P
Hallo Fritz!
Wenn Du hier solche Posts absetzt, um als Selbstständiger zu starten, bestätigst Du eigentlich schon, dass Du lange noch nicht so weit bist.
Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass jemand der Schwierigkeiten hat als Angestellter einen Job zu finden im freiberuflichen Sektor eine Perspektive hat. Die Prinzipien und Konzepte, die dazu führen Aufträge an Land zu ziehen sind dieselben, die man braucht sich einen Job zu suchen, nur um Faktor vier anspruchsvoller. Und gerade die Schwächen die man hat, warum es in der Jobsuche nicht klappt, treten hierbei als Selbstständiger massiv in den Vordergrund. Ich kenne Viele, die mal ein Glückstreffer an Land gezogen und dann versucht haben sich selbstständig zu machen, aber dauerhaft nicht klar kamen, so dass man sich abends mal ein Pils leisten kann oder keine Sorgen um seine Altersvorsorge machen muss. Diese stranden dann als Scheinselbstständige und wühlen in den Abfalltonnen der IT-Firmen für unter 40 € die Stunde. Womit sie auch leben könnten, wenn sie dauerhaft beschäftigt würden. Aber die arbeiten dann ein paar Tage hier und paar Tage da und sind froh, wenn im Monat zwei Wochen Arbeit zustande kommen. Für die ist dann eine Festeinstellung wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Die Elite der Freiberufler lässt sich niemals einstellen und hat eine klare Unternehmermentalität.
Nehmen wir mal an, es existiert eine gesunde Basis für Selbstständigkeit - jahrelange Berufserfahrung in multiplen Bereichen, starke Unternehmerpersönlichkeit, genügend Kontakte, ein entsprechendes Umfeld für die "Leidenszeit" und genügend Startkapital. Das nächste Problem sind dann die Referenzen. Ohne Telefonnummern, die Du im entscheidenen Moment anreichen kannst, bist Du im freiberuflichen Sektor gar nichts - ein Fake! Hier interessiert sich keine Sau für Arbeitszeugnisse, Diplomnoten oder Empfehlungsschreiben.
Und wenn Du vorher nur angestellt warst, hast Du eben keine. Du kannst die Kunden Deiner ehemaligen Firma wohl nicht als Referenzen nennen.
Die exorbitant hohe Ansprüche der Projektanbieter. Bei vielen Ausschreibungen sind Tools vorausgesetzt, die kaum ein Schwein kennt oder branchenspezifischen Erfahrungen die natürlich nur Zustande kommen, wenn man vorher Projekte in den Bereich gemacht hat. Und selbst wenn perfekt auf ein Projekt passt, ist nicht gesagt, dass der potentieller Auftraggeber es auch so sieht. Viele suchen auch bewußt Scheinselbstständige, die jahrelang für das selbe Unternehmen arbeiten, aber bitteschön nicht soviel auf den Kasten haben, dass sie den Quatsch Ihrer Vorgesetzten durchschauen und in Zweifel ziehen. Dann taucht das Phenomän "Überqualifiziert als Selbstständiger" auf, mit dem gerade ich massiv zu kämpfen habe...
Ich würde sagen, den Ritterschlag als echter gestandener Freiberufler erhält man, wenn man unter
www.gulp.de
www.meinwebprofil.de
http://www.iprofilecentral.com/
etc.
zwei Projekte akquiriert hat, die
a) mit mindesten 60€/h zzgl. Mwst honoriert werden,
b) über mehrere Monate laufen und
c) bei einen renormierten Unternehmen stattfanden - DAX, TDAX, MDAX, DOW, Euro-Stocks, ...
Dann würde ich sagen, solltest Du mit der richtigen Positionierung auch als Freiberufler dauerhaft klar kommen und kannst Deine Zukunft darauf bauen, weil Du Dich erwiesenermassen gegen die 100.000 Freiberufler bei diesen international ausgeschriebenen Projekten durchgesetzt hast.