Warum redet die ganze welt von der Gefahr einer Pandemie?!?



  • [quote="Minimee"][quote="Marc++us"]Durch Autounfälle kommen mehr Leute pro Jahr um's Leben, trotzdem spricht man nicht von einer Pandemie. 😉

    So lustig ist das nicht. Die Pandemie wird kommen und es wird eine Pandemie werden und keine Epidemie.
    Im Gegensatz zur Epidemie ist eine Pandemie nicht örtlich beschränkt. Das bedeutet, dass eine Pandemie die ganze Weltpopulation betreffen kann und nicht an den Grenzen eines Landes oder eines Kontinents Halt macht.

    Bei der letzten Pandemie - Spanische Grippe, 1918 - sind weltweit 50Millionen Menschen verreckt - mehr als im ersten Weltkrieg.

    Mutiert die Vogelgrippe, so wird sie um ein vielfaches gefährlicher sein. Außerdem wird auch die Ausbreitung schlimmer sein, da wir heute im Gegensatz zu 1918 viel mehr Austausch von Menschenmaterial haben (Flugverkehr, Autos, etc.).

    Nochmal zur Gefählichlichkeit, die Vogelgrippe wird sich mutiert genauso gut von Mensch zu Mensch verbreiten wie eine Grippe... Nix mit nur bei engem Kontakt. Die Sterberate bei VOgelgrippe liegt bei über 50%, jeder zweite erkrankte wird - trotz Medikamenten - jops gehen. Bei der Spanischen Grippe lag die Lethalitätsrate nur bei 10%.

    Es liegt also wirklich eine ernste Bedrohung vor... Die meisten unter uns haben das noch nicht kapiert, trotz Medienhype.

    Und? Es jammern doch eh so viele über die Überbevölkerung 😉



  • Minimee schrieb:

    Marc++us schrieb:

    Durch Autounfälle kommen mehr Leute pro Jahr um's Leben, trotzdem spricht man nicht von einer Pandemie. 😉

    So lustig ist das nicht. Die Pandemie wird kommen und es wird eine Pandemie werden und keine Epidemie.
    Im Gegensatz zur Epidemie ist eine Pandemie nicht örtlich beschränkt. Das bedeutet, dass eine Pandemie die ganze Weltpopulation betreffen kann und nicht an den Grenzen eines Landes oder eines Kontinents Halt macht.

    Bei der letzten Pandemie - Spanische Grippe, 1918 - sind weltweit 50Millionen Menschen verreckt - mehr als im ersten Weltkrieg.

    Mutiert die Vogelgrippe, so wird sie um ein vielfaches gefährlicher sein. Außerdem wird auch die Ausbreitung schlimmer sein, da wir heute im Gegensatz zu 1918 viel mehr Austausch von Menschenmaterial haben (Flugverkehr, Autos, etc.).

    Nochmal zur Gefählichlichkeit, die Vogelgrippe wird sich mutiert genauso gut von Mensch zu Mensch verbreiten wie eine Grippe... Nix mit nur bei engem Kontakt. Die Sterberate bei VOgelgrippe liegt bei über 50%, jeder zweite erkrankte wird - trotz Medikamenten - jops gehen. Bei der Spanischen Grippe lag die Lethalitätsrate nur bei 10%.

    Es liegt also wirklich eine ernste Bedrohung vor... Die meisten unter uns haben das noch nicht kapiert, trotz Medienhype.

    Das werden wir sehen. AFAIR haben sie aehnliches bei SARS auch gesagt.

    mfg
    v R



  • virtuell Realisticer schrieb:

    Das werden wir sehen. AFAIR haben sie aehnliches bei SARS auch gesagt.

    Ja. Aber das Wort "Bedrohung" bedeutet nicht "OMFIPU! Die Welt geht unter!!1!!1!einszwölf" sondern "OMFIPU! Die Welt könnte untergehen!!1!!1!einszwölf" 🙂



  • Marc++us schrieb:

    Durch Autounfälle kommen mehr Leute pro Jahr um's Leben, trotzdem spricht man nicht von einer Pandemie. 😉

    Ist halt die selektive Wahrnehmung des Menschen.

    Das sind Äpfel und Birnen.
    Aber tun wir einfach mal so, als ob es sich dabei nicht um einen extrem hinkenden Vergleich handeln würde: du überschätzt die tödlichen Autounfälle pro Jahr maßlos und unterschätzt bereits die normale Grippe um Größenordnungen. Denn ein Blick in die Statistik zeigt, dass bereits die normale, all-jährliche Grippewelle mehr Todesopfer pro Jahr fordert als alle Straßenverkehrsunfälle eines Jahres zusammen ...

    Gesamtzahl im Straßenverkehr Getöteter 2004: 5.842
    Tote bei durchschnittlicher Influenzawelle: 5.000 - 8.000
    Geschätzte Todesfälle bei mutierter Vogelgrippe: 48.000 - 160.000

    Die Zahlen beziehen sich alle auf Deutschland.
    Quelle: Statistisches Bundesamt und Robert Koch-Institut

    Sollte also klar sein, welche Menschen hier selektive Wahrnehmung betreiben 😉


  • Mod

    sarfuan schrieb:

    Gesamtzahl im Straßenverkehr Getöteter 2004: 5.842
    Tote bei durchschnittlicher Influenzawelle: 5.000 - 8.000
    Geschätzte Todesfälle bei mutierter Vogelgrippe: 48.000 - 160.000

    Da fehlt noch einer:

    Geschätzte Todesfälle bei Angriff durch Außerirdische: 6.000.000.000

    Der Unterschied zwischen den Autounfällen und den geschätzten Todesfällen ist, daß das eine ein Meßwert, das andere ein Schätzwert ist. Schätzwerte unterliegen aber politischen Zwängen, Annahmen und Abschätzungen. Und es unterliegt einem Wahrscheinlichkeitswert, der kleiner als 1 ist.

    Die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt von 5000 Toten pro Jahr durch Autounfälle liegt bei 1. Die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch einer mutierten Vogelgrippe-Epidemie liegt - da hier viele Faktoren zusammentreffen müssen - bei wenigen Prozent.

    Daher bleibe ich bei meiner Aussage, daß zur Zeit Autofahren gefährlicher ist als Vogelgrippe. Und da durch Autofahren keine Panik ausgelöst wird, ist auch die durch Vogelgrippe latent vorhandene Panikstimmung maßlos übertrieben.



  • Ich hab zwar keine Ahnung von dem Zeug, aber letztens kam ein Interview mit einem Vogelgrippe-Forscher, der sagte, damit der Erreger eine Epidemie unter Menschen auslöst müsste ein und das selbe Virus ca 10 spezifische Mutationen durchleben und anschliessend eine bestimmte Anzahl Menschen infizieren damit das überhaupt möglich ist. Und das wäre rein rechnerisch sehr unwahrscheinlich bis unmöglich einzustufen.



  • Marc++us schrieb:

    Geschätzte Todesfälle bei Angriff durch Außerirdische: 6.000.000.000

    Wenn du dazu ein konkretes Modell vorlegen kannst, das zudem komplett auf realistischen Annahmen basiert, wäre es vergleichbar. So ist es aber nur einfacher Schwachsinn.

    Und da durch Autofahren keine Panik ausgelöst wird, ist auch die durch Vogelgrippe latent vorhandene Panikstimmung maßlos übertrieben.

    Nein, das ist sie nicht. Denn nur so kann die Vogelgrippe, falls sie mutieren sollte, aufgehalten werden. Falls es zu einer solchen Mutation kommen sollte, zeigen die Modellrechnungen, dass maximal ein Zeitfenster von 30 Tagen bleibt, um den "Patienten 0" zu identifizieren und die Ausbrüche lokal zu begrenzen. Bei den meisten menschlichen Vogelgrippefällen konnte dieses Fenster bisher nicht bzw nur sehr knapp eingehalten werden. Die Panikstimmung ist deswegen insofern durchaus produktiv, indem die Menschen lieber zum Arzt gehen und nicht abwarten, bis "es sich wieder von alleine legt". Das wiederum ist die Grundvorraussetzung um eine Pandemie zu verhindern. Und darum geht es momentan schließlich.
    Sicher, wenn diese Anstrengungen von Erfolg gekrönt sind, kommen bei der nächsten Pandemie auch wieder Menschen an und behaupten, dass doch eh alles nur übertriebene Panikmache sei. Aber so ignorant sind zum Glück nicht alle.
    Ich für meinen Teil habe lieber eine gerechtfertigte Panikmache als bis zu zwei Milliarden Tote.



  • Nein nein, das ist was komplett anderes.

    Eine Epedemie ist lokal begrenzt, auf eine Region,
    oder ein Land. Eine Pandemie hingegen ist global.
    Der Erreger der Vogelgrippe mag noch harmlos sein,
    was ihn aber so gefährlich macht, ist das es ein Grippevirus
    ist, und somit evtl. sehr ansteckend sein kann.
    Wenn also die Mutation erstmal auf einige Menschen
    übergesprungen ist, wirds schwer, das einzukreisen,
    weil ja auch infizierte Vögel es weitertragen können.

    Und übertrieben ist es nicht, schaut euch doch mal Sars an,
    Sars ist aber harmlos gegen ein potentiell tötliches Grippevirus.

    phlox


  • Mod

    sarfuan schrieb:

    Die Panikstimmung ist deswegen insofern durchaus produktiv, indem die Menschen lieber zum Arzt gehen und nicht abwarten, bis "es sich wieder von alleine legt".

    Und noch viel mehr Menschen in dieser "Wartezeit" werden wegen einer simplen Erkältung voll Panik glauben, sie hätten die Vogelgrippe, und fressen dann Tamiflu und bringen sich auf diese Weise um. Oder blockieren die Labore, weil die Anzahl der verdächtigen Blutproben explodiert, weil jeder sich auf Infektion testen lassen will.

    Es reicht völlig aus, wenn Ärzte, Krankenhäuser und die entsprechenden Behörden sensibilisiert sind und sich vorbereiten.

    sarfuan schrieb:

    Ich für meinen Teil habe lieber eine gerechtfertigte Panikmache als bis zu zwei Milliarden Tote.

    Panik ist der Feind einer jeden geplanten oder planbaren Durchführung von Abläufen, da Panik mit Chaos Hand in Hand geht. Daher ist zur Durchführung von Plänen Panik unter allen Umständen immer zu vermeiden und niemals hilfreich.



  • phlox81 schrieb:

    Eine Epedemie ist lokal begrenzt, auf eine Region,
    oder ein Land. Eine Pandemie hingegen ist global.
    Der Erreger der Vogelgrippe mag noch harmlos sein,
    was ihn aber so gefährlich macht, ist das es ein Grippevirus
    ist, und somit evtl. sehr ansteckend sein kann.
    Wenn also die Mutation erstmal auf einige Menschen
    übergesprungen ist, wirds schwer, das einzukreisen,
    weil ja auch infizierte Vögel es weitertragen können.

    Jaja, das ist ja nix neues. Ein Weltuntergangsszenario hätte man aber auch schon vor Jahren konstruieren können, als es erste Ausbrüche in Asien gab. Ich frage mich: Warum kam die Möglichkeit einer Pandemie erst im Sommer 2005 öffentlich zur Sprache? War es das Sommerloch oder wollte Roche die Geschäfte ein wenig ankurbeln?



  • Marc++us schrieb:

    Es reicht völlig aus, wenn Ärzte, Krankenhäuser und die entsprechenden Behörden sensibilisiert sind und sich vorbereiten.

    Nicht wenn man eine Pandemie verhindern will. Denn das ist ab der ersten Mutation nur für ein kurzes Zeitfenster an möglich.
    Anbetracht dieses kritischen Zeitdrucks ist es ein unverantwortbares Spiel mit dem Feuer, die Bevölkerung nicht gezielt zu informieren und zu sensibilisieren. Ab dem Zeitpunkt der Mutation zählt im Grunde jede einzelne Stunde um eine Pandemie noch zu verhindern.
    Aber wer rennt schon wegen ein paar Erkältungssymptomen bzw später auch Grippesymptomen sofort zum Arzt?

    sarfuan schrieb:

    Panik ist der Feind einer jeden geplanten oder planbaren Durchführung von Abläufen, da Panik mit Chaos Hand in Hand geht. Daher ist zur Durchführung von Plänen Panik unter allen Umständen immer zu vermeiden und niemals hilfreich.

    Hm, jetzt haben wir uns von "latent vorhandener Panikstimmung" über "Panikmache" zu richtiger Panik hochgearbeitet. Meine Schuld, ich hätte "Panikmache" doch besser in Anführungszeichen setzen sollen 😉
    Natürlich hast du recht. Die Frage ist doch viel eher, ob man es wirklich mit einer Massenpanik zu tun hat. Und SARS hat doch gezeigt, dass es dazu auch wieder nicht kommt.



  • www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,396161,00.html

    edit:

    Cpp_Junky schrieb:

    (...) damit der Erreger eine Epidemie unter Menschen auslöst müsste ein und das selbe Virus ca 10 spezifische Mutationen durchleben und anschliessend eine bestimmte Anzahl Menschen infizieren damit das überhaupt möglich ist. Und das wäre rein rechnerisch sehr unwahrscheinlich bis unmöglich einzustufen.

    Evolution funktioniert nicht unbedingt "Alles oder Nichts, jetzt sofort, auf einen Schlag"...



  • kingruedi schrieb:

    [...] Themen vor denen die Menschen Angst haben verkaufen sich sehr gut (noch besser als Titten!). Also sind die Medien natürlich an einer gewissen Panik mache schuld, wenn nicht gar interessiert [...]

    Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten!



  • finix schrieb:

    www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,396161,00.html

    edit:

    Cpp_Junky schrieb:

    (...) damit der Erreger eine Epidemie unter Menschen auslöst müsste ein und das selbe Virus ca 10 spezifische Mutationen durchleben und anschliessend eine bestimmte Anzahl Menschen infizieren damit das überhaupt möglich ist. Und das wäre rein rechnerisch sehr unwahrscheinlich bis unmöglich einzustufen.

    Evolution funktioniert nicht unbedingt "Alles oder Nichts, jetzt sofort, auf einen Schlag"...

    Die Evolution läuft bei Viren schneller ab:

    * Große Anzahl an Viren
    * Schnelle Produktions - Reproduktions-Zeiten
    * Genaustausch zwischen Viren möglich (Das funktioniert irgend wie, wenn sich zwei verschiedene Viren in einer Zelle vermehren wollen)

    Besonders letzteres scheint kritisch zu sein, wenn jemand eine (leichte) Grippe hatte und sich nun mit H5N1 infiziert, könnten die Viren sich untereinander austauschen.

    Im Endeffekt sind das natürlich nur geringe Wahrscheinlichkeiten, solange man die Vogelgrippe klein hält. Bei 100 infizierten muss man sich wohl nicht so extreme Sorgen machen. Aber würde man sich gar nicht um das Problem kümmern (Massentötung, Quarantäne etc.), dann haben wir schnell 1.000 infizierte und deutlich mehr Mutationen.

    @Marc++us
    Wenn man Panikmache vermeiden will, müsste man die Presse verbieten. Das gilt nicht nur bei Vogelgrippe, wie gesagt im Grunde ist die Presse daran interessiert aus jedem Thema eine Panik zu machen



  • Grippeschutzimpfung, Tamiflu (mit korrekter Info über Handhabung/Wirkungen) und allgemeine Stärkung des Immunsystems sollten als individuelle Vorbeugeung ausreichen, oder existieren weitere konkrete Vorschläge? Je besser man selbst vorbereitet ist, desto weniger irritiert die allgemeine Medienlandschaft, die sich bezüglich der Fakten doch nur im Kreis dreht und sich zumeist gegenseitig kopiert.


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