Kennt ihr schon Emacs' Org-Mode?
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Anstatt dieses leere Statement abzugeben wäre es wohl für die meisten Leser, allen voran natürlich für mich, interessant zu wissen *welche* Zielgruppen denn nun beide Programme bedienen und inwiefern sich diese unterscheiden.
Ich hoffe ja doch nicht, dass du nun auf einen Unterschied ala "Das eine ist für Windows und das andere für Linux" oder sonstige technische Unterschiede anspielen wolltest.
MfG SideWinder
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Christoph K. schrieb:
Aber das Englisch ist für native speakers wirklich ein harter Brocken.
Warum, bist Du native speaker? Du hast offensichtlich noch nie chinesisches oder britisch-indisches Englisch gehört.
SideWinder: Inwiefern stehen die denn Deiner Ansicht nach miteinander in Konkurrenz? Sieh Dir einfach mal die Features von org-mode an; das schöne daran ist vor allem, dass die Verwendungsart nicht fest vorgegeben ist, sondern man tausend Sachen damit machen kann.
OneNote hat eben einen einzigen von MS vorgegebene Verwendungsmodus. Wenn man die Arbeitsweise, die sich die OneNote-Devs vorgestellt haben, teilt und Word mag kann man damit bestimmt glücklich werden.
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SideWinder schrieb:
Anstatt dieses leere Statement abzugeben wäre es wohl für die meisten Leser, allen voran natürlich für mich, interessant zu wissen *welche* Zielgruppen denn nun beide Programme bedienen und inwiefern sich diese unterscheiden.
Naja, fang mal bei den offensichtlichsten Sachen an: Word-Fans werden mit Org-Mode nicht glücklich werden, Word-Hasser mit OneNote auch nicht etc.
Org-Mode gibt es übrigens für jede Plattform, auf der GNU Emacs läuft, nicht nur für GNU/Linux.
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SideWinder schrieb:
Anstatt dieses leere Statement abzugeben wäre es wohl für die meisten Leser, allen voran natürlich für mich, interessant zu wissen *welche* Zielgruppen denn nun beide Programme bedienen und inwiefern sich diese unterscheiden.
Ich hoffe ja doch nicht, dass du nun auf einen Unterschied ala "Das eine ist für Windows und das andere für Linux" oder sonstige technische Unterschiede anspielen wolltest.
MfG SideWinder
Dachte eigentlich es wäre offensichtlich.
Die Kurzfassung: die einen arbeiten lieber hauptsächlich mit der Maus die anderen mit der Tastatur.Für viele ist es undenkbar mit Emacs zu arbeiten, weil sie nicht damit klar kommen, dass statt Radio-Boxen & Co einfach nur unterschiedlich gefärbter Text und Einrückung zur Präsentation vorhanden ist.
Ich finde das Toll, so kann ich in Org-Mode einfach "* TODO Neue Aufgabe" wortwörtlich schreiben und es wird genauso angenommen, als wenn ich den * und das TODO per Shortcut/Menüleiste einfüge.Sobald man zur Mausnavigation übergeht hat OneNote ganz klar die Nase vorn, da es darauf hin ausgelegt wurde und in Emacs gibt es zwar durchaus Maussteuerung, aber man merkt doch recht schnell, dass sie nicht für wirklich wichtig gehalten wird (bis auf ein paar wenige Ausnahmen wo die Maussteuerung wirklich besser ist - CUA-mode's Rectangle Editing ist per Maus ziemlich fein, oder natürlich der Artist-Mode).
Ich kenne das Dateiformat von OneNote nicht, aber in Org-Mode kann ich einfach den gesamten Text markieren und hier posten und jeder würde sofort damit etwas anfangen können. Auch das finde ich einen großen Vorteil (ok, Org-Mode hat auch zusätzlich noch einen Ascii-Renderer, sowas könnte OneNote auch haben, dann ist das natürlich hinfällig) und ich kann meine mit Org-Mode erstellten Dateien auch jederzeit mit anderen Tools ohne große Mühe bearbeiten/durchsuchen.
Aber hier sieht man auch schon den Unterschied, denn welcher "normale" Office-User würde das jemals tun?
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Linuckser schrieb:
ich kann meine mit Org-Mode erstellten Dateien auch jederzeit mit anderen Tools ohne große Mühe bearbeiten/durchsuchen.
Ganz wichtig: Diffs sind damit richtig bequem und lesbar und somit auch Versionskontrolle.
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Ich würde niemals ein derartiges Programm verwenden, wenn dessen Benutzung eine Maus voraussetzen würde. Zum Glück tut man dies aber wohl weder bei Org-Mode noch bei OneNote. Deswegen schreibe ich auch hier einfach "-something TAB until". Nachdem ich auf TAB gedrückt habe wird mir das auch schön in einer Tabelle angezeigt (sollte dann eigentlich beide Vorteile vereinen: Einfache Tastatur-Eingabe + schöne Darstellung).
nman schrieb:
Org-Mode gibt es übrigens für jede Plattform, auf der GNU Emacs läuft, nicht nur für GNU/Linux.
Gedanken daran zu verschwenden, ob ein Programm auf dem eigenen Betriebssystem läuft ist sowas von 90er.
nman schrieb:
Wenn man die Arbeitsweise, die sich die OneNote-Devs vorgestellt haben, teilt und Word mag kann man damit bestimmt glücklich werden.
Von welcher "Arbeitsweise" sprichst du denn hier? Die Einteilung in Notebook/Chapter/Page? Dass ich nur die Arbeitsweise Note -> Task oder umgekehrt Task-> Note habe?
Linuckser schrieb:
Ich kenne das Dateiformat von OneNote nicht, aber in Org-Mode kann ich einfach den gesamten Text markieren und hier posten und jeder würde sofort damit etwas anfangen können.
Funktioniert mit OneNote auch, zugegebenerweise verliert man natürlich Information, da das Format kein plain-text Format ist, und ich in einem plain-text-Feld natürlich nicht alles unterbringen kann (Farben, etc.)
Linuckser schrieb:
ich kann meine mit Org-Mode erstellten Dateien auch jederzeit mit anderen Tools ohne große Mühe bearbeiten/durchsuchen.
OneNote wird in den Such-Index direkt eingebunden. Kann also Notizen direkt über die normale Suche finden.
Ach
Soviel Text für nichts, ich kenne immer noch keinen wirklichen Unterschied. Das eine läuft eben textbasiert unter Emacs, das andere bindet sich eben statt in Emacs in Windows/Office ein. Eigentlich kein Unterschied, passiert eben plattformbedingt.MfG SideWinder
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Der Sinn der Programme ist also letzten Endes ziemlich der selbe (das wollte ich eigentlich wissen). Dachte nur, hinter diesem org-mode versteckt sich noch Größeres.
nman schrieb:
Linuckser schrieb:
ich kann meine mit Org-Mode erstellten Dateien auch jederzeit mit anderen Tools ohne große Mühe bearbeiten/durchsuchen.
Ganz wichtig: Diffs sind damit richtig bequem und lesbar und somit auch Versionskontrolle.
Okay. Das ist nun der erste Unterschied zwischen den beiden Tools. Eigentlich handelt es sich aber auch hier nur um einen Feature-Unterschied...
MfG SideWinder
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Der Unterschied liegt einfach in der Zielgruppe, und unter Windows würde ich wohl OneNote auch den Vorzug geben. Aber für den Emacs-User ist Org-Mode allein schon deshalb praktisch, weil man in seiner Umgebung bleiben kann. So wie sich OneNote in die Windows-Oberfläche komfortabel integriert tut das Org-Mode in Emacs.
Ich denke es ist mehr eine Mischung aus OneNote, Outlook und MS Project, sowie Excel. Naja wie nman schon sagte ist es sehr flexibel, man kann also nicht klar sagen wofür Org-Mode da ist. Heute habe ich auf einer Webseite gelesen, dass einer plant damit eine Webseite zu basteln. Der Sprecher aus dem Video sagt selber, dass er Org-Mode für die Roharbeiten an seinen Papers nutzt und nur Feinarbeiten noch in LaTeX erledigt.
Andere nutzen Org-Mode's Tabelleneditor um HTML-Tabellen komfortabel zu erstellen. Dann kann man es als Terminplaner nutzen, usw.
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SideWinder schrieb:
nman schrieb:
Org-Mode gibt es übrigens für jede Plattform, auf der GNU Emacs läuft, nicht nur für GNU/Linux.
Gedanken daran zu verschwenden, ob ein Programm auf dem eigenen Betriebssystem läuft ist sowas von 90er.
So lange es mehr als ein Betriebssystem gibt, ist diese Fragestellung aktuell und keineswegs "sowas von 90er".
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SideWinder schrieb:
Ich würde niemals ein derartiges Programm verwenden, wenn dessen Benutzung eine Maus voraussetzen würde. Zum Glück tut man dies aber wohl weder bei Org-Mode noch bei OneNote.
Ganz ehrlich, Du hast keine Ahnung, wie wenig man die Maus mit Emacs (und somit auch org-mode) braucht. Das soll kein Vorwurf sein, das kannst Du einfach nicht. Wenn Du mal länger Emacs oder Vim oä. vernwendet hättest, wüsstest Du, wovon ich rede.
Gedanken daran zu verschwenden, ob ein Programm auf dem eigenen Betriebssystem läuft ist sowas von 90er.
Habe ich ja durchaus nicht, aber dass Org-Mode für GNU/Linux ist, wollte ich doch nicht so stehen lassen.
Von welcher "Arbeitsweise" sprichst du denn hier? Die Einteilung in Notebook/Chapter/Page? Dass ich nur die Arbeitsweise Note -> Task oder umgekehrt Task-> Note habe?
Ich spreche davon, dass Org-Mode so mächtig ist, weil es im Grunde nur Markup-Syntax und eine Sammlung von äußerst praktischen Funktionen dafür ist, die man auch in anderen Major-Modes verwenden kann. Und selbst wenn man das nicht tut, hat man mit Org-Mode viele verschiedene Workflows, weil man alles auf so viele verschiedene Arten machen kann.
Funktioniert mit OneNote auch, zugegebenerweise verliert man natürlich Information, da das Format kein plain-text Format ist, und ich in einem plain-text-Feld natürlich nicht alles unterbringen kann (Farben, etc.)
Das ist aber ein fundamentaler Unterschied. Org-Mode-Files sind so gut lesbar, dass Du sie locker auch mit vim, Notepad oä bearbeiten kannst.
Linuckser schrieb:
ich kann meine mit Org-Mode erstellten Dateien auch jederzeit mit anderen Tools ohne große Mühe bearbeiten/durchsuchen.
OneNote wird in den Such-Index direkt eingebunden. Kann also Notizen direkt über die normale Suche finden.
Das kannst Du deswegen, weil irgendein Entwickler sich extra darum bemüht hat, dass Du in diesen Dateien suchen kannst; mit Org-Mode bekommst Du das gratis durchs Dateiformat, genauso wie die Möglichkeit, das Zeug in ein VCS zu packen, durchzugreppen und sämtliche Unix-Standardutilities für Textverarbeitung zu verwenden oder die Files herumzupipen.
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Haruhistin schrieb:
SideWinder schrieb:
nman schrieb:
Org-Mode gibt es übrigens für jede Plattform, auf der GNU Emacs läuft, nicht nur für GNU/Linux.
Gedanken daran zu verschwenden, ob ein Programm auf dem eigenen Betriebssystem läuft ist sowas von 90er.
So lange es mehr als ein Betriebssystem gibt, ist diese Fragestellung aktuell und keineswegs "sowas von 90er".
Bei Org-Mode geht übrigens auch die Portabilität wesentlich weiter als "nur" bei Emacs und Org-Mode selbst: Org-Mode-Files lassen sich auf jeder Plattform bequem bearbeiten, für die es Texteditoren gibt. Um Org-Mode-Files zu ändern und anzusehen braucht man keinen Emacs; die diversen Outlines sind wunderbar ohne Org-Mode lesbar, erst bei Tabellen mit komplizierteren Formeln oä. könnte man ins Straucheln kommen. Natürlich ist das nicht so unheimlich bequem wie das normalerweise mit Org-Mode der Fall ist, aber es geht genauso.
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Vielleicht sollte man auch noch erwähnen, dass der Org-Mode ein kleiner praktischer Emacs Mode ist, der zudem frei angepasst werden kann, während OneNote ein fettes proprietäres Paket ist, das- obwohl es kaum mehr Funktionalität bietet- erstmal mit einem Installer aufwartet, der alleine wahrscheinlich schon mehr Platz braucht als der ganze Org-Mode.
Viele Grüße
Christian (der trotzdem bei vim bleibt)
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fantastisch, was man mit dem ehrwürdigen Software-"Dinosaurier" emacs alles machen kann

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u_ser-l schrieb:
fantastisch, was man mit dem ehrwürdigen Software-"Dinosaurier" emacs alles machen kann

Emacs ist ja auch kein Editor, sondern ein Betriebssytem mit Editor...

Trotzden bleib ich auch bei vim :pIvo
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Ivo schrieb:
Trotzden bleib ich auch bei vim :p
Und das schöne ist, dass Du auch mit vim das Dateiformat von org-mode schön bearbeiten kannst, ohne lange nachdenken zu müssen. Und die Grundfeatures von org-mode sollten sich auch in vim recht flott umsetzen lassen, selbst wenn man kein elisp zur Verfügung hat.
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Org-Mode ist ziemlich toll!

@SideWinder
Schau dir halt das Org-Mode Video an. Ich denke, dass außer dir hier keiner dieses komische Microsoft Produkt verwendet und es daher sinnvoll vergleichen kann und was auf der Homepage steht ist ja auch nur nutzlose Information (ala "Achtung tolles Feature!!! Man kann nach seinen Dokumenten suchen!!!!").
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rüdiger schrieb:
Ich denke, dass außer dir hier keiner dieses komische Microsoft Produkt verwendet
Ich habe das bei einem Kollegen schon mal verwendet, der einen Tablet PC hat. Hat sich jetzt auch Emacs unter Windows Vista installiert.
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Hallo
Ich habe ja schon beim Wechsel zu Latex gute Erfahrung gemacht, deswegen hier meine Frage: Kennt ihr gute absolute Einsteigertutorials für Emacs, es muss aber für Windows sein, weil ich nicht wechseln will. Ich will mir das mal schauen, aber im Netz wird man ja förmlich erschlagen und der große Vorteil von erweiterbaren Systemen muss ja nichts extra erläutert werden, aber für Neueinsteiger ist es manchmal sehr schwierig sich da zurecht zu finden.
chrische
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Ivo schrieb:
Emacs ist ja auch kein Editor, sondern ein Betriebssytem mit Editor...

Trotzden bleib ich auch bei vim :pvim gefällt mir auch gut. Ich habe ihn auch mal einige Monate ausprobiert. Das Konzept mit der Cursorbewegung mit einzelnen Buchstabentasten von vim gefällt mir besser als ctrl-b, ctrl-n usw. von emacs.
Allerdings entstand mit vim das Problem, zu vermeiden, gelegentlich Emacs-Tastaturkombinationen reflexartig auf vim anzuwenden oder umgekehrt. Sachen wie Ctrl-x 4 f und Ctrl-x Ctrl-s sind bei mir inzwischen im Kleinhirn, wenn nicht im verlängerten Rückgrat "verdrahtet"

Man kann eben nicht alles gleichzeitig haben.
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Vim ist ja wenigstens so freundlich und weißt einen bei einem C-x C-c darauf hin, dass man doch mit ZZ benutzen möge

Nerviger ist es da schon, wenn man ein ZZ in den Emacs Buffer schreibt
Übrigens ganz vergessen: OrgMode ist zwar mächtig, aber total simpel zu benutzen, denn was man nicht kennt oder nutzt stört absolut nicht. So muss ich bei meinen ToDos nie eine Priorität, Tags, Deadlines, Kosten oder sonst was mitangeben, kann das aber jederzeit tun.
Wie gesagt bis zum Video wusste ich gar nicht was Org-Mode so kann, außer ToDos verwalten