Was ist Unternehmenssoftware?



  • SideWinder schrieb:

    Du bezahlst dem das Vierfache deines eigenen Gehalts und musst dir dann von ihm anhören wie blöd du doch warst bei der Einführung und was er nicht alles für noch mehr Geld besser machen könnte 😉

    Ahso. Na die Leute die den Scheiss verbrochen haben sollten nicht einfach nur neidisch sein 😉



  • Ich möchte versuchen, zusammenzufassen, was ich glaube gelernt zu haben:

    Unternehmenssoftware ist per Definition Software die dazu dient, Routineabläufe in Unternehmen, wie z.B. Buchhaltung, automatisiert und in großen Dimensionen durchzuführen. Es gibt drei große Anbieter und deren Produkte sind das einzige halbwegs brauchbare aber eben doch scheiße. Das mit Java sag ich jetzt nicht.

    Danke.



  • SideWinder schrieb:

    TactX schrieb:

    Ich würde eher sagen: Technisch schlecht umgesetzt.

    Woran haperts denn genau? Wenn tatsächlich gröbere Einschränkungen bzgl. Leistungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter dadurch entstehen ist es höchste Zeit daran etwas zu ändern.

    Das ist nicht so einfach. Zum einen haben sich langjährige Mitarbeiter längst an Notes gewöhnt und wissen gar nicht, wie schlecht das eigentlich ist. Unfassbar sowas zu sagen, aber Outlook schlägt Notes um Längen. Aber dadurch gibt's in den Firmen dann ein Beharrungsvermögen, davon kommt man nicht mehr einfach so weg. Die Leute haben sich daran gewöhnt, daß Notes immer wieder mal abstürzt, wenn man über VPN verbunden ist, oder daß die Antwortzeiten bei Notes-Datenbanken irgendwo im Minutenbereich liegen, man keine Volltextsuche zu den Dokumenten hat, usw. Klassisches Argument pro-Notes ist immer I-Love-You ("hatten wir damit nie").

    Aber in einer großen Firma bekommst Du sowas nicht weg. Du darfst ja auch nicht unterschätzen, daß die Leute, die diese Grundsatzentscheidung getroffen haben, sehr nahe an der Konzernleitung dransitzen. Glaubst Du, die beginnen ein neues Projekt "Migration der Office-Kommunikation", nur weil man mit der Software nicht gut arbeiten kann? Deren Stuhl hängt doch daran, daß die vor 5 oder 6 Jahren getroffene Entscheidung gut ist.

    Und daß man bei Notes überall sieht, daß es im Laufe der Jahre zusammengefrickelt wurde, stört da nicht wirklich.



  • SideWinder schrieb:

    Holt euch einen Consulter, gibt zwar eine kurze Zeit des Neids auf dessen Gehalt, aber langfristig habt ihr wieder einen angenehmeren Arbeitsalltag und könnt besser arbeiten.

    Übrigens, solche Systeme wie SAP, Oracle oder Notes werden von Consultern in Firmen eingeführt. Inwiefern dann Consulter eine Lösung sein sollen, entzieht sich mir hier.



  • Marc++us schrieb:

    Übrigens, solche Systeme wie SAP, Oracle oder Notes werden von Consultern in Firmen eingeführt. Inwiefern dann Consulter eine Lösung sein sollen, entzieht sich mir hier.

    Das ist mir schon klar, aber wenn die Mist gebaut haben, hat man wohl am falschen Ort gespart 😉 Vor allem sind jetzt die Anforderungen viel klarer weil man ja genau sagen kann "Das X.Y wollten wir aber nicht so!"

    Marc++us schrieb:

    Deren Stuhl hängt doch daran, daß die vor 5 oder 6 Jahren getroffene Entscheidung gut ist.

    Vielleicht war sie ja auch damals noch gut - nur nicht zukunftssicher. Die damals wohl übliche Office 97-Version war ja auch nicht gerade das was man als "gelbes vom Ei" bezeichnen könnte.

    MfG SideWinder



  • SideWinder schrieb:

    ...Großen Firmen bleibt ja fast nur noch SAP, Oracle oder IBM - sonst gibts einfach keine Software....

    ... oder selbst schreiben !

    Gerade bei großen Firmen (oder solchen mit speziellen Anforderungen) kann es durchaus lukrativer sein, eine Eigenentwicklung (bzw. eine Spezialentwicklung durch eine andere Firma) zu machen. Das geht zwar erstmal schwer ins Geld, dafür hat man aber größere Flexibilität bzgl. Weiterentwicklungen, Stabilität, ....
    Die Marketingabteilungen von SAP&Co haben zwar das Schlagwort "make or buy" etabliert, um potentielle Kunden zu "buy" zu werben ... aber eine ehrliche Analyse tatsächlicher und lagnfristiger Kosten kann durchaus auch zugunsten eines "make" ausfallen (zumal auch SAP nicht zaubern kann).

    Damit will ich nicht behaupten, dass sich SAP&Co NIE lohnten - die sind für bestimmte Aufgaben gut spezialisiert und das klappt auch prima. Aber sie sind sind beileibe eben auch nicht die eierlegenden Wollmilchsäue, zu denen die SAP-Verkäufer sie gerne erklären.

    unser einer Kunde ha z.B. vor einiger Zeit die Grundsatzentscheidung getroffen (natürlich der Vorstandsvorsitzende im Alleingang), ALLE Software komplett von SAP machen zu lassen und sich von allen anderen bisherigen SW-Schmieden zu verabschieden (interessanterweise mit den Argument, man sie danach nicht mehr so abhängig von ihnen 🙄 ). Nachdem die ersten Standardprogramme (Buchhaltung und Co) erfolgreich umgestellt waren, hielt man das für den Gegenbeweis gegen unser Vorhersage, dass sie das im Umfeld ihrer eigentlichen Fachlichkeit, noch bitter bereuen würden....

    Naja, inzwischen haben sie unseren Support für unsere Softwarelösung schon 2mal um nun insgesamt 2,5 Jahre verlängert und einige SAP-Berater gefeuert, weil wir eben doch Recht hatten. :p
    (+neuen Aufträgen für uns, weil wir nun doch einige Aufgaben selbst programmieren müssen PLUS alte mit einer speziellen SAP-Schnittstelle ausrüsten dürfen)

    Gruß,

    Simon2.



  • Das funktioniert vielleicht in großen Softwareunternehmen (und die verkaufen dann einfach ihre Schaffung als Produkt weiter ;)). Was aber soll ein Industriekonzern der nahezu die gesamte EDV outgesourced hat großartig machen? Er müsst eine große Entwicklungsabteilung aufbauen und sie auf immer unterhalten - Wartung und Support müssen ja schließlich auch erledigt werden. Der Austausch von Daten mit anderen Unternehmen wird maßgeblich erschwert, bei Engpässen ist ein innerbetrieblicher Support kaum noch möglich, weltweit operierende Konzerne haben dann vor allem mit Vor-Ort-Support Probleme. Die Eigenentwicklung beginnt vor allem meistens bei 0 und der Einsatz verschiebt sich noch weiter nach hinten als es bei der Einführung eines bereits existierenden Systems der Fall ist.

    Alles in allem sehe ich für große weltweite Konzerne die sich das überhaupt leisten können eher schwarz. Was auf jeden Fall möglich ist, ist eine kleine SAP-Customizing-Abteilung zuzukaufen und ein eigenes SAP zu customizen. Das wird nur auch ganz gern outgesourced da dann das Risiko nicht im Unternehmen liegt.

    Ein gutes Customizing scheint sowieso das A und O in diesem Bereich zu sein. Verwandte und Bekannte von mir hatten nahezu alle mit SAP zu tun, und ein und die selbe Person lobt das System in Firma A und findet es schlecht in Firma B...

    MfG SideWinder



  • SideWinder schrieb:

    Er müsst eine große Entwicklungsabteilung aufbauen und sie auf immer unterhalten - Wartung und Support müssen ja schließlich auch erledigt werden.

    Das, oder einen Dienstleister beauftragen.



  • finix schrieb:

    SideWinder schrieb:

    Er müsst eine große Entwicklungsabteilung aufbauen und sie auf immer unterhalten - Wartung und Support müssen ja schließlich auch erledigt werden.

    Das, oder einen Dienstleister beauftragen.

    Eben - so jemanden wie uns. 😃

    Wie gesagt: Ich bin nicht prinzipiell gegen SAP (wir steigen auch teilweise ein), sondern nur dagegen, dass es überall den Eindruck erweckt, alles zu können - was definitv nicht der Fall ist !
    So ist SAP im Wesentlichen Daten-orientiert ... die Steuerung komplizierter Prozesse mit ausgefeilten Entscheidungsbäumen, proprietären Datenformaten, über viele Systemgrenzen hinweg läuft einfach quer zu seiner originalen Bestimmung.
    Das habe ich mir nich ausgedacht, sondern das haben mir zwei Bekannte (beide verdienen seit Jahren ihr Geld mit SAP-Customizing gutes bus extrem gutes Geld) gesagt, als ich ihnen erzählte, was unser Kunde mit SAP vorhat - Konsesn von beiden: Bloß die Finger davon lassen und SAP für das einsetzen, wofür es gemacht wurde.
    Nicht mehr, nicht weniger.

    Gruß,

    Simon2.



  • Entwickelt ihr komplett eigenständige Unternehmenssoftware? Da gibts es ja vor allem für KMUs viele Anbieter - darf man eventuell erfahren bei welchem Anbieter du unterwegs bist?

    Oder verdient ihr euer Geld auch mit customizen von bestehender Unternehmenssoftware?

    Letzten Endes läuft es ja wieder darauf hinaus, dass ein Unternehmen statt SAP nun eure Software kauft. Oder erstellt ihr tatsächlich für jeden eurer Kunden eine komplett eigenständige Suite? Kann ich mir nicht rentabel vorstellen...

    MfG SideWinder



  • Hi,

    sagen wir mal so: "Wir" sind eine Rechenzentrale, die ursprünglich von Banken für Banken Software entwickelt und betrieben hat. Inzwischen sind wir relativ groß geworden (über 1400 MA) und haben neben der Bankensoftware (immer noch unser Brot&Butter-Geschäft) noch weitere Geschäftsfelder aufgemacht von der reinen Rechendienstleistung (Betrieb von Fremdsoftware in unserem RZ) bis hin zur tatsächlichen "Einkundenentwicklung" von der Konzeption bis zum Betrieb.

    Ja, Ersteres hat "SAP-Charakter", da wir für unsere 450 Banken alle dasselbe System entwickeln - trotzdem behaupte ich mal, haben die Kunden und ihre Vorstellungen bei uns noch etwas größeren Einfluß als bei SAP und gleichzeitig betreiben wir ein Callcenter mit Leuten, die sowohl "Banken-" als auch "Programm-Kenne" haben.

    und Ja, natürlich ist die Entwicklung von Spezialsoftware für einzelne/wenige Kunden recht teuer, aber das machen wir im Wesentlichen für Fälle, in denen z.B. Sicherheit (Betriebssicherheit und/oder Datensicherheit) eine größere Rolle spielen als der reine Geldfaktor. Oder eben für Fälle, in denen kurze Reaktionszeiten auf Marktentwicklungen notwendig sind. Oder eben der Kunde seeeeehr spezielle Vorstellungen davon hat, was und wie seine Software arbeiten und in sein Gesamtkonzet passen soll.

    "Mein" größeres Projekt begann vor 8 Jahren auch damit, dass wir zusammen mit unserem Kunden versucht haben, rauszubekommen, was er braucht und was er bei verschiedenen Anderen (und uns) dafür zahlen müsste. Und letztlich stellte sich heraus, dass es für ihn an Besten ist, wenn wir das für ihn entwickeln ... und er hat es bis heute nicht bereut, sondern saugt mit "unserer" Software (ist natürlich seine, weil er sie bezahlt hat 😉 ) seinen Mitbewerbern Kunden ab (ursprünglich war das System für höchstens 20.000 Klienten an den Start gegangen - heute produzieren wir bei gleichbleibenden SLAs 180.000 damit).

    Und wenn er ein neues System plant, zieht er unseres als Positivbeispiel heran ("Sehen Sie mal, was alles möglich ist ! Sooo kann das laufen !").
    Wenn das so klingt, als sei ich stolz darauf: Bin ich auch. 😃
    (Wie gesagt: Leider ist es genau der Kunde, der mit seiner SAP gerade viel Geld, Nerven und Leute zum Fenster rausbläst 😞 - leider hat er da nicht auf uns gehört)

    Gruß,

    Simon2.



  • Ist ja schön und gut, dass ihr am Bankensektor erfolgreich seid. Aber bei der Make-Or-Buy-Entscheidung eures Kunden hat wieder "Buy" für die Unternehmenssoftware gewonnen 😉 Ein "Make" kommt imho sehr sehr selten vor.

    BTW: Bist aber nicht rein zufällig Österreicher, oder?

    MfG SideWinder



  • Hi,

    nee als Norddeutscher könnte ich kaum "unösterreichischerer" sein (obwohl wir immer sehr gerne da Urlaub machen :D) ...

    SideWinder schrieb:

    ...Ein "Make" kommt imho sehr sehr selten vor....

    Leider ! Aber "gewonnen" würde ich dazu nicht sagen, denn diese Entscheidung war NICHT Folge einer ehrlichen Abwägung, sondern wohl eher eines gepflegten Golfspiels. Inzwischen hat der Kunde (noch bevor die Anwendung auch nur annähernd einen testbaren Status erreicht hat) schon mehr Geld zum Fenster rausgeblasen als ihn unsere gesamte Entwicklunge und Integration gekostet hätte... 😞

    Ich habe gar nichts gegen buy-Entscheidungen (im Prinzip trifft jeder unserer Kunden sowieso so eine - entweder kauft er bei uns oder woanders) und schließlich kaufen wir auch Software ein und customizen sie, aber so wie es bisweilen gelebt wird, ist dieser Entscheidungsprozess sehr empfindlich gegenüber irrationalen Einflüssen (Vorlieben, Hypes, Risikofreude/-abneigung, gutes Marketing, ...) und sehr kurzfristigen Erwägungen.
    Und da habe ich eben gerade ein Negativbeispiel gesehen im Zusammenhang mit SAP.

    Um mal vom Thema SAP wegzukommen: Ist MS wirklich deswegen zum Marktführer geworden, weil es das beste, aktuellste, preiswerteste, stabilste,... System war ? Wohl eher nicht (inzwischen haben sie aufgeholt, aber wer weiß, wo wir wären, wenn sich gleich ein vernünftiges System durchgesetzt hätte).
    Wo aber solche irrationalen Gründe auf dem PrivatPC noch bestenfalls ein wenig Unbehagen hervorrufen, kann ein Unternehmen an so einer Fehlentscheidung in die Pleite schliddern....

    Gruß,

    Simon2.



  • Mr. N schrieb:

    Was ist SAP?

    Teufelszeug.

    Je genauer man sich das Zeugs anschaut, desto schlimmer wird es. Und BHD12BLECH ist noch ein schöner Name in einem SAP System.


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