Über die Ernsthaftigkeit von Antiamerikanismus und Ossidiskriminierung



  • Gegenfrage: Brächte es was, ständig den selben eingefahrenen Trupp (CDU/SPD) zu wählen, der 30 Jahre den selben Schrott erzählt und nichts ändert. Schaut Euch mal die Reportage "Der Fall Deutschland an", da sieht man schön, dass die Probleme, die wir jetzt Diskutieren schon 1960 bestanden und seit dem nur "blah" gemacht wurde.

    Die Politiker von damals und jetzt haben geschworen ihr Tun zum Wohle des Volkes einzusetzen, sie haben fast alle versagt. Der einzigen die unterm Strich Was auf dem Kasten hatten waren Adenauer und Schmidt.

    Ab und zu muss man die Saftsäcke etwas kitzeln, damit wieder der Denkprozess einsetzt. Nach 40 Jahren Amerikanisierung ist bei den meißten Westbürgern der "Mut aufzustehen" in "Ekel gegenüber Veränderung" umgewandelt worden. Ihr seid einfach zu satt.



  • F98 schrieb:

    nichts ändert.

    Jaja, klar. 🙄



  • Soweit ich das sehe, trat die PDS/Linkspartei mit einem uralten Konzept, imho unrealistischen Versprechungen und einer Kanalisierung der Ängste der Menschen zur Wahl an. Abgesehen davon ist in der neuen Linkpartei noch sooo viel SED drin, für mich einfach unwählbar.



  • Ich finde die hohen Wahlerfolge der NPD in Sachsen äußerst bedenklich. Und da stehe ich auch zu 🙄

    Und Leute wie Schönbohm tragen dazu bei, diesen Eindruck zu verstärken...



  • nur mal als Denkanstoss, egal wie man zur PDS oder wie immer die jetzt genau heißt steht: durch die CDU wurde in den 60ern ein ehemals hochrangiger Nazi Bundeskanzler. Es wurden sogar viele ehemalige Nazis in die Partei aufgenommen. Diesselbe Partei schimpft heute über die PDS, das da nur Komministen drinne sitzen. Die sollen sich mal an ihre eigene Nase fassen ... .
    Ich persönlich finde sowas nämlich unglaubwürdig, um das mal noch gesittet auszudrücken. Daher finde ich es scheiße, dass man über die PDS nur als SED-Nachfolger herzieht. Leute, da sitz kein Honecker oder Ulbricht mehr in der Partei ... .

    Worüber man allerdings lautstark diskutieren darf, sind die sinnlosen Forderungen und Versprechungen, welche die PDS macht. Da kann man sachlich drüber reden und kommt zu dem Schluss, dass vieles einfach Wunschdenken und/oder Wählerverarsche ist. Aber immer dieser SED-Quatsch geht mir echt auf die Nerven, vor allem bei dem Hintergrund der CDU ... . Und andere Parteien haben sicher auch ihre Leichen im Keller ... .



  • Bloß mit dem Unterschied dass bei der CDU keine Alt-Nazis mehr drinsitzen, in der PDS aber noch Kaderkommunisten.



  • @GPC

    Nein. Alt-Nazis gibt es nicht mehr. Echt toll 👍 ...

    ...aber dafür um so mehr Neonazis...

    So ist das CDU-Mitglied Albrecht Jebens etwa im Vorstand der so genannten "Gesellschaft für freie Publizistik", die laut Verfassungsschutzbericht (Jahr 2000) "die bedeutendste rechtsextremistische Kulturvereinigung" ist. Auch die CDU/CSU-Mitglieder Knütter, Hornung, Hohmann, Kaschkat, Lummer und Siegerist referieren und publizieren bei rechtsradikalen Vereinen oder sind sogar Mitglied.

    Schönbohm soll angeblich ebenfalls gute (d.h. freundschaftliche) Kontakte in der rechtsradikalen Szene besitzen. Klar- durch seinen ehem. Beruf ist er auch besonders qualifiziert wieder Recht, Ordnung und die guten alten (deutschen) Tugenden einzuführen... 🙄

    Von dem braunen Sumpf in den Burschenschaften, v.a. in Bayern wollen wir gar nicht erst reden... Da kommts einem echt hoch 👎



  • dafür gibts bei der CDU jede menge kriminelle.
    darf nur mal an die köfferchen geschichte erinnern.

    aber solange man vom eigenen schmutz ablenken kann...



  • AntiNazi: Du hast ja recht, aber ich hatte auch nicht behauptet dass es keine Neo-Nazis gäbe. Rechts - sowie Linksextremisten sind beide scheiße. Aber es gibt sie nunmal.



  • Hier noch mal einen Ausschnitt zu Schönbohm:

    In Guben wurde Ende August der Gedenkstein für den ermordeten Omar Ben Noui zum sechsten Mal geschändet. Diesmal wurde er mit einem Hakenkreuz beschmiert. Am selben Tag traf sich Innenminister Schönbohm (CDU) in einem Cottbusser Neonazi-Club demonstrativ mit glatzköpfigen Jugendlichen. Der junge algerische Asylbewerber Ben Noui war im Februar 1999 von einer Meute Neonazis solange gejagt worden, bis er durch eine verglaste Haustür sprang und in den Scherben langsam verblutete. Jetzt warnte Schönbohm davor, "rechtsextreme Jugendliche auszugrenzen", vielmehr müsse man anfangen, "gemeinsam mit den rechten Jugendlichen Fußball zu spielen". [...]
    Jörg Schönbohm, ein Ex-General der Bundeswehr, gehörte schon zu seiner Zeit als Innensenator in Berlin zum äußersten rechten Flügel der CDU. Schönbohm hat sich zwar immer geflissentlich vom Nationalsozialismus distanziert, was ihn aber nie daran hinderte, in perfider Weise Ausländerfeindlichkeit zu schüren. Artikel und Reden von ihm enthalten oft Kernaussagen wie: "Integration ist keine Einbahnstraße", "Es gibt Gegenden, wo viele Deutsche sich nicht mehr zu Hause fühlen" oder "Wir werden über soziale Leistungen für Asylbewerber nachdenken müssen". [...]
    Schönbohm lässt darin seiner nationalistischen Gesinnung freien Lauf: "Im Laufe der Geschichte haben wir unsere nationale Identität entwickelt, die sich in unserer Sprache, in unserer Kultur, in unseren Sitten und Gebräuchen, in unserem Bekenntnis zu Demokratie, Recht und Freiheit niederschlägt. Heimatliche Verwurzelung, landsmannschaftliche Besonderheiten und nationale Identität sind fest miteinander verwoben... dies gilt es zu bewahren."


  • Mod

    AntiNazi schrieb:

    Hier noch mal einen Ausschnitt zu Schönbohm:

    ... enthalten oft Kernaussagen wie: "Integration ist keine Einbahnstraße", "Es gibt Gegenden, wo viele Deutsche sich nicht mehr zu Hause fühlen" oder "Wir werden über soziale Leistungen für Asylbewerber nachdenken müssen". [...]
    Schönbohm lässt darin seiner nationalistischen Gesinnung freien Lauf: "Im Laufe der Geschichte haben wir unsere nationale Identität entwickelt, die sich in unserer Sprache, in unserer Kultur, in unseren Sitten und Gebräuchen, in unserem Bekenntnis zu Demokratie, Recht und Freiheit niederschlägt. Heimatliche Verwurzelung, landsmannschaftliche Besonderheiten und nationale Identität sind fest miteinander verwoben... dies gilt es zu bewahren."

    Warum auch nicht, er sagt doch nichts falsches. Schon mal gesehen, was zur Zeit in Frankreich abgeht und darüber nachgedacht, woher das kommt?

    Oder willst Du solche Probleme auch einfach durch mehr Geldtransfer lösen?



  • @GPC
    war ja auch kein Vorwurf gegen Dich.

    Aber ich halte die Linksextremen für weniger bedenklich als die Rechten. Die Linken zünden wenigstens keine Asylantenheime an und hetzen Ausländer auf offener Straße....



  • Warum auch nicht, er sagt doch nichts falsches. Schon mal gesehen, was zur Zeit in Frankreich abgeht und darüber nachgedacht, woher das kommt?

    (Achtung Ironie)
    Richtig! Daran sind alleine die scheiß Ausländer-Schuld 🙄

    Zu einem Konflikt gehören immer zwei. Und wie Bassam-Tibi sagte: "An dem Scheitern der Integration haben die Deutschen einen Anteil von 50%".


  • Mod

    AntiNazi schrieb:

    Daran sind alleine die scheiß Ausländer-Schuld 🙄

    Zu einem Konflikt gehören immer zwei. Und wie Bassam-Tibi sagte: "An dem Scheitern der Integration haben die Deutschen einen Anteil von 50%".

    Nein, sogar zu 100%. Weil man Ausländer nicht mit sanfter Gewalt (Pflicht zu Sprachkursen, Formulare grundsätzlich in deutsch, etc) und durch Anreize dazu gebracht hat, sich der deutschen Kultur anzupassen. Und weil man durch Geld versucht hat, Konflikte zu lösen. Und weil man glaubte, daß man Nazi sei, wenn man darauf besteht, daß Ausländer als Gäste eine gewisse Bringschuld haben.



  • volkard schrieb:

    und die ossis sind auch nicht schlimm. bis auf die tatsache, daß sie immernoch die sed wählen.

    Schon seltsam, dass man immer wieder liest, SED == PDS == Linkspartei. Hey Leute, wacht endlich mal auf. Honecker ist tot und das wird auch so bleiben. Die Linkspartei/PDS hat nicht mehr viel mit der ehem. SED zu tun, bis auf die Tatsache, dass einige Leute von damals noch heute mit dabei sind. Na und? Solange sie vernünftig Politik machen und die Mauer nicht wieder aufbauen wollen, ist's mir relativ egal. Ihr müsst sie ja nicht wählen, wenn ihr nicht wollt.
    Zudem sollte man mal die Fakten etwas näher batachten. Zu DDR Zeiten hatte die SED "100%" Wahlergebnis, davon sind wir heute weit entfernt. Wieso behaupten dann Leute pauschalisiert, dass in den neuen Bundesländern SED gewählt wird? Genauso gut könnte ich den alten Bundesländern vorwerfen, dass so viele die Grünen wählen. Zudem ist so wenigstens ein Ablassventil da, sonst hätten wohl viel mehr NPD & Co gewählt. Und da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt. Vor 3 Jahren hatte die Linkspartei/PDS deutlich weniger Stimmen, das spricht nicht unbedingt für den Wahlkampf von CDU und SPD, oder? Und bei dem Kasperletheater der beiden sollte man sich wirklich mal fragen, ob es jetzt so viel schlimmer ist, wenn man stattdessen die Linkspartei wählt.
    Übrigens, auch wenn es sich so anhört, ich bin kein Linkspartei Wähler!



  • groovemaster schrieb:

    Solange sie vernünftig Politik machen

    Tun Sie das deiner Meinung nach? Ich finde nicht.



  • GPC schrieb:

    groovemaster schrieb:

    Solange sie vernünftig Politik machen

    Tun Sie das deiner Meinung nach? Ich finde nicht.

    Bliebe nur die Frage zu klären, was gute Politik ist.



  • Hm, die anderen Parteien können wir wohl nicht als Vorbild heranziehen. Aber ein Wahlprogramm, das mit Konzepten die 25 Jahre alt sind, daherkommt, das halte ich für sehr fragwürdig.



  • groovemaster schrieb:

    Schon seltsam, dass man immer wieder liest, SED == PDS == Linkspartei.

    eigentlich nicht seltsam.

    Die Linkspartei/PDS hat nicht mehr viel mit der ehem. SED zu tun, bis auf die Tatsache, dass einige Leute von damals noch heute mit dabei sind.

    deswegen wählen sie auch die leute, die es wie früher baben wollen.

    Na und? Solange sie vernünftig Politik machen und die Mauer nicht wieder aufbauen wollen, ist's mir relativ egal.

    zwei denkfehler:
    a) wer sagt dir, daß sie die mauer nicht wieder aufbauen wollen?
    b) wer sagt dir, daß man die mauer nicht wieder aufbauen sollte?

    Zudem ist so wenigstens ein Ablassventil da, sonst hätten wohl viel mehr NPD & Co gewählt.

    ich halte weder npd noch sed für empfehlenswert.

    Übrigens, auch wenn es sich so anhört, ich bin kein Linkspartei Wähler!

    aber ossi?
    ich sag nicht, daß alle ossis das mit der demokratie gar nicht kapiert haben. aber ein viertel hat's gar nicht kapiert und ein weiteres viertel dunkelziffer ist sicherlich dabei.
    wenn man mal durchdenkt, was es bedeutet, daß die parteien einen ost-wahlkampf und einen wst-wahlkampf machen, muß man eigentlich sehr trarig werden. und entweder sofort die mauer wieder hochziehen oder dem ganzen osten das wahlrecht entziehen. und das wird noch 70 jahre recht schlimm bleiben, solange es originär indoktrinierte sozies gibt. und danach werden wir die neosozis als plage haben, die mit den neonazis an einem strang ziehen.



  • GPC schrieb:

    Tun Sie das deiner Meinung nach?

    Ich denke schon, aber bis auf die rechtsradikalen Gruppierungen machen das wohl alle Parteien in Deutschland. Ob die Politik jetzt gut ist, ob sich die Vorstellungen umsetzen lassen und ob sie sich letztendlich positiv auswirken, ist nochmal eine andere Geschichte. Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Und 25 Jahre alte Konzepte sind auch kein Indiz für schlechte Politik, ebenso wenig wie neue ein Indiz für gute Politk sind.


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