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scrub schrieb:
Marc++us schrieb:
Wie wäre es mal damit, den Kampf aufzunehmen und den Jungs ordentlich Feuer zu geben? Noch haben wir das höhere Exportvolumen.
dann begeben wir uns ja nur auf chinesisches niveau runter. dann schlage ich vor, uns auf das niveau von burkina faso oder somalia runterzubegeben, dann machen wir die chinesen auf jeden fall platt.
leuchtet dir eigentlich nicht ein, daß dieser weg genau dahin führt? wir werden billiger, die werden billiger, wir werden noch billiger, die werden noch billiger, wir werden noch viel billiger, die werden noch viel billiger... ... ... und schon leben wir um der arbeit willen und haben dabei NIX gewonnen. tolle perspektive, die du da bietest.
Wer hat denn gesagt, daß wir den Kampf über die Preise aufnehmen sollen? Das ist die Domäne der Chinesen, "high volume low margin business", das macht keinen Sinn.
Wir müssen an ihnen verdienen, wo sie schwach sind, z.B. ihre furchtbar ineffiziente Energieversorgung, oder unsere wettbewerbsfähigen Produkte in noch kürzeren Zyklen auf den Markt bringen. Negativbeispiel: Siemens vs. BenQ. Markttrends verpennt. Die gutverdienenden Chinesen kaufen nur Markenartikel, das cheapcheaplo-Zeug geht nach Europa, USA, und an die Armen im Land. Aber bei den Markenartikeln ist ein ungeheurer Innovationszyklus, Modellwechsel alle 6 Monate maximal. Dann sind Elektronikartikel veraltet. Bei uns denken die Firmen immer noch in 2-3 Jahreszyklen, das ist einfach zu langsam. Damit kann man die 40-50 Millionen kaufwilligen Chinesen nicht an deutsche Marken binden. Nokia hat das bitter lernen müssen.
Zur Zeit kopieren die Chinesen schneller, als wir Vorlagen entwickeln. Davon müssen wir wegkommen, also schneller die Vorlagen herausbringen. Entscheidungen schneller fällen, mehr Risiko eingehen. Nicht jedes Produkt 10000mal diskutieren, sondern dorthin, wo der Markt ist.
Die deutschen Autofirmen lernen das langsam, VW hat eine relative gute Reaktion beim Fox gezeigt. Auch eine Firma wie Puma ist ein gutes Beispiel, die sind zuletzt bei jedem Trend rechtzeitig zur Stelle gewesen.
Unser Problem zur Zeit ist, daß unsere Domäne Maschinenbau eben 150 Jahre alte Technologie ist. Dort gehen die Uhren traditionell langsamer, aber das muß einfach auf die heutige "Internetzeit" angepasst werden.
Neulich habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in Korea verliert die Email in letzter Zeit an Bedeutung, da sie als zu langsam betrachtet wird - SMS und andere Realtimepager kommen jetzt in den Vordergrund. Email ist was für alte und langsame Leute. Wenn Du auf solchen Märkten Geschäfte machen willst, kannst Du Dir keine Planfeststellungsverfahren von 5 Jahren für den Ausbau Deiner Werkshalle leisten.