SPÖ - Schule ohne "Sitzenbleiben"
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estartu schrieb:
ihr findet die aktuelle Realität nicht gut...Was zum Donner wollt ihr?
Falsch, ich finde die aktuelle Realität in Österreich sehr gut. Es könnte noch ein bißchen mehr Übersicht über die Schultypen durch gezielte Informationsveranstaltungen kurz vor möglichen Schulwechseln geben. Außerdem würde ich in irgendeiner Form wieder mehr Autorität für Lehrer in Schulen einführen in denen "Probleme" herrschen. Das sind dann in Österreich in erster Linie Hauptschulen in Großstädten und dort wiederrum in "bekannten Vierteln".
Experten sicher nicht, aber der Patient kann durchaus Beurteilen, ob das System gut laeuft...Das Gesundheitssystem ist ne Dienstleistung, genauso wie die Schule. Ich kann jede Dienstleistung aus meiner Sicht beurteilen...
FULL ACK
Ich kann mir vorstellen, dass Experten und alte Hasen das Offensichtliche nicht sehen, weil es zu normal fuer sie ist..
"Experten". Wenn das solche Experten sind wie die leider der ÖVP angehörende Ministerin Gehrer kann das ja nur schief gehen. Wer nur 5 Jahre lang an einer Volksschule unterrichtet hat kann ja wohl noch viel weniger eine Expertenmeinung über die Situation an derzeitigen Hauptschulen abgeben wie ich. Lehrer und Schüler an Hauptschulen können das sehrwohl. Vor allem die dortigen Lehrer sind (Erfahrungsbericht) hoffnungslos den Schülern ausgeliefert. Es gibt außer eine Betragensnote keine Reaktionsmöglichkeit auf Schüler -> und die Betragensnote gibt es nur in Jahren in denen kein Abschluss gemacht wird "damit die Chancen des Einzelnen nicht getrübt werden".
Wie wäre es mal wieder mit Ecke stehen? Ist völlig gewaltfrei.
Das läuft in der Volksschule. Wenn du dann an der Hauptschule dem sagst er soll sich in die Ecke stellen und der meint nur "Leck mich Alte" dann stehst du als Lehrerin da und kannst nichts tun außer zuschauen.
MfG SideWinder
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chrische5 schrieb:
Äpfel und Birnen?
Kann man auch vergleichen. Du brauchst nur passende Kriterien. das roblem ist doch, dass viele Pädagogen und Erziehungswissenschaftler überhaupt nicht Ernst nehmen und denken, dass die eh bloss Mist reden.
Vielleicht hat das ja auch seine Gründe?
:p
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Hallo
Walli schrieb:
chrische5 schrieb:
Äpfel und Birnen?
Kann man auch vergleichen. Du brauchst nur passende Kriterien. das roblem ist doch, dass viele Pädagogen und Erziehungswissenschaftler überhaupt nicht Ernst nehmen und denken, dass die eh bloss Mist reden.
Vielleicht hat das ja auch seine Gründe?
:pIgnoranz und "sich selber für etwas besseres halten".
chrische
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@ecke stehn
Das hat es bei uns ernsthaft gegeben. Ausschluss aus dem Untericht auch. Leider war es beim naechsten mal wieder genau so laut..MfG aMan..
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Hallo
Ich will dir wirklich nicht auf die Füße treten, aber dein Verständnis von Pädagogik offenbart sich, wenn du so etwas
Das läuft in der Volksschule. Wenn du dann an der Hauptschule dem sagst er soll sich in die Ecke stellen und der meint nur "Leck mich Alte" dann stehst du als Lehrerin da und kannst nichts tun außer zuschauen.
und gleichzeitig forderst, dass Schule nicht mehr erziehen soll.
chrische
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Viele sehen in mangelndem Ansporn an die Jungentliche den eigentlichen Grund für die schlechten Ergebnisse. Wie wäre es ein Schulabschluss als Vorbedingung für Arbeitslosengeld einzuführen? Wird zwar wahrscheinlich bei den ganz Kleinen nicht helfen aber sollte doch einen gewissen Ansporn für die darstellen die bis nach der Schule denken.
Hat zwar den Nachteile, dass ein paar dann ohne irgendetwas nach der Schule dastehen allerdings kann man schon von Selbstschuld sprechen wenn man es fertig bringt ganz ohne irgendeinen Abschluss darzustehen und ein paar negative Beispiele muss es ja leider auch geben.
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Wer ein bischen weiterdenkt, der Lernt sowieso..
MfG aMan..
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Dann will ich auch mal meinen Senf dazu geben:
Das Schulsystem in Deutschland als solches ist völlig morbide und veraltet. Dies begründe ich jedoch keinesfalls in der Trennung auf Haupt-, Realschule und Gymnasium, sondern vielmehr auf den Gesamtumständen.
Einerseits beschwert sich einjeder, die Bildung würde den Bach runter gehen, andererseits sind Schulen die ersten Einrichtungen, die gekürzt und wegrationalisiert werden, wenn mal wieder irgendwo ein paar millionen Euro fehlen; da wird mit Lehrbüchern von '79 gearbeitet, gut 50% der Lehrer steht kurz vor der Rente, pro Schule gibt es viel zu wenige Lehrkräfte und wirklich engagiert sind vlt. 25% von denen. Sämtliche Einrichtungen wie Internetcaffés, Kafeteria, Aufenthaltsräume, alles wird abgebaut, und nicht einmal einfache Anträge wie Essensautomaten kommen i.d.R. durch. Die Schüler werden verdonnert, an einer unqualifizierten Halbtagsschule den Nachmittag abzusitzen, wärend die wenigen Putzfrauen, die noch nicht wegrationalisiert wurden sich weigern, die Tafeln zu wischen und den Schülern aufbrummen, ihre von fremden Schülern anderer Schulen, die aus Platzmangel wandern müssen, verunreinigten Räume, selbst zu reinigen ... in sofern sie denn selbst nicht wandern müssen.
Für wie motiviert darf man einen Haupt- oder Realschüler halten? Von der Gesellschaft wird er als "dumm" oder "wenig intelligent" abgestempelt (wie z.B. auch in diesem Thread). Doch welche Motivation sollte er denn aufbringen in einer Gesellschaft, in der das Abitur zum Standard avanciert (ist)?
Die Nichtmotivation der Schüler ... auch ein Irrtum! Die allermeisten Schüler sind gespannt auf die Schule und freuen sich darauf! Sie wollen lernen! Doch eben dies wird durch unqualifizierte Lehr- und Lernmethoden, unangebrachten Stoff etc. systematisch binnen kürzester Zeit abgebaut! Immergleiche Analysen, Interpretationen etc. Auch werden zahlreiche "begabtere" Kinder von den "anders lernenden" (ich benutze hier explizit keine intellektuell abwertende Formulierung!) hinunter gezogen, also genau das Gegenteil der ach so propagierten "Gut zieht schlecht hinauf"-Theorie!
Was mir indes aufgefallen ist, und was mich insbesondere stört, ist der Umstand, dass in Deutschland eine geheuchelte unermessliche Förderung der Schüler mit einer schwächeren kognitiven Kompetenz herrscht. Großteils halte ich das für Unsinn, aber was mich indes doch aufregt ist die Tatsache, dass im Verhältnis doch wahnsinnige Förderungen auf dem Gebiet der Leistungsschwächeren herrscht, wärend die Leistungsstärkeren bzw. -herausragenden (man möge dies nach Belieben vlt. "Hochbegabung" nennen) regelrecht boykottiert werden. Auch hier kann ich aus eigener Erfahrung sprechen.
Was ich als allererstes tun würde, wäre gesetzlich die Wegrationalisierung von Lehrmethoden verbieten. Wie wagt der Staat und die Gesellschaft es, sich über Bildung zu beschweren, wenn die Tabakindustrie beinahe mehr gefördert wird als Bildungseinrichtungen?
Zentralabitur, Oberstufe im Klassenverband, alles dies sind Einschränkungen. Wie viele Schulen kenne ich, die extremsten Platzmangel aufweisen, und deren Anträge auf Ausbau schlichtweg abgeblockt werden? Dann müssen die Schüler in ihren Pausen zwischen Schulen, z.T. durch die halbe Stadt laufen, das dann noch auf den Vor- und teilweise Nachmittag verteilt, dann kommen noch die Lehrer zu spät, weil sie den Weg ebenso nicht in 5 Minuten schaffen können, dann werden sie an den fremden Schulen i.d.R. noch mächtig drangsaliert (insbesondere Realschüler auf Hauptschulen und Gymnasiasten auf Real- und Hauptschulen) und dann sollen die Schüler noch motiviert sein? Respekt, ich glaube, ich wäre es nicht!
Was den Respekt der Lehrer betrifft: Richtung und Falsch!
Ein Lehrer ist eine Lehrkraft, keine Erziehungskraft! Das bleibt doch bitteschön den Eltern vorbehalten. Wie begründen es denn die früheren "Kindergärtnerinnen", nun "Erzieherinnen" genannt zu werden! Eine fremde Kraft mit dem Wort "Erziehung" zu koppeln ist in meinen Augen schlichtweg anmaßend!
Nichtsdestotrotz muss der Lehrer eine Autoritätsperson sein, und zumindest das Recht haben, ein sich fehlverhaltendes Individuum vom Unterricht auszuschließen. Auch Wehren muss er sich können, wenn dies erforderlich ist. Ich bin nicht für Gewalt von Lehrerseite, würde mich als Lehrer aber jederzeit frei sehen, mich in meinem Handeln auf §§ 32 und 33 StGB zu berufen.
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Reyx schrieb:
Was mir indes aufgefallen ist, und was mich insbesondere stört, ist der Umstand, dass in Deutschland eine geheuchelte unermessliche Förderung der Schüler mit einer schwächeren kognitiven Kompetenz herrscht. Großteils halte ich das für Unsinn, aber was mich indes doch aufregt ist die Tatsache, dass im Verhältnis doch wahnsinnige Förderungen auf dem Gebiet der Leistungsschwächeren herrscht, wärend die Leistungsstärkeren bzw. -herausragenden (man möge dies nach Belieben vlt. "Hochbegabung" nennen) regelrecht boykottiert werden. Auch hier kann ich aus eigener Erfahrung sprechen.
Das liebe ich an solchen Diskussionen. Da kommen die ganzen gescheiterten Hochbegabten raus und jammern, sie seien nur boykottiert worden.

Wer so begabt ist, der wird es wohl auch auf die Reihe kriegen sich mal selbst um was zu kümmern? Ne klar, das Schulsystem ist ja schuld, wie soll ich denn was lernen wenn mir der Lehrer nicht schnell genug vorkaut?
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Jester schrieb:
Ne klar, das Schulsystem ist ja schuld, wie soll ich denn was lernen wenn mir der Lehrer nicht schnell genug vorkaut?
Das dumme ist, dass man selbständiges Lernen auch erst lernen muss und das wird einem erst sehr spät, wenn überhaupt begebracht.

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Das Problem ist, dass zu viel Rücksicht auf "langsamere" genommen wird. Ein gutes Tempo ist aber erforderlich, um voran zu kommen und auch, um die Motivation all jener aufrecht zu erhalten, die den Stoff relativ schnell verstehen. Dazu muss man kein "gescheiter Hochbegabter" sein (von denen ich übrigens nicht behauptet habe, einer zu sein), um nach der 8ten Wiederholung die Lust zu verlieren.
Ich wage zu behaupten, dass jeder durchschnittliche Schüler den Stoff eines Schuljahres genau so gut in 4 Monaten durchkauen könnte; entsprechende Motivation vorausgesetzt.
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Hallo
Um Spitzenleistung zu erzielen, hilft es mehr hinten zu schieben als vorne zu ziehen. Was natürlich nicht bedeuten soll, dass man vorne nichts machen muss.
chrische
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chrische5 schrieb:
Um Spitzenleistung zu erzielen, hilft es mehr hinten zu schieben als vorne zu ziehen. Was natürlich nicht bedeuten soll, dass man vorne nichts machen muss.
Da begehst du einen grundlegenden Fehler in deiner Schlussfolgerung!
Du gehst davon aus, dass wenn du in der Reihenfolge
1|2|3|4 A|B|C|bei A anschiebst, A auf 2, B auf 3 und C auf 4 rückt!
Tun sie aber nicht!
Wenn du bei A anschiebst, landet zwar A auf 2, B bleibt jedoch 2 und C bleibt 3!
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Hallo
Das dumme ist, dass man selbständiges Lernen auch erst lernen muss und das wird einem erst sehr spät, wenn überhaupt begebracht.

Wenn du die "Experten" hier fragst, dann ist das doch eh alles Quatsch und es würde viel mehr helfen, wenn die LehrerInnen mal wieder richtig durchgreifen würden, aber bitte ohne erziehen, weil es da ja keinen Zusammenhang gibt.

chrische
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Ansichtssache. Ich maße mir nicht an, eine psychologische Aussage über irgendetwas zu machen, aber ich bin der Ansicht, dass Erziehung den Eltern vorbehalten bleiben muss; oder welcher Funktionen willst du sie noch berauben? Gebären und entreißen, oder wie?
Ich rede hier nicht von Grundschule, sondern von weiterführenden Schulen. Glaubst du allen Ernstes, ein "ach so erwachsener" 6./7.-Klässler würde sich noch von dir "erziehen" lassen? Unterdrücken vielleicht, erziehen niemals! Wir reden hier nicht von charakter- und meinunslosen Marionetten, über die wir "ach so erwachsenen" nach Belieben verfügen oder gar umbiegen können! Und das ist der Punkt: Mit Gewalt erziehen kannst du nicht! Du kannst nur mit Gewalt unterdrücken, und das führt zu einem verborgenen Märtyrer.
Du stellst Erziehung als eine Maßname dar; meiner Meinung ist es jedoch ein Vorgang! Und zwar ein ziemlich heikler.
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Hallo
Es geht hier doch nicht um Umbiegen, im Grunde erzieht man doch in fast jeder Sitaution, in der man sich mit jemand auseinandersetzt. Wenn ich jemand lobe, tadele, Noten verteile und und und. Immer erziehe ich. Das geht auch nicht anders. Das ich bei SchülerInnen der zehnthen Klasse keine Charakterveränderung mehr erreiche kann ist klar, aber darum geht es doch auch gar nicht. ich wollte nur darauf hinweisen, dass es absoluter Blödsinn ist, mehr Autorität und gelichzeitig null Erziehung zu fordern.
chrische
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Gut, wenn du diejenige Erziehung, die als "Nebeneffekt" auftritt, meinst, dann habe ich dich falsch verstanden!
In dem Punkt bin ich dann deiner Meinung
