Seid ihr bereit für die Opfer in New Orleans zu spenden?



  • Ich sage natürlich nichts gegen Spenden. Gott bewahre, bin ja auch für das Spenden.

    Aber glaub mir, selbst die Amerikaner (die mindestens 50 Kilometer im Umkreis weg wohnen) werden es wenige Tage nachdem es aus den Nachrichten verschwindet ebenfalls vergessen.



  • Glaub ich dir nicht - Amis lieben solche Geschichten. "Where are you from?" "Germany." "Oh, Germany? A german guy saved my brothers friends aunts second removed cousins wife after the great storm".

    War vielleicht ein Österreicher oder Franzose, aber macht ja nix.

    Klar gibt es Millionen, die das nie mitbekommen werden, aber was scheren mich die?



  • peterchen schrieb:

    Ich seh's als Investition in die Deutsch-Amerikanische Freundschaft, und ich will stolz auf mein Land sein können, wenn mir in einem guten Monat ein Ami die hand schüttelt und sagt "There were these German guys that really did a great job down in Lousyanna"

    Nur zum Verständniss: Wo ist "Lousyanna"? Meinst du vielleicht Louisiana? (Soll kein Vorwurf sein)



  • Ist eine nicht besonders lustige Anspielung auf das Louisiana-typische Wetter.



  • peterchen schrieb:

    Glaub ich dir nicht - Amis lieben solche Geschichten. "Where are you from?" "Germany." "Oh, Germany? A german guy saved my brothers friends aunts second removed cousins wife after the great storm".

    Verwechselst du gerade spenden mit einem Eintritt ins Internationale Rote Kreuz?



  • BloodLord schrieb:

    Irgendwie seltsam wie schnell im "Superstaat USA" garnichts mehr funktioniert. Schon damals beim Stromausfall 2003(?) brach mancherorts alles zusammen. Und jetzt in New Orleans dauerte es lange, bis Hilfskräfte anrückten um Überlebende zu evakuieren. Die militärisch unangreifbaren USA scheitern offenbar leicht an derartigen, inneren Krisen. Selbstverständlich wird im Falle des Falles mangels Krisenbewältigungs-Infrastuktur auch gleich das Kriegsrecht ausgerufen. Hier in Europa doch unvorstellbar, oder?

    Kriegszustand bedeutet nicht Krieg, sondern die Möglichkeit Soldaten zur Krisenbewältigung heranziehen zu können, weil die Armee sonst ja nicht so einfach Polizei Aufgaben übernehmen darf...
    Schau dir mal das große Hochwasser in Hamburg 1962 an, da wurde auch das Militär eingesetzt und damals war das sogar noch hoch illegal. Denkst du die Amis haben sich damals bepisst, dass die "Nazis" ihr Militär im inneren einsetzen?

    Ich finde diesen Anti-Amerikanismus ziemlich kindisch. Sobald man irgend einen Punkt findet, muss man gleich rumlaufen und schreien "Seht die Amis brauchen unser Geld nicht, das sind ja nur Kriegstreiber!".

    Und ich wette, all die Leute die jetzt ihre Schnauze aufmachen, würden sich absolut aufregen, wenn die Amis nicht als erstes Hilfe anbieten, wenn Hamburg im Wasser und Chaos versinkt.



  • Was New Orleans angeht:
    Ich wüßte mal gerne all die Gründe, wieso da immer noch 100,000 Menschen in der Stadt (außerhalb des Domes) waren/sind. Das kann man ja wohl nicht gerade als gelungene Evakuierung bezeichnen...
    (Mal sehen, ob's die Chinesen mit dem Taifun jetzt besser machen).



  • Deuetscher Antiamerikanismus wird auch in den USA zur Kenntnis genommen: ⚠
    http://service.spiegel.de/cache/international/0,1518,372434,00.html



  • Bitsy schrieb:

    Ich wüßte mal gerne all die Gründe, wieso da immer noch 100,000 Menschen in der Stadt (außerhalb des Domes) waren/sind. Das kann man ja wohl nicht gerade als gelungene Evakuierung bezeichnen...

    Mehr als 15.000 pro Tag schaffen sie laut Rechnungen nicht.

    kingruedi schrieb:

    ...wenn Hamburg im Wasser und Chaos versinkt.

    Ziemlich herr- äh schreckliche Vorstellung... Naja, wie viele US-Coast-Guards gibts denn so in und um Hamburg, die helfen könnten?

    Hinweis schrieb:

    Deuetscher Antiamerikanismus wird auch in den USA zur Kenntnis genommen: ⚠
    http://service.spiegel.de/cache/international/0,1518,372434,00.html

    Nett. Bei dem Arschgelaber von denen wundert mich der Antiamerikanismus nicht mehr. 🙄 Edit: Ok, weiter unten waren dann doch noch ein paar Sinnvolle dabei.



  • Ich wüßte mal gerne all die Gründe, wieso da immer noch 100,000 Menschen in der Stadt (außerhalb des Domes) waren/sind.

    Weil niemand zwangsevakuiert wurde, und die Leute lieber bei ihrem Häuschen bleiben? Ist hier doch genauso.

    Herr Trittin hat mit seinem kleinen Hinweis zwar recht, aber es war einfach unpassend.



  • Hinweis schrieb:

    Deuetscher Antiamerikanismus wird auch in den USA zur Kenntnis genommen: ⚠
    http://service.spiegel.de/cache/international/0,1518,372434,00.html

    Und wie viele Amerikaner lesen wohl den Spiegel Online, der aus Deutschland stammt?



  • Is doch Wurscht. Amis hassen dafür Franzosen und Franzosen hassen Deutsche und alle sind wieder glücklich...

    Was den Hurrican betrifft: Es war Mr. Bush der ab 2001 die Gelder für die Dämme in New Orleans massiv zusammenstrich (um mehr als die Hälfte) um mehr Geld für Irak und "Heimatschutz" zu haben. Zudem schoss er Studien ab die sich mit genau dem jetzt eingetroffenen Fall beschäftigten (welcher als einer der drei wahrscheinlichsten Umweltkatastrophen für die USA galt).

    Und wie die USA jetzt diese "Krise" bewältigt ist echt unter aller Sau. Sobald die Schuld an einer Katastrophe nicht mehr den Arabern zugewiesen werden kann scheint die Regierung nicht mehr gewillt irgendwas zu unternehmen.


  • Mod

    BloodLord schrieb:

    Irgendwie seltsam wie schnell im "Superstaat USA" garnichts mehr funktioniert. Schon damals beim Stromausfall 2003(?) brach mancherorts alles zusammen. Und jetzt in New Orleans dauerte es lange, bis Hilfskräfte anrückten um Überlebende zu evakuieren. Die militärisch unangreifbaren USA scheitern offenbar leicht an derartigen, inneren Krisen. Selbstverständlich wird im Falle des Falles mangels Krisenbewältigungs-Infrastuktur auch gleich das Kriegsrecht ausgerufen. Hier in Europa doch unvorstellbar, oder?

    So ein törichtes Gerede.

    Jeder Staat der Welt ist bei sowas in den ersten 3-5 Tagen völlig überfordert. Man muß zunächst aufklären, Personal und Material mobilisieren und herbeiführen, bis man das unter Kontrolle hat dauert das einige Tage. Selbst die sich in ständiger Kriegsbereitschaft befindliche israelische Armee hat beim Yom-Kippur-Krieg rund eine Woche gebraucht, bis sie die Lage unter Kontrolle hatten. Das ist normal. So eine Organisation muß sich erst selbst aktivieren, bevor sie mit der Arbeit beginnen kann.

    Außerdem arbeitet das Militär - wie alle effektiven Organisationen - radikal: "first things first!". D.h. wer noch alleine überleben kann, dem wird zunächst nicht geholfen. Zunächst kümmern sich die ersten Prioritäten - den Wassereinbruch. Danach um Trinkwasser, danach um die Seuchen, danach um die Nahrung, danach um die Unterkunft. Es ist nämlich beliebig egal, wenn jemand seit 2 Tagen auf der Straße schläft und keine Nahrung hat, solange die Deiche noch nicht wieder halten. Daher kümmern sie sich zunächst darum. Das Militär arbeitet immer auf diese Art und Weise, aber das ist ja genau der Grund, warum sie nach einigen Tagen die Lage im Griff haben.

    Was die Krisen-Infrastruktur in Deutschland betrifft: seit 1990 wurde der Katastrophenschutz weitgehend eliminiert. Früher gab's für jede feste Flußbrücke in Deutschland in einem Depot eine Behelfsersatzbrücke. Alles verschrottet. Es gibt keine Alarmierungskanäle mehr, teilweise regional abgebaut. Jetzt fangen sie wieder an, Sirenen aufzubauen, damit man bei Naturkatastrophen warnen kann. Alle Behörden finanziell ausgeblutet. Glaubst Du im Ernst, wenn man plötzlich 1 Mio Leute umsiedeln muß, man könnte das hier dem Landratsamt überlassen? Natürlich würde in so einem Fall für die Region den Notstand ausrufen - da würde die Amtshilfe der Bw nicht mehr ausreichen. Ok, das heißt bei den Amis "Kriegsrecht", in Deutschland "Notstandsgesetz". Klingt nicht so böse, bedeutet aber das gleiche. Nur darf es in Deutschland nicht mehr böse klingen, weil wir heute die Guten sind.



  • @Marc++us: 👍



  • Marc++us schrieb:

    Außerdem arbeitet das Militär - wie alle effektiven Organisationen - radikal: "first things first!".

    👍

    1. Irak
    2. Al-Quaida
    3. "Heimatschutz"
      ...
      ...
      ...
    4. New Orleans


  • Das so viele Menschen da ausrasten ist bemerkenswert.
    Klar versucht jeder bei sowas für sich selbst zu sorgen, aber
    was ich bei CNN mitbekomme, scheinen einige (und auch nicht gerade
    wenige) die Rettungsaktionen zu blockieren.
    Schiessereien, Plünderungen, Vergewaltigungen...



  • Mit Schrecken sehe ich die aktuellen Umfrageergebnisse. Wie kann es sein, dass in einen Land, welches von seinem ehemaligem Kriegsgegner USA wieder aufgebaut und vor Unterjochung durch die Kommunisten geschützt wurde, so wenig Mitgefühl und so viel Verachtung eben diesem entgegengebracht wird? Scheinbar ist der moralisch/sittliche Verfall in den sieben Jahren von Rot/Grün mindestens eben so stark gewesen wie der wirtschaftliche. Und ein Minister der Ökos schürt auch noch lautstark den Antiamerikanismus. Scheinbar ist meine These, die ich vor längerer Zeit hier schon einmal aufgestellt hatte, zutreffender denn je :

    Der Amerikaner von 2005 ist dem Deutschen der Jude von 1935.

    Union-Fan

    Der freundliche Konservative



  • Marc++us schrieb:

    [...] Jetzt fangen sie wieder an, Sirenen aufzubauen, damit man bei Naturkatastrophen warnen kann. [...]

    Sirenencodes kennt doch heute kein Mensch mehr, oder? Vielleicht noch ziemlich alte Leute oder welche aus der Feuerwehr.

    Dabei gibt es in Schulen sogar verschiedene Klingelzeichen pro Notfall.
    Feueralarm klingt ganz anders als Bombenalarm. (Mehr hab ich dann doch noch nicht durch...)

    Gibt es in Städten überhaupt noch Sirenen? Ich kenne das nur von unseren Dörfern.



  • Naja, wenn die Sirenen erst mal wiederaufgebaut wurden, kann man auch Broschüren über die verschiedenen Codes verteilen. Aber es dürfte meistens doch eh klar sein, warum die Sirene heult: Wenn ein großer Fluss durch die Stadt fließt und es seit Tagen stark regnet, wirds kein Vulkanausbruch sein. 😉

    (Edit: Jaja, ich bin jetzt einfach davon ausgegangen, dass neben der Stadt kein aktiver Vulkan steht.)



  • It might cross your mind, at some point in the next few days, to write something about how "stupid" the people trapped in the disaster zones have been, or how "lazy" they must be to not have escaped sooner, or how they "deserved what they got" for choosing to live somewhere on the Gulf Coast, within direct reach of hurricanes.

    My suggestion is this-- sit on your fucking hands. Sit on them until those sentiments no longer make your typing fingers itch

    http://www.livejournal.com/users/scott_lynch/148437.html


Anmelden zum Antworten