Neoliberalismus / Globaler Kapitalismus



  • ChrisM schrieb:

    Hallo,

    tut mir Leid, aber soviel Schwachsinn habe ich selten in einem Post gelesen.

    Krönung ist ja das:

    An den vollen Taschen der oberen Hierarchien wird sich dabei aber nichts ändern, weil der unregulierte Markt immer zum Monopol strebt, was auch erklärt, wieso das Geld ständig von unten nach oben wandert.

    Auf einem unregulierten Markt kann es keine Monopole geben.

    Hast Du Dich mal mit VWL und BWL beschäftigt? Oder liest Du nur irgendwelche FDP-Links?

    Wie erklärst Du Dir, daß der Großteil des weltweiten Kapitals im Westen liegt und das nur ein paar tausend Menschen im Westen der Welt den größten Teil des Kapitals kontrollieren? Hat die jemand gezwungen? Hier hat der "freie Markt" dazu geführt, daß die, die Geld haben, immer mehr bekommen haben, weil sie u.a. ihr Geld anderen gegeben haben, damit die noch mehr Geld daraus machen. Leute mit "liberaler" Anschauung haben viel zum Globalisierungselend beigetragen. Es gibt nämlich kein Gesetz, welches es verbietet, anderen Geld zu geben, wenn sie welches wollen. Ist das dann kein freier Markt?

    Wieso glaubst Du, daß es in Deutschland wohl eines Bundeskartellamtes bedarf, wenn der Markt automatisch dafür sorgt, daß er ausgewogen bleibt?
    Meinst Du, es existiert Markenvielfalt, weil Du Waschmaschinen von 10 verschiedenen "Herstellern" kaufen kannst, die alle baugleiche Produkt nur mit anderem Logo vertreiben? Wieso sind in Deutschland so viele Konzerne miteinander verflochten? Machen die das nur, weil sie sich damit "besser fühlen"?

    Wie erklärst Du Dir die Tatsache, daß die Schere zwischen Arm und Reich auch in Deutschland immer weiter auseinandergeht? Weil die einen immer blöder werden und die anderen immer pfiffiger?


  • Mod

    AndreasD schrieb:

    Wie erklärst Du Dir die Tatsache, daß die Schere zwischen Arm und Reich auch in Deutschland immer weiter auseinandergeht? Weil die einen immer blöder werden und die anderen immer pfiffiger?

    Die Antwort dafür lautet "Exponentialfunktion". Das ist nun wirklich kein erstaunlicher Effekt, in jedem System mit

    a) ungleichen Startbedingungen
    b) Zinsgewinnen

    wird die Schere zwischen Arm und Reich größer.

    Das hat zunächst keine Bedeutung, da es nicht notwendigerweise sagt, daß die Armen absolut gesehen ärmer werden - obwohl der Abstand zwar zunehmen kann, ist es dennoch möglich, daß es den Armen ständig besser geht und immer weniger unter der Armutsschwelle leben.

    Ich sage nicht, daß es so ist, aber wesentlich: aus der "Schere" kann man rein gar nichts folgern.

    Auf so billige Rechentricks von Politikern sollte eigentlich kein Techniker reinfallen.



  • AndreasD schrieb:

    Meinst Du, es existiert Markenvielfalt, weil Du Waschmaschinen von 10 verschiedenen "Herstellern" kaufen kannst, die alle baugleiche Produkt nur mit anderem Logo vertreiben?

    Stimmt, Stiftung Warentest testet dann normalerweise das Aussehen des Logos, den c_w-Wert der Öffnungsluke und die Füllmenge des Kartons, weil sonst sind sie ja eh gleich.

    Wie erklärst Du Dir die Tatsache, daß die Schere zwischen Arm und Reich auch in Deutschland immer weiter auseinandergeht? Weil die einen immer blöder werden und die anderen immer pfiffiger?

    Vielleicht sollte man dazu erst mal klären, inwiefern Begriffe wie Marktwirtschaft oder Kapitalismus in Verbindung zu bringen sind, mit dem heute vorherrschenden Wirtschaftssystem. Wo man hinsieht, sieht man eine Zunahme der "Schutzgesetze gegen den Kapitalismus", und gleichzeitig logischerweise eine Zunahme der Armut. Das ist so unendlich traurig.



  • Und wo ist das Monopol? Füll halt hier gutes deutsches Leitungswasser in Benzinkanister und verkaufe es in diese Länder und schon ist es kein Monopol mehr.

    Ach ja, genau so einfrach ist es.
    Kauf mal eben ein paar Quellen, und füll es in Flaschen.
    Ich empfehl Dir mal Urlaub ausserhalb von Europa, und dann versuch mal trinkbares Wasser zu bekommen, dass nicht von Nestle abgefüllt wird!!!!!!!!!!!¨¨¨¨¨¨¨üüüpünktchen



  • Hallo,

    FDP-Links lese ich nicht, was die als Liberalismus verkaufen ist nur neu aufbereiteter Etatismus.

    Wieso glaubst Du, daß es in Deutschland wohl eines Bundeskartellamtes bedarf, wenn der Markt automatisch dafür sorgt, daß er ausgewogen bleibt?

    Wer redet denn davon, dass es in Deutschland einen freien Markt gibt. Den gibt es ja nicht mal in der Theorie (nennt sich dann "soziale" Marktwirtschaft). Das Bundeskartellamt ist vor allem dazu da, die großen Anbieter vor den kleinen zu schützen (also macht genau das Gegenteil von dem, was es tun soll). Und natürlich zur Durchsetzung von anderen sinnlosen Eingriffen der Politik wie etwa Öko-Aktionismus (Bsp.: Festsetzung der Solarstrompreise).

    Hier hat der "freie Markt" dazu geführt, daß die, die Geld haben, immer mehr bekommen haben, weil sie u.a. ihr Geld anderen gegeben haben, damit die noch mehr Geld daraus machen.

    Und das ist ihr gutes Recht. Hast du zuviel Marx gelesen? Oder glaubst du, jemand würde Kapital zur Verfügung stellen, wenn er nicht mit mehr Kapital in der Zukunft dafür entlohnt werden würde (Zinsen). Ohne die Heuschrecken (Finanzinvestoren) hätte der typische Sozialist sicherlich kein Feindbild mehr, nur, diese Investoren sorgen für liquide Märkte und eine gute Ressourcenallokation, die besser kein zentrales staatliches Kontrollorgan bewältigen könnte.

    Meinst Du, es existiert Markenvielfalt, weil Du Waschmaschinen von 10 verschiedenen "Herstellern" kaufen kannst, die alle baugleiche Produkt nur mit anderem Logo vertreiben?

    Ehrlich gesagt ist das eine typische Übertreibung, es gibt durchaus verschiedene Modelle. Und wenn nicht, was wäre daran schlimm? Gäbe es Markt für ein besseres Modell würde sich das ja wohl durchsetzen, oder zweifelst du auch daran?

    Wie erklärst Du Dir die Tatsache, daß die Schere zwischen Arm und Reich auch in Deutschland immer weiter auseinandergeht? Weil die einen immer blöder werden und die anderen immer pfiffiger?

    Nein, sondern weil es einige Leute gibt, die wirklich was schaffen und andere, die unterm Strich Vorteile vom Staat haben (dazu gehören auch viele Arbeitnehmer). Ich will ja nicht sagen, dass es keine Ausnahmen gibt, also Leute, die unverdient viel Geld haben und solche, die trotz Anstrengungen nichts schaffen, dennoch ist die sozialistische Folgerung daraus, allen gleiche Chancen oder noch besser, gleich das gleiche zu geben, falsch; genauso, wie jede Anwendung von Zwang.

    Ganz abgesehen davon, hast du eine Alternative zum Kapitalismus? Sozialismus funktioniert nicht (abgesehen davon, dass er ethisch sehr fragwürdig ist), das hat die Geschichte gezeigt und auch das Fundament der sozialdemokratischen Staaten bröckelt langsam.

    Ich würde noch mehr schreiben, aber ich hab dir ja schon einen Link gegeben und muss jetzt hier noch weiterarbeiten.

    ChrisM



  • Daniel E. schrieb:

    Wo man hinsieht, sieht man eine Zunahme der "Schutzgesetze gegen den Kapitalismus", und gleichzeitig logischerweise eine Zunahme der Armut.

    Wo lebst Du?? Regulierende Gesetzte werden gebodigt, gewinnbringende Zweige privatisiert, Kosten sozialisiert!



  • 1310-Logik schrieb:

    Und wo ist das Monopol? Füll halt hier gutes deutsches Leitungswasser in Benzinkanister und verkaufe es in diese Länder und schon ist es kein Monopol mehr.

    Ach ja, genau so einfrach ist es.
    Kauf mal eben ein paar Quellen, und füll es in Flaschen.
    Ich empfehl Dir mal Urlaub ausserhalb von Europa, und dann versuch mal trinkbares Wasser zu bekommen, dass nicht von Nestle abgefüllt wird!!!!!!!!!!!¨¨¨¨¨¨¨üüüpünktchen

    Ja, wo ist eigentlich dein Problem? Entweder sie machen ihre Arbeit schlecht, sind also teuer:
    Dann kann ich (oder ein anderer Unternehmer) hergehen und mein Leitungswasser in hektargroße Tanks füllen und es "außerhalb Europa" zu 'Nestle-Preis weniger einen Cent' verkaufen. Dann mache ich auch satte Profite und die Leute bekommen billigeres Leitungswasser als jetzt. Dieses Spielchen geht genau so lange, bis das Abfüllen hier etwa genau so teuer ist, wie der Verkauf dort (Gleichgewichtspreis).

    Oder Nestle macht seine Arbeit verdammt gut, also so billig, daß sich ein Einstieg in das Wassergeschäft nicht lohnt, produzieren also fast am Gleichgewichtspreis. Dann ist doch alles perfekt. Was willst Du überhaupt? Soll Nestle den Leuten das Wasser schenken (und dafür ein paar Mitarbeiter -- hey, das könntest ja Du sein -- rausschmeissen?)? Oder sicherheitshalber überhaupt kein Wasser verkaufen, weil Wasser ja lebenswichtig ist und man solche Güter auf keinen Fall dem Markt überlassen kann und es unmoralisch ist, Geld damit zu verdienen, daß die Leute sterben, wenn sie's nicht bekommen? Der Einwand ist offenbar auch lächerlich, weil jeder Bäcker profitiert davon, daß man ohne Essen verhungert und trotzdem kostet die Semmel nicht 1000 EUR sondern 20 Cent, woran man sieht, daß das System wunderbar funktioniert.



  • Das Problem ist, dass man in diesen Ländern das Leitungswasser nicht trinken kann. SOmit hinkt Deine Argumentation schonmal gewaltig.
    Das runterschippern von hektolitergrossen Tanks Wasser wird sich niemals lohnen. Das Geheimniss sind die Quellen, und das hat Nestle erkannt, und mal eben mehr als den Löwenanteil in Besitz gebracht, wie auch immer.
    Profitieren tut nicht der Wasserträger, sondern der CEO und Chairman in Personalunion, sowie die geheiligten Anleger!!
    Unmoralisch ist das auf jedenfall, egal wie lächerlich Du das findest.
    Trinkwasser ist etwas, was in Staatshände gehört, oder zumindest staatlcih kontrolliert werden sollte.
    Dein Vergleich mit der Semmel funktioniert auch nur, weil es genug Bäcker gibt!



  • Daniel E. schrieb:

    Das heisst, es gibt sehr wohl und um so mehr Monopole, weil es keine Regulierung mehr gibt. Siehe Nestle und ihre internationale Terinkwasser-Strategie (und ich rede nun von Ländern wo Trinkwasser nur aus Flaschen kommt!)

    Und wo ist das Monopol? Füll halt hier gutes deutsches Leitungswasser in Benzinkanister und verkaufe es in diese Länder und schon ist es kein Monopol mehr.

    Dann kannst Du möglicherweise ein reicher Mann werden, wenn Du in den Handel einsteigst. Wieso tust Du es nicht?
    Ist es nicht komisch, daß in Deutschland selbst PC-Hightech kaum noch hergestellt wird? Nenne mir bitte Textilherstellende Betriebe in Deutschland. Schuhhersteller usw.
    Selbst unsere hochgelobte Autoindustrie lebt nur noch in Deutschland, weil immer mehr aus dem billigen Ausland zugeliefert wird.

    Ich verstehe nicht, wieso das Fehlen jeglicher Gesetze, wie es die sogenannten Liberalen immer propagieren, zu mehr Gerechtigkeit und Wohlstand führen soll. Gemäß dieses Ansatzes könnte ich auch das Geld wieder abschaffen und den Tauschhandel einführen. Aber selbst zu jener Zeit gab es bereits Leute, die Macht inne hatten und viele, die nicht so gut dran waren. Komisch. Der freie Markt (die möglichen Regierenden) bietet doch jede Menge Kandidaten an, die das auch machen könnten. Dennoch sammeln sich an der Spitze wenige, die alles kontrollieren. Angebot und Nachfrage versagen. Weil diese nur im Markt funktionieren, wenn auf Angebot & Nachfragerseite viele Beteiligte sind. Jede Hersteller eines Gutes will die Welt aber mit seinen Produkten beglücken und sein Wachstum und damit seinen Ertrag steigern. 1% mehr Gehalt für die Arbeiter, 15% mehr für den Chef. Das nennt man Gewinnstreben. Das führt aber dazu, daß der Markt beeinflußt und immer mehr monopolisiert wird; durch Konzentrationen (Fussion/Aufkäufe).

    Wieso hat die Nachkriegs-BRD damals ein Bundeskartellamt eingeführt, weltweit gibt es aber nicht vergleichbares? Haben das unsere politischen Chefs schlichtweg vergessen oder wollte man es gar nicht? Könnte das mit Lobbiearbeit zu tun haben oder mit dem einen oder anderen Aufsichtsratsposten, den der eine oder andere Berater/Politiker so ganz zufällig inne hat (hatte)?

    Trotzdem laufen die milliardenschweren Fonds über die ganze Welt und bleiben dort stehen, wo es Rendite gibt. Ist das kein Markt: der Kapitalmarkt? Gibt es Regelungen, die Geldflüsse kontrollieren? Die gab es mal. Aber das ist Vergangenheit. Also: freier Kapitalmarkt = weltweiter Kapitalismus.

    Ich sage nicht, daß Deutschland am Ende ist. Noch sind wir gut. Aber wir sind längst nicht mehr so gut, wie wir es einmal waren. Wieso hilft uns die Globalisierung dabei, wieder besser zu werden? Auf die Antwort dazu bin ich gespannt.
    Das Thema Exportweltmeister kannste gleich stecken lassen. Das beweist nämlich folgendes: aufgrund unserer schwachen Gehaltsentwicklungen seit den 90ern + Technisierung + Zulieferung aus dem Ausland können wir noch Produkte verkaufen. Wenn das nicht wäre, hätten wir hier noch ganz andere Verhältnisse!
    Dumm daran ist aber, daß immer weniger in Deutschland sich etwas leisten können (Bürger, Unternehmen und damit auch "Papa Staat"), weil das Geld für Investitionen lieber nach Indien und China geht, da dort sagenhafte Wachstumsraten möglich sind. So geht auch so manches in deutschland in diversen Fonds ersparte Geld um die Welt herum. Man will ja mitverdienen am großen Profit. Das aber des einen Profit immer des anderen Verlust ist, scheint man nicht so direkt zu erkennen.

    Auf jeden Fall enstehen dort auch ein paar chinesische Milliardäre und ein gewisser Wohlstand in den Städten. Dumm dort ist nur, daß sich auf dem Land dort nix zeigt und die Leute in ärmlichen Verhältnissen leben mit sogar pseudo-feudalen Strukturen.
    Auch dort hat die Milliardäre niemand gezwungen, soviel Geld einzusammeln. Trotzdem tun sie's, weil man's ihnen gibt. Für gute Leistungen qausi... Man ist ja unter sich... gell? 😕

    Aber das hat mit Kapitalismus und Globalisierung alles nichts zu tun. Ich irre mich da gewaltig. Weil wir nur die Steuern noch weiter runter senken müssen, damit auch die armen Einkommensmillionäre und das sonstige wohlhabende Völkchen wieder vernünftig und standesgemäß in Deutschland residieren können und sich nicht so mit den Folgen der deutschen Politik finanziell auseinander setzen müssen.
    Die Wiedervereinigung wollte schließlich das Volk. Aldi, Ackermann und Co hat niemand gefragt. Also soll das Volk das allein ausbügeln. Und wenn die Politik das nicht mitmacht, wird eben noch schneller in den ehemaligen Ostblock verlagert. Das Kapital hat auch noch nie eine soziale Ader gezeigt. Das ist aber gut so. Deswegen ist Kapitalismus auch was feines und bringt nur Friede und Wohlstand für.......... ihre Besitzer.... 🙄



  • @AndreasD 👍
    genau auf den punkt gebracht.



  • Hallo,

    hier lernt man ja richtig neue Dinge, nur eine Frage, wenn Nestle deiner Meinung nach ethisch handeln sollte, was sollten sie dann tun? Offensichtlich haben sie ja nur zwei Alternativen:
    - Kein Trinkwasser mehr verkaufen
    - So viele Mitarbeiter wie möglich entlassen und die restlichen über Spenden finanzieren

    Welche Möglichkeit würdest du jetzt genau vorschlagen?

    Wieso hat die Nachkriegs-BRD damals ein Bundeskartellamt eingeführt, weltweit gibt es aber nicht vergleichbares?

    Die Tatsache, dass die Politiker etwas einführen, ist eher Garant dafür, dass es ein schlechtes Konzept ist. Oder findest du den Generationenvertrag auch gut? Ein Staat basiert immer auf Zwang. Die wenigsten Politiker tuen etwas primär, um ihrem Land zu helfen, sondern das meiste ist nur Populismus und taktisches Kalkulieren bis zur nächsten Wahl (wenn überhaupt). Weiter denkt da keiner, warum sollte er auch.

    China ist ein Fall für sich, aufgrund der politischen Situation. Wenn du aber unbedingt ein Beispiel aus Asien haben willst, schau dir mal Taiwan an: Eine sehr liberale Politik, was den Markt angeht (in anderen Lebensbereichen weniger) und so wenig Regulation wie möglich, und das Geschäft boomt. So ein Zufall aber auch. 😉

    Nochmal zum Markt. Wie wär's, wenn du mal ein konkretes Beispiel für Marktversagen nennst, statt immer nur das gleiche sozialistische Lamento zu singen?

    ChrisM


  • Mod

    1310-Logik schrieb:

    Und wo ist das Monopol? Füll halt hier gutes deutsches Leitungswasser in Benzinkanister und verkaufe es in diese Länder und schon ist es kein Monopol mehr.

    Ach ja, genau so einfrach ist es.
    Kauf mal eben ein paar Quellen, und füll es in Flaschen.
    Ich empfehl Dir mal Urlaub ausserhalb von Europa, und dann versuch mal trinkbares Wasser zu bekommen, dass nicht von Nestle abgefüllt wird!!!!!!!!!!!¨¨¨¨¨¨¨üüüpünktchen

    Kein Problem. Es stimmt zwar, daß Nestle erschreckend stark auf diesem Sektor vertreten ist, aber es gibt überall ausreichende Alternativanbieter, noch dazu ist das Nestle-Wasser eher im oberen Preisbereich angesiedelt.

    Wo ist da eigentlich das Problem? Coca-Cola gibt's doch auch weltweit?



  • ChrisM schrieb:

    Hallo,

    hier lernt man ja richtig neue Dinge, nur eine Frage, wenn Nestle deiner Meinung nach ethisch handeln sollte, was sollten sie dann tun? Offensichtlich haben sie ja nur zwei Alternativen:
    - Kein Trinkwasser mehr verkaufen
    - So viele Mitarbeiter wie möglich entlassen und die restlichen über Spenden finanzieren

    Welche Möglichkeit würdest du jetzt genau vorschlagen?

    He, Nestle ist kein armer Schlucker.
    Vielleicht sollte man sich mal die Zahlen von 2005 reinziehn

    Net profit increases 20.7% to record CHF 8.0 billion;

    Quelle:http://www.ir.nestle.com/News_Events/Press_Releases/Latest_Press_Releases/Latest+Press+Releases.htm

    Damit wär das Verschenken des Wassers längstens gedeckt.

    Weitere unmoralische Aktivitäten von Nestle:

    Propagieren von Muttermilchersatz in Entwicklungsländern, Folge: Unterernährte Kinder
    Ausbeutung von Bauern rund um die Welt
    Unterdrückung jeglicher Arbeiterbewegung in ihren Betrieben (man kann ja gehn, wenns einem nicht passt..)

    edit: zum letzten Punkt ein interessanter Artikelhttp://www.woz.ch/dossier/nestle/13179.html



  • Der MArkt regelt sich selbst, ja klar!



  • ChrisM schrieb:

    Hier hat der "freie Markt" dazu geführt, daß die, die Geld haben, immer mehr bekommen haben, weil sie u.a. ihr Geld anderen gegeben haben, damit die noch mehr Geld daraus machen.

    Und das ist ihr gutes Recht. Hast du zuviel Marx gelesen? Oder glaubst du, jemand würde Kapital zur Verfügung stellen, wenn er nicht mit mehr Kapital in der Zukunft dafür entlohnt werden würde (Zinsen). Ohne die Heuschrecken (Finanzinvestoren) hätte der typische Sozialist sicherlich kein Feindbild mehr, nur, diese Investoren sorgen für liquide Märkte und eine gute Ressourcenallokation, die besser kein zentrales staatliches Kontrollorgan bewältigen könnte.

    Ich habe keinen Marx gelesen und bin weder Gewerkschafter noch Kommunist. Aber Deine Argumentation hat ein Problem: Deine Investoren, die so selbstlos für liquide Märte sogren, wollen nur noch eins: Cash sehen. Deshalb steckt man Geld nicht in mittelständische Unternehmen, da deren Erfolg ungewiss ist. Auch die Renditeaussagen sind zu mager.
    Ich arbeite in einem Unternehmen, daß trotz 15% Rendite weiter vorankommen will. Dazu muß man Marktanteile (zurück)gewinnen. Das geht vor allem über den Preis. Dumm nur, daß man soviele Mitarbeiter hat. Was könnte man da nur tun.... Ein paar Investoren überzeugen, ihr Geld nicht abzuziehen, wenn man nur 16% schafft? Ach dumm, die wollen lieber zur Konkurrenz, die 20% schafft. Schon haben wir ein Ungleichgewicht auf dem Kapitalmarkt. Niemand ist ja gezwungen, einem anderen Geld zu geben, gell? Also lassen wir dem Kapital doch seinen freien Lauf. Wen jucken schon ein paar Hundert oder Tausend Arbeitsplätze hier und da...?
    Aber dieses "Wachstum" stößt irgendwann an seine Grenzen: der Nachfragemarkt nach Güten wird kleiner, weil die Leute nichts mehr verdienen oder (in anderen Arbeitsplätzen) weniger und sich somit die Produkte, die hohe Renditen abwerfen, nicht mehr leisten können. Dann kann man nur noch hoffen, daß die Chinsen zwischenzeitlich so viel verdienen, daß die sich ihre selbst hergestellten PCs und MP3-Player, T-Shirts und Hosen noch leisten können.

    ChrisM schrieb:

    Meinst Du, es existiert Markenvielfalt, weil Du Waschmaschinen von 10 verschiedenen "Herstellern" kaufen kannst, die alle baugleiche Produkt nur mit anderem Logo vertreiben?

    Ehrlich gesagt ist das eine typische Übertreibung, es gibt durchaus verschiedene Modelle. Und wenn nicht, was wäre daran schlimm? Gäbe es Markt für ein besseres Modell würde sich das ja wohl durchsetzen, oder zweifelst du auch daran?

    Was schlimm daran wäre, wenn es nur noch einen Waschmaschinenhersteller gäbe? Nun. Ich an seiner Stelle würde die Preise hochsetzen und die Angebotspalette bereinigen. Sollen doch die Leute beim MP3-Player, beim CD-Kauf oder beim Rauchen sparen, damit sie meine teuren Waschmaschinen zahlen können.
    Schließlich will ich als "Firmeninhaber" was verdienen. Was juckt mich der Kunde und die Belegschaft?

    ChrisM schrieb:

    Wie erklärst Du Dir die Tatsache, daß die Schere zwischen Arm und Reich auch in Deutschland immer weiter auseinandergeht? Weil die einen immer blöder werden und die anderen immer pfiffiger?

    Nein, sondern weil es einige Leute gibt, die wirklich was schaffen und andere, die unterm Strich Vorteile vom Staat haben (dazu gehören auch viele Arbeitnehmer). Ich will ja nicht sagen, dass es keine Ausnahmen gibt, also Leute, die unverdient viel Geld haben und solche, die trotz Anstrengungen nichts schaffen, dennoch ist die sozialistische Folgerung daraus, allen gleiche Chancen oder noch besser, gleich das gleiche zu geben, falsch; genauso, wie jede Anwendung von Zwang.

    Niemand fordert neue sozialistische Paradise auf deutschem Boden. Was spricht gegen eine Beschränkung beim Kapitalverkehr? Was spricht gegen Schutzzölle? Wenn ich weiß, daß in China/Indien unsere Umweltstandards nicht eingehalten werden, wieso kann ich deren Produkte nicht auf deutsches Niveau anheben? Was spricht gegen Regelungen zu unverhältnismäßigen Gehältern? Wieso darf ein Mensch mehrere Aufsichtsrats- und Vorstandsposten innehaben? Warum bekommt jemand, der 10.000 EUR anlegen will 3%, ein anderer für 100.000 aber 3,5% und wieder ein anderer für 1.000.000 4%? Ich wüßte nicht, warum das so sein soll. Ist viel Geld mehr wert als die Summe mehrerer Kleinbeträge?
    Wieso kann man Aktienbesitz nicht begrenzen, wenn er nicht durch eigene Firmegründung (Beispiel Bill Gates) entstanden ist? Warum kann man Rendite nicht gesetzlich "festnageln". Maximal 10% über Inflation etc.? Alles, was mehr erwirtschaftet wird, geht an Papa Staat, weil der immer was mit dem Geld anzufangen weiß oder es bleibt in der Firma für Investitionen?

    Wir sollten uns nichts vormachen: reiche und superreiche wird es immer geben. Es gab noch nie den wirklich gleichen Menschen. Aber bei dem ganzen Spielchen um's Kapital profitieren die, die viel haben, am allermeisten. Egal, wer das Kapital vermehrt: der deutsche Bauarbeiter oder der chinesische Kohlekumpel, der auch gerne mal auf Dauer in der Kohlegrube bleibt, weil es auf ihn als Individuum nicht ankommt. Wichtig ist, es gibt genug Kohle zum Kohle machen.

    Insofern tut Regulierung zwingend Not. Selbst Kinder, die frei und "selbstbestimmt" aufwachsen, werden zu unausstehlichen Idioten, weil Menschen schon als Kinder Regeln brauchen. Dies gilt auch für Erwachsene! Insofern habe ich nichts gegen sinnvolle Regelungen und Regulierungen!



  • Wieso arbeitet ein BAnker, der mir traumhafte Rendite (4-5%) verspricht, überhaupt noch? Aus Nächstenliebe unhd Menschlichkeit?



  • AndreasD schrieb:

    Ich habe keinen Marx gelesen und bin weder Gewerkschafter noch Kommunist. Aber Deine Argumentation hat ein Problem: Deine Investoren, die so selbstlos für liquide Märte sogren, wollen nur noch eins: Cash sehen. Deshalb steckt man Geld nicht in mittelständische Unternehmen, da deren Erfolg ungewiss ist. Auch die Renditeaussagen sind zu mager.

    Was für ein Quark. Schau dir mal die Gewinne von Familienunternehmen letztes Jahr an und vergleiche das mit den Kapitalgesellschaften. Die Fakten karikieren deine Aussage nämlich *etwas*. Nur brauchen die normalerweise kein Fremdkapital, darum *kann* man da idR nicht investieren. Und so zieht sich das durch alle deine Postings.

    Insofern tut Regulierung zwingend Not. Selbst Kinder, die frei und "selbstbestimmt" aufwachsen, werden zu unausstehlichen Idioten, weil Menschen schon als Kinder Regeln brauchen. Dies gilt auch für Erwachsene! Insofern habe ich nichts gegen sinnvolle Regelungen und Regulierungen!

    Das entspricht schön deinem Weltbild. Alle Menschen werden wie kleine Kinder behandelt. Der erzieherische Übermensch, der unfehlbare Staat wirds schon regeln. Nein, danke.



  • Ich bin kein Banker. Auch andere Finanzdienstleistungszweige haben recht ordentliche Renditen, die aber selbstverständlich steigerungsfähig sind! Schließlich will der Boss oben an der Spitze was verdienen, weil er sonst nach 5 Jahren seinen Job verlieren könnte und da will er nich Harz IV beziehen müssen, der arme Kerl.
    Die Investoren setzen dem armen Teufel aber auch zu....

    Und das ist das, was mich ankotzt: dieses Wein und Wasser gepredigte. Uns geht es schlecht, wir müssen wieder arbeiten, um das Land voran zu bringen. Keine Frage. Wenn aber jede Menge Gesellschaften sieht, die das kaltblütig ausnutzen und den Kapitalmarkt (zu Recht!) vorschieben, dann stimmt da was nicht.
    Ganz Europa senkt die "Firmensteuern". Auf das ja keiner dem anderen was schenken möge... Was bitte soll das? Wieso brauchen wir EU-Erweiterungen, die wir auch noch zum großen Teil mitfinanzieren müssen, damit als Dankeschön noch mehr und schneller die Jobs dorthin abwandern, wodurch die Leute hier weniger/kein Geld mehr haben, um unsere - zugegebenermaßen genialen, maßgeschneiderten und tollen - Produkte nachzufragen, wodurch man wieder Kosten sparen muß, damit man der Konkurrenz vom kleineren Kuchen was abluchsen kann, damit lieber die Konkurrenten die Leute heimschicken müssen als der eigene Arbeitgeber...

    Wo steht im Grundgesetz, daß ich der Sklave von Fonds und grenzenlosem Wettbewerb bin? Wieso müssen so viele für so wenige so viel Geld verdienen? Ich gönne denen eine angemessene Vergütung. Aber das muß noch das x fache von meinem Gehalt sein und nicht das xxx fache...

    Hab ich mich schon über die Irrsinnsgehälter beim Sport und in TV/Musik beschwert? Woher kommt wohl all das viele Geld?

    Ich geh jetzt in's Bett. Muß morgen um 5.40 raus... noch arbeiten!

    @Daniel: ebend. Firmengewinne. Die verdienen jede Menge. Ist mir schon klar. Ich sage auch nicht, daß man hier nichts mehr verdienen kann. Aber laut dem Marktgefasel müßte es ja dann wieder zig Konkurrenten geben, die das ausnutzen, etwas weniger verdienen wollen und damit noch günstiger sein können. Gibt es aber nicht. Woran liegt das nun wieder? Warum fusionieren die ganze Einzelhandelsketten ständig und nutzen synergieeffekte ein, um den Preis noch 2 Cent zu senken und selber ein paar Prozent mehr als Belohnung zu bekommen... Nur praktisch, daß die Firmen sich dann auf Kosten der noch arbeitenden Bevölkerung die von ihr freigesetzten Ex-Mitarbeiter "durchfüttern" läßt. Und da ein Arbeitsloser auch ab und an was essen muß.....



  • AndreasD schrieb:

    @Daniel: ebend. Firmengewinne. Die verdienen jede Menge. Ist mir schon klar. Ich sage auch nicht, daß man hier nichts mehr verdienen kann. Aber laut dem Marktgefasel müßte es ja dann wieder zig Konkurrenten geben, die das ausnutzen, etwas weniger verdienen wollen und damit noch günstiger sein können. Gibt es aber nicht. Woran liegt das nun wieder?

    Daß hinreichend nahe am Gleichgewichtspreis gearbeitet wird natürlich. Wenn man keine Gewinne mehr machen würde, wovon sollte dann der Unternehmer leben?

    Warum fusionieren die ganze Einzelhandelsketten ständig

    Was man daran sieht, daß es nur noch eine Einzelhandelskette gibt. Kannst Du die Argumentation vielleicht nochmal mit deinem Hund einstudieren? Das ist einfach zu grotesk, was Du hier ablieferst.


  • Mod

    1310-Logik schrieb:

    Weitere unmoralische Aktivitäten von Nestle:

    Propagieren von Muttermilchersatz in Entwicklungsländern, Folge: Unterernährte Kinder
    Ausbeutung von Bauern rund um die Welt
    Unterdrückung jeglicher Arbeiterbewegung in ihren Betrieben (man kann ja gehn, wenns einem nicht passt..)

    Ach je, daß sich das immer noch hält... da gab's in den 80er Jahren dieses Skandalbuch von dem Schweizer Journalisten dazu... aber bereits da wird's unklar, auf Wikipedia(en) steht bei Nestle-Boykott "1.5 Mio tote Babys jedes Jahr wg der Durchfallerkrankungen (Erklärung: Nestle bringt die Mütter dazu, Milchpulver statt Eigenmilch zum Stillen zu nehmen, das Wasser ist aber verschmutzt, dadurch gibt's dann Erkrankungen)", aber gleichzeitig steht dort auch, daß es in Afrika jedes Jahr 1.5 Mio tote Babys durch Durchfallerkrankungen gibt. Das würde bedeuten, daß Nestle an ALLEN toten Babys durch Durchfallerkrankungen schuld ist. Das muß man nicht kommentieren. Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen...

    Aber auch die Ausbeutung von Bauern ist so eine typische westliche Wohlstandsargumentation.

    Ich nenn Dir ein Beispiel:

    Du kommst als westlicher Ingenieur in ein Drittweltland auf eine Baustelle, wo Du die Inbetriebnahme von einem westlichen Produkt zu leiten hast. Auf dieser Baustelle arbeiten Frauen mit Kleinkindern, und schleppen für das Gebäude Steine, Zement und Sand. Die kleinen Kinder sitzen daneben, im Dreck der Baustelle, und schauen den Müttern zu. Die älteren Mädchen (so ab 10-12) müssen auch mithelfen. Solange es hell ist, wird gearbeitet.

    Du hast jetzt 3 Optionen:

    a) Du kannst darauf bestehen, daß diese Frauen von der Baustelle entfernt werden, und ersetzt diese durch eigene Kräfte, die regulärer Beschäftigung unterliegen.
    b) Du entlohnst die Frauen mit einem höheren Gehalt, wegen der harten Arbeit.
    c) Du lässt alles wie es ist.

    Ich nennen Dir auch noch gleich jeweils einen Einwand gegen jede Option:

    a) die Frauen haben am Abend kein Geld, die 6 Kinder werden am nächsten Tag hungern müssen
    b) Du gibst geistig abgestumpften Analphabeten Geld in die Hand, das mehreren Monatsgehältern entspricht. Sie werden das Geld sinnlos mit einem Fernseher verprassen, der danach unter der Plastiktütenhütte steht. Und Du zerstörst das lokale Gehaltsgefüge, da die anderen sehen, daß westliche Firmen seltsam hohe Gehälter zahlen.
    c) Du fühlst Übelkeit in Deiner Kehle, wenn Du der Arbeit zuschaust, weil diese Form von Handarbeit nach unserem Maßstab als unmenschlich gilt.

    Also, was tust Du?


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