Diplom versus Master



  • Gregor schrieb:

    3. Der entscheidende Unterschied zwischen einem Diplomstudium und einem Bachelor/Master Studium betrifft IMHO die Freiheitsgrade, die man als Student im Studium hat. Beim Bachelor/Master Studiengang ist alles sehr viel durchorganisierter, man hat als Student weniger Freiheitsgrade und muss sein Studium geradeliniger durchziehen. Das Studium ist da "verschulter". Das hat Vor- und Nachteile: Es wird da sicherlich weniger Studienabbrecher geben, andererseits wird den Studenten Eigenverantwortung entzuogen, so dass ein gewisser diesbezüglicher Lerneffekt nicht mehr in dem Maße vorhanden sein wird. Man hat als Student auch nicht mehr die Wahlmöglichkeiten, die man bei einem Diplomstudium hat, man kann keine außerplanmäßigen Dinge mehr machen. Beispielsweise studiere ich in einem Doppelstudium sowohl Info als auch Physik. Für ein Bachelor/Master-Studium hat die Uni, an der ich bin soetwas kategorisch ausgeschlossen. Man will offensichtlich Interesse, Eigeninitiative usw. der Studenten nicht mehr fördern bzw. fast schon nicht mehr zulassen.

    Dies finde ich sehr bedauerlich. 😞 Und ich hatte gehofft, dass es an der Uni endlich vorbei wäre mit Zwangshausaufgaben die so gewählt sind, dass auch noch der Schwächste sie schaffen können muß und einem vom Lernen abhalten. Bin wohl ein paar Jahre zu spät geboren. In 2 Jahren wird es wohl nur noch Bachelor/Master geben.



  • Eine Promotion ist eine gute Sache. 👍
    Sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.



  • Und was ist ein magister?



  • eeefrf schrieb:

    Und was ist ein magister?

    Die haben lange Mäntel, spitze hüte...



  • Ben04 schrieb:

    Dies finde ich sehr bedauerlich. 😞 Und ich hatte gehofft, dass es an der Uni endlich vorbei wäre mit Zwangshausaufgaben die so gewählt sind, dass auch noch der Schwächste sie schaffen können muß und einem vom Lernen abhalten. Bin wohl ein paar Jahre zu spät geboren. In 2 Jahren wird es wohl nur noch Bachelor/Master geben.

    Soweit ich das sehe, lassen die meisten Hochschulen die neuen und die alten Titel erst mal eine Weile parallel laufen um zu sehen, wie die neuen Abschluße in der Industrie ankommen. Hier schreiben sich regelmäßig deutlich mehr Leute für das Diplom ein als für den Bachelor-Studiengang, wobei das hier in den ersten Semestern eh keinen Unterschied macht.

    Desweiteren gilt das Studium hier[1] als ziemlich verschult; das bedeutet aber weder, daß es weniger Abbrecher gibt (>50% fliegen durch), noch, daß man Hausaufgaben abgeben oder zu allen Vorlesungen erscheinen müßte.

    [1]: TU-München, E-Technik



  • hm also ich muss keine Hausaufgaben machen. Es wird aber davon ausgegangen, dass auf jede Vorlesung nochmal genausoviel Zeit Selbststudium kommt.
    Ansonsten gibts halt Testate in den Praktikas, Und wer die nicht in der vorgegebenen Zeit schafft, naja der muss halt zu Hause weiter machen^^



  • was soll eigentlich "Verschulung" bedeuten wenn nicht anwesenheitspflicht und hausaufgaben?
    wir hams hier jedenfalls gar nicht verschult... naja, irgendwann später mal die wenigen praktika, aber sonst ist hier alles freigestellt.



  • Daniel E. schrieb:

    das bedeutet aber weder, daß es weniger Abbrecher gibt (>50% fliegen durch), noch, daß man Hausaufgaben abgeben oder zu allen Vorlesungen erscheinen müßte.

    Ok, danke. Unter "schulisch" verstehe ich wenn der Lehrer eine 0 in sein kleines Büchlein einträgt und eine Moralprädigt hält wenn man zu faul war das Heft zuhause aufzuschlagen um noch schnell das Endresultat einer in der Klasse gelösten Aufgabe in die Rechschenmaschine zu tippen und hinzuschreiben. (Das ist mir heute tatsächlich so passiert.)

    Damit ist auf der Uni dann Gott sei dank Schluss.



  • Ben04 schrieb:

    Ok, danke. Unter "schulisch" verstehe ich wenn der Lehrer eine 0 in sein kleines Büchlein einträgt und eine Moralprädigt hält wenn man zu faul war das Heft zuhause aufzuschlagen um noch schnell das Endresultat einer in der Klasse gelösten Aufgabe in die Rechschenmaschine zu tippen und hinzuschreiben. (Das ist mir heute tatsächlich so passiert.)

    hehe nein, das hast du in der uni definitiv nicht zu befürchten. es gibt manchmal bonuspunkte für abgegebene übungen welche die klausurnote später geringfügig verbessern können.

    @scrub und gregor: ich kann nur nochmal anmerken das bei uns (paderborn) sich das diplom vom master ledeglich im namen unterscheidet, die vorlesungen sind, bis auf kleinigkeiten, gleich. und ich glaube so ist es in den allermeisten unis.



  • borg schrieb:

    @scrub und gregor: ich kann nur nochmal anmerken das bei uns (paderborn) sich das diplom vom master ledeglich im namen unterscheidet, die vorlesungen sind, bis auf kleinigkeiten, gleich. und ich glaube so ist es in den allermeisten unis.

    ja, hier gibt es schon seit einigen jahren einen bachelor-master-studiengang, der sich, wie du richtig sagst, nicht vom diplom unterscheidet.
    dadurch ergibt es sich aber, daß dieser bachelor in keiner weise berufsbefähigend ist. es wird nichtmal eine abschlußarbeit angefertigt.
    diese schon bestehenden studiengänge haben also überhauüt nichts mit den ergebnissen des bologna-prozesses zu tun.



  • also bei uns an der TU wird schon eine Bachelorarbeit verlangt.

    Nichtsdestotrotz würde ich als Personaler keine Bachelor einstellen, wenn ich dafür einen Diplom bzw. Master kriegen kann.



  • Ich mache Diplom an der FH, am Anfang haben sich die Fächer insofern unterschieden, dass Diplom kein Fächer wie Englisch oder Intercultural Communication beinhaltete, der Bachelor dafür schon.

    Finde ich ehrlich gesagt etwas sinnlos diese Fächer. Die Vorlesungen waren sonst aber komplett identisch.

    Bin auf jeden Fall zufrieden mit Diplom, nur dass man jetzt schwieriger Umziehen kann, da nicht mehr überall Diplom angeboten wird (FH Hamburg bietet das z.B. leider nicht mehr an, nurnoch B+M)



  • Cpt_Future schrieb:

    Ich mache Diplom an der FH, am Anfang haben sich die Fächer insofern unterschieden, dass Diplom kein Fächer wie Englisch oder Intercultural Communication beinhaltete, der Bachelor dafür schon.

    Englisch gab's bei uns.
    So deutschland-identisch scheint das also nicht zu sein. 🤡



  • alles nichttechnische hat im studienplan normalerweise nix zu suchen; wer nicht gerafft hat, daß man sprachkenntnisse und "soft skills"(TM) braucht, dem kann eh keiner mehr helfen.



  • eeefrf schrieb:

    Und was ist ein magister?

    Der beste Abschluss 😃
    Der größte Vorteil ist zugleich der größte Nachteil: man ist so selbstständig und hat so viel Freiheiten wie sonst bei keiner anderen Studienart. Das ist für manche ein Traum, für andere nach 13 Jahre Unselbständigkeit ein Albtraum.



  • scrub schrieb:

    alles nichttechnische hat im studienplan normalerweise nix zu suchen;

    Das sehe ich etwas anders. Englisch hat im Studium sicherlich nichts verloren, aber: Bei uns gibt es zum Beispiel einige Pflichtveranstaltungen aus einer Reihe "Informatik, Mensch und Gesellschaft". Da geht es zum Beispiel darum, dem angehenden Informatiker klar zu machen, wie sich sein Handeln auf die Menschen auswirkt. Das halte ich für einen wichtigen Inhalt des Studiums, auch wenn er nicht technischer Natur ist. Natürlich geht der Inhalt dieser Veranstaltungsreihe noch viel weiter. Es ist eine ganze Menge enthalten, was man als Informatiker-Allgemeinwissen bezeichnen könnte.



  • Cpt_Future schrieb:

    Die Vorlesungen waren sonst aber komplett identisch.

    Ach nee, mach kein Mist.

    Bye, TGGC (Demo or Die)



  • Gregor schrieb:

    Bei uns gibt es zum Beispiel einige Pflichtveranstaltungen aus einer Reihe "Informatik, Mensch und Gesellschaft". Da geht es zum Beispiel darum, dem angehenden Informatiker klar zu machen, wie sich sein Handeln auf die Menschen auswirkt. Das halte ich für einen wichtigen Inhalt des Studiums, auch wenn er nicht technischer Natur ist.

    da will ich mal nicht grundsätzlich widersprechen. sicher wäre es schön, wenn alle gediplten etwas bewußtsein in ihr nächstes leben tragen, was sie außerhalb ihrer kleinen technischen welt noch so mit ihrer arbeit bewirken.
    aber für mich stellt es sich so dar, daß zwei gruppen von studenten derartige pflichtveranstaltungen besuchen: studenten, die es interessiert, und studenten, die es nicht interessiert. für die ersteren gibts im vergleich zu einer gleichartigen freiwilligen veranstaltung keinen unterschied. für die letzteren ist der unterschied der, daß sie zeit (evtl. auch geld) für etwas aufbringen, das sie nicht interessiert. sie haken die (leichte) prüfung ab und gut. das sind jedenfalls meine erfahrungen und die meiner näheren umgebung- entweder "naja, hätt ich sowieso gemacht" oder "pff, nach der prüfung gehts mit am arsch vorbei".
    allerdings hat mich dein einwand zum nachdenken gebracht- ein komplettes begleitstudium wäre vielleicht doch nicht so schlecht (also als echter bestandteil des studiengangs statt als einmal/wegwerf- fach)- allerdings ist das wohl nicht realisierbar.


Anmelden zum Antworten