 1 oder 2 A4 Seiten) und ich wurde gebeten alles zu benennen was der Code so falsch macht. (Waren alles Dinge die man ohne Kenntnisse über eine bestimmte Domäne ziemlich klar als Fehler bzw. zumindest Schwachstellen im Code erkennen konnte.)
    Das war auch dort das einzige. Allerdings kannte mich diese Firma schon über zwei Ex-Arbeitskollegen die dort arbeiten. Von daher vermutlich nicht representativ für den normalen Bewerbungsablauf.



  • Also bei uns werden keine Programmieraufgaben gestellt. Ich halte das ehrlich gesagt auch für Unsinn. Die Projekte sind ohnehin meist komplexer. Und wenn einer im Bewerbungsbogen schreibt, dass er mindestens gute C++-Kenntnisse hat, dann langt mir das. Stellt sich das als Unsinn heraus, kann man denjenigen ja nach spätestens 6 Monaten ohnehin noch rauskicken, oder man sieht Potential und fördert ihn entsprechend. In großen Unternehmen kann man sich das erlauben.
    Bei kleineren Unternehmen verstehe ich allerdings schon, dass man detailierter prüfen muss.

    Wenn einer von 1000 unfähig ist, ist das noch eher zu verschmerzen, als wenn einer von 40 unfähig ist.



  • @It0101 sagte in Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?:

    Wenn einer von 1000 unfähig ist, ist das noch eher zu verschmerzen, als wenn einer von 40 unfähig ist.

    Genau. Bei uns wäre es eher 1 von 8. Und da ist es ziemlich störend.

    Aber auch bei den Bewerbungsgesprächen, die ich selbst hatte, musste ich Probleme lösen.

    Bewerbung 1: 3x30 Minuten online-Test (also direkt 90min durchgehend) mit je einer Aufgabe (ich weiß gar nicht, ob es Codility war - ist schon etwas her) und am Ende wurden automatisch Tests durchlaufen mit Tests auf Richtigkeit und Laufzeitverhalten. Danach persönliches Gespräch, wo ich an der Tafel (bzw. einem Whiteboard) das Char-Array "DIE SONNE SCHEINT" in "SCHEINT SONNE DIE" (also Wörter von hinten nach vorn) umwandeln musste - nur mit Schleifen und ohne irgendwelche Library-Funktionen. Den Job hatte ich dann angenommen und habe dort sehr viel gelernt, aber es war dort zu stressig und Java/Webentwicklung war auch nicht unbedingt meine Lieblingsdomain.

    Bewerbung 2: Ich musste eine verkettete Liste mit Mutex an jedem Listenelement am Whiteboard entwickeln. Idee ist dort, dass parallel an mehreren Stellen der Liste eingefügt und/oder gelöscht werden soll. Dann musste ich Schätzungen abgeben, wie lange Speicherzugriff auf RAM und auf verschiedene Cache-Levels dauert. Und weitere Performance-Fragen beantworten. War spannend zu hören, dass dort eine verkettete Liste aus Performance-Gründen eingesetzt wird.

    Also zusammengefasst: ich musste überall an der Tafel programmieren. Dass Algorithmen an der Tafel out sind, kann ich also nicht bestätigen.



  • @wob sagte in Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?:

    Dann musste ich Schätzungen abgeben, wie lange Speicherzugriff auf RAM und auf verschiedene Cache-Levels dauert.

    Weiß man sowas, ohne darauf vorbereitet zu sein!? Da wäre ich durchgefallen.



  • @Jockelx sagte in Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?:

    @wob sagte in Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?:

    Dann musste ich Schätzungen abgeben, wie lange Speicherzugriff auf RAM und auf verschiedene Cache-Levels dauert.

    Weiß man sowas, ohne darauf vorbereitet zu sein!? Da wäre ich durchgefallen.

    Wusste ich natürlich auch nicht exakt. Hätte ich mir aber eigentlich denken können, dass man dort irgendwas in der Richtung abfragt. Habe nach dem Gespräch dann in Wikipedia nachgelesen und erleichtert festgestellt, dass ich zumindest in der Größenordnung richtig lag 🙂 Die Antwort war auch wohl gut genug, um nicht durchzufallen. Ich denke, da kam es auch nicht mehr so drauf an. Im Endeffekt war der einzige Grund, dass ich den Arbeitsvertrag dort nicht unterschrieben habe, der Standort der Firma. Ich bin eigentlich immer noch traurig, dass ich nicht dort hingegangen bin.



  • @wob sagte in Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?:

    @Jockelx sagte in Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?:

    @wob sagte in Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?:

    Dann musste ich Schätzungen abgeben, wie lange Speicherzugriff auf RAM und auf verschiedene Cache-Levels dauert.

    Weiß man sowas, ohne darauf vorbereitet zu sein!? Da wäre ich durchgefallen.

    Wusste ich natürlich auch nicht exakt. Hätte ich mir aber eigentlich denken können, dass man dort irgendwas in der Richtung abfragt. Habe nach dem Gespräch dann in Wikipedia nachgelesen und erleichtert festgestellt, dass ich zumindest in der Größenordnung richtig lag 🙂 Die Antwort war auch wohl gut genug, um nicht durchzufallen. Ich denke, da kam es auch nicht mehr so drauf an. Im Endeffekt war der einzige Grund, dass ich den Arbeitsvertrag dort nicht unterschrieben habe, der Standort der Firma. Ich bin eigentlich immer noch traurig, dass ich nicht dort hingegangen bin.

    Ich wäre mit der Frage auch etwas überfordert ehrlich gesagt, aber oft hilft es ja schon, wenn man seine Denkvorgänge beschreibt. 😅
    Tut mir leid zu hören, dass du es bereust den Job nicht angenommen zu haben. Naja sollte nicht sein, hatte sicher seinen Grund.



  • Bei der Frage nach L1/L2/L3/RAM Zugriffszeiten hätte ich auch raten müssen. Und ich hätte bei L2/L3 falsch geraten.
    Hab's jetzt natürlich nachgegoogelt. L1 und RAM hätte ich noch halbwegs getroffen. Aber bei L2 und L3 wäre ich fast Faktor 10 daneben gelegen (war zu optimistisch, ich hätte gedacht dass L2 und L3 deutlich schneller sind).

    Ich würde aber hoffen dass es so einer Frage weniger darum geht alle 4 genau zu treffen, sondern eher darum:

    • Dass man mit der Frage überhaupt irgendwas anfangen kann - d.h. dass man überhaupt weiss was L1/L2/L3 Caches sind
    • Dass man weiss dass RAM Zugriffe vergleichsweise sehr teuer sind
    • Dass man weiss dass L1 Zugriffe vergleichsweise sehr billig sind und vielleicht noch eine Schätzung im Einstelligen Bereich abgibt

  • Gesperrt

    Immer bitten sie darum, ein Programm zu lösen oder Logik in die Interviews zu schreiben. Meistens gaben sie eine Zeitung und sagten, sie sollten das Programm schreiben und gingen. Später nach 15 bis 20 Minuten würden sie kommen und fragen, welche Programme wir geschrieben haben.



  • @CPlusPlusWorld sagte in Muss man bei Bewerbungsgesprächen oft Probleme lösen?:

    Meistens gaben sie eine Zeitung und sagten, sie sollten das Programm schreiben und gingen.

    Was meinst du mit Zeitung? Meinst du eine gedruckte Beschreibung der Aufgabe? Falls ja, dann bezeichnet man das im Deutschen nicht als Zeitung. Eine Zeitung ist etwas was man kaufen kann, wo Artikel zu diversen Themen drinstehen -- Nachrichten, Sport etc.



  • @hustbaer https://www.cplusplusworld.com/ 🙄
    Der wird weiter sinnlos Uraltthreads ausgraben.


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