Intel Atom behindert wohl die Entwicklung von Windows 7 Tablets?



  • Hallo, nur wieder einmal eine Feststellung meinerseits:

    Seit dem das iPad, welches wirklich gut gemacht ist, rausgekommen ist, kündigen jede Woche etwa sieben Hersteller ein Windows Tablet an. Doch keines von denen ist bis jetzt erschienen.

    Was mir aufgefallen ist: Windows 7 ist ein komplexes x86 System (es ist ja eigentlich für den Desktop konzipiert), während iOS recht flexibel auf ARM laufen kann. Und in diesem Bereich scheint es noch immer so zu sein, dass man mit Windows auf einem Intel Atom Dual Core bei weitem nicht dasselbe Benutzererlebnis hat, wie mit iOS oder Android einem ARM Hummingbird. Intel ist in diesem Segment, natürlich auch Software bedingt, nicht konkurrenzfähig und ich glaube, der uns aufgezwungene Atom behindert die Entwicklung.

    Oder hat jemand hier schon einmal Windows 7 auf einem Intel Atom N450 betrieben? Wie läuft es, kann man damit flüssig arbeiten? Und mit arbeiten meine ich natürlich einfach bequem im Web browsen, Emails verschicken, Youtube... Tablet Aufgaben halt. Würde mich wundernehmen.



  • Niemand zwingt die Hersteller, Atoms zu nehmen. Es gibt Alternativen. Via Nano, AMD will demnächst auch was rausbringen.



  • Ich denke neben den technischen Problemen (Akkulaufzeit, Leistung) spielt vor allem eine Rolle, dass die Dinger im Endeffekt nur Laptops ohne Tastatur sein wollen und damit unpraktischer als Netbooks sind. Ich habe persönlich noch keins von denen gesehen, aber ich fürchte, dass einen nicht mehr erwarten wird als ein Windows 7 mit größeren Bedienelementen und einem Schnellstart-Knopf für die Bildschirmtastatur. Über die Sinnhaftigkeit der Tablets kann man sich ohnehin streiten, aber ich denke, dass der meiste Umsatz mit Fun-Tablets gemacht wird und es nur einen sehr kleinen Markt gibt für solche Geräte mit einem vollwertigen OS. Und selbst dann wird es wohl eher auf Geräte im Stil von EeePC T91 hinaus laufen.





  • Mr X schrieb:

    Niemand zwingt die Hersteller, Atoms zu nehmen. Es gibt Alternativen. Via Nano, AMD will demnächst auch was rausbringen.

    Ja, schon, aber wieviel besser ist der VIA Nano im Vergleich zu einem Atom? So viel nehmen die sich wohl nun auch wieder nicht. Die Architektur ist dieselbe, vielleicht kann man etwas beim Stromverbrauch machen, aber die Performance ist bei beiden nicht ausreichend, um eine ansprechende Benutzererfahrung zu ermöglichen. Vielleicht liegt es aber auch nur am Windows, welches als Betriebssystem niemals für diesen Einsatz gedacht war und nun dafür erst einmal optimiert werden muss.

    Übrigens war der alte VIA C-7M auch nicht so der Brüller, ich lasse damit auch Windows 7 in einem Netbook laufen. Es funktioniert und ist sehr stabil, aber grauenhaft langsam...



  • Mh, die Nanos gibts als Dualcores, haben AMD64-Erweiterung. Dualcore gibts vom Atom auch, AMD64 nicht, soweit ich weiß.

    Zitat Wikipedia:

    Im Vergleich zum VIA C7 hat sich die Leistung des Nano dennoch sowohl bei der ALU als auch bei der FPU ca. um den Faktor 2,5 verbessert



  • Das iPad verwendet iOS, die meisten anderen Tablets Android, vor Allem ältere auch ein eigenes Linux. Die sind Alle für kleine Geräte und geringem Stromverbrauch optimiert. Intel hat nicht umsonst Moblin/MeeGo in die Welt gesetzt, denn im Betrieb kann selbst der nagelneue, hochoptimierte Moorestown nicht mit der Effizienz eines ARM Prozessors mithalten. Der SoC ist super, der x86 Kern aber im Vergleich zu ARM eine wahre Hitzeschleuder. Daher benötigt man ein hochoptimiertes System, der den Prozessor möglichst die meiste Zeit im idle-Modus verweilen lässt. Darauf ist Windows 7 überhaupt nicht ausgelegt. Schon Netbooks müssen mit den Akkus "schummeln", die über das Gehäuse hinausragen. Tablets sollten noch ein Stück leichter und kleiner sein. Zudem werden längere Akkulaufzeiten erwartet, oder zumindest von der Konkurrenz vorgelegt.

    Das finde ich ehrlich gesagt aber auch kein allzu großes Problem, denn Moblin, bzw. die Netbook-Version von MeeGo kommt schon recht nahe an ein "echtes" Desktopsystem heran.

    Leider ist "klein" und "leicht" oftmals in den Tests eines der ersten Dinge, auf die deutlich hingewiesen wird und auf die viel Wert gelegt wird. Ein wuchtiges Tablet mit viel Platz für den Akku und ein von der GUI leicht angepasstes Windows 7 oder ein "vollwertiges" GNU/Linux-System, hätte sicher auch seine Daseinsberechtigung... aber wohl nicht so eine große Zielgruppe.



  • /rant/ schrieb:

    Was mir aufgefallen ist: Windows 7 ist ein komplexes x86 System (es ist ja eigentlich für den Desktop konzipiert), während iOS recht flexibel auf ARM laufen kann. Und in diesem Bereich scheint es noch immer so zu sein, dass man mit Windows auf einem Intel Atom Dual Core bei weitem nicht dasselbe Benutzererlebnis hat, wie mit iOS oder Android einem ARM Hummingbird. Intel ist in diesem Segment, natürlich auch Software bedingt, nicht konkurrenzfähig und ich glaube, der uns aufgezwungene Atom behindert die Entwicklung.

    Also ich sehe das genau anders rum: Windows 7 ist einfach zu lahm für den Atom. Der Fehler ist nicht einen Atom zu nehmen, der Fehler ist Windows 7 darauf laufen lassen zu wollen.
    Windows CE, Windows XP embedded oder auch diverse Linuxe würden da sicher flüssiger laufen.

    Oder glaubst du etwa dass ein ARM schneller ist als ein Atom?

    @Mr X:
    Es gibt einige Atome die x86-64 können.



  • hustbaer schrieb:

    Oder glaubst du etwa dass ein ARM schneller ist als ein Atom?

    Wenn es ein Cortex A9 ist, dann ist dies durchaus möglich.



  • ARM schrieb:

    Wenn es ein Cortex A9 ist, dann ist dies durchaus möglich.

    Wenn man die Entwicklungsgeschichte beider Prozessoren und Derivate anschaut, ist es so, daß sich das heillos vergurkte und viel gescholtene X86- Konzept einfach am Desktop durchgesetzt hat und von da aus in den Serverbereich "eingebrochen" ist. Anfang der 90er gab es für den RISC-PC sogar 'nen X86- Emulator, der die damals üblichen 386er stehengelassen und mit den ersten 486ern mitgehalten hat.

    Der Desktopmarkt hatte sich aber nunmal für Wintel entschieden, obwohl es jede Menge technisch attraktivere Möglichkeiten gegeben hat. Um nicht ungerecht zu werden, der Wettbewerb mit AMD hat der ehemals lahmsten Krücke dann doch den Turbo- Booster angezüchtet, aber die vielen nötigen Workarounds lassen die Transistorenzahlen schneller wachsen, als bei anderen Prozessorfamilien.
    Mit diesem Ballast ist es nunmal nicht einfach, schnelle und zugleich stromsparende Prozessoren zu bauen.

    Da das ARM- Konzept leichter skalierbar war, hat man sich dort dem embedded- Markt zugewendet, mit Erfolg, wie bekannt sein dürfte. Durchaus auch möglich, daß sich ARM noch dickere Bretter bohrt, wenn nach mehr Rechenleistung in Tablets gefragt wird.

    Daß ein von Haus aus knallvolles Desktop- OS auf so 'nem Atom- Popel laufen soll, ist wieder mal so eine Wintel- Verzweiflungstat nach dem Motto "we teach pigs how to fly", um nicht wieder einen Markt zu verlieren, den man komplett verschlafen hat. 😃





  • ARM schrieb:

    hustbaer schrieb:

    Oder glaubst du etwa dass ein ARM schneller ist als ein Atom?

    Wenn es ein Cortex A9 ist, dann ist dies durchaus möglich.

    iPad        Intel
    TAKT  1GHz        1.6GHz
    MIPS ~2000        4035
    RAM   256MB       1GB (normalerwise)
    GPU   POWERVR     GMA950 (gibt auch den POWERVR alias GMA500, wobei der 950 ca 4mal schneller ist ausser bei ein paar movie codecs die der 950 nicht in hardware kann)
    

    Also hardware maessig ist das handy hardware vs mini notebook, was performance angeht duerfte es also keine probleme geben.

    Wobei sich die linux pads genauso nicht blicken lassen, z.b. http://wetab.mobi



  • Walli schrieb:

    Über die Sinnhaftigkeit der Tablets kann man sich ohnehin streiten, aber ich denke, dass der meiste Umsatz mit Fun-Tablets gemacht wird und es nur einen sehr kleinen Markt gibt für solche Geräte mit einem vollwertigen OS.

    Das würde ich jetzt mal so nicht stehen lassen. Es gibt genügend bereiche wo ich das ganze "Industriell" betrachtet, sehr durchsetzungsstark sehe.

    • Mobile Visite(n):
      Krankenhaus, Geschäftsführungen etc
    • Meetings/Präsentationen

    Der Vorteil liegt wohl klar im kompletten Betriebssystem. Man kann damit leicht jedes Programm darauf installieren. Prinzipiell ist sowas dann von Vorteil wenn es auf abgerufene Daten ankommt. Ich glaube zumindest nicht das der Markt dafür so klein ist. Ich denke sogar das der Großteil der Teile in der Industrie/Wirtschaft landen wird.



  • Ganz gut zum Thema passend, hat sich Mirosoft jüngst eine Architekturlizenz für ARM besorgt; heißt, daß Microsoft auch am Core rumbasteln darf.

    Computer weekly orakelte daraufhin, daß damit Strom- und Gasverbrauchsmesser gebastelt werden sollen. Also ich weiß nicht, für sowas sollte ein kleiner ATMega oder ein PIC genügen, dafür muß man ja kein ganzes Prozessordesign kaufen. 😉

    Vielleicht wird's ja der erste Stromzähler, mit dem man auch im Internet surfen kann? 😃



  • Fedaykin schrieb:

    Das würde ich jetzt mal so nicht stehen lassen. Es gibt genügend bereiche wo ich das ganze "Industriell" betrachtet, sehr durchsetzungsstark sehe.
    ...
    Der Vorteil liegt wohl klar im kompletten Betriebssystem. Man kann damit leicht jedes Programm darauf installieren. Prinzipiell ist sowas dann von Vorteil wenn es auf abgerufene Daten ankommt. Ich glaube zumindest nicht das der Markt dafür so klein ist. Ich denke sogar das der Großteil der Teile in der Industrie/Wirtschaft landen wird.

    Ich kann sogar ein Beispiel liefern:
    Für eine Großmaschine habe ich einen UMPC als mobiles Bedienpanel, also wireless eingesetzt. Hat sich als billiger angeboten, als selber was aus Display, CPU und Funk zu basteln. Ich muß zwar zugeben, daß das Gerätchen mit dem XP Tablet edition völlig unausgegorener Kram ist, aber genau dafür hats es getan.



  • soeine riesen investition als software firma macht microsoft sicherlich nur wenn es um die xbox geht.
    die x360 hat auch schon ihre halbe prognostizierte lebenszeit hinter sich, so langsam darf MS anfangen an einer neuen zu basteln und ich koennte wetten die zielen nicht auf 10jahre ab so wie sie meinten, sondern auf 8.
    wenn man bedenkt wie unglaublich wenig ein arm zieht fuer das was er leistet (halber atom fuer 10% leistung afaik), koennten die so einige davon mit vielleicht 2GHz (angaeblich soll der A9 das doch schaffen??) in eine next-gen konsole verbauen.

    und viele spiele die dann gemacht werden (Selbst mit c++), koennten vielleicht direkt auf Win7 phones laufen.

    was anderes kann ich mir nicht vorstellen. Zune haben die ja schon und selbst phones zu machen war wenig erfolgreich. server selbst zu basteln waere auch eher schaedlich weil sie dann zu firmen wie HP usw. eher konkurenz waeren als anbieter fuer die zu sein.

    bleibt nur x720.



  • Fedaykin schrieb:

    Das würde ich jetzt mal so nicht stehen lassen. Es gibt genügend bereiche wo ich das ganze "Industriell" betrachtet, sehr durchsetzungsstark sehe.

    • Mobile Visite(n):
      Krankenhaus, Geschäftsführungen etc
    • Meetings/Präsentationen

    Der Vorteil liegt wohl klar im kompletten Betriebssystem. Man kann damit leicht jedes Programm darauf installieren. Prinzipiell ist sowas dann von Vorteil wenn es auf abgerufene Daten ankommt. Ich glaube zumindest nicht das der Markt dafür so klein ist. Ich denke sogar das der Großteil der Teile in der Industrie/Wirtschaft landen wird.

    Überzeugt mich nicht! Wo liegt da der Vorteil so 'klar' im kompletten Betriebssystem? Hier spielen Akkulaufzeit und Ausfallsicherheit mitunter eine große Rolle und da will man ein System, was auf das wesentliche beschränkt ist. Was bringt mir ein Gerät, was zwar theoretisch alles kann, praktisch aber nicht benutzbar ist. Alles, was an Software vorhanden ist, ist ohne größere Modifikationen per Touch-Screen de facto nicht bedienbar. Und im Zweifel könnte man immer noch per VNC o.ä. auf eine Workstation gehen.



  • raps schrieb:

    iPad        Intel
    TAKT  1GHz        1.6GHz
    MIPS ~2000        4035
    RAM   256MB       1GB (normalerwise)
    GPU   POWERVR     GMA950 (gibt auch den POWERVR alias GMA500, wobei der 950 ca 4mal schneller ist ausser bei ein paar movie codecs die der 950 nicht in hardware kann)
    

    Klar, die nackten Zahl sehen so aus. Allerdings würde mich auch interessieren, wieviel Leistung ein ARM hätte, wenn das SoC oder halt das ganze Gerät am Ende so viel verbrauchen dürfte, wie die Intel Lösung. Ein Atom mit 4000 MIPS braucht ein vielfaches der Leistung eines iPads.

    Das iPad hat im Übrigen einen Samsung Hummingbird Core verbaut (okay, mit Apple Branding wirds dann halt ein A4... whatever 🙄), welchen es nun auch schon eine ganze Zeit gibt. Dazu mikrige 256 MB RAM, womit sich Apple im Bezug auf Multitasking und Mehrleistung wieder einmal selbst in den Fuss geschossen hat. Ich bin schon mehr gespannt, wie die Werte aussehen werden, wenn man den Atom z.B. mit einem Snapdragon Dual Core ARM (QSD8672), der ja demnächst (die Rede war von "second half of 2010") für die Endbenutzer verfügbar sein soll, vergleicht. Der sollte immer noch viel weniger Strom fressen...

    Alles in allem ist es gut, dass Intel sich mal wieder irgendwo bewegen muss und nicht in jedem Segment der eindeutige König ist 👍



  • /rant/ schrieb:

    Oder hat jemand hier schon einmal Windows 7 auf einem Intel Atom N450 betrieben?

    Auf einem Asus Eee PC 1005P mit 2GB Ram und Windows 7 Professional 64Bit. Läuft recht gut.



  • F98 schrieb:

    Auf einem Asus Eee PC 1005P mit 2GB Ram und Windows 7 Professional 64Bit. Läuft recht gut.

    Wundert mich auch nicht wirklich, da von einigen Testern gesagt wurde das Windows 7 gegenüber XP auch auf kleineren Systemen flüssiger läuft - vorausgesetzt man spendiert ihm genügend RAM.

    Ich glaube eher das Windows 7 auf Tablets sich wegen der allgemeinen Multi-Touch Unterstützung weniger eignet, nicht, das Windows 7 nicht entsprechende Bibliotheken hätte, man müsste aber die Oberfläche etc. etwas mehr auf diese Basis hin optimieren (Fängt schon mit größeren Menüs an; schließlich sollen die ja auch mit dem Finger bedient werden können).

    Sicherlich ist ein OS das auf das System zugeschnitten wurde immer besser im Leistungsvergleich. Nur wäre es für einige auch praktisch, wenn sie bestimmte Software 1:1 austauschen könnten.


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