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Eisflamme schrieb:
Was meinst Du mit "in Materie einarbeiten" genau?
Mist, ich hatte gehofft, die schwammige Formulierung würde reichen
Ich finde, zum einen ist der Stoffumfang, der zu Softwarearchitektur dazugehört, ist recht groß. Da steckt schon einiges an Konzepten dahinter, die man verstehen muss. Wenn dann auch Hintergrundwissen fehlt, wird es noch mehr.
Ich glaub auch, und das find ich sogar wichtiger, dass das Verstädnnis für Softwarearchitektur erst langsam reifen muss, zumindest war das bei mir so. Es reicht nicht, die Entwurfs- oder Architekturmuster zu kennen. "Normale Menschen" denken nicht so, sondern gehen Probleme direkter an. Erst mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl für die Software und mögliche Anforderungen/Probleme und fängt an, die Software entsprechend absrakt zu modellieren. Bei mir war (ist) es ein mehrstufiger Prozess, bei dem das Design der Software mit der Zeit immer mehr Abstraktionsebenen bekommt. Als als Schüler mit dem Programmieren angefangen habe, habe ich die Probleme, die ich mir gestellt habe, sehr direkt gelöst. Ich hatte aber schon immer eher größere Projekte im Sinn, an denen ich teilweise jahrelang gebastelt habe, daher war die direkte Lösung nur selten ausreichend. Ich habe dann meist festgestellt, dass ich bei jeder neuen Anforderung plötzlich lauter Probleme hatte. Codeduplizierung, schlechte Kapselung (bzw. anfangs gar keine Kapselung), zu viele Abhängigkeiten, Code nicht wiederverwendbar, immer mehr Sonderfälle, die ich behandeln musste... Irgendwann fängt man dann an, die Probleme nicht ganz so direkt zu sehen, sondern zu abstrahieren, und dann kann man schon wesentlich mehr Sonderfälle und Abhängigkeiten vermeiden, weil die Architektur das schon auf eine wesentlich elegantere Art und Weise berücksichtigt. Aber irgendwann kommt es wieder zu Problemen, wenn die Software noch komplexer wird. Dann fängt man an, noch abstrakter zu denken.
Ich denke, diesen Prozess muss jeder selber durchmachen. Paralell dazu gibts natürlich einige lesenswerte Bücher über die Softwarearchitektur. Ich denke, um das alles richtig zu verdauen, kann man durchaus 1-2 Jahre veranschlagen, wenn nicht mehr.