Linux für eine Grundschule - skolelinux versus ubuntu



  • Hallo!
    Wir stehen hier in einer Grundschule vor der Qual der Wahl:
    Ubuntu oder Skolelinux. Beide Linuxdistributionen basieren auf Debian.

    Dieser Thread ist dafür gedacht, Pro- und Contra-Argumente zu sammeln.

    Danke.
    l.n.



  • Sind die PCs für die schüler in computerräumen gedacht?



  • Ubuntu ist dafür nicht geeignet, du meinst wohl Edubuntu, oder?



  • In Ubuntu ist vergleichsweise wenig "Müll" dabei, wenn du ne Distribution mit viel überflüssigem Zeug sehen willst, schau die SuSE an. Ubuntu ist im Vergleich dazu der reinste Segen.

    Ich würde allerdings auch eher Edubuntu statt Ubuntu nehmen:
    http://www.edubuntu.org/

    [edit]Wenn schon Antwort auf Getrolle, bitte in Zukunft nicht auch noch zitieren. Danke.[/edit]



  • Heinzelotto schrieb:

    Sind die PCs für die schüler in computerräumen gedacht?

    So ist es, nicht ganz 15 schon vorhandene PCs, die von Windows auf Linux umgestellt werden sollen.



  • Heinzelotto schrieb:

    Ich würde allerdings auch eher Edubuntu statt Ubuntu nehmen:
    http://www.edubuntu.org/

    Danke für den Link. Ich habe auch schon von Edubuntu gehört und irgendwo gelesen, das es Edubuntu nicht mehr als selbständig laufende Distribution, sondern als ein Addon für Ubuntu gibt.
    Edubuntu scheint mir im Vergleich zu skolelinux auf einem neueren Stand zu sein, mit einer größeren Community und einem größeren Entwicklerpotential.



  • So, ich habe mir jetzt mal die Homepages von beiden Projekten angeschaut und bin zu folgenden Schlussfolgerungen gekommen:
    - Skolelinux scheint sehr von der Debian-Philosophie angehaucht zu sein, auf der Homepage wird häufig betont, dass es freie Software ist und dass es den Gedanken von freier Software und freiem Wissen fördern will. Ich habe ganz und gar nichts gegen diese Denkweise, ganz im Gegenteil, ich bin selbst begeisterter Anhänger davon, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das das bester für kleine Kinder ist. In erster Linie geht es ja hierbei darum, Kinder einen einfachen Zugang zu Bildung zu liefern und nicht, um Kinder zu Freie-Software-Jüngern zu machen. Die starke Anlehnung an Debian macht mir außerdem zu schaffen, da die meisten Debian-Leute einfach zu 'technisch' sind, und zwar geniale Software produzieren, die aber leider nicht ohne weiteres für den 'Durchschnittsbenutzer' geeignet ist.

    - Edubuntu hingegen hat den Slogan "Linux for Young Human Beings" der auch sehr viel über die Philosophie hinter dem Projekt aussagt. Edubuntu ist keine Distribution für Computer-Geeks (soll bei Grundschülern ja auch nicht so oft vorkommen 😉 )
    Edubuntu ist sehr auf die Nähe zum Benutzer bedacht, was auch der Grund ist, warum Ubuntu so beliebt ist und so vielen den Einstieg in Linux erleichtert hat.
    Die Screenshots machen auch einen absolut positiven Eindruck.
    Alles in allem würde ich behaupten (wie gesagt, ich habe mir die Seiten nur kurz angeschaut; bei Edubuntu bin ich außerdem zusätzlich von Ubuntu ausgegangen), dass Edubuntu für dich (bzw. für Grundschüler) die bessere Wahl wäre, Skolelinux scheint mir eher für ältere Schüler gedacht.

    Damit du dir selbst ein Bild machen kannst, solltest du unbedingt auf die Entsprechenden Homepages der Projekte gehen ([1] und [2]) und dich selbst überzeugen, außerdem solltest du evtl. einfach mal die beiden Images runterladen und auf einem Testrechner installieren. Das sollte die beste Methode zur Meinungsbildung sein 🙂

    [1]: http://www.edubuntu.org/
    [2]: http://wiki.skolelinux.de/Ziele



  • Skolelinux scheint sehr von der Debian-Philosophie angehaucht zu sein, auf der Homepage wird häufig betont, dass es freie Software ist und dass es den Gedanken von freier Software und freiem Wissen fördern will. Ich habe ganz und gar nichts gegen diese Denkweise, ganz im Gegenteil, ich bin selbst begeisterter Anhänger davon, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das das bester für kleine Kinder ist.

    Das muss man ja nicht beibringen. Es reicht ja, wenn die Kinder wissen, dass es auch was anderes als Windows gibt.

    In erster Linie geht es ja hierbei darum, Kinder einen einfachen Zugang zu Bildung zu liefern und nicht, um Kinder zu Freie-Software-Jüngern zu machen. Die starke Anlehnung an Debian macht mir außerdem zu schaffen, da die meisten Debian-Leute einfach zu 'technisch' sind, und zwar geniale Software produzieren, die aber leider nicht ohne weiteres für den 'Durchschnittsbenutzer' geeignet ist.

    Debian produziert ja auch keine Software. Die Leute passen sie nur an, sodass es problemlos funktioniert, und ja viele Linux Programme sind nunmal technisch angehaucht. Es sind ja auch Programme, die von Progrmamierern für sich selbst entwickelt wurden, was erwartest du da anderes 🙂

    Edubuntu gefällt mir persönlich nicht so sehr. Ich weis nicht ganz genau was die Zielgruppe ist, aber ab 7.-8. Klasse wird die Hemmschwelle der Schüler wohl groß an soetwas...kindischen zu arbeiten.



  • otze schrieb:

    [...]

    Edubuntu gefällt mir persönlich nicht so sehr. Ich weis nicht ganz genau was die Zielgruppe ist, aber ab 7.-8. Klasse wird die Hemmschwelle der Schüler wohl groß an soetwas...kindischen zu arbeiten.

    Made my day 👍

    Ist technisch ja leider nicht möglich das Aussehen von Linux seinen eigenen Vorstellungen anzupassen, besonders in den *buntus ist es aboslut unmöglich 💡



  • Ich weis nicht ganz genau was die Zielgruppe ist

    1. - 4. Klasse natürlich



  • Grundschüler schrieb:

    Ich weis nicht ganz genau was die Zielgruppe ist

    1. - 4. Klasse natürlich

    verdammt is mir grad als ich den threadnamen wieder gesehen hab auch aufgefallen. Kopf->Wand.

    Ich geh mal besser noch nen kaffee trinken



  • Was haben denn Computer in der Grundschule verloren?



  • quergedenkt schrieb:

    Was haben denn Computer in der Grundschule verloren?

    Das ist, bzw. mittlerweile Standard, so wie ich es mitbekommen habe. Ein Computerraum für die Kinder und in jedem Klassenraum ein gemeinschafts PC.
    Meiner Meinung anch geht das in Richtung PISA; größer, schneller, weiter, etc.



  • Grundschule kann aber auch 1. bis 6. Klasse bedeuten - schrecklich, dass dies vielen nicht bekannt ist...



  • Heinzelotto schrieb:

    In erster Linie geht es ja hierbei darum, Kinder einen einfachen Zugang zu Bildung zu liefern und nicht, um Kinder zu Freie-Software-Jüngern zu machen.

    Hmm, was sind denn die Prämissen von Freier Software?
    Das Recht und die Ermutigung:
    - zu schauen, wie Dinge funktionieren und daraus zu lernen.
    - mit der Software herumzuspielen und sie -- alleine und gemeinsam mit anderen -- zu verändern und zu verbessern
    - seinem Nächsten durch Erklären, durch Tauschen und durch eigene Beiträge Hilfe zu geben, wenn er sie benötigt

    Ganz klar, völlig ungeeignete Werte für Deutschlands Zukunft 😉



  • Das sind Kinder, die Computer nutzen wollen und nicht praktisch gezwungen werden sollen, Geeks zu werden! Das ist Grundschule, da verstehen die ganz sicher wie Software entsteht usw. und können die Programme sinnvoll verbessern... back to Reality, GNU-Fan.



  • GNU-Fan schrieb:

    Hmm, was sind denn die Prämissen von Freier Software?
    Das Recht und die Ermutigung:
    [...]

    Ganz klar, völlig ungeeignete Werte für Deutschlands Zukunft 😉

    Das lernen sie ja genauso bei Edubuntu. Mein Kritikpunkt war, dass bei Skolelinux eben nicht das Lernen, sondern das, was du sagtest, im Vordergrund steht. Und das finde ich, ist für Schüler der 1. bis 4. Klasse noch zu früh.



  • Als normaler Benutzer wird man wohl nicht mit der Philosophie von Skolelinux in Berührung kommen. Daher dürfte das wirklich egal sein.

    Ich würde aber wohl trotzdem eher Edubuntu nehmen.

    <edit>
    Aber eine gute Sache Linux auf den PCs zu installieren 👍. (Wenn man schon unbedingt PCs in der Grundschule haben muss 🙄 👎)
    </edit>



  • Heinzelotto schrieb:

    - Skolelinux scheint sehr von der Debian-Philosophie angehaucht zu sein
    - Edubuntu hingegen hat den Slogan "Linux for Young Human Beings"

    Du entscheidest aufgrund irgend eines Slogens auf der HP? 😮 Installier doch beide auf dem Rechner, verbringe mit beiden min. 4 Stunden, schau welche Software drauf ist und wie gut du das System an Sicherheit anpassen kannst. Ubuntu hat naemlich ganz schlechte Sicherheit, da kann jeder User mit sudo Administrator werden. Ich weis nicht ob die das mit Edubuntu genauso gemacht haben.

    Vor allem wichtig ist der Paketmanager und ob updates nicht das System brechen. Wenn Skolelinux auf apt http://en.wikipedia.org/wiki/Advanced_Packaging_Tool setzt ist es kein Problem.

    Dann ist die Frage, willst du KDE oder Gnome als GUI haben? Skolelinux hat KDE, Edubuntu hat Gnome. KDE sie meistens eher wie Windows aus, man kann es mehr anpassen. Gnome ist minimalistischer.

    Da beide von Debian abstammen hast du IMHO die gleiche Softwareauswahl per Paketmanager. Ich wuerde dann schauen welche Versionen die beiden Distributionen bieten (ob sie von Debian Stable, Testing oder Unstable abstammen) http://www.debian.org/releases/



  • DEvent schrieb:

    [Du entscheidest aufgrund irgend eines Slogens auf der HP? 😮

    habe ich nie behauptet 🙂 Der Slogan bekräftigt nur meine Meinung.
    Ich kenne Ubuntu sehr gut und weiß, dass der Slogan sehr gut zutrifft. Das weißt du doch auch, oder?

    Installier doch beide auf dem Rechner, verbringe mit beiden min. 4 Stunden, schau welche Software drauf ist und wie gut du das System an Sicherheit anpassen kannst. Ubuntu hat naemlich ganz schlechte Sicherheit, da kann jeder User mit sudo Administrator werden. Ich weis nicht ob die das mit Edubuntu genauso gemacht haben.

    Ist das immernoch an mich?
    Wenn ja, dann tut es mir leid, aber ich habe nicht 8 Stunden zeit, um das zu testen. Deshalb sagte ich ja auch, dass ich meine Meinung anhand der Art der Darbietung der Informationen auf deren Homepages (und meinem Wissen über Ubuntu) bilde.
    Und in Ubuntu können außerdem nur die Administrative Rechte bekommen, die in der Gruppe "admin" sind. Und das sind neue Benutzer standardmäßig nicht (bei 8.04 zumindest). Verbreite bitte keine Unwahrheiten.

    Da beide von Debian abstammen hast du IMHO die gleiche Softwareauswahl per Paketmanager. Ich wuerde dann schauen welche Versionen die beiden Distributionen bieten (ob sie von Debian Stable, Testing oder Unstable abstammen) http://www.debian.org/releases/

    edubuntu basiert auf der aktuellen Ubuntu-version, wie es bei Skolelinux ist, weiß ich nicht, aber die Repositories kann man auch nachträglich aktivieren.

    Nochmal meine Meinung:
    Ich finde Skolelinux sehr gut und würde es auch auf jeden Fall in höheren Klassen einsetzen, aber ich denke nicht, dass Grundschüler bereits C/C++ Compiler und als Editor Emacs benötigen 🙄


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