Neue empirische Erkenntnisse über Erziehung



  • Hi.

    Ich stimmer dir, Energyzer voll zu. Ich finde auch, dass einem Kind klare Grenzen gezogen werden müssen.

    Die ganze Theorie bezüglich "wir lassen das Kind entwickeln wie es möchte" kann man um Himmelswillen doch nicht schon im Kindesalter ansetzen! Wie zum Geier soll sich das Kind "gesellschaftsfähig" entwickeln, wenn es keine Grundwerte vermittelt bekommen hat, und nie erfahren hat, dass das eigenen Handeln konsequenzen hat? Ich kenn jmd. der ist 25 und genau nach dem Motto "ich lass das Kind entwickeln" erzogen worden. Haufenweise Scherereien und unterdessen ist die Mutter selber der Überzeugung "ich hätte wohl strenger sein müssen". Späte Einsicht.

    EnERgYzEr schrieb:

    Ich hätte damals einen kräftigen Anschiss bekommen und danach kapiert, dass meine Faulheit mein eigenes Problem ist und dass ich mich selbst bemühen muss.

    Ja, kenne das. Aber mal ehrlich: Wenn heute jemand es wagt öffentlich ein Kind zu "züchtigen" und sei es nur verbal, dann steht sofort jemand da der mit erhobenem Zeigefinger mahnt, dass das Kind Schäden davon trage.
    Der Druck der öffentlichkeit ist unterdessen so gross, dass ich ja nicht mal mehr selber entscheiden darf, wie die Erziehung meiner Kinder erfolgt, ohne dass sich jemand rausnimmt reinzuquatschen.
    Aber wir sind ja unterdessen in einem Zeitalter wo es keine "Autoritätspersonen" mehr gibt. Weil sich die wichtigsten Aut. Personen (die Eltern) nicht mehr getrauen autoritär zu sein (und das muss nicht immer negativ sein) oder noch schlimmer die Autorität von anderen Autoritätspersonen immer mehr untergraben wird.

    Etwas kompliziert daher ein Beispiel:
    Ein Kind baut scheisse in der Schule. Folge: Der Lehrer weist das Kind zurecht.
    Folge: Das Kind heult zu Hause rum. Folge: Die Eltern gehen zum Lehrer und stellen diesen zur Rede. Folge: Die Autorität des Lehrers wird untergraben.

    Bei mir war das früher so, dass ich mich selber zu wehren hatte, wenn ich Probleme hatte mit einem Lehrer. Statt in dubio pro reo haben meine Eltern eher im Zweifel für den Lehrer entschieden. Da floss so manche Träne und so manches böses Wort wurde gesagt. Rückblickend betrachtet, bin ich meinen Eltern dankbar. Denn ich habe früh gelernt, dass mein Handlen konsequenzen hat. Und ich habe ebenso früh gelernt, wie und dass ich meine Probleme selber lösen muss.

    Doch wieso komme ich überhaupt zu so einer Momentaufnahme? Ich sehe die Ursachen in mehreren Punkten:

    1. Der wichtigste Punkt ist die Tatsache, dass zuviele Eltern keine Zeit mehr für die ERziehung haben. Das mag jetzt konservativ klingen, aber sollte ich je eine Familie gründen, dann bleibt 1 Elternteil (egal ob männlein oder weiblein) zu Hause und kümmert sich um die Kinder. Der Andere geht arbeiten.
    Zu oft werden Kinder nicht als das betrachtet was sie sind: Ein 150% Job.
    2. Man versucht immer wieder jeden Ausnahmefall durch Gesetze zu schützen. Die Folge davon: Starke Beschränkungen für die Nichtausnahmefälle. Denn leider Sind Gesetze nicht auf Vernunftsbasis auszulegen sondern in Stein gemeisselt.
    Es gibt jemanden der hat mal Gesagt: Geschwindigkeitsbegrenzungen sind für unvernünftige/dumme Leute. Ich weite dieses Zitat aus: Gesetze sind für unvernünftige Leute da.
    Der Trend zeigt aber je länger je mehr dahin, dass die Gesetze auch über die Vernunft gestellt werden.
    3. Das hängt zwar auch mit 1. Zusammen ich führs aber trotzdem nochmals separat an. Zuviele Eltern überlassen durch überforderung (Zeitlich oder Fähigkeitsmässig) die Erziehung dritten. Diese Drittpersonen können aber nie die elterliche Hand ersetzen, auch wenn das der verbreitete (in meinen Augen irr-)glaube ist.

    Versteh mich hier keiner Falsch. Ich will hier keine Schuld zuschieben. Ich weiss, dass z.B. um 1. zu erfüllen ganz andere Rahmenbedingungen herrschen müssen. Aber trotzdem sehe ich hier die Ursachen für das diskutierte Problem. Selbstverständlich ist diese Ursachenforschung rekursiv anzusehen.

    -junix



  • Blackbird schrieb:

    Nein, da ist kein Zufall im Spiel - da sind immer noch die gesellschaftlichen Normen, die großen wie die kleinen, die die Kinder nachhaltig beeinflussen.

    Sehe ich genau so. Deshalb sollte man sehr darauf achten, welche Normen man dem Kind bzw. allgemein dem Menschen vermittelt.

    Ich sehs selber. Mir wurde immer gesagt wie wichtig ein Beruf und Arbeit ist.

    Ich weiss zwar, dass Sozialhilfe nichts anrüchiges hat, und dass man durchaus berechtigt darauf zugreifen kann in gewissen Fällen. Dennoch klebt ein Hauch Schmarozertum daran und durch die Prägung "Schmarozertum == böse" will ich das dann auf keinen Fall.

    Ergebnis daraus ist, dass ich (fast) alles tun würde um keine Sozialleistungen (irgendwelcher Form) beziehen zu müssen, bzw. in irgend einer Form abhängig zu sein. Diese Prägung ist nun mein Antrieb vorwärts zu kommen.

    Ich bin überzeugt, wären diese Normen mir nicht früh eingeprägt worden, sähe das alles ganz anders aus. Das Selbe gilt übrigens auch allgemein für Benimm, etc.



  • Hi!

    Hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen. Aber ich weiß, dass diese Diskussion zu nichts führen wird. Und das kann ich auch begründen 🙂

    Jeder wird doch die Erziehung, die er genossen hat als die Beste darstellen, wenn man ein wenig von sich überzeugt ist. Ist doch ganz klar, dass hier das Motto: "Aus mir ist was geworden, also kann die Erziehung nicht schlecht sein." viel zählt.

    Und dann darf ich noch ein wenig zu meiner Erziehung sagen: 🙂
    Natürlich durfte ich nicht alles und mir wurden Grenzen gezeigt. Diese waren aber relativ weit und wenn sie überschritten wurden, wurde deutlich darauf hingewiesen und mir aber auch schon in sehr jungen Jahren versucht zu erklären, weshalb diese Grenze besteht. Und das finde ich auch sehr wichtig (denn aus mir ist ja was geworden ;)), auch wenn es für den Erziehenden oft nicht einfach ist einem 5 Jährigen zu erklären, weshalb er etwas nicht machen darf.

    Ich weiß nicht, wie es früher war. Aber wenn ein Elternteil sein Kind anschreit, finde ich das immer scheiße. Ich finde Menschen sollten sich überhaupt nicht anschreien, mache ich ja auch mit niemandem 🙂
    Und wenn man meint, dass Kinder es ansonsten nicht verstehen... mag sein, dass es auch dumme gibt, aber meistens kann man selbst einem 5 Jährigen erklären, was Sache ist.



  • Schreien ist in der Tat schlecht. Allerdings gings auch weniger ums Anschreien als eher ums "Ausschimpfen". (Was durchaus auch harsch aufallen kann) Und ich finde auch, beim Ausschimpfen darf man sehr wohl seine Verärgerung zeigen. Es zeigt schlussendlich dem Kind auch wieder, dass es "nicht gut" war.

    Loggy: Wichtig ist nicht wie eng die Grenzen gesetzt sind sondern, dass sie gesetzt und unverrückbar sind.



  • Aber wenn ein Elternteil sein Kind anschreit, finde ich das immer scheiße

    Das stimmt in jedem Fall. Kann man auch gut im Alltag beobachten (auch an der Arbeit) -> Wer schreit hat in der Regel nicht wirklich was zu sagen.

    Das problem dieses Threads ist, das zu viel pauschalisert wird. Autoritäre Erziehung muß IMO auch nicht falsch sein, aber es wird von vielen als Lizenz zum Prügeln mißverstanden. Jede Form von Konsequenz hat keine Nutzen, wenn das Kind nicht einsehen kann warum das so ist.
    Das Problem bei Erziehung heutzutage ist vielmehr die Bequemlichkeit der Eltern(Unabhängig vom Erziehungsmodell).



  • TheBigW schrieb:

    Autoritäre Erziehung muß IMO auch nicht falsch sein, aber es wird von vielen als Lizenz zum Prügeln mißverstanden.

    Sehr richtig! Ich sollte vielleicht richtigstellen, dass ich im oberen Textausschnitt vom Sternenkrieger vielleicht etwas zuviel gekürzt habe. Dort steht noch, dass eine drastische Bestrafung nur in sehr seltenen Ausnahmefällen erfolgen darf.

    In der Realität sieht das heute leider genau umgekehrt aus. Fallen Jugendliche durch Straftaten und Gewalt auf, so machen wohlmeinende Sozialarbeiter monatelange Abenteuerurlaube und ähnliches mit ihnen. Wie jeder Psychologe aber weiß, wird dadurch nach dem Gesetz des Effekts genau das gewalttätige Verhalten weiter positiv verstärkt. Statt negative Konsequenzen hat Gewalt plötzlich positive. Das ist genau der falsche Weg.

    Zum Glück gibt es aber "konservative" Querdenker, welche die heutigen Moden und Mythen hinterfragen.

    Union-Fan



  • Ausgerechnet Heinlein zu nehmen... Ist übrigens die Vorlage zu dem Film Starship Troopers (so heißt das Buch im Orignal auch). Aber mit dem Namen erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten auch schon fast...

    @Onion-Fan: Dir ist schon klar, dass Heinlein dieses Buch als Kinderbuch geschrieben hat?



  • Joe_M. schrieb:

    @Onion-Fan:

    rofl



  • 😃



  • Bitte lasst The Onion da aus dem Spiel.



  • Bashar schrieb:

    Bitte lasst The Onion da aus dem Spiel.

    Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von einer zufälligen oder absichtlichen Ähnlichkeit des Namens unter dem obigen Link.

    Mein Tippfehler ist rein gemüsetechnischer Natur.


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