"Gotteslästerung" - §166 des StGB verschärfen?



  • Um friedlich miteinander zu leben braucht es keine Religion mit übernatürlichen Wesen. Es braucht nur etwas gesunden Menschenverstand und ein paar einfache Regeln.

    http://www.weltethos.org/ (Küng)
    Das haben wir hier schon mal diskutiert, alle fanden es akzeptabel aber zu allgemein. So geht es also auch nicht. 🙄



  • árn[y]ék schrieb:

    Bashar schrieb:

    Erhard Henkes schrieb:

    Es ist nicht entscheidend, was jemand glaubt/bekennt/für wahr hält, sondern allein, was er tut.

    Ihr macht es einem aber auch schwer. Meines Wissens unterscheidet sich das Christentum von vielen anderen Religionen gerade dadurch, dass man durch den Glauben gerettet wird, nicht durch gute Taten. Naja vielleicht ist das auch wieder so ein Unterschied zwischen Katholen und Evangelen. Dass das alles unter Christentum läuft ist aber in jedem Fall seltsam.

    In der Tat. Und nein. Das Christentum (evangelisch) misst der Handlung in sofern keinen Wert zu, als dass sie sagt, dass das "aufrichtige Büßen" in Form von seine Fehler einsehen und daraus lernen alle Sünden vergibt. Da dieses Büßen aber wiederum eine Handlung ist, ist die Tat doch wieder wichtig.

    Dann ist aber glauben/bekennen/für wahr halten auch eine Handlung. Ich glaube nicht, dass das das ist, was Erhard Henkes ausdrücken wollte.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Um friedlich miteinander zu leben braucht es keine Religion mit übernatürlichen Wesen. Es braucht nur etwas gesunden Menschenverstand und ein paar einfache Regeln.

    http://www.weltethos.org/ (Küng)
    Das haben wir hier schon mal diskutiert, alle fanden es akzeptabel aber zu allgemein. So geht es also auch nicht. 🙄

    Etwas voreilig urteilst du da. Ziel ist es ja nicht, alle zufrieden zu stellen.

    Ich muss aber zugeben, ich habe die Befürchtung, dass man mit der reinen Wahrheit (also ohne erdichtete Ausschmückungen) nicht 100% der Bevölkerung zu Wohlverhalten bringen kann.



  • aus "Per Anhalter durch die Galaxis", Douglas Adams

    'Ich weigere mich zu beweisen, daß ich existiere', sagt Gott,
    denn ein Beweis ist gegen den Glauben, und ohne Glauben bin
    ich nichts.

    Zu den Gottesbeweisen, zu Beginn des Threads:
    Man kann von der Existenz des Gottes ausgehen. Und seine Eigenschaften und Taten zum Widerspruch führen. Dadurch wird zwar seine Nichtexistenz nicht bewiesen. Aber man kann damit zeigen, dass er diese zwei (oder mehrere) Eigenschaften nicht gleichzeitig besitzen kann. Also dass es einen Gott mit diesen Eigenschaften nicht gibt.
    Wie Z.b. dass das Übel der Welt nicht mit Gottes Güte und seiner Allmächtigkeit vereinbar sei. D.h. er kann nicht (Gut und Allmächtig) und gleichzeitig das Übel auf dieser Welt zulassen. (Dass er das Übel aus irgendwelchen wichtigen Gründen zulässt, steht imho zu im Widerspruch zu seiner Allmächtigkeit. Denn durch diese stehen ihm alle anderen Wege offen.)

    Natürlich gilt das auch nur, wenn Gott sich "unser Logik" erklärbar ist. Aber anderseits wäre (fast) jeder Versuch den Gott durch die Menschen zu erklären oder zu beweisen zum Scheitern verurteilt, weil der ja nicht nach den Gesetzen unserer Logik funktioniert. So argumentieren auch viele Christen, wenn sie mit ihren Argumenten am Ende sind.

    Jester schrieb:

    finix schrieb:

    Ja, aber nur weil die Gläubigen in diesem Punkt völlig resistent gegen Logik und Vernunft sind. Das ist nicht so abwertend gemeint wie es klingt, sondern diese Frage läuft einfach auf einer anderen Ebene ab.

    Ich sehe nicht was das mit Resistenz gegen Logik zu tun hat. Wo ist denn nun die Logik die die Existenz Gottes ausschließt? Ach die gibt's nicht? Warum sollte man dann da resistent sein?

    Dazu nur http://www.mathematik.uni-kl.de/~wwwfktn/homepage/Fromm.html

    Früher haben auch viele Mathematiker versucht Gott durch Logik zu beweisen.

    Erhard Henkes schrieb:

    Ein "gottloses" Leben führt zum Verderben, weil der Mensch sich in seiner Selbstüberschätzung über alles erhebt und damit das "Leben" vernichtet.

    Gabs mal bei telepolis (www.heise.de/tp) einen Artikel über eine Untersuchung ob religiöse Gesellschaften besser seinen als sekuläre. USA war da aber eher ein Gegenbeispiel.
    Wobei die Gesellschaft in den USA nicht jeder als die mit der "richtigen" Religion bezeichnen würden.

    Es ist nicht entscheidend, was jemand glaubt/bekennt/für wahr hält, sondern allein, was er tut.

    Steht zwar im Widerspruch, zu dem was du vorher geschrieben hast. Aber das ist der Punkt. Frei nach Forest Gumps Mama: "Gut ist der der gutes tut." Und nicht der, der jeden Tag sein Gebet aufsagt.

    Alle Weltreligionen sinnen im Übrigen auf den Weltfrieden.

    Pauschal gesagt, denke ich dass das nicht stimmt.
    V.a. im Christentum ist es IMHO nur seit kurzem so. Früher war das Sinnen nach dem Paradies wichtiger. Wohin man erst nach dem Tod kam. Die "guten Taten", die man während der Lebzeit tat, hatten den einzigen Zweck ins Paradies zu gelangen. Und nicht um die Welt zu verbessern.

    Christentum, im speziellen, war am Anfang eine Endzeit-Religion. Laut NT hat Jesus selbst noch gepredigt, dass seine Zeitgenommen noch zu ihren Lebzeiten, das jüngste Gericht, erleben werden.

    Zitate sind schön und gut. Aber das gute ist dass es auch andere gibt, die man nicht von der Hand weisen kann:

    Jesus sagte und nicht schrieb:

    Mattäus 10,34: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter, und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein.

    this->that schrieb:

    IMHO ist der Buddhismus die "beste" Religion von allen, da seine Ansichten im Vergleich zu andren Religionen sinnvoll sind.

    Meinst du? Ist es das sinnvollste zu behaupten, dass alle Krüppel an ihrem Leiden selbst schuld seien, weil sie in ihrem früheren Leben falsch gehandelt haben?

    So, hat zwar wenig mit dem Anfangsthema zu tun, musste ich aber loswerden.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Wenn es kein höheres Etwas, keine Seele und kein anders geartetes Jenseits gibt, dann ist dies hier mit all seiner Beschränktheit und Arm"seeligkeit" eben alles. Die Wahrscheinlichkeit hierfür halte ich persönlich für gering.

    Du hältst diese Wahrscheinlichkeit für sehr gering, obwohl alles genau dafür spricht?

    Vielleicht solltest du mal hier drüber meditieren:

    Douglas Adams schrieb:

    Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?



  • Erhard Henkes schrieb:

    Um friedlich miteinander zu leben braucht es keine Religion mit übernatürlichen Wesen. Es braucht nur etwas gesunden Menschenverstand und ein paar einfache Regeln.

    http://www.weltethos.org/ (Küng)
    Das haben wir hier schon mal diskutiert, alle fanden es akzeptabel aber zu allgemein. So geht es also auch nicht. 🙄

    Hast du den Thread noch zur Hand?



  • matimatiker schrieb:

    this->that schrieb:

    IMHO ist der Buddhismus die "beste" Religion von allen, da seine Ansichten im Vergleich zu andren Religionen sinnvoll sind.

    Meinst du? Ist es das sinnvollste zu behaupten, dass alle Krüppel an ihrem Leiden selbst schuld seien, weil sie in ihrem früheren Leben falsch gehandelt haben?

    Bei einem kann man sich in Diskussionen in diesem Forum sicher sein: Es gibt immer mindestens einen, der sofort seine gegensätzliche Meinung posten muss/bzw eine Aussage (absichtlich) missinterpretiert bzw. das Negative betont.

    Ich habe nicht gesagt, dass jeder einzelne Gedanke sinnvoll ist, sondern dass es als Gesamtes im VERGLEICH zu andren Relgionen noch am sinnvollsten is. Und wenn die Vorstellung mit dem Kharma dazu führt, dass wir respektvoll mit uns und der Umgebung umgehen, dann ist auch dieser Gedanke sinnvoll (im Übrigen ist das nicht zwangsläufig wörtlich zu sehen, sondern der Kern der Aussage ist entscheidend. Und es ist nun mal absolut richtig, dass all unsere Handlungen Auswirkungen auf uns haben).



  • Erhard Henkes schrieb:

    Wenn es kein höheres Etwas, keine Seele und kein anders geartetes Jenseits gibt, dann ist dies hier mit all seiner Beschränktheit und Arm"seeligkeit" eben alles. Die Wahrscheinlichkeit hierfür halte ich persönlich für gering.

    Kann schon sein, dass dieses primitive Dasein nicht "alles" ist. Die Alternative ist aber nicht unbedingt ein göttliches Wesen, es gibt auch andere Theorien, die dein primitives Dasein erklären können. 😉 z.B. könnte all dies nur eine Simulation sein. Und die Leute, die uns simulieren, sind auch nur wieder eine Simulation, usw. Und deshalb ist unsere Welt so billig, weil hundert mal als Simulation vereinfacht. Wie in diesem Film: http://de.wikipedia.org/wiki/Welt_am_Draht

    Aber eigentlich muss man auch gar nicht erklären, warum unsere Welt so einfach ist (und es ist auch gar nicht so klar, dass sie das ist). Deshalb erschließt sich mir überhaupt nicht, warum es sowas wie ein höheres Wesen geben soll.



  • this->that schrieb:

    [...] dass es als Gesamtes im VERGLEICH zu andren Relgionen noch am sinnvollsten is. Und wenn die Vorstellung mit dem Kharma dazu führt, dass wir respektvoll mit uns und der Umgebung umgehen [...]

    Das gibt es doch in jeder Weltreligion in abgewandelter Form. Liebe deinen nächsten, sei ein guter Mensch, handle im Sinne Gottes, dann wirst du nach deinem Tod belohnt, andernfalls bestraft. Und vielleicht auch schon in diesem Leben.

    Das ist doch die Grundaussage in jeder Weltreligion und wie das jetzt genau heißt, ist völlig nebensächlich. Also würde ich da jetzt nicht eine Religion irgendwie als sinnvoller als die andere ansehen. Am sinnvollsten wäre es doch sowieso, diese Richtlinien auf einem wissenschaftlichem Papier festzuhalten und jedem zugänglich zu machen, dann können wir uns die teuren Kapellen sparen. 😃




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