Suche Unternehmengründungsberatung für Indien und China



  • scrub schrieb:

    Daniel E. schrieb:

    scrub schrieb:

    ein scheinbarer gewinn, weil sie sich sehr bald derselben erpressung ausgesetzt sehen werden, die die deutschen arbeitnehmer längst täglich erleben.

    Welche Erpressung meinst Du? Diese, daß der Unternehmer nicht länger Kunde bei den Verkäufer der Arbeitskraft sein möchte? Das ist genau so legitim, wie wenn ich keine Microsoftprodukte mehr verwenden möchte.

    die erpressung der machart "wenn du (arbeitnehmer) nicht A, B und C zustimmst, mach ich (unternehmer) dicht und gehe nach china.". das führt eindeutig dazu, daß nach wenigen jahren die arbeitnehmer zu den gleichen bedingungen arbeiten müssen wie in china.

    Das ist genau so keine Erpressung wie: wenn Du mir kein Auto schänkst, dann bin ich nicht mehr dein Freund.

    Abgesehen davon ist es gut, wenn Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie am sinnvollsten arbeiten können.

    da ich aber nicht will, daß *irgendjemand* zu solchen bedingungen arbeitet (die nämlich so aussehen, daß man von seiner arbeit nicht leben kann), bekämpfe ich diese erpressungskultur.

    Du kämpfst in erster Linie dafür, daß Deutsche weiterhin ziemlich beschissene Jobs machen dürfen (hast Du mal in einer Autofabrik am Band gestanden? Ich habe und ich ich bin nicht traurig, daß ich das nicht mehr machen muß.) und sich auch in China nichts ändert. Wir sind stolz auf dich.

    [Gibt es Nachfrage nach Haushaltskräften?]

    die nachfrage hängt nicht vom preis ab, sondern umgekehrt.

    Scherzkeks. Sie hängen zusammen. Die Kausalfolge ist hier uninteressant und so einfach ohnehin nicht zu klären.

    wenn 100 leute erdbeeren kaufen wollen, ist es doch völliger unsinn, anzunehmen, 200 leute würden erdbeeren kaufen wollen, wenn diese halb so teuer wären. im gegenteil, die 100 leute wollen halt einfach erdbeeren haben, und der rest will eben keine.

    Stell dich nicht dumm: sie wollen sie nicht zu dem Preis.

    Ich will keinen Mercedes für 30000 EUR, zum einen, weil ich keinen Bedarf nach einem Auto habe, zum anderen, weil ich das Geld nicht hab. Würde man mir das Ding für 20 EUR anbieten, dann nehme ich ihn trotzdem, auch wenn ich ihn gar nicht unbedingt brauche.

    Der Unternehmer (der einfachheitshalber eine Monopolstellung hat) würde versuchen, den Preis so zu wählen, daß <Verkaufte Menge>*<Preis> den <Gewinn> maximiert, ist doch klar. Und Da kann es ja sein, daß dann 10 Leute mehr Erdbeeren kaufen, wenn man den Preis um 10 Cent runtersetzt, und 5 Leute abspringen, wenn man den Preis um 10 Cent raufsetzt. Wenn man die Erdbeeren für 1000 EUR trotzdem noch an die 100 Leute verkaufen kann, wie Du behauptest, dann würden die Erdbeeren auch tatsächlich im Laden so viel kosten.

    Die Bedürfnisse eines Kunden zum richtigen Preis anzubieten, ist die Kunst des Unternehmers.

    nun, behauptest du, gibts eine nicht unwesentliche nachfrage nach haushaltshilfen. soweit kein problem. hier funkt vatter staat rein und verhindert, daß der preis so weit sinkt, wie er es eigentlich aufgrund der nachfrage gern tun würde.
    und hier setzt du mit deiner kritik an und forderst, der staat soll sich raushalten, damit der preis weiter sinken kann und mehr haushaltshilfen beschäftigt werden können, richtig?

    Ich fordere, daß der Staat sich raushält und Leute, die arbeiten wollen, auch arbeiten läßt. Jawoll. Sie zu irgendwelchen Arbeiten zu zwingen, wie man es teilweise im Rahmen der Hartz-4-Gesetze tut, ist dagegen eine typisch sozialistische Zwangsmaßnahme, die natürlich abzulehnen ist.

    jetzt überleg mal, was der staat wohl im schilde führt, indem er "lohnnebenkosten" erzeugt. ist eigentlich gar nicht so schwer, da kommst du sicher drauf. also erzähl einfach mal, was mit diesem geld passiert.

    Scheindiskussion. Wem tut das denn genau weh, wenn jemand, der sonst nichts verdienen würde und staatlich alimentiert werden müßte, jetzt bei anderen freiwillig deren Haushalt macht und sich damit eine Wohnung leisten kann?



  • Marc++us schrieb:

    Zudem stellt in vielen Firmen die Firma Essen, Kleidung und Wohnung, so daß das Gehalt quasi komplett gespart oder für Konsum ausgegeben wird.

    So eine Abhängigkeit der Arbeiter von den Firmen sehe ich allerdings nicht gerade positiv. Man stelle sich vor, was eine Entlassung für so einen Arbeiter bedeuten würde.



  • Daniel E. schrieb:

    Ab wann sind Schutzzölle sinnvoll? Antwort: Sie sind nie sinnvoll und schaden immer "den kleinen Leuten". Am besten ist das zu sehen, an der Geschichte des "Manchesterkapitalismus", einer Arbeiterbewegung, die gegen Schutzzölle gekämpft hat, um sich wieder Essen kaufen zu können.

    Ach menno. Ich rede doch hier nicht vom Feind der Roten und der Kleinstaaterei, sondern von Regularien, die dem Konsum-Wahnsinn Einhalt gebieten und aus dem akt. Zustand max. Nutzen ziehen.

    Fakt ist doch, dass es in naher und mittlerer Zukunft zu keiner Senkung der Arbeitslosigkeit in D kommen wird, eher umgekehrt, eben durch solche Arbeitsplatzverlagerungen, die im Übrigen schon seit den 80ern in Richtung China gehen (VW z.B.).

    Ich empfehlen hier jedem wärmstens die auf den dritten Programmen rumgeisternde Serie "Der Fall Deutschland" Teil 1-3.

    Übrigens habe ich jetzt vor Kurzem eine Reportage auf Phönix oder so gesehen, wo es um die Wirtschaft in China ging. China hat einen enomen Kapitalzulauf aus dem Ausland. Dieses Geld wird haupsächlich dazu verwendet im Inland Kredite zu vergeben. Diese Kredite werden aber häufig nur zu 50% zurückgezahlt, da diese Firmen vorher Pleite sind. Sowas ist auf Dauer nicht gesund.


  • Mod

    Gregor schrieb:

    Marc++us schrieb:

    Zudem stellt in vielen Firmen die Firma Essen, Kleidung und Wohnung, so daß das Gehalt quasi komplett gespart oder für Konsum ausgegeben wird.

    So eine Abhängigkeit der Arbeiter von den Firmen sehe ich allerdings nicht gerade positiv. Man stelle sich vor, was eine Entlassung für so einen Arbeiter bedeuten würde.

    Sicher. Auf der anderen Seite sind das freiwillige soziale Leistungen der Firmen, wozu sie eigentlich nicht verpflichtet sind. Sie wollen damit aber sicherstellen, daß die Arbeiter nicht ständig kündigen. Das Problem in China ist nämlich, daß ein angelernter und trainierter Arbeiter wegen 3 EUR mehr Lohn im Monat von jetzt auf nachher "kündigt", und nicht mehr kommt (der ist einfach am Morgen nicht mehr da... das kann übel sein, Schichtbeginn, und 5 Leute fehlen einfach, weil sie woanders mehr Geld bekommen. Training und Ausbildung für die Katz.)

    Also versuchen die Firmen, durch Wohnung, Essen und Kleidung eine Art "familiäre" Beziehung aufzubauen, um die Arbeiter mehr zu binden.



  • F98 schrieb:

    Ich rede doch hier nicht vom Feind der Roten und der Kleinstaaterei, sondern von Regularien, die dem Konsum-Wahnsinn Einhalt gebieten und aus dem akt. Zustand max. Nutzen ziehen.

    Gut. Dann rechne doch mal detalliert vor, wie dann Deutschland *volkswirtschaftlich* profitiert, wenn man Schutzzölle auf ausländische Produkte setzt. Damit berechnest Du zwar eine Größe, die den meisten ärmeren Deutschen ziemlich egal sein dürfte, wenn sie einen Monatslohn für einen neuen Satz deutschdeutscher Klamotten ausgeben, aber sei's drum, mich würde es trotzdem interessieren.

    (Falls es dir nicht aufgefallen sein sollte: ich rede einem abwandern nach China nicht das Wort. Das ist ein hohes unternehmerisches Risiko. Aber gerade das zeichnet einen guten Unternehmer ja aus, daß er Risiken erkennt, richtig einschätzt und damit neue Werte schafft. Unternehmer, die schlecht kalkuliert haben und das Risiko falsch eingeschätzt haben, verlieren dabei viel Geld. So ist das Leben, es wahr ihre Entscheidung.)


  • Mod

    Noch mal ein Wort zu Schutzzöllen, vielen ist glaube ich nicht klar, wie die Preiskette verläuft.

    Nehmen wir ein T-Shirt, das im typischen deutschen Kaufhaus 25 EUR kostet. Das gleiche Teil kann man in China in identischer Qualität (u.U. sogar aus der gleichen Produktionsstätte) für 1-2 EUR kaufen.

    Aber wer nun glaubt, der Faktor 10 bliebe in China, der irrt - denn eine große Kette in Deutschland kauft das Shirt ungefähr zu diesem Preis ein.

    Folglich wird die Differenz in Deutschland verballert, zum Teil zum Füttern und Verpflegen des Verwaltungswasserkopfes - denn wie man an den Bilanzen der meisten deutschen Kaufhäuser sehen kann, machen die keinen sonderlichen Gewinn. Viel bleibt auch bei den Speditionen hängen, aber Ihr dürft nicht unterschätzen, was durch den Overhead in Deutschland an Geld notwendig ist, um die Leute in den Firmen zu versorgen. Außerdem sagt man üblicherweise, daß eine Transaktion im SAP-System bei einem Mittelständler (umgerechnet) rund 50-100 EUR kostet, legt man Lizenzkosten auf die Transaktionen um. Auf diese Weise verschwindet das viele Geld des Endkunden irgendwo... aber es landet beleibe nicht alles in China.

    Würde das chinesische T-Shirt nun durch Schutzzölle 15 EUR im Einkauf kosten, letztlich bleibt die Preisdifferenz am Endkunden hängen... der zahlt dann für sein Shirt 32 EUR. Denn der ganze Zwischenbetrieb wird nicht wirklich billiger.

    Den reichen chinesischen T-Shirt-Fabrikanten gibt's nur, weil der pro Jahr 20-30 Millionen Stück fertigt, und jedesmal 10 Cent Gewinn macht. Aber er bekommt nicht Eure (25EUR-1EUR).



  • Hm, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Ist also haupsächlich ein hausgemachtes Problem.


  • Mod

    Marc++us schrieb:

    Ich habe zuhause noch ein schönes Buch, aber ich weiß den Titel jetzt nicht mehr. Frag' mich nächste Woche Donnerstag erneut...

    Asiengeschäfte mit Erfolg | ISBN: 3540617582



  • F98 schrieb:

    Ich empfehlen hier jedem wärmstens die auf den dritten Programmen rumgeisternde Serie "Der Fall Deutschland" Teil 1-3.

    Ich habe mir vor ein paar Wochen den "Spiegel Spezial Globalisierung - 7/2005" gekauft, wo die DVD der "Der Fall Deutschland" als Beilage für 9,50 € zu bekommen war.

    Also das Geld war wirklich gut angelegt!

    @Marc++us:
    Vielen Dank für deinen Literaturhinweis.

    Der derzeitige Stand ist, dass in der Tat das Off-Shore Linking (u.a. Thema Statthalter) teuerer ist, als das Off-Shoring selbst.
    Man hat mir bei meiner Positionierung mehr Indien nahegelegt als China.

    Aufgrund meiner Unterkapitalisierung erörtere ich momentan die Beteidigung als Geschäftszweig an einigen JV's.
    Scheint besser zu sein als komplett alleine zu gehen.

    to be continued ... 😉


  • Mod

    Prof84 schrieb:

    Man hat mir bei meiner Positionierung mehr Indien nahegelegt als China.

    Ja, das ist naheliegend. Indien ist in Bezug auf Produktion nicht so stark, besser in IT. China ist dagegen die No. 1 für Massenproduktion. Chinesen sind sehr stark in der flexiblen Organisation von "Flüssen", also Materialflüssen oder Menschenströmen, Inder dagegen lieben eher die Erstellung von Hierarchien und Planungen - falls man so große und komplexe Länder überhaupt mit 4 Zeilen charakterisieren kann. 😉

    [Ich persönlich arbeite allerdings ungern in Indien und mag das Land überhaupt nicht, die Mentalität und die gegenseitige Verachtung tieferer Hierarchien finde ich äußerst befremdlich. Auch sind die Lebensbedingungen und der Schmutz eine starke Belastung.]


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