Rechtschreibung beim GUI-Erstellen
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.filmor schrieb:
Pah, was ist das schon gegen Latein? Seit ~2 Ka keine signifikanten Änderungen mehr

Ich würde Vulgärlatein, später Kirchenlatein und schließlich die romanischen Sprachen durchaus als Änderungen bezeichnen. Dass man in der Schule ausschließlich klassisches, antikes Latein unterichtet ist eine andere Geschichte. Was meinst, weswegen das Latein in der Schule eine tote Sprache ist? Letztlich ist gerade Latein eine Sprache, die sich in den letzten 2000 Jahren extrem verändert hat. Und zwar so extrem, dass man sie heute nicht mehr Latein sondern Französisch, Spanisch, Italienisch, Rumänisch, ... nennt.
Ich würde mir an deiner Stelle also wirklich ein anderes Beispiel suchen
Und selbst das klassische Latein wurde nachträglich verändert. Oder glaubst du die antiken Römer hatten Kleinbuchstaben, Satzzeichen und Leerzeichen? Falls du das denkst, so irrst du gewaltig. Nichts davon hat man damals verwendet oder gekannt.
ANTIKESLATEINSCHREIBTSICHNAEMLICHSOWIEMANAUCH
SPRICHTUNDZWAROHNESATZZEICHENUNDDEMGANZENLUXUS
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pfff Englisch. Die Internet-Sprache schlechthin wird doch eh chinesisch und die Gramatik ist auch leichter.
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minhen schrieb:
Ich würde Vulgärlatein, später Kirchenlatein und schließlich die romanischen Sprachen durchaus als Änderungen bezeichnen.
Kirchenlatein ist (bis auf die Aussprache) noch ziemlich nah am klassischen Latein aus der "Goldenen Latinität" (z.B. coelis, gesprochen Zöhlis, statt caelis, gesprochen "Kailis", das ist ehrlich gesagt das einzige, was mir jetzt an Unterschieden einfällt).
Aber ich habe ja nicht von der Aussprache gesprochen, sondern von der Rechtschreibung.minhen schrieb:
Letztlich ist gerade Latein eine Sprache, die sich in den letzten 2000 Jahren extrem verändert hat. Und zwar so extrem, dass man sie heute nicht mehr Latein sondern Französisch, Spanisch, Italienisch, Rumänisch, ... nennt.
Aber ich meine keine dieser Sprachen. (la_VA!)
minhen schrieb:
Und selbst das klassische Latein wurde nachträglich verändert. Oder glaubst du die antiken Römer hatten Kleinbuchstaben, Satzzeichen und Leerzeichen? Falls du das denkst, so irrst du gewaltig. Nichts davon hat man damals verwendet oder gekannt.
Auch die Schrift interessiert mich herzlich wenig, es geht nur um die Rechtschreibung. Eine relevante Änderung wäre zum Beispiel maximus bzw. maxumus statt maxymus.
minhen schrieb:
ANTIKESLATEINSCHREIBTSICHNAEMLICHSOWIEMANAUCH
SPRICHTUNDZWAROHNESATZZEICHENUNDDEMGANZENLUXUSERFINDEMIREINLATEINISCHESWORTMITEINEMZETT

kingruedi schrieb:
pfff Englisch. Die Internet-Sprache schlechthin wird doch eh chinesisch und die Gramatik ist auch leichter.
Für irgendwas muss Unicode ja gut sein.
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.filmor schrieb:
Aber ich meine keine dieser Sprachen. (la_VA!)
In dem Fall kannst du aber so ziemlich jede Plansprache dieser Welt verwenden. Wie wär's mit der vermutlich berühmtesten: Esperanto.
ERFINDEMIREINLATEINISCHESWORTMITEINEMZETT
Mir neu, dass mein Beispieltext lateinisch war

kingruedi schrieb:
pfff Englisch. Die Internet-Sprache schlechthin wird doch eh chinesisch und die Gramatik ist auch leichter.
Dafür ist Englisch für Deutsch-Muttersprachler ein Kinderspiel. Chinesisch dagegen ist ... übel. Sicher, einfache Grammatik. Aber Schrift und Aussprache haben es dafür in sich

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minhen schrieb:
In dem Fall kannst du aber so ziemlich jede Plansprache dieser Welt verwenden. Wie wär's mit der vermutlich berühmtesten: Esperanto.
Esperanto hat nicht seid 2 Jahrtausenden die gleiche Rechtschreibung. Das gilt auch für Klingonisch, Quenya, Sindarin und was sonst noch so erfunden wurde.
minhen schrieb:
ERFINDEMIREINLATEINISCHESWORTMITEINEMZETT
Mir neu, dass mein Beispieltext lateinisch war

*doo*

minhen schrieb:
kingruedi schrieb:
pfff Englisch. Die Internet-Sprache schlechthin wird doch eh chinesisch und die Gramatik ist auch leichter.
Dafür ist Englisch für Deutsch-Muttersprachler ein Kinderspiel. Chinesisch dagegen ist ... übel. Sicher, einfache Grammatik. Aber Schrift und Aussprache haben es dafür in sich

Stimmt, auch diese Umschreibung mit dem lateinischen Alphabet. Unglaublich, wie agil deren Mundwerk sein muss...
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.filmor schrieb:
Unglaublich, wie agil deren Mundwerk sein muss...
Eigentlich nicht. Nur bekommen wir die Töne nicht gut hin, dafür haben die Chinesen extreme Probleme mit der Auslautverhärtung und solchen netten Kombinationen wie "tzt". Vom "ch" wollen wir gar nicht erst sprecken.
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.filmor schrieb:
Esperanto hat nicht seid 2 Jahrtausenden die gleiche Rechtschreibung.
Lateinisch aber, wie gesagt, ebenfalls nicht. Das, was du als Latein kennst, hat vor 1800 Jahren aufgehört eine natürliche Sprache zu sein. Seitdem wird eigentlich nur Leichenschändung betrieben. So wie du Latein definierst, ist wie wenn man Deutsch als "was zwischen den Jahren 1950 und 1970 gesprochen wurde" definieren würde. Klar ändert sich die Rechtschreibung nicht, wenn man von einem bestimmten Zeitpunkt ab einfach jegliche Änderung ignoriert. Das heißt aber NICHT, dass es diese Änderungen nicht gab. Wie gesagt, gerade Latein hat sich massiv geändert. Nur ignoriert man einfach 1800 Jahre Sprachgeschichte bei Latein und nimmt ausschließlich ein Intervall der Sprache. Da kann sich natürlich per Definition nichts mehr ändern. Was man heute als Latein bezeichnet ist eine künstlich stabilisierte Leiche, an der im Vatikan hin und wieder etwas hineingenäht wird. Deswegen auch mein Hinweis, dass du genauso gut jede andere künstliche Sprache nehmen kannst.
Stimmt, auch diese Umschreibung mit dem lateinischen Alphabet. Unglaublich, wie agil deren Mundwerk sein muss...
Ach, die Anatomie ist die selbe. Und wir unterscheiden durchaus auch Töne. Nur eben nicht als Sprachlaute sondern nur in der Prosodie, also auf einer anderen Ebene.
Genauer am Ende des Satzes unterscheiden wir Tonhöhe im Bezug auf Bedeutung:
"Das Haus ist grün." (abfallende Tonhöhe)
"Das Haus ist grün?" (ansteigende Tonhöhe)
"Das Haus ist grün" (gleichbleibende Tonhöhe) *Gegenüber schaut die doof an, "Wo ist der Rest vom Satz? Was willst du noch sagen?"*
Nur die Chinesen machen halt mehr Tonverläufe als wir - und zwar deutlich mehr - und haben diese auch bedeutungsunterscheidend in ihrem Lautinventar. So dass "ma" (tief-hoch) was anderes bedeutet wie "ma" (hoch-tief-hoch), was anderes wie "ma" (hoch-tief) usw ... ein "ma" ist auch eine Beleidigung. Hab vergessen welches
Und, Achtung, jetzt kommt's. Nicht die Chinesen sind es, die da was außergewöhnliches machen sondern wir

Bezogen auf alle Sprachen der Welt sind die indogermanischen Sprachen, speziell was Silbenstruktur (s.u.) und Lautinventar angeht, eine Randgruppe. Die meisten menschlichen Sprachen sind Lautsprachen, unterscheiden also Tonhöhen. Unser Blick dafür ist nur etwas wegen unserem kulturellen Blickwinkel und auch "etwas" wegen des ehemaligen Kolonialismus verfälscht.Marc++us schrieb:
dafür haben die Chinesen extreme Probleme mit der Auslautverhärtung und solchen netten Kombinationen wie "tzt". Vom "ch" wollen wir gar nicht erst sprecken.
Das liegt daran, dass die Chinesen silbenverwöhnt sind. Sprachwissenschaftlich gilt CV (Konsonant-Vokal) als die "ideale Silbe". Diese Aussage ist größtenteils empirisch motiviert. Die meisten menschlichen Sprachen sind nicht nur Tonsprachen, sondern verwenden auch Silben dieser Art. Mit "Banane" hat niemand ein Problem. Nur "ideale Silben". Aber ein Wort wie "Strumpf" stellt nicht nur Chinesen vor riesige Probleme. Den Vogel schießen allerdings Osteuropäer mit Wörtern wie "prst" ab, in denen überhaupt kein Vokal vorkommt. Wie gesagt, die europäischen Sprachen bilden auch hier eine Randgruppe.
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Nur die Chinesen machen halt mehr Tonverläufe als wir - und zwar deutlich mehr - und haben diese auch bedeutungsunterscheidend in ihrem Lautinventar. So dass "ma" (tief-hoch) was anderes bedeutet wie "ma" (hoch-tief-hoch), was anderes wie "ma" (hoch-tief) usw ... ein "ma" ist auch eine Beleidigung. Hab vergessen welches

Naja, deutlich mehr würde ich nicht sagen. Die haben eben 4 bzw. 5 (4 + 1 Neutralen), was nach meinem Wissensstand relativ wenig ist, für Tonsprachen. Wichtig ist eher, dass die Töne eben den Sinn komplett umdrehen können. Wobei natürlich vieles aus dem Kontext auch verstanden wird, wenn man die Töne nicht richtig hinbekommt.
Marc++us schrieb:
dafür haben die Chinesen extreme Probleme mit der Auslautverhärtung und solchen netten Kombinationen wie "tzt". Vom "ch" wollen wir gar nicht erst sprecken.
Das liegt daran, dass die Chinesen silbenverwöhnt sind. Sprachwissenschaftlich gilt CV (Konsonant-Vokal) als die "ideale Silbe". Diese Aussage ist größtenteils empirisch motiviert. Die meisten menschlichen Sprachen sind nicht nur Tonsprachen, sondern verwenden auch Silben dieser Art. Mit "Banane" hat niemand ein Problem. Nur "ideale Silben". Aber ein Wort wie "Strumpf" stellt nicht nur Chinesen vor riesige Probleme. Den Vogel schießen allerdings Osteuropäer mit Wörtern wie "prst" ab, in denen überhaupt kein Vokal vorkommt. Wie gesagt, die europäischen Sprachen bilden auch hier eine Randgruppe.
Gibt ja auch noch "klick"-Sprachen
Die Europäer erzeugen eben ihre Silben "on-the-fly", wären viele asiatische Sprachen nur mit einer begrenzten Anzahl auskommen und diese eben durch Töne vermehren.
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btw. Ich verschiebe das mal in das Neuigkeiten-Forum, da es ja mittlerweile nicht mehr wirklich um Programmierung geht

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Dieser Thread wurde von Moderator/in kingruedi aus dem Forum Rund um die Programmierung in das Forum Neuigkeiten aus der realen Welt verschoben.
Im Zweifelsfall bitte auch folgende Hinweise beachten:
C/C++ Forum :: FAQ - Sonstiges :: Wohin mit meiner Frage?Dieses Posting wurde automatisch erzeugt.
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Ehrlich gesagt verfliegt bei mir gerade die Lust darüber zu diskutieren ;). Es war ein Scherz.
Aber einen hab ich noch:minhen schrieb:
Lateinisch aber, wie gesagt, ebenfalls nicht. Das, was du als Latein kennst, hat vor 1800 Jahren aufgehört eine natürliche Sprache zu sein.
Du musst zwischen der lingua Latina und der lingua Romania rustica ("Bauernlatein") unterscheiden. Letztere hat sich durch "Sprachabnutzung" zu Französisch, Italienisch, Spanisch etc. entwickelt, während erstere als Kirchen- und Wissenschafts(!)sprache weiter Bestand hatte. Natürlich wurde dadurch die natürliche Entwicklung eingefroren, trotzdem hatte Latein eine solche, ganz im Gegensatz zu Esperanto (weshalb es eben nicht äquivalent dazu ist).
minhen schrieb:
Klar ändert sich die Rechtschreibung nicht, wenn man von einem bestimmten Zeitpunkt ab einfach jegliche Änderung ignoriert.
Endlich hast du's verstanden ;).
minhen schrieb:
Stimmt, auch diese Umschreibung mit dem lateinischen Alphabet. Unglaublich, wie agil deren Mundwerk sein muss...
Ach, die Anatomie ist die selbe. Und wir unterscheiden durchaus auch Töne.
Soweit war ich da noch gar nicht, ich meinte die verschiedenen Arten die Zunge an den Gaumen zu pappen und durchzupusten ;).
minhen schrieb:
Und, Achtung, jetzt kommt's. Nicht die Chinesen sind es, die da was außergewöhnliches machen sondern wir

Bezogen auf alle Sprachen der Welt sind die indogermanischen Sprachen, speziell was Silbenstruktur (s.u.) und Lautinventar angeht, eine Randgruppe. Die meisten menschlichen Sprachen sind Lautsprachen, unterscheiden also Tonhöhen.Wieder was gelernt.
minhen schrieb:
Wie gesagt, die europäischen Sprachen bilden auch hier eine Randgruppe.
Nicht alle europäischen Sprachen sind indogermanischen Ursprungs (Finno-ugrischer Sprachstamm) und indogermanische Sprachen kommen auch nicht ausschließlich in Europa vor ("indo").
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kingruedi schrieb:
Gibt ja auch noch "klick"-Sprachen
Die Europäer erzeugen eben ihre Silben "on-the-fly", wären viele asiatische Sprachen nur mit einer begrenzten Anzahl auskommen und diese eben durch Töne vermehren.Die bekannten "Klick-Sprachen" sind auch Tonsprachen. "Tonsprache" ist quasi ein binäres Merkmal. "Klicks" und Töne sind keinesfalls ein Widerspruch. Stattdessen ist eine Bezeichnung wie "Klick-Sprache" letztlich von der selben "Qualität" wie eine Bezeichnung "Umlaut-Sprache" für z.B. Deutsch.

.filmor schrieb:
Ehrlich gesagt verfliegt bei mir gerade die Lust darüber zu diskutieren ;). Es war ein Scherz.
Dafür verteidigst du ihn ganz schön tapfer.
Alternativ könntest du dir auch einfach mal länger als eine Sekunde das durch den Kopf gehen lassen, was ich die ganze Zeit sage. Ich mein, "Endlich hast du's verstanden", ist schon ein starkes Stück. Ich sag die ganze Zeit nur das gleiche, entscheide mich dann es mal zur Abwechslung so explizit wie nur irgendmöglich zu formulieren, und schon freust du dich, dass ich es "endlich verständen" hätte?
Vielleicht magst du ja den aller, aller ersten Beitrag von mir in diesem Thread hier noch mal lesen. Denn vielleicht erschließt sich dir ja jetzt eher die Bedeutung von "Ich würde Vulgärlatein, später Kirchenlatein und schließlich die romanischen Sprachen durchaus als Änderungen bezeichnen. Dass man in der Schule ausschließlich klassisches, antikes Latein unterichtet ist eine andere Geschichte. Was meinst, weswegen das Latein in der Schule eine tote Sprache ist? ". Als kleine Hilfe kannst du noch im Kopf behalten, dass das die Antwort auf deine Aussage, Latein hätte sich seit 2000 Jahren nicht verändert, ist.
Sag Schullatein ändert sich nicht, und ich sag, ist ok und lass dir noch mal den Satz mit der toten Sprache bezogen auf Schule durch den Kopf gehen. Sag das vatikanische Latein würde sich nicht fundamental ändern, und ich sag, ist ok und lass dir noch mal den Satz mit der künstlich stabilisierten Plansprache durch den Kopf gehen.
Aber das mit der Plansprache ist für dich offenbar das, was dir nicht passt. Dabei wäre es so einfach ein Gegenargument zu finden. Zeig mir einfach eine Population deren Muttersprache das vatikanische Latein ist und die Sache hat sich (fast) erledigt. Bis dahin steht nur fest: das vatikanische Latein wird nicht natürlich gesprochen, sondern dient ausschließlich als Lingua Franca der Kirche; es entwickelt sich auch nicht sondern wird entwickelt. Kurzum das grundlegende Merkmale einer Plansprache ist erfüllt.
Wer wartet hier also auf wen, damit dieser endlich mal versteht?
Du musst zwischen der lingua Latina und der lingua Romania rustica ("Bauernlatein") unterscheiden.
Lies noch mal den aller, aller ersten Beitrag von mir in diesem Thread (TM) und schlag den Begriff "Vulgärlatein" doch einfach mal in der Enzyklopädie deiner Wahl nach...
Soweit war ich da noch gar nicht, ich meinte die verschiedenen Arten die Zunge an den Gaumen zu pappen und durchzupusten ;).
Die Töne haben ziemlich genau nichts mit Zunge und Gaumen zu tun.
minhen schrieb:
Wie gesagt, die europäischen Sprachen bilden auch hier eine Randgruppe.
Nicht alle europäischen Sprachen sind indogermanischen Ursprungs (Finno-ugrischer Sprachstamm) und indogermanische Sprachen kommen auch nicht ausschließlich in Europa vor ("indo").
Lies doch noch mal meinen vorigen Beitrag durch, überlege was der Ausdruck "wie gesagt" bedeutet und lies noch mal, was davor gesagt wurde und was nicht.
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minhen schrieb:
.filmor schrieb:
Soweit war ich da noch gar nicht, ich meinte die verschiedenen Arten die Zunge an den Gaumen zu pappen und durchzupusten ;).
Die Töne haben ziemlich genau nichts mit Zunge und Gaumen zu tun.
Wenn du von Tonsprachen redest, denkt er halt an Enten und meint dann, dass die Chinesen schnattern *lol*
Übrigens das ganze mit den Randgruppen und co ist ja schön und gut aber,
Fakt ist, dass wir Europäer Probleme haben Chinesisch zu lernen.
Fakt ist, dass Chinesen Probleme haben z.b. Deutsch zu lernen.
Fakt ist, ich werde meine GUIs sicher nicht in Chinesisch schreiben.
Fakt ist, Englisch wende ich bei GUIs nur an, wenn das Programm international werden soll.
Fakt ist, die GUIs werden bei mir normalerweise in Deutsch geschrieben. Neue deutsche Rechtschreiben. Zumindest das was ich schon gelernt habe und das was ich für sinnvoll erachte
Grüssli
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Dravere schrieb:
Fakt ist, ich werde meine GUIs sicher nicht in Chinesisch schreiben.
Na, sag sowas nicht zu laut... das geht schneller als man denkt, daß diese Anforderung im Raum steht.
Wer heute im Industrieumfeld Software macht, kommt - je nach genauem Produkt - nicht mehr um chinesische, japanische und koreanische GUIs rum. Anders kann man sich als deutsche Firma nicht gegen die lokalen Wettbewerber durchsetzen, denn bei denen sind die GUIs alle Landessprache, und das ist ein enorm wichtiges Argument für die asiatischen Käufer.
Bei mir ging das vor ungefähr 4 Jahren los, inzwischen ist das ein fester Bestandteil von Planungen.
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Ich möchte noch einmal einen Punkt zu deutschen GUIs nennen:
Egal ob alte oder neue Rechtschreibung - BITTE OHNE OFFENSICHTLICHE TIPPFEHLER.
Es ist immer wieder unglaublich, wie viele Programme mit solchen Menüeinträgen wie "Hlife" oder "Zum Spechern hier klicken" unterwegs sind.
Ist es denn zuviel verlangt, daß man sich zum Schluß noch mal alle Texte im Menü und den Dialogen ansieht? Das ist normalerweise mein erster Blick bei fremden Programmen, damit kriege ich alle... "hier haben Sie noch einen Rechtschreibfehler. Naja, hoffentlich ist Ihr Programm Ihnen zuverlässiger."

Und "always english" ist auch so eine Sache... klar, das geht, aber man muß sich einfach bewußt sein, daß dies immer "Denglish" bleiben wird, außer man hat vielleicht sein komplettes Studium in England/USA absolviert, so daß einem auch die gängigen Formulierungen bekannt sind.
Ein wunderbares Beispiel dafür im Visualisierungsumfeld von Automatisierungslösungen sind immer die "Actual Values"... wo die Programmierer eigentlich "aktuelle Werte" meinen. Aber das nicht sagen. Amis haben dann immer ein echtes Problem damit "what do you mean by 'actual values'?". Denn actual values gibt's ja durchaus. Und solche German Expressions ("May I become a steak?" "I hope never.") gibt's doch in großer Zahl. Eine fremdsprachige GUI kommt nicht ohne Korrektur durch einen "native speaker" aus, egal wie gut man die Sprache liest oder spricht.
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Ich habe gesagt, ICH werde meine GUIs nicht in chinesisch schreiben. Wenn wer die Übersetzung machen will, kein Problem

Oder schreibst du deine GUIs selber in chinesisch? ^^Blöder Zusatz am Rande:
Zudem die GUI ist eigentlich in C++ oder was auch immer geschrieben. Und dann meistens eher englisch. Hab ehrlich gesagt noch nie einen Programmcode gesehen, welcher chinesische Zeichen beinhaltet *g**Edit* Noch den zweiten Post von Marc++us gesehen.
Die Rechtschreibekorrektur, jep sehr wichtig. Trotzdem kann es passieren, dass mal etwas durchschlüpft. Oder das mal plötzlich irgendwo Cancel anstatt Abbrechen steht ^^Zum Englisch:
Kleinere Ausdrücke kann man auch selber hinbekommen. Notfalls mit Hilfe von:
http://dict.leo.org/Bei längere Texten sollte man schon sehr sicher im Englisch sein. Allerdings, dass man dann gleich x Jahre in den USA dafür gewesen sein muss finde ich nicht unbedingt nötig. Es reicht auch, wenn man sich mit der Sprache wirklich auseinandersetzt. Z.b. viel in englisch lesen!
Natürlich das Beste ist, man hat jemand der die Sprache einfach beherrscht, aber auch die können Fehler machen. Vor allem, wenn ihre Bildung nicht gerade sehr gut ist
Grüssli
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minhen schrieb:
.filmor schrieb:
Ehrlich gesagt verfliegt bei mir gerade die Lust darüber zu diskutieren ;). Es war ein Scherz.
Dafür verteidigst du ihn ganz schön tapfer.
Niemals aufgeben, niemals kapitulieren

minhen schrieb:
Alternativ könntest du dir auch einfach mal länger als eine Sekunde das durch den Kopf gehen lassen, was ich die ganze Zeit sage. Ich mein, "Endlich hast du's verstanden", ist schon ein starkes Stück. Ich sag die ganze Zeit nur das gleiche, entscheide mich dann es mal zur Abwechslung so explizit wie nur irgendmöglich zu formulieren, und schon freust du dich, dass ich es "endlich verständen" hätte?
Jep, genau richtig. Der "Witz" lag darin, dass eine Sprache eine außerordentlich stabile Rechtschreibung hat, wenn man ihre Entwicklung einfriert.
minhen schrieb:
Ich würde Vulgärlatein, später Kirchenlatein und schließlich die romanischen Sprachen durchaus als Änderungen bezeichnen. Dass man in der Schule ausschließlich klassisches, antikes Latein unterichtet ist eine andere Geschichte. Was meinst, weswegen das Latein in der Schule eine tote Sprache ist?
Es gibt genau 2 lateinische Sprachzweige: 1. das Kirchenlatein, dessen Entwicklung eingefroren wurde (weshalb es sich ja gerade nicht mehr verändert hat), 2. das {Vulgär,Bauern}latein, das sich weiterentwickelt hat. Was willst du mir sagen?
minhen schrieb:
Aber das mit der Plansprache ist für dich offenbar das, was dir nicht passt. Dabei wäre es so einfach ein Gegenargument zu finden. Zeig mir einfach eine Population deren Muttersprache das vatikanische Latein ist und die Sache hat sich (fast) erledigt. Bis dahin steht nur fest: das vatikanische Latein wird nicht natürlich gesprochen, sondern dient ausschließlich als Lingua Franca der Kirche; es entwickelt sich auch nicht sondern wird entwickelt. Kurzum das grundlegende Merkmale einer Plansprache ist erfüllt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Plansprache schrieb:
Als Plansprache bezeichnet man eine menschliche Sprache, deren Entwicklung von einem bewusst und planmäßig ausgearbeitetem Sprachprojekt ihren Ausgang genommen hat.
Das Kirchenlatein hat seinen Ausgang nicht in einem Sprachprojekt.
minhen schrieb:
Soweit war ich da noch gar nicht, ich meinte die verschiedenen Arten die Zunge an den Gaumen zu pappen und durchzupusten ;).
Die Töne haben ziemlich genau nichts mit Zunge und Gaumen zu tun.
Ich kann mich nicht erinnern von Tönen gesprochen zu haben ...

Dravere schrieb:
Blöder Zusatz am Rande:
Zudem die GUI ist eigentlich in C++ oder was auch immer geschrieben. Und dann meistens eher englisch. Hab ehrlich gesagt noch nie einen Programmcode gesehen, welcher chinesische Zeichen beinhaltet *g*Darf er das?
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Dravere schrieb:
Ich habe gesagt, ICH werde meine GUIs nicht in chinesisch schreiben. Wenn wer die Übersetzung machen will, kein Problem

Oder schreibst du deine GUIs selber in chinesisch? ^^Ich schreibe gar keine GUIs.
Aber ich organisiere die Übersetzungen, so daß ich defakto näher an den Texten dran bin als die meisten.
Abgesehen davon wirst Du Dich wundern, wenn Du eine GUI in chinesisch realisierst, daß Du doch zu einigem gezwungen bist, also das unter anderem mal testen... denn einfach nur Dateien mit Texten austauschen, das funktioniert nicht so einfach.
PS: Du mußt Informatiker sein. Nur ein Informatiker würde aus dem Satz "Man schreibt die GUI in chinesisch" ableiten, daß die GUI ja in C++ (o.ä.) geschrieben wird, und nicht in chinesisch.
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Marc++us schrieb:
PS: Du mußt Informatiker sein. Nur ein Informatiker würde aus dem Satz "Man schreibt die GUI in chinesisch" ableiten, daß die GUI ja in C++ (o.ä.) geschrieben wird, und nicht in chinesisch.
LOL, danke! Ich fange mit dem Studium allerdings erst am 23. Oktober an. Aber das bedeutet für mich dann wohl, dass ich die richtige Wahl getroffen habe? ^^
Grüssli
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Dravere schrieb:
Zum Englisch:
Kleinere Ausdrücke kann man auch selber hinbekommen. Notfalls mit Hilfe von:
http://dict.leo.org/Bei längere Texten sollte man schon sehr sicher im Englisch sein.
Das sehe ich in der Praxis nicht, eher gerade im Gegenteil.
Es ist eher einfach etwas in Englisch für die Doku zu schreiben, weil man da über die Redundanz zur Klarheit kommt, auch wenn man sich bei einzelnen Begriffen nicht ganz klar ist. Und der native speaker wird's wegen der Redundanz im Text auf jeden Fall verstehen.
Bei kurzen Ausdrücken, die oftmals nur 1 oder 2 Wörter umfassen, ist's schwerer genau den richtigen Begriff zu wählen, weil es zwar im Wörterbuch steht, aber nicht zwangsläufig in der Umgangssprache der passende Begriff ist. Und dann kommt dazu, daß es eigentlich eine englischsprachige und eine amerikanische GUI geben muß... ich hatte früher - und wir hatten unsere GUI immer von der englische Niederlassung noch mal prüfen lassen - in Kundenschulungen gar nicht so selten Amis dasitzen, die haben englische Begriffe in den Dialogen nicht auf Anhieb verstanden. Und das lag sicher nicht an der Bildung, da die Zielgruppe hier zumeist Physiker, Ingenieure oder - schlimmer - sogar Doktoren der Physik waren. Aber die verwenden diese Begriffe eben nicht.
Wofür einem als Deutschem auch das Gespür fehlt sind diese auf dem Gerund basierenden englischen Kurzsätze, die soviel aussagen, wofür man im Deutschen aber eher zum Relativsatz greift. In der Umkehrung kommt man nicht immer auf einen so schlagend kurzen englischen Minisatz.