Festplatte richtig "leeren"?



  • Reppler schrieb:

    Und wer soll das machen, wenn er nicht gerade die CIA auf den Fersen hat? Ist doch voll übetrieben. Das Ding crypten reicht alle mal. Außerdem hab ich auch meine Zweifel, daß man das leicht wiederherstellen kann.

    Wozu sollte man das verschlüsseln? Mit Zufallsdaten überschreiben wäre sinnvoller. Über die Magnetisierung kann man Daten auch nach der Überschreibung wiederherstellen.



  • sollte das system ein windows sein, dann gibts auch ein mitgeliefetes programm wo das machen kann. hab ich vor kurzem gemacht auf konsole....



  • rüdiger schrieb:

    Über die Magnetisierung kann man Daten auch nach der Überschreibung wiederherstellen.

    Erklär das mal genauer.

    Wenn man z.B. eine Platte wie folgt beschreibt.

    a b c d
    alte Daten:     0 1 1 1
    wichtige Daten: 1 0 0 0
    überschrieben:  0 1 0 -
    

    Woher weiß ich jetzt, dass irgend ein Restmagnetismus von der 1 in (a) wichtig ist und der von (b) von irgendwelchen alten Daten stammt, die jetzt wieder durchs überschrieben aufgefrischt wurden. Und wenn ein Teil mit dem gleichen Wert überschrieben wurde (c), aber die alten Daten anders waren, unterscheidet sich das wirklich viel von (a), wo der Wert einmal überschreiben wurde. Oder wenn man einen Teil garnicht überschreibt (d), dann unterscheidet sich das ja nicht von (a), oder kann man auch den Zeitpunkt unterscheiden.

    Das mit dem Wiederherstellen kann ich mir vorstellen, wenn man eine Platte hat, die einmal beschrieben wurde und dann alles einmal überschrieben wurde. Wenn man eine normale Platte hat, bei der alles eine unterschiedliche Vorgeschichte hat und dann einmal überschrieben wurde kann ich mir nicht wirklich gut vorstellen, dass man da eindeutig was rausfinden kann. Vielleicht, dass man zusätzlich noch mit irgendwelchen Statistiken die wahrscheinlichsten Wörter herausfinden kann, aber einfach so mit Magnetismus stell ich mir das zu schwer vor.



  • Ich glaub es gibt ne Restmagnetisierung, aber ist schon länger her, dass ich mit dem Thema auseinandere gesetzt habe.



  • Wenn ich alles mit nullen überschreibe kann ich mir das mit dem Restmagnetismus ja noch leicht vorstellen, aber wenn ich mit zufälligen Werten überschreibe kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Das mag aber an meiner begrenzten Vorstelllungskraft liegen oder an mangelnde Detail-Wissen.



  • Helium schrieb:

    Wenn ich alles mit nullen überschreibe kann ich mir das mit dem Restmagnetismus ja noch leicht vorstellen, aber wenn ich mit zufälligen Werten überschreibe kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Das mag aber an meiner begrenzten Vorstelllungskraft liegen oder an mangelnde Detail-Wissen.

    So weit ich weiß, gibt es da zwei begünstigende Faktoren:

    1. Eine Festplatte ist im Grunde (natürlich) ein analoges Speichermedium.
    2. Es ist nicht so, dass eine 1 als Südpol und eine 0 als Nordpol gen Head gespeichert wird, sondern da werden kompliziertere Folgen verwendet.

    Wie das alles genau abläuft weiß ich nicht, aber es ist tatsächlich möglich, auch mehrfach überschriebene Daten wiederherzustellen, wenn man sie nicht oft genug und mit den richtigen Mustern überschrieben hat.

    So oder so sollte man nach dem Prinzip der Vorsicht davon ausgehen, dass die Daten wiederherstellbar sind.



  • Festplatten arbeiten über Magnetisierung und sind (wie jedes Verfahren) analog. Aus den analogen Daten gewinnt man digitale Daten in dem man einfach sagt ab X Wb nimmt man ein High (1) und unter Y Wb eine Low (0) an.

    Ich denke mal das läuft ungefähr so ab:
    Wenn man nun ein High (bzw. Low) mit einem High (bzw. Low) überschreibt dürfte das Feld stärker werden, als wenn man von einem High zu einem Low (bzw. andersrum) wechselt. Wenn man dann das Feld misst kann man mit den analogen Werten interpretieren wie die Werte vorher beschrieben wurden. Wenn dann vermutlich noch spezielle Encodings verwendet werden (so was wie Grey), dürfte man das Problem noch vereinfachen.



  • Die Sache ist, dass man auf der Platte ein Volumen zu magnetisieren hat. Dabei ist das Matriel nicht gleichermasse "flink". Wenn wir so ein Volumen auf high setzen, können einige Partikel noch auf ein Alten oder einen gemixten Wert stehen, obwohl das Volumen im Ganzen sagt wir sind High. Dies kann man mit entsprechend (teuren) Gerät auslesen.



  • Und woher weiß man, wann man bei der richtigen Schicht ist? Wenn ein Teil der Daten einmal ein anderer zweimal und ein Teil garnicht überschrieben wurde, kann ich nicht wie oft erkennen was überschrieben wurde, oder?



  • Zitat aus einem Datenschutzzentrum :

    Zentrum schrieb:

    Ähnlich aussichtsreich kann eine Analyse des Pufferbereichs zwischen den Spuren sein.
    Dieser Pufferbereich zwischen den Spuren dient dazu, magnetische Interferenzen zwischen den Mustern der Spuren zu vermeiden.
    Im Laufe der Zeit greifen die Magnetmuster der Spuren, wie beim bekannten Durchkopiereffekt von Cassettenbändern, auf den Pufferbereich über.
    Diese Strukturen lassen sich mit Hilfe von Magnetkraftmikroskopen unter großem Aufwand zutage fördern.

    Will mal nicht hoffen, dass jemand auf die Idee kommt und den Lese/Schreibkopf einer Festplatte um einen "Tick" nach links oder rechts verschiebt und dann fröhlich drauf losliest.
    🙂


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