Guantanamo-Bay: Folter "nur" in Einzelfällen?



  • Marc++us schrieb:

    Luckie schrieb:

    Könnte die Bundeswehr jetzt nicht von der UNO den Auftrag bekommen in den USA einzumarschieren (natürlich nicht alleine)?

    Nein, denn die Menschenrechtsverletzungen fanden nicht in den USA statt, sondern in Kuba. Guter Trick, oder?

    Dann maschieren wir in Kuba ein ! :p



  • Das Ganze ist schon etwas makaber. Als amerikanische Soldaten gefangen genommen wurden, schrie der Rumsfeld gleich auf: die Iraker haben sich an die Genfer Konvention zu halten. Aber wie die Amerikaner ihre Gefangenen behandeln ist ihm egal. 👎



  • Tanzfreak schrieb:

    Das Ganze ist schon etwas makaber. Als amerikanische Soldaten gefangen genommen wurden, schrie der Rumsfeld gleich auf: die Iraker haben sich an die Genfer Konvention zu halten. Aber wie die Amerikaner ihre Gefangenen behandeln ist ihm egal. 👎

    Die Amerikaner betrachten die Insasse von Guantanamo nicht als *Kriegsgefangene*,
    und schon gilt die Genfer Konvention nicht mehr. 😞



  • Frage mich wann die endlich freikommen bzw. ein Verfahren. Ein NY-Gericht hat entschieden das den Gefangenen Rechtbeistand und ein Verfahren zusteht.

    Wenn sich eine Regierung sogar über ihre eigene Justiz hinwegsetzt, wo ist dann der Unterschied zu IRAK,Afgh. und der sonstigen Achse des Bösen.



  • Tanzfreak schrieb:

    Das Ganze ist schon etwas makaber. Als amerikanische Soldaten gefangen genommen wurden, schrie der Rumsfeld gleich auf: die Iraker haben sich an die Genfer Konvention zu halten. Aber wie die Amerikaner ihre Gefangenen behandeln ist ihm egal. 👎

    Die Gefangenen auf Guantanamo gehörten entweder keiner Armee eines Staates an oder deren Regierung (Afghanistan) war nicht international anerkannt. Daher haben diese Bewaffneten keinen Kombatantenstatus und fallen nicht unter die Bestimmungen der "Genfer Konventionen".

    Irakischen Gefangenen (Angehörige der irakischen Armee unter Oberbefehl von Saddam Hussein) wurde IMHO dieser Status zuerkannt.


  • Mod

    Kenner der Szene schrieb:

    Die Gefangenen auf Guantanamo gehörten entweder keiner Armee eines Staates an oder deren Regierung (Afghanistan) war nicht international anerkannt. Daher haben diese Bewaffneten keinen Kombatantenstatus und fallen nicht unter die Bestimmungen der "Genfer Konventionen".

    Das ist sogar richtig, da es sich nach Definition um irreguläre Kämpfer bzw. Söldner handelt, da sie als Ausländer an Gefechten teilnahmen, quasi wie Söldner. Für Söldner gilt nämlich die Genfer Konvention tatsächlich nicht zwangsläufig. Das sind tatsächlich keine Kriegsgefangenen.

    Problematisch ist eher das Außenbild, das die USA abgeben. Würden sie sagen "ihr seid zwar irreguläre Kräfte, wir behandeln euch aber freiwillig als Kriegsgefangene" hätten sie mehr für ihr Image getan. So aber haben sie unglaublichen Flurschaden hinterlassen und sich unglaubwürdig gemacht, das ist sehr bitter und wird uns noch 20-30 Jahre lang zu schaffen machen.


  • Mod

    Das sind tatsächlich keine Kriegsgefangenen.

    Was aber laut nach amerikansichem Gesetz noch lange nicht Folterungen erlaubt, oder?

    MfG SideWinder


  • Mod

    SideWinder schrieb:

    Das sind tatsächlich keine Kriegsgefangenen.

    Was aber laut nach amerikansichem Gesetz noch lange nicht Folterungen erlaubt, oder?

    Amerikanische Gesetze gelten ja nur im Staatsgebiet der USA. Guantanamo Bay ist - ebenso wie Diego Garcia, wo es auch ein Gefangenenlager gibt - eben kein US-Staatsgebiet.

    Aber ich sag doch, es wäre ein Grund mehr für die USA gewesen, sich daran zu halten, sozusagen als "good will of the leading nation".

    Und es lehrt uns, was wir von Anwälten als Politikern zu halten haben. Ein Anwalt erklärt dir immer ganz kalt lächelnd, warum du gerade jetzt nichts bekommst, weil du irgendwas nicht erfüllst. Und hat nicht mal ein schlechtes Gewissen, denn "es ist ja Gesetz".



  • Marc++us schrieb:

    Das ist sogar richtig, da es sich nach Definition um irreguläre Kämpfer bzw. Söldner handelt, da sie als Ausländer an Gefechten teilnahmen, quasi wie Söldner. Für Söldner gilt nämlich die Genfer Konvention tatsächlich nicht zwangsläufig. Das sind tatsächlich keine Kriegsgefangenen.

    Problematisch ist eher das Außenbild, das die USA abgeben. Würden sie sagen "ihr seid zwar irreguläre Kräfte, wir behandeln euch aber freiwillig als Kriegsgefangene" hätten sie mehr für ihr Image getan. So aber haben sie unglaublichen Flurschaden hinterlassen und sich unglaubwürdig gemacht, das ist sehr bitter und wird uns noch 20-30 Jahre lang zu schaffen machen.

    Man muss die Frage "Warum gibt es Guantanamo" mal realistisch betrachten. Fakt ist, dass die Insassen dringend verdächtig sind, an terroristischen Aktivitäten oder Guerillatätigkeiten in Afghanistan oder anderen freien Ländern teilzunehmen. Die Regierung der USA sind nun sowohl moralisch als auch durch ihren Regierungsauftrag dazu verpflichtet, Schaden von den US-Bürgern abzuhalten. Wenn man die ganzen islamistischen Guerillakämpfer als normale Kämpfer behandeln würde, so müsste man sie nach kurzer Zeit wieder freilassen. Dann gehen die einfach zurück nach Afghanistan, den Irak, oder als Schläfer oder Finanzierer von terroristischen Aktivitäten in den Westen und machen weiter wie bisher. Dadurch würden viele unschuldige Menschen sterben. Deshalb müssen diese Subjekte von ihrem Handeln abgehalten werden. In Guantanamo sind sie für UNS keine Gefahr.

    Union-Fan

    Der freundliche Konservative



  • Während des zweiten Weltkrieges wurden nicht-regulär-uniformierte, von beiden Seiten, in der Regel, standrechtlich erschossen.



  • Union Fan schrieb:

    Deshalb müssen diese Subjekte von ihrem Handeln abgehalten werden.

    Indem man ihnen Plastiksäcke über den Kopf zieht und sie übereinanderstapelt ?


  • Mod

    SeppSchrot schrieb:

    Union Fan schrieb:

    Deshalb müssen diese Subjekte von ihrem Handeln abgehalten werden.

    Indem man ihnen Plastiksäcke über den Kopf zieht und sie übereinanderstapelt ?

    Quelle?

    MfG SideWinder


  • Mod

    Kenner der Szene schrieb:

    Während des zweiten Weltkrieges wurden nicht-regulär-uniformierte, von beiden Seiten, in der Regel, standrechtlich erschossen.

    Wäre strategisch übrigens sogar die bessere Option für die USA gewesen, denn DAS hätten die islamischen Länder (mit der allgemein eher auf Vergeltung ausgerichteten Gesetzgebung) eher akzeptiert als die jetzige Situation.



  • Union-Fan schrieb:

    Fakt ist, dass die Insassen dringend verdächtig sind, an terroristischen Aktivitäten oder Guerillatätigkeiten in Afghanistan oder anderen freien Ländern teilzunehmen.

    Ich halte einen, der am gleichen Tag wie ein Terrorist Geburtstag hat, nicht für dringend verdächtig.


  • Mod

    Michael E. schrieb:

    Union-Fan schrieb:

    Fakt ist, dass die Insassen dringend verdächtig sind, an terroristischen Aktivitäten oder Guerillatätigkeiten in Afghanistan oder anderen freien Ländern teilzunehmen.

    Ich halte einen, der am gleichen Tag wie ein Terrorist Geburtstag hat, nicht für dringend verdächtig.

    Ich nehme mal an du willst damit andeuten, dass dort Insassen auf Grund dieser Tatsache festgehalten werden? Quellen bitte!

    Sonst erzähle ich, dass ein Clown dort jeden Tag um Mitternacht einen Handstand vorführt.

    MfG SideWinder



  • SideWinder schrieb:

    SeppSchrot schrieb:

    Union Fan schrieb:

    Deshalb müssen diese Subjekte von ihrem Handeln abgehalten werden.

    Indem man ihnen Plastiksäcke über den Kopf zieht und sie übereinanderstapelt ?

    Quelle?

    Das Abu Ghraib Wochenblatt.


  • Mod

    Ein Iraker Wochenblatt das über die Zustände in Guantanamo berichtet? Ich dachte ich wär nicht objektiv 😮

    Will das ja jetzt nicht verharmlosen, und ich halte es auch für durchaus möglich, dass dort soetwas geschieht. Aber mit solchen Quellen wird man kaum Aufruhr treiben können, das zerlegt dir ein Ami ja innerhalb von Sekunden...

    MfG SideWinder



  • SideWinder schrieb:

    Ein Iraker Wochenblatt das über die Zustände in Guantanamo berichtet? Ich dachte ich wär nicht objektiv 😮

    *seufz*
    Wer sagt dir denn, dass es ein Irakischer Herausgeber ist?
    Du weißt ganz genau, dass es als Anregung für eigene Recherchen gedacht ist.
    Die Quellen kannst du dann immer noch kritisch hinterfragen.



  • SideWinder schrieb:

    Ein Iraker Wochenblatt das über die Zustände in Guantanamo berichtet? Ich dachte ich wär nicht objektiv 😮

    Will das ja jetzt nicht verharmlosen, und ich halte es auch für durchaus möglich, dass dort soetwas geschieht. Aber mit solchen Quellen wird man kaum Aufruhr treiben können, das zerlegt dir ein Ami ja innerhalb von Sekunden...

    MfG SideWinder

    Da es die Amis auch kaum interessiert hat was in Abu Ghraib passiert ist, dürfte es Sie auch nicht groß interessieren was in Guantanamo passiert.

    Und wenn zufällig ein Gefangener sich in den Urin eines Wächters hechtet, dann ist das alles nur ein bedauerlicher Einzelfall.

    Wieso diskutiert hier überhaupt jemand darüber ob dort schlimme Sachen passieren oder auch nicht?

    Dieses Gefängnis dürfte in einer normalen Welt nicht existieren.

    Die USA ist ein Sauhaufen, dass Sie solche Lager eingerichtet hat, der Rest der "freien" Staaten ist ein noch größerer Dreckshaufen, dass Sie die Amis gewähren lassen.

    Gruß



  • MikeSPK schrieb:

    Da es die Amis auch kaum interessiert hat was in Abu Ghraib passiert ist, dürfte es Sie auch nicht groß interessieren was in Guantanamo passiert.

    Und wenn zufällig ein Gefangener sich in den Urin eines Wächters hechtet, dann ist das alles nur ein bedauerlicher Einzelfall.

    Wieso diskutiert hier überhaupt jemand darüber ob dort schlimme Sachen passieren oder auch nicht?

    Dieses Gefängnis dürfte in einer normalen Welt nicht existieren.

    Die USA ist ein Sauhaufen, dass Sie solche Lager eingerichtet hat, der Rest der "freien" Staaten ist ein noch größerer Dreckshaufen, dass Sie die Amis gewähren lassen.
    Gruß

    Falsch. In den bisherigen Abkommen zur Behandlung von Kriegsgefangenen wird immer von einem absolutistischen Weltbild ausgegangen, wonach Krieg ein Spiel der Reichen ist. Ist ein Gegner in diesem Spiel geschlagen, so droht keine Gefahr mehr durch seine gefangengenommenen Soldaten. Heutzutage haben wir es aber mit gefählichen transnationalen Fanatikern zu tun, die, sobald sie nach ihrer Entlassung die Gelegenheit dazu bekommen, wieder aktiv werden. Die USA sind nun in der unglücklichen Lage, mit diesem Problem, was wie gesagt bisher nicht von Konventionen abgedeckt wird, umgehen zu müssen. Hier müssen neue Lösungen her, und eine dauerhafte Internierung der islamistischen Söldner ist die für den Rest der Welt am ungefährlichstende Lösung.

    Union-Fan

    Der freundliche Konservative


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