Ständig wachsende Komplexität im Programmiereralltag (Fork aus: Datenbank für C)



  • @Leon0402 sagte in Ständig wachsende Komplexität im Programmiereralltag (Fork aus: Datenbank für C):

    Das verspricht doch einen abwechslungsreichen Job.

    Naja, das hält sich leider auch sehr in Grenzen. Nachdem man die Konzepte verstanden hat, ist das meiste auch nur das gleiche in grün. Mir fällt es mittlerweile sehr viel schwerer als früher, mich für etwas "neues" zu begeistern. Und einen Job zu finden, bei dem es etwas spannendes zu tun gibt, ist nochmal eine andere Herausforderung.



  • @Leon0402 sagte in

    wenn man niemanden aus der Familie / Freundeskreis hat, der

    Das ist ein ganz anderes Thema. Jeder der eine fundierte Berufserfahrung hat, findet das leicht was er kann. Ein Bäcker würde das gleiche über dich sagen.

    dadurch hat meiner Meinung nach jeder die Chance sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

    Ja, das ist das was auch ich immer an meiner Tätigkeit geliebt habe. Wenn ich kleine Aufgaben deligieren wollte, kam oft die Antwort: das kann ich nicht. Also musste ich es selbst machen, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht wusste wie es geht. Anderen hab ich geholfen, und ich hab mich gewundert, wo wohl die Schwierigkeiten wären. Aber als es schwieriger wurde kamen meine Kollegen immer öfter, mich zu fragen wie dies oder jenes geht. Ich kam kaum mehr zu meinen eigenen Aufgaben. Ich hab dann gestreikt. Ich begann die Fragen so zu beantworten: "Da im Regal 2. Reihe 3.Ordner, so in der Mitte steht die Antwort." Und was war die Folge: Die haben nicht gelesen - die haben begonnen mich zu hassen - die haben mich nach oben hin verpetzt.
    Ich glaube, die Leute hier im Forum sind motiviert und interssiert. Die nur für Geld arbeitete Mehrheit scheitert an der Komplexität, die machen das nicht für Fun. Deshab kommt soviel Murx raus. Aber das gilt wohl für alle Berufe. Nicht jeder Bäcker macht gute Brötchen.



  • @Mechanics

    Und einen Job zu finden, bei dem es etwas spannendes zu tun gibt

    Ich bin schon immer abgehauen, wenn es nicht mehr Interessant war. Im nächsten Job hab ich mir es selbst interessant gemacht. Ich hab auch schon mal einen Boss "Sklaventreiber" genannt.... 2 Monate bezahlen Sonderurlaub. Leider, als ich 50 war, hatte ich den besten Job meines Lebens, aber die Firma machte dicht, und damit mein Projekt, nachdem ich mit 20 Mann 5 Jahre dran war. Und da war Schluss. Aber nun, man kann alles lernen, ernährte ich mich 20Jahre lang freiberuflich als Glasbläser (da war ich wahrlich nicht der Beste, es war aber trotzdem spannend, wenn auch nicht sooo komplex) bis zur Rente. Proggen ist jetzt nur noch mein Hobby. Mit 3 Computern und 4 Bildschirmen...Ich kann es nicht lassen.



  • Ich glaube das ist aber in vielen Berufen so. Selbst der Bäcker bäckt heute nicht mehr wie vor 100 Jahren. Die Technik ist nun leider oft mitbestimmend für Erfolg. Ich bin beruflich Zerspanungsmechaniker (das hat man früher einfach Dreher oder Fräser genannt) und programmiere nur als Hobby. Auch dort arbeitet man nicht mehr so wie vor 20 oder 30 Jahren. Die CNC Technik beherrscht das Berufsfeld. Konventionell drehen oder fräsen wie früher muss keiner mehr können. Das gewisse Feeling über korrekte Schnittwerte und die Hand an den Handrädern entfällt. Man muss sich auf Zahlen und Daten verlassen. Ich selbst bin noch jung und konnte die Erfahrung nur noch ein Stück weit machen. Aber nun ertappe ich mich selbst wie ich versuche alles noch schöner schneller und besser zu machen. Damit treibe ich auch in meiner Firma die Komplexität voran. Ich versuche bei CNC-Programmen die Erfahrungen von C++ mit einspielen zu lassen. Und ehe man sich versieht baut man auf Arbeit seine eigenen Zyklen die der Bearbeitung entsprechen die man in der Firma eben braucht. Ich versuche Programme sinnvoll zu strukturieren und wie in C++ mich nicht damit zufrieden zugeben, dass etwas funktioniert, sondern immer zu verbessern wie gut es funktioniert. Ich denke es ist einfach der Ansporn und die Motivation der Leute die mit etwas arbeiten die Entwicklung voran zu treiben. Und diese Motivation lässt mit steigendem Alter einfach nach. Während ich mich darüber freue auf Arbeit etwas sinnvoll optimiert oder programmiert zu haben schütteln die älteren Kollegen den Kopf warum etwas nicht so bleiben kann wie es die letzten 20 Jahre war. Und natürlich könnte ich einfach dem Trott folgen, aber der Anreiz nur eine Hand voll Parameter ändern zu müssen um völlig andere Bauteile zu fertigen, ist einfach zu groß. Und der Bäckerlehrling spielt auch mit dem Gedanke sein eigenes Brot zu kreieren was besser schmeckt als jedes gewöhnliche, auch wenn es dafür fünf Zutaten mehr braucht. Ich denke es liegt einfach in der Natur des Menschen (besonders bei jungen) sich weiterzuentwickeln. Und gerade in der Software-Branche explodiert das ganze so schnell, weil eben kaum Grenzen gesetzt sind. Man kann aus jeder Idee die man im Kopf hat mit bestimmten Logiken das basteln was man möchte und das egal in welchem Einsatzgebiet. Solange es die Grenzen der Hardware nicht überschreitet ist nahezu alles möglich. Während der Maurer an die physikalischen Gesetze gebunden ist und der Bäckerslehrling sein Brot nicht backen darf weil die extra Zutaten mehr Geld kosten und die Arbeitszeit an jedem Brot steigt, schreibt der Programmierer seine eigenen Gesetze und Logiken da tippen an sich nichts kostet. Neue Ideen sind einfach schneller umsetzbar als in anderen Branchen.



  • @Zhavok sagte in Ständig wachsende Komplexität im Programmiereralltag (Fork aus: Datenbank für C):

    Während der Maurer an die physikalischen Gesetze gebunden ist und der Bäckerslehrling sein Brot nicht backen darf weil die extra Zutaten mehr Geld kosten und die Arbeitszeit an jedem Brot steigt, schreibt der Programmierer seine eigenen Gesetze und Logiken da tippen an sich nichts kostet. Neue Ideen sind einfach schneller umsetzbar als in anderen Branchen.

    Naja, an die Grenzen der Physik und vor allem der Mathematik sind wir auch gebunden. Und das macht schon ordentliche Einschnitte. Insbesondere Optimierungsprobleme liegen ja z.B. oft in NP, da hätte man ja schon gerne bessere Lösungen, die wird es aber vermutlich nicht geben.
    Und auch der Softwareentwickler darf im Job nicht alles programmieren, wozu er grade Lust hat, da zum einen Arbbeitszeit teuer ist und auch nicht alle Tools umsonst zu haben sind.

    Aber es ist schon ein schwieriger Grat, Komplexität händelbar zu halten, aber das raus zu holen, was machbar ist.

    Wenn man sich nur mal die Tools anschaut, die man so verwendet: Man hat sein Unittest Framework, ein Versionierungssystem, ein Ticketsystem, eine Buildautomatisierung, vlt auch noch ein Container System usw. All das erhöht auf der einen Seite die Komplexität der Entwicklung, nimmt einem auf der anderen Seite aber viel manuelle, fehleranfällige Arbeit ab.


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