BSc Einstiegsgehalt, Fragen beim Bewerbungsgespräch



  • Ich bin momentan kurz vorm Abschluss des Studiums (BSc) und habe nächste Woche ein Bewerbungsgespräch bei einem landesweit bekannten Kreditinstitut.

    Nun habe ich bislang keinerlei "richtige" Berufserfahrung, berufsmäßig hatte ich bislang nur ein paar Tutorenjobs und für ein wenig Praxiserfahrung hatten wir ein Praxisprojekt, in dem wir eine Anwendung für einen Kunden erstellt haben. Also habe ich keine Ahnung davon wie für einen Bachelor-Absolventen ein gescheites Einstiegsgehalt aussieht.

    Ich habe schon ein wenig gegoogled und da wird für einen Informatiker BSc von 40.000 bis 45.000 gesprochen.
    Am Telefon wurde ich ein bisschen überfallen als ich gefragt wurde was ich mir gehaltlich denn vorstellen würde. Meine stümperhafte Antwort, weil ich einfach überhaupt keine Ahnung hatte, war dann "ich hab mir darüber ehrlich gesagt noch gar keine Gedanken gemacht", woraufhin mir dann 39.000 angeboten wurden, die ich dann auch angenommen habe.

    Als ich dann im Nachhinein gegoogled hab und ich gesehen habe, dass die 39.000 doch unter den Minima liegen, die ich gefunden habe, kam ich mir schon leicht verarscht vor.

    Jetzt also meine Frage: Wie angemessen sind 39.000 wirklich? Wurde meine Ahnungslosigkeit da ausgenutzt oder ist das doch durchaus in Ordnung für den Einstieg? Zu Bedenken ist auch, dass ich bei der Bank nicht direkt angestellt wäre und ich das Gehalt von einer Art Vermittlungsfirma bekomme. Nach einem Jahr Beschäftigung besteht allerdings eine Übernahmeoption. Ist das Gehalt deshalb etwas niedriger, weil ich das nicht direkt von dem AG bekomme und würde mein Gehalt dann entsprechend mehr steigen, wenn ich übernommen werden würde?

    Ein Beispiel wie ich mir das vorstelle:
    Mein Fall: Ich arbeite bei der Bank über diese Vermittlungsfirma und beziehe auch mein Gehalt von dieser, 39.000. Wenn ich übernommen werde steigt mein Gehalt, erstens wegen der einjährigen Berufserfahrung, zweitens wegen dem direkten Beschäftigungsverhältnis, auf ~42.000.
    Anderer Fall: Ich bin direkt bei der Bank angestellt und bekomme als Einstiegsgehalt 40 oder 41.000 und bekomme nach einem Jahr Beschäftigung ein höheres Gehalt von 42.000.

    Also ist das denkbar, dass ich dann am Ende ungefähr auf's gleiche rauskomme? Natürlich nur, wenn es wirklich der Fall ist, dass mein Gehalt tatsächlich deshalb etwas niedriger ist, weil ich nicht direkt bei der Bank bin.

    Dann noch eine andere Frage. Thema Bewerbungsgespräch.

    Unsere Dozenten in Software Engineering haben hin und wieder mal sowas erwähnt wie "merken Sie sich dieses Pattern, das wird gerne mal beim Bewerbungsgespräch gefragt".

    Meine Frage: Ist das wirklich so? Wird man solche Dinge wirklich gefragt? Ich meine, dass ich diese Patterns gelernt habe ist 2 Jahre her und angewandt habe ich sie auch viel zu selten, als dass ich sie heute einfach ohne weiteres wiedergeben könnte.

    Ich hatte schon drei Bewerbungsgespräche, allerdings waren das alles Jobs für (Informatik-)Studenten. Da wurde sowas nie gefragt. Ist das bei Bewerbungsgesprächen für "richtige" Jobs anders? Wird da ein bisschen nachgehakt was man drauf hat? Oder ist das einfach nur von Gespräch zu Gespräch unterschiedlich und hat gar nichts mit der Art der Stelle zu tun?



  • Jolka schrieb:

    Also habe ich keine Ahnung davon wie für einen Bachelor-Absolventen ein gescheites Einstiegsgehalt aussieht.

    Das hängt auch sehr stark von Region und Branche ab. Wobei dir sicherlich klar sein muss, das wenn du kein Gehalt nennst, sicherlich nicht das mögliche Maximum genannt wird. Der Bankenbereich liegt nach meinen Kenntnisstand auch eher am oberen Verdienstbereich, das gilt aber nicht unbedingt wenn dazwischen noch eine weitere Firma sitzt.



  • Jolka schrieb:

    Als ich dann im Nachhinein gegoogled hab und ich gesehen habe, dass die 39.000 doch unter den Minima liegen, die ich gefunden habe, kam ich mir schon leicht verarscht vor.

    Das mit der Region wurde schon gesagt.

    Ich habe im ersten Jahr nach dem Diplom (FH) in einem Forschungsinstitut gearbeitet für deutlich weniger als 39K. Was es genau war, kann ich Dir gar nicht sagen, es war im Ausland und selbst wenn die so besteuern wie hier, würde ich mal von der Hälfte ausgehen. In jedem Fall hatte ich sowas ähnliches wie Berufserfahrung.

    Zurück in Dland habe ich mir Zeit gelassen, einen Job zu finden: Ich war 8 oder 10 Monate ohne richtigen Job. Bei meinem ersten Job in Dland waren ca. 50k im Gespräch (großes Unternehmen), dass mir dann absagte (mit der Begründung "technisch hervorragend aber zu kritisch" - ich hatte Rückfragen gestellt und neben dem Personaler redete sich die technische Kraft 10 Minuten ins eigene Verderben in der Form, dass sie eigentlich nur Mist machen - mein Tipp: wenn Dein Gegenüber sich 10 Minuten selbst runterzieht, unterbrich ihn. ;))
    Später wurde mir (eher ländlich) 38k geboten, ich äußerte 45k als Wunsch, wir einigten uns auf 42 (Zitat "auf die paar Tausend kommt es auch nicht an"). Ich brauchte langsam mal wieder 'nen Job, die Stelle klang interessant, also go.

    Jolka schrieb:

    Jetzt also meine Frage: Wie angemessen sind 39.000 wirklich? Wurde meine Ahnungslosigkeit da ausgenutzt oder ist das doch durchaus in Ordnung für den Einstieg? Zu Bedenken ist auch, dass ich bei der Bank nicht direkt angestellt wäre und ich das Gehalt von einer Art Vermittlungsfirma bekomme.

    39k finde ich für einen unerfahrenene Einsteiger in Ordnung. Bei einer Bank wird gerne mehr bezahlt. Mit "Ich habe mir keine Gedanken gemacht" hast Du's versaut, also bietet man Dir was Kleines an. Dass Du dann auch nicht verhandelst, joah... Pech gehabt. Wenn man Dir 39 direkt anbietet - im Bankensektor - da wäre vermutlich noch Luft nach oben gewesen.
    Gehalt ist aber auch nur die halbe Miete... da sind ja auch noch Urlaubstage, die Frage, wie die Zeiterfassung funktioniert, Urlaubsgeld, sonstige Leistungen...

    Einmal im Jahr lasse ich mich auf ein Bewerbungsgespräch ein. Man bietet mir in den letzten Jahren ungefragt als Verhandlungsgrundlage 10k mehr als ich zur Zeit habe. Also mit einem Plus von 10-15k könnte ich derzeit bei einem Jobwechsel rechnen. Ich habe aber einen Job, der mir eigentlich Spaß macht, ich habe eine Zeiterfassung statt "Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten" und dem freundlichen Hinweis, dass 50Stunden pro Woche eigentlich erwartet werden (bei 40 bezahlten Stunden).

    Schau Dir die sonstigen Bedingungen im Vertrag an. Geld ist nicht alles.

    Jolka schrieb:

    Nach einem Jahr Beschäftigung besteht allerdings eine Übernahmeoption. Ist das Gehalt deshalb etwas niedriger, weil ich das nicht direkt von dem AG bekomme und würde mein Gehalt dann entsprechend mehr steigen, wenn ich übernommen werden würde?

    Option heißt erstmal, dass man Dich übernehmen kann. Man kann Dir aber auch den nächsten 1 Jahres-Vertrag anbieten. Oder Dir für die geleistete Arbeit danken und Dir den Ausgang zeigen.
    Wenn Du nach dem Jahr in Verhandlung treten möchtest, solltest Du einen guten Eindruck gemacht haben. Ich rate Dir nach 10 Monaten Dir ein Zwischen-Zeugnis ausstellen zu lassen, weil Dein Vertrag ja ausläuft und Du Dir Gedanken machen und Dich absichern musst, wie das weitergeht. Du bist als eingearbeitete Kraft mehr wert, wenn Du selbst auch Optionen hast.
    Wenn Du natürlich hingehst und sagst "Nachfolgejob, da habe ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht" und ohne den neuen Vertrag in die Arbeitslosigkeit gehst, kann man Dir auch mal 35k anbieten. Du weißt, die Zeiten im Bankwesen sind hart, wie die Zeiten bei Gehaltsverhandlungen immer hart sind, und besser als Hartz IV sind 35k sowieso, zumal Du bei Hartz IV ja gleich erstmal sanktioniert wirst, wenn Du die Jobofferte ohne wichtigen Grund ablehnst, bzw. 3 Monate gesperrt bist... blabla, jadda, jadda... und so unterschreibst Du dann vielleicht für 35 statt für 39...

    Verstehe "Option" bitte immer so, dass der Arbeitgeber sich einen Vorteil Dir gegenüber verschafft. Früher hieß es nach 6 Monaten Probezeit unbefristeter Vertrag mit der Option einer Kündigung bei gleichzeitiger Gehaltsfortzahlung für drei Monate. Eine Übernahme-"Option" bedeutet für Dich 12 Monate Probezeit und dannach weiterhin nicht zwangsläufig einen unbefristeten Vertrag.
    Gerade in einer Bank hat ein unbefristeter Vertrag Vorteile, wenn Du nicht nur Arbeiter, sondern Kunde werden möchtest.

    Jolka schrieb:

    Also ist das denkbar, dass ich dann am Ende ungefähr auf's gleiche rauskomme? Natürlich nur, wenn es wirklich der Fall ist, dass mein Gehalt tatsächlich deshalb etwas niedriger ist, weil ich nicht direkt bei der Bank bin.

    Denkbar ist alles. Erfahrungsgemäß muss ich Dir allerdings auch sagen, dass Du vorrangig an den Worst-Case-Fall denken solltest. Es kann auch sein, dass Du am letzten Tag Deiner Probezeit Überstunden machen musst, weil der Chef vorher keine Zeit hat, Dir die Kündigung zu überreichen.

    Jolka schrieb:

    Dann noch eine andere Frage. Thema Bewerbungsgespräch.

    Unsere Dozenten in Software Engineering haben hin und wieder mal sowas erwähnt wie "merken Sie sich dieses Pattern, das wird gerne mal beim Bewerbungsgespräch gefragt".

    Meine Frage: Ist das wirklich so? Wird man solche Dinge wirklich gefragt? Ich meine, dass ich diese Patterns gelernt habe ist 2 Jahre her und angewandt habe ich sie auch viel zu selten, als dass ich sie heute einfach ohne weiteres wiedergeben könnte.

    Das kann passieren. In Bewerbungsgesprächen werden gerne fachliche Dinge abgefragt, wie auch kreative Dinge abgefragt.
    So wurden mir präparierte C- und C++-Quelltexte vorgelegt und ich sollte beschreiben, wo da der Fehler liegt, bzw. was ich anders machen würde (Magic Numbers, Rückgabe einer Referenz auf eine lokale Variable... derartiges).
    Oder mir wurde ein Teile aus dem jeweilgen Themenbereich vorgelegt und dazu fragen gestellt. Ich habe noch nie Betonfertighäuser gebaut, was weiß ich also über Bewehrung? Selbiges bei z.B. Getrieben: Auf welcher Seite ist des Drehmoment stärker?

    Spaßiger (ja, ich meine wirklich Spaß) finde ich Fragen auf die Du Dich nicht vorbereiten kannst. Ein Beispiel aus einem meiner Bewerbungsgespräche: "Wieviele Leute spielen zurzeit in Neuseeland Golf?". Es gibt keine richtige Antwort, es gibt aber kreative Wege, um zu Antworten zu kommen... und darum geht es. Was macht man, wenn man mit der Situation überfordert wird, wo und wie kramt man Wissen heran, um eine halbwegs begründete Schätzung abzuliefern. Ich hatte damals 1/3 der tatsächlichen Zahl gesagt - weil ich nicht wusste, dass Golf in Neuseeland Nationalsport ist. Trotzdem fand man meine Einschätzung schon als ziemlich gut.
    "Keine Ahnung" wäre hier also suboptimal, einfach laut denken und gucken, was passiert.

    Die Fragen sind dafür da, Dich aus der Reserve zu locken, um das Muster, dass in jedem Bewerbungsratgeber steht, kaputt zu machen.

    Jolka schrieb:

    Oder ist das einfach nur von Gespräch zu Gespräch unterschiedlich und hat gar nichts mit der Art der Stelle zu tun?

    Alle Bewerbungsgespräche, die ich bisher führte waren unterschiedlich. Manchmal hat man Leute, die einen wirklich austricksen wollen, manchmal hat man Personaler, die mit der Bewerbungssituation überforderter sind als man selbst, manchmal sitzt jemand vor Dir und muss einfach eine Stelle besetzen, der ist nicht vorbereitet, hat nur die Fragen, die er als Standard im Internet gefunden hat, keine Antworten und eigentlich auch keine Lust. Mehr als zwei Kandidaten will er gar nicht sehen und Du bist schon der zweite. Wenn Du dem nicht sagst, dass Du keinen Bock hast, hast Du die Stelle.

    Manche gucken Dich komisch an, weil Du keine Krawatte zum Anzug trägst, andere begrüßen Dich in Freizeitkleidung, so dass Du Dir in Deinem Anzug total overdressed vorkommst, das ganze um 10 Uhr gefolgt von dem Spruch: "Ich bin heute extra für unseren Termin früher da, um die Zeit arbeitet hier normalerweise noch keiner. Darum ist hier sonst auch noch keiner. Ich bin der ... Stört Dich, wenn wir uns dutzen?" (Die Stelle habe ich nie bereut ^^)

    Entspann Dich... manche Bewerbungsgespräche werden scheiße laufen und bei anderen stimmt die Chemie sofort. Da wo's nicht rund läuft, würde ich auch nicht unbedingt unterschreiben...
    Wichtiger Punkt: Ein Bewerbungsgespräch ist nicht einseitig: Du bittest nicht um einen Job, Du bist qualifiziert. Du bietest Deine Dienstleistung an.
    Ich bin auch schon aus Bewerbungsgesprächen rausgegangen, weil mir die Situation nicht zusagte und habe dann freundlich dankend abgelehnt.



  • Es gibt eine Regel, die besagt, sich niemals auf das erste Angebot einzulassen...

    Gruß,
    IBV



  • Danke für die bisherigen Antworten. Ganz großes Danke vor allem an Xin, das gibt mir schon mal einen guten Einblick. Als ich den Post gelesen habe, habe ich ehrlich gesagt mehr Schiss bekommen als dass ich es für nützlich empfunden habe, aber nachdem ich mich nun doch mit der Thematik auseinandergesetzt habe, bin ich sehr dankbar für diesen Post und fühle mich jetzt doch sicherer.

    Ich habe mich in den letzten beiden Tagen jetzt weiter mit dem Thema beschäftigt, habe mir Notizen gemacht. Was sage ich, wenn sie mich nach meinen Stärken/Schwächen fragen, Frage nach Überstunden, Frage warum ich das Studium nicht in Regelstudienzeit geschafft habe, welche Fragen ich selbst ganz zum Schluss stellen könnte (das mache ich dann nicht einfach nur, um besser auszusehen, sondern weil's mich auch wirklich interessiert. Ich hoffe das merken die dann auch) und letzten Endes auch was ich sagen kann, wenn das Thema Gehalt noch mal aufkommt.

    Leider liest man aber überall was anderes. Auf der einen Seite wird gesagt "nennen Sie keine konkrete Zahl, lieber einen Spanne, die für sie akzeptabel ist", auf der anderen Seite wird gesagt "nennen Sie am besten eine konkrete Zahl".

    Nun habe ich am Telefon ja Mist gebaut und den 39.000 einfach zugestimmt. Sollte das Gehalt zur Sprache kommen, will ich 40.000 bis 43.000 vorschlagen. Ich kann die Summe dann auch begründen, wenn nachgehakt wird.

    Ich überlege außerdem nicht erst auf's Vorstellungsgespräch zu warten und zu hoffen, dass es da noch mal zur Sprache kommt, sondern am Dienstag (Montag ist ja dummerweise Feiertag) meinen Ansprechpartner anzurufen und zu versuchen die Vergütung neu zu besprechen. Ich denke aber mal, dass er mit der Bank schon über das Gehalt gesprochen hat. Andererseits denke ich, dass sie, je weniger ich bekomme, sie von der Bank trotzdem noch das selbe für meine Arbeit bekommen und dann einfach mehr davon übrig haben. Vielleicht kann ich meinen Preis also doch noch nach oben drücken. Das letzte was ich will, ist aber, dass ich mir die Stelle wegen den Gehaltsverhandlungen versaue. Die 39.000 sind an sich schon ein gutes Gehalt, es ärgert mich aber unheimlich, dass ich da nicht mehr rausgeholt habe, obwohl es ganz sicher machbar gewesen wäre.

    Dann ist da natürlich noch die Kleiderfrage. Es ist ein Unternehmen mit ~7.500 Angestellten und zudem auch noch eine Bank. Also eigentlich schreit das ja regelrecht nach Anzug und Krawatte. Ich wurde allerdings nicht in die Zentrale eingeladen, sondern zu einem anderen Gebäude, welches nur die IT des Unternehmens beherbergt. Im Anzug fühle ich mich nicht besonders wohl muss ich sagen, ich käme mir lächerlich vor, als würde ich auf eine Hochzeit gehen. Darum werde ich einfach bei einer vernünftigen dunklen Jeans, dunklem kurzärmeligem Hemd und einem Paar schicker Schuhe bleiben. Erstens fühle ich mich so wohler und zweitens bin das dann auch wirklich ich; wenn ich da im Anzug sitze, dann bin das einfach nicht ich. Ich bin kein Mann von Ende 20, der schon 7 Jahre Berufserfahrung hat. Ich bin ein junger Absolvent Anfang 20. Ich hoffe ihr wisst wie ich das meine.

    Auf personelle Fragen bin ich nun schon ganz gut vorbereitet, aber irgendwie habe ich Bammel vor den Fachfragen. Mein Gebiet wären OOP in Java und RDBMS. Ich habe beides schon relativ oft gemacht, wobei mir Java auf jeden Fall besser liegt als SQL bzw. JDBC oder JPA, weil ich die Datenbank-Sachen einfach weitaus seltener brauchte. JDBC, JPA und auch noch andere Sachen habe im Rahmen von kleinen Übungsprojekten ausreichend angewandt, um gut damit zurecht zu kommen. Das Problem dabei ist nur, dass das auch schon wieder eine ganze Weile her ist. Datenbankbezogene Dinge kann ich, mir fehlt aber die Routine darin, um bei einer spontanen Frage danach adäquat zu antworten. Ich weiß, dass ich das alles kann und nach einer kleinen Einarbeitungszeit von ein oder zwei Tagen "wieder im Geschäft" bin, aber wenn ich mein Gegenüber nicht davon überzeugen kann, weil ich die leichtesten Fragen nicht spontan beantworten kann, dann bringt mir das ja auch nichts. Ich werde mir das wohl einfach noch mal alles ein bisschen anschauen müssen.



  • Jolka schrieb:

    Leider liest man aber überall was anderes. Auf der einen Seite wird gesagt "nennen Sie keine konkrete Zahl, lieber einen Spanne, die für sie akzeptabel ist", auf der anderen Seite wird gesagt "nennen Sie am besten eine konkrete Zahl".

    Ein Bewerbungsratgeber gibt in der Regel die Erfahrungen des Autors wider.
    Du wirst eigene Erfahrungen machen. Mach Dir Gedanken darüber, was Du willst, wie Du Dich präsentieren möchtest und ob Du diese Präsentation über die Probezeit hinaus halten kannst.

    Ich gehe in ein Bewerbungsgespräch absolut ehrlich rein. Niemand wird irgendwann mal sagen können "Sie haben doch damals gesagt...".
    Wenn die mich nicht mögen, mögen sie mich auch nicht, wenn sie mich eingestellt haben. Im Gegenteil, sie kommen sich auch noch getäuscht vor, weil ich zur Bewerbung was vorgespielt habe.
    6 Monate Theater spielen, um die Probezeit zu bestehen und dann einen Chef zu haben, der einen danach dann doch nicht mag, weil man die Fassade fallen lässt?
    Mache ich nicht - das ist mir zu anstrengend.

    Einfacher ist, abgelehnt zu werden, bzw. auch selbst abzulehnen. Und bei einem späteren Bewerbungsgespräch jemanden zu treffen, wo die Chemie stimmt. Das dürfte schneller gehen als die Probezeit beim ersten um ist, sofern Deine Art nicht absolut untragbar ist.

    Jolka schrieb:

    Nun habe ich am Telefon ja Mist gebaut und den 39.000 einfach zugestimmt. Sollte das Gehalt zur Sprache kommen, will ich 40.000 bis 43.000 vorschlagen. Ich kann die Summe dann auch begründen, wenn nachgehakt wird.

    Abgesehen davon ist mir mein Wort sehr wichtig. Wenn ich mein Wort gegeben habe ("Ich akzeptiere 39000€") dann fühle ich mich daran gebunden.

    Aus eigener Erfahrung rate ich Dir tatsächlich nochmal 43000€ vorzuschlagen. Ich bin da meist nicht forsch genug und habe schon einige gesehen, die obwohl sie dummdreist an die Sache rangingen am Ende Erfolg hatten, wo ich mich dann ärgere, weil ich es mir schwerer mache.
    Du hast die mangelnde Qualifikation in der Gehaltsverhandlung bereits offenbart. Da aufzutrumpfen sollte also gut begründet sein. Dafür hast Du die Chance mehr Geld zu bekommen, die Option für 39000 einen fragwürdigen ersten Eindruck zu hinterlassen oder die Chance erhöht, dass man sich für einen anderen Kandidaten entscheidet.

    Ich mache meine Gehaltsvorstellung vom Job abhängig: Muss ich eine besondere Qualifikation einbringen, will ich mehr Geld. Interessiert er mich, bin ich bereit finanziell zurück zu stecken.

    Polka schrieb:

    Ich überlege außerdem nicht erst auf's Vorstellungsgespräch zu warten und zu hoffen, dass es da noch mal zur Sprache kommt, sondern am Dienstag (Montag ist ja dummerweise Feiertag) meinen Ansprechpartner anzurufen und zu versuchen die Vergütung neu zu besprechen.

    Ich habe keine Ahnung wie er darauf reagiert. Entweder so, dass Du keinen Plan hast oder dass Du für Deine Sache eintrittst. Entsprechend sind die Konsequenzen positiv oder negativ. Du hast mit Deinem Ansprechpartner schon gesprochen, Du kannst die Wirkung wohl kaum einschätzen, aber wir noch weniger.

    Polka schrieb:

    Die 39.000 sind an sich schon ein gutes Gehalt, es ärgert mich aber unheimlich, dass ich da nicht mehr rausgeholt habe, obwohl es ganz sicher machbar gewesen wäre.

    Mit 39k wirst Du etwa 1990€ Netto im Monat haben. Wenn Du auf 43k kommst, hast Du 2150€ netto. 160€ sind viel Geld, aber dafür musst Du das Maximum Deiner Spanne erreichen. Eventuell kommt man Dir noch etwas entgegen. Aber wenn man sich auf 40000€ einlässt hast Du 2030 Euro.

    Dein Vorstoß sollte also weniger in der Überlegung des Geldes sein, sondern ob Dein Nachverhandeln als positiver Ehrgeiz oder als Unverhältnismäßigkeit herüberkommt.
    Vielleicht versteht Dein Ansprechpartner auch Humor und ein Spruch "Ich lerne schnell" sympathisch empfindet oder arrogant.

    Ich rate Dir, Du selbst zu sein. Du musst da auch nach dem Bewerbungsgespräch arbeiten.

    Polka schrieb:

    Dann ist da natürlich noch die Kleiderfrage. Es ist ein Unternehmen mit ~7.500 Angestellten und zudem auch noch eine Bank. Also eigentlich schreit das ja regelrecht nach Anzug und Krawatte. Ich wurde allerdings nicht in die Zentrale eingeladen, sondern zu einem anderen Gebäude, welches nur die IT des Unternehmens beherbergt. Im Anzug fühle ich mich nicht besonders wohl muss ich sagen, ich käme mir lächerlich vor, als würde ich auf eine Hochzeit gehen.

    Ich gehe immer im Anzug zu Bewerbungsgesprächen. In der Regel aber ohne Krawatte.

    Wenn Du über ausreichend Kleingeld verfügst, rate ich Dir mal ein paar Stunden beim Herrenausstatter zu nehmen und auch mal 300-500€ mitzunehmen. Dort solltest Du Dir einen Anzug aussuchen, den Du cool findest und auch den Verkäufer bitten, verschiedenes rauszusuchen, was er an Dir gut findet würde. Die machen das tagtäglich und haben da manchmal ein echt gutes Händchen. Meinen letzten Anzug habe ich gekauft, weil ich einen mit meinen Cousin gekauft habe und mir der Verkäufer mal eben spontan einen vorgehalten hat, der mir stehen würde. Und der stand mir wirklich sehr gut, also habe ich ihn mitgenommen.

    Ein matter schwarzer Anzug ist ein nichts sagendes Kleidungsstück. Ein Anzug ist ein Kommunikationsmittel. Gleiches gilt für die Farbe der Krawatte und des Hemdes. Schnapp Dir das Jackett und ab in die Hemdenabteilung. Leg die Hemden ins Jackett und such eine Krawatte, die dazu passt.

    Lass Dich beraten. Überleg Dir, ob Du eine Note (Farbe) setzen möchtest oder Dich lieber noch unauffällig kleiden möchtest.

    Wenn Du mal _Deinen_ Anzug hast, wirst Du feststellen, dass es viel zu wenig Gelegenheiten gibt, ihn zu tragen.

    Polka schrieb:

    Ich bin kein Mann von Ende 20, der schon 7 Jahre Berufserfahrung hat. Ich bin ein junger Absolvent Anfang 20. Ich hoffe ihr wisst wie ich das meine.

    Warum willst Du dann mehr Geld fordern? ^^

    Polka schrieb:

    Auf personelle Fragen bin ich nun schon ganz gut vorbereitet, aber irgendwie habe ich Bammel vor den Fachfragen. ... aber wenn ich mein Gegenüber nicht davon überzeugen kann, weil ich die leichtesten Fragen nicht spontan beantworten kann, dann bringt mir das ja auch nichts. Ich werde mir das wohl einfach noch mal alles ein bisschen anschauen müssen.

    Entspann Dich... ich musste mich bei der Frage "Was ist ein Equi-Join?" geschlagen geben. Ich kann SQL im üblichen Rahmen, aber was ein Equi-Join ist, wusste ich damals auch nicht. Also habe ich gesagt, dass ich SQL soweit kann, "Equi-Join" mal gehört habe, aber bevor ich mich jetzt rumgerate lächerlich mache, ich bei der Frage passe.
    Zuhause habe ich dann gegooglet und den Facepalm geübt. 😉

    Du hast keine Ahnung, was die Leute fragen und Du kannst auch nicht alles üben. Und die wissen das auch. Die Stelle habe ich trotzdem bekommen.



  • Xin schrieb:

    Jolka schrieb:

    Leider liest man aber überall was anderes. Auf der einen Seite wird gesagt "nennen Sie keine konkrete Zahl, lieber einen Spanne, die für sie akzeptabel ist", auf der anderen Seite wird gesagt "nennen Sie am besten eine konkrete Zahl".

    Ich gehe in ein Bewerbungsgespräch absolut ehrlich rein.

    Nichts anderes habe ich vor. Damals in der 9. Klasse hatten wir mit der Schule mal so ein Probebewerbungsgespräch. Ich hatte keine Ahnung worauf ich mich überhaupt bewerben soll, weil ich damals noch keine Ahnung hatte was ich später mal machen sollte. Und dann war das Gespräch auch einfach nur peinlich. Ich habe die ganze Zeit nur gelogen und was vorgespielt. Lügen und Theater sind im Bewerbungsgespräch einfach der größte Mist, den man machen kann.

    Ich werde im Gespräch immer ehrlich sein. Bei unangenehmen Fragen (kann mir gerade keine vorstellen) werde ich vielleicht versuchen was schönzureden, aber lügen werde ich auf keinen Fall. Ich befürchte eher, dass ich im Gespräch ehrlicher sein werde als gut für mich ist.

    Jolka schrieb:

    Nun habe ich am Telefon ja Mist gebaut und den 39.000 einfach zugestimmt. Sollte das Gehalt zur Sprache kommen, will ich 40.000 bis 43.000 vorschlagen. Ich kann die Summe dann auch begründen, wenn nachgehakt wird.

    Xin schrieb:

    Abgesehen davon ist mir mein Wort sehr wichtig. Wenn ich mein Wort gegeben habe ("Ich akzeptiere 39000€") dann fühle ich mich daran gebunden.

    Aus eigener Erfahrung rate ich Dir tatsächlich nochmal 43000€ vorzuschlagen. Ich bin da meist nicht forsch genug und habe schon einige gesehen, die obwohl sie dummdreist an die Sache rangingen am Ende Erfolg hatten, wo ich mich dann ärgere, weil ich es mir schwerer mache.
    Du hast die mangelnde Qualifikation in der Gehaltsverhandlung bereits offenbart. Da aufzutrumpfen sollte also gut begründet sein. Dafür hast Du die Chance mehr Geld zu bekommen, die Option für 39000 einen fragwürdigen ersten Eindruck zu hinterlassen oder die Chance erhöht, dass man sich für einen anderen Kandidaten entscheidet.

    Ich mache meine Gehaltsvorstellung vom Job abhängig: Muss ich eine besondere Qualifikation einbringen, will ich mehr Geld. Interessiert er mich, bin ich bereit finanziell zurück zu stecken.

    Naja, was heißt mangelnde Qualifikation und was heißt offenbart? Die Bank selbst wird von meinem Gehalt was mir letzten Endes gezahlt wird bestimmt nichts wissen. Außerdem ist diese Unkenntnis in Sachen Gehalt nach ein oder zwei Tagen Recherche ausgebügelt, und das habe ich ja getan.

    Zur Not würde ich die 39.000 auf jeden Fall nehmen. Ich will diesen Job einfach haben, er passt von den Anforderungen einfach fast perfekt. Das einzige was ich nicht bieten kann, sind die wünschenswerten Erfahrungen mit bankenspezifischen Prozessen. Der Rest passt und ich habe diese Kenntnisse in Projekten (ein Projekt, das über zwei Semester ging, habe ich sogar freiwillig weitergemacht, also ohne Benotung, als ich eine Prüfung nicht bestanden hatte und deshalb keine Prüfungsleistungen aus dem 5. Semester machen durfte, weil mich das Projekt einfach interessiert hat - das habe ich mir auch zertifizieren lassen) auch vertiefen können.

    Außerdem überschneidet sich das Thema meiner Bachelorarbeit mit den Anforderungen im Job. Also ich passe imo einfach prima zu dieser Stelle.

    Xin schrieb:

    Polka schrieb:

    Ich überlege außerdem nicht erst auf's Vorstellungsgespräch zu warten und zu hoffen, dass es da noch mal zur Sprache kommt, sondern am Dienstag (Montag ist ja dummerweise Feiertag) meinen Ansprechpartner anzurufen und zu versuchen die Vergütung neu zu besprechen.

    Ich habe keine Ahnung wie er darauf reagiert. Entweder so, dass Du keinen Plan hast oder dass Du für Deine Sache eintrittst. Entsprechend sind die Konsequenzen positiv oder negativ. Du hast mit Deinem Ansprechpartner schon gesprochen, Du kannst die Wirkung wohl kaum einschätzen, aber wir noch weniger.

    Mit meinem Ansprechpartner, mit dem ich am Telefon das Gehalt abgesprochen habe und den ich darauf auch noch mal ansprechen will, pflege ich ein sehr lockeres Verhältnis, wir duzen uns auch immer. Sollte er meine Anfrage nach einem höheren Gehalt ablehnen, wird das das Vorstellungsgespräch denke ich nicht beeinflussen, weil es die Leute bei der Bank einfach gar nicht erreichen wird.

    Xin schrieb:

    Polka schrieb:

    Die 39.000 sind an sich schon ein gutes Gehalt, es ärgert mich aber unheimlich, dass ich da nicht mehr rausgeholt habe, obwohl es ganz sicher machbar gewesen wäre.

    Mit 39k wirst Du etwa 1990€ Netto im Monat haben. Wenn Du auf 43k kommst, hast Du 2150€ netto. 160€ sind viel Geld, aber dafür musst Du das Maximum Deiner Spanne erreichen. Eventuell kommt man Dir noch etwas entgegen. Aber wenn man sich auf 40000€ einlässt hast Du 2030 Euro.

    Dein Vorstoß sollte also weniger in der Überlegung des Geldes sein, sondern ob Dein Nachverhandeln als positiver Ehrgeiz oder als Unverhältnismäßigkeit herüberkommt.
    Vielleicht versteht Dein Ansprechpartner auch Humor und ein Spruch "Ich lerne schnell" sympathisch empfindet oder arrogant.

    Ich rate Dir, Du selbst zu sein. Du musst da auch nach dem Bewerbungsgespräch arbeiten.

    Ich habe mir meine Argumentation da schon zurechtgelegt. Wenn die Frage nach meinen Stärken aufkommt, will ich unter anderem auf jeden Fall sagen, dass ich mir meine Fehler merke und sehr gut aus ihnen lerne. Ein Fehler von mir war es zum Beispiel einfach direkt auf die 39.000 einzusteigen. Ich habe daraus gelernt und will das jetzt noch versuchen zu retten. Wenn das jetzt nicht klappt, dann spätestens beim Gespräch bezüglich meiner Übernahme.

    Ob die Frage nach dem Gehalt aber überhaupt im Vorstllungsgespräch aufkommt, ist sehr fraglich. Die Bank bezahlt mich ja nicht, ich bekomme das Geld von der Leihfirma. So oder so will ich es eigentlich vorher erstmal mit meinem Ansprechpartner klären.

    Xin schrieb:

    Polka schrieb:

    Dann ist da natürlich noch die Kleiderfrage. Es ist ein Unternehmen mit ~7.500 Angestellten und zudem auch noch eine Bank. Also eigentlich schreit das ja regelrecht nach Anzug und Krawatte. Ich wurde allerdings nicht in die Zentrale eingeladen, sondern zu einem anderen Gebäude, welches nur die IT des Unternehmens beherbergt. Im Anzug fühle ich mich nicht besonders wohl muss ich sagen, ich käme mir lächerlich vor, als würde ich auf eine Hochzeit gehen.

    Ich gehe immer im Anzug zu Bewerbungsgesprächen. In der Regel aber ohne Krawatte.

    Wenn Du über ausreichend Kleingeld verfügst, rate ich Dir mal ein paar Stunden beim Herrenausstatter zu nehmen und auch mal 300-500€ mitzunehmen. Dort solltest Du Dir einen Anzug aussuchen, den Du cool findest und auch den Verkäufer bitten, verschiedenes rauszusuchen, was er an Dir gut findet würde. Die machen das tagtäglich und haben da manchmal ein echt gutes Händchen. Meinen letzten Anzug habe ich gekauft, weil ich einen mit meinen Cousin gekauft habe und mir der Verkäufer mal eben spontan einen vorgehalten hat, der mir stehen würde. Und der stand mir wirklich sehr gut, also habe ich ihn mitgenommen.

    Ein matter schwarzer Anzug ist ein nichts sagendes Kleidungsstück. Ein Anzug ist ein Kommunikationsmittel. Gleiches gilt für die Farbe der Krawatte und des Hemdes. Schnapp Dir das Jackett und ab in die Hemdenabteilung. Leg die Hemden ins Jackett und such eine Krawatte, die dazu passt.

    Lass Dich beraten. Überleg Dir, ob Du eine Note (Farbe) setzen möchtest oder Dich lieber noch unauffällig kleiden möchtest.

    Wenn Du mal _Deinen_ Anzug hast, wirst Du feststellen, dass es viel zu wenig Gelegenheiten gibt, ihn zu tragen.

    Nö, ich habe kein ausreichendes Kleingeld. Ich denke es wird schon in Ordnung sein wie ich es vorhabe hinzugehen. Die Meinungen diesbezüglich gehen ja auch überall auseinander. Viele finden es in Ordnung, andere nicht. Am Ende ist die Kleiderfrage zwar nicht ganz unwichtig, ausschlaggebend ist sie aber auf keinen Fall.

    Es ist mir auf jeden Fall wichtig, dass ich mich in meinen Klamotten (dem Kontext entsprechend) auch wohlfühle.

    Xin schrieb:

    Polka schrieb:

    Ich bin kein Mann von Ende 20, der schon 7 Jahre Berufserfahrung hat. Ich bin ein junger Absolvent Anfang 20. Ich hoffe ihr wisst wie ich das meine.

    Warum willst Du dann mehr Geld fordern? ^^

    Habe ich oben ja schon mal geschrieben.
    Weil mein Profil gut auf die Stelle passt. Ich habe mit den Dingen, die gefordert werden schon in Projekten Erfahrung sammeln können. Außerdem hatte ich an der Hochschule auch noch ein paar Tutorenjobs in der Richtung.

    Und nicht zuletzt die Einsicht, dass es ein dummer Fehler war direkt die 39.000 anzunehmen und ich ihn jetzt einfach ausbügeln will. Wenn ich es jetzt nicht schaffe es auszubügeln, dann passiert mir der Fehler zumindest in Zukunft nicht noch einmal.

    Xin schrieb:

    Polka schrieb:

    Auf personelle Fragen bin ich nun schon ganz gut vorbereitet, aber irgendwie habe ich Bammel vor den Fachfragen. ... aber wenn ich mein Gegenüber nicht davon überzeugen kann, weil ich die leichtesten Fragen nicht spontan beantworten kann, dann bringt mir das ja auch nichts. Ich werde mir das wohl einfach noch mal alles ein bisschen anschauen müssen.

    Entspann Dich... ich musste mich bei der Frage "Was ist ein Equi-Join?" geschlagen geben. Ich kann SQL im üblichen Rahmen, aber was ein Equi-Join ist, wusste ich damals auch nicht. Also habe ich gesagt, dass ich SQL soweit kann, "Equi-Join" mal gehört habe, aber bevor ich mich jetzt rumgerate lächerlich mache, ich bei der Frage passe.
    Zuhause habe ich dann gegooglet und den Facepalm geübt. 😉

    Du hast keine Ahnung, was die Leute fragen und Du kannst auch nicht alles üben. Und die wissen das auch. Die Stelle habe ich trotzdem bekommen.

    Ja, das ist mir klar, dass ich nicht alles werde beantworten können. Das ist auch gar nicht mein Anspruch. Ich will aber möglichst viel beantworten können. Warum sollte ich jetzt also die Eier schaukeln und es einfach auf mich zukommen lassen, wenn ich jetzt noch die Möglichkeit habe mich in dem Gespräch doch noch besser zu präsentieren.

    Im Zweifel kann ich das Argument "Das habe ich das letzte mal vor 2 Semestern gemacht und seitdem fehlt mir einfach die Routine in der Sache" kann ich ja aber immer bringen. Wenn ich die Sachen dann aber weiß ist es natürlich besser als diese Ausrede (die ja aber auch wahr ist). Und wenn ich etwas gar nicht weiß, weil ich es nicht kenne, dann werde ich das auch sagen.

    PS: "Polka schrieb"? 🙂



  • Jolka schrieb:

    PS: "Polka schrieb"? 🙂

    Ist mir auch aufgefallen 🙂

    Ich muss sagen, ich persönlich würde es negativ empfinden, wenn einer nachträglich doch mehr Geld verlangt. Und erst recht, wenn man versucht, das als etwas positives hinzustellen und sagt, er habe schnell aus seinen Fehlern gelernt. Mehr Geld kannst du notfalls auch nach einem Jahr verlangen, wenn du dich schon eingearbeitet hast, dann kannst du das auch richtig begründen.
    Diese ganzen Fragen über die eigenen Stärken und Schwächen mag ich sowieso nicht, jegliche Antwort darauf ist total aufgesetzt. Dass du angeblich schnell aus deinen Fehlern lernst kann man so nicht verifiziren, erst recht nicht anhand von diesem aufgesetzten Beispiel mit dem Gehalt. Ich wäre schon sehr misstrauisch, wenn mir jemand mit sowas kommen würde.



  • Jolka schrieb:

    Xin schrieb:

    Ich gehe in ein Bewerbungsgespräch absolut ehrlich rein.

    Nichts anderes habe ich vor. Damals in der 9. Klasse hatten wir mit der Schule mal so ein Probebewerbungsgespräch.

    Die ersten Bewerbungsgespräche werden ähnlich sein. Ich mache etwa jährlich ein Bewerbungsgespräch mit, einfach nur um die Situation nicht zu vergessen.

    Jolka schrieb:

    Ich werde im Gespräch immer ehrlich sein. Bei unangenehmen Fragen (kann mir gerade keine vorstellen)

    Wo wollen sie in fünf Jahren sein? 😉

    Jolka schrieb:

    Zur Not würde ich die 39.000 auf jeden Fall nehmen. Ich will diesen Job einfach haben, er passt von den Anforderungen einfach fast perfekt.

    Wenn Java und DBMS die Anforderungen sind, dann hat der Personaler zur Not auch noch Alternativen. Der wird also keine Not haben. Vielleicht solltest Du auch in Betracht ziehen, dass ein Job, der nicht perfekt zu Deinen Anforderungen passt, Dein Profil erweitert.

    Jolka schrieb:

    Xin schrieb:

    Vielleicht versteht Dein Ansprechpartner auch Humor und ein Spruch "Ich lerne schnell" sympathisch empfindet oder arrogant.

    Ich rate Dir, Du selbst zu sein. Du musst da auch nach dem Bewerbungsgespräch arbeiten.

    Ich habe mir meine Argumentation da schon zurechtgelegt. Wenn die Frage nach meinen Stärken aufkommt, will ich unter anderem auf jeden Fall sagen, dass ich mir meine Fehler merke und sehr gut aus ihnen lerne. Ein Fehler von mir war es zum Beispiel einfach direkt auf die 39.000 einzusteigen. Ich habe daraus gelernt und will das jetzt noch versuchen zu retten. Wenn das jetzt nicht klappt, dann spätestens beim Gespräch bezüglich meiner Übernahme.

    Ich kenne die Situation am Telefon nicht... vielleicht war die Situation am Telefon ja keine Gehaltsverhandlung, sondern lediglich die Frage nach der Hausnummer. Und mit gewünschten 43k liegst Du ja noch Nahe der Hausnummer, über die man am Telefon Sprache.

    Jolka schrieb:

    Ob die Frage nach dem Gehalt aber überhaupt im Vorstllungsgespräch aufkommt, ist sehr fraglich. Die Bank bezahlt mich ja nicht, ich bekomme das Geld von der Leihfirma. So oder so will ich es eigentlich vorher erstmal mit meinem Ansprechpartner klären.

    Wirst Du mit der Leihfirma ein Gespräch haben?

    Jolka schrieb:

    Xin schrieb:

    Wenn Du über ausreichend Kleingeld verfügst, ... Wenn Du mal _Deinen_ Anzug hast, wirst Du feststellen, dass es viel zu wenig Gelegenheiten gibt, ihn zu tragen.

    Nö, ich habe kein ausreichendes Kleingeld. Ich denke es wird schon in Ordnung sein wie ich es vorhabe hinzugehen. Die Meinungen diesbezüglich gehen ja auch überall auseinander. Viele finden es in Ordnung, andere nicht. Am Ende ist die Kleiderfrage zwar nicht ganz unwichtig, ausschlaggebend ist sie aber auf keinen Fall.

    Erstens kann die Kleiderfrage entscheidend sein, zweitens gehen die Meinungen auseinander, aber beim Anzug bist Du nie falsch gekleidet. Ich bin schon mi'm Anzug im Hallen zum Tauchen erschienen und habe das Schwimmbad auch im Anzug wieder verlassen. Es ist vielleicht ungewöhnlich, wenn jemand im Anzug durch's Hallenbad läuft, aber keiner hat was über unpassende Kleidung gesagt. ^^

    Du bist jung, Du kannst Dir Jeans noch eher erlauben. Aber in einem guten Anzug wirst Du nie falsch gekleidet sein. Und es ist leichter einen Witz zu machen, dass man sich für ein Bewerbungsgespräch gut in Schale geworfen hat, als wenn man da sitzt und weiß, dass man falsch gekleidet ist.

    Wobei ich bin auch in Sportfunktionskleidung zu einem Bewerbungsgespräch gegangen bin fällt mir gerade ein. Ich entschuldigte mich für meine Kleidung mit Hinblick auf's Wetter und dem Zustand meines Anzugs, wenn ich diesen in der Straßenbahn getragen hätte. Auf dem Weg von der Straßenbahn zum Büro trocknete alles wieder schnell: Es war Hochsommer. Dank Deo und ein paar Reinigungstüchern kam ich also aprilfrisch ins Bewerbungsgespräch mit einem dunklen Polohemd mit einem Logo eines Sportverbandes und einer unauffälligen Wanderfunktionshose.

    Ein Anzug sieht besser aus, aber trockene Funktionskleidung sieht appetitlicher aus die merkwürdigen Muster auf den Hemden der Anzugträger, die im Achselbereich auch ihre Jacketts durchsuppten. Meine Frage, ob's warm wäre, schien ein komplett durchnässter Anzugträger in der Straßenbahn als überflüssig zu empfinden, wenn ich den Blick richtig verstanden habe. 😃
    Ausnahmen bestätigen eben die Regel. ^^

    Jolka schrieb:

    Xin schrieb:

    Polka schrieb:

    Ich bin kein Mann von Ende 20, der schon 7 Jahre Berufserfahrung hat. Ich bin ein junger Absolvent Anfang 20. Ich hoffe ihr wisst wie ich das meine.

    Warum willst Du dann mehr Geld fordern? ^^

    Habe ich oben ja schon mal geschrieben.
    Weil mein Profil gut auf die Stelle passt. Ich habe mit den Dingen, die gefordert werden schon in Projekten Erfahrung sammeln können. Außerdem hatte ich an der Hochschule auch noch ein paar Tutorenjobs in der Richtung.

    Jow, und ich habe mit 13 die erste Anwendung kommerziell veröffentlicht, Berufserfahrung vor dem Studium, ein gutes Studium hingelegt, wobei ich mehrfach Tutor war und das Netzwerkteam im Studentenwohnheim gegründet und geleitet habe, Sponsoren organisiert und dort ein Netzwerk mit 120 Leitungen gelegt, administriert und die Finanzverwaltung geführt habe.

    Ohne Dich verletzen zu wollen, aber Datenbanken und Java? Kann das nicht jeder, der im fernsten IT-Bereich was macht und sich halbwegs dafür interessiert?
    SQL kann ein Freund von mir, der überhaupt keine Ausbildung in dem Bereich hat, weil er für ein Spiel gelegentlich mal was in SQLite rumhackt. Ein bisschen Java kann er auch.
    Was hast Du noch im Angebot?

    Jolka schrieb:

    Und nicht zuletzt die Einsicht, dass es ein dummer Fehler war direkt die 39.000 anzunehmen und ich ihn jetzt einfach ausbügeln will. Wenn ich es jetzt nicht schaffe es auszubügeln, dann passiert mir der Fehler zumindest in Zukunft nicht noch einmal.

    Vorsicht... Du hast Dich im Bankensektor beworben. Bei einer kleinen Softwarefirma könnten 39k auch zu hoch gegriffen sein.

    Jolka schrieb:

    Xin schrieb:

    Du hast keine Ahnung, was die Leute fragen und Du kannst auch nicht alles üben. Und die wissen das auch. Die Stelle habe ich trotzdem bekommen.

    Ja, das ist mir klar, dass ich nicht alles werde beantworten können. Das ist auch gar nicht mein Anspruch. Ich will aber möglichst viel beantworten können. Warum sollte ich jetzt also die Eier schaukeln und es einfach auf mich zukommen lassen, wenn ich jetzt noch die Möglichkeit habe mich in dem Gespräch doch noch besser zu präsentieren.

    Ich würde Dich wegen dieser Einstellung einstellen. Weniger wegen Java und DBs.

    Jolka schrieb:

    Im Zweifel kann ich das Argument "Das habe ich das letzte mal vor 2 Semestern gemacht und seitdem fehlt mir einfach die Routine in der Sache" kann ich ja aber immer bringen.

    Setz hinter "Das habe ich vor zwei Semestern gemacht" lieber den Punkt, solange man Dich nicht fachlich ausfragt. 😉
    Wenn Du den Arbeitsvertrag unterschrieben hast, kannst Du Dich detaillierter einlesen.

    Jolka schrieb:

    PS: "Polka schrieb"? 🙂

    Whoops, wie ich habe das denn zurecht kopiert bekommen?! Aber warum nicht auch mal Polka? 😉



  • Mechanics schrieb:

    Jolka schrieb:

    PS: "Polka schrieb"? 🙂

    Ist mir auch aufgefallen 🙂

    Ich muss sagen, ich persönlich würde es negativ empfinden, wenn einer nachträglich doch mehr Geld verlangt. Und erst recht, wenn man versucht, das als etwas positives hinzustellen und sagt, er habe schnell aus seinen Fehlern gelernt. Mehr Geld kannst du notfalls auch nach einem Jahr verlangen, wenn du dich schon eingearbeitet hast, dann kannst du das auch richtig begründen.

    Wie gesagt, mit meinem Ansprechpartner bin ja auf du und du, von daher wird das denke ich keine negativen Konsequenzen haben und ich kann das auch jetzt schon begründen, warum das aus meiner Sicht gerechtfertigt ist. Ob ihm die Gründe dann ausreichen ist wieder eine andere Sache.

    Mechanics schrieb:

    Dass du angeblich schnell aus deinen Fehlern lernst kann man so nicht verifiziren,

    Welche Antworten bezüglich der Frage nach Stärken und Schwächen kann man im Gespräch schon verifizieren? Ich denke das ist nur bei den wenigsten Antworten der Fall.

    Mechanics schrieb:

    Ich wäre schon sehr misstrauisch, wenn mir jemand mit sowas kommen würde.

    Misstrauisch in welcher Hinsicht?

    Xin schrieb:

    Jolka schrieb:

    Ich werde im Gespräch immer ehrlich sein. Bei unangenehmen Fragen (kann mir gerade keine vorstellen)

    Wo wollen sie in fünf Jahren sein? 😉

    Hm, "noch keine Gedanken drüber gemacht?" 😃

    Mal im Ernst: Ist das wieder so eine Fangfrage? Was genau wollen die mit dieser Frage eigentlich in Erfahrung bringen? Ob ich lange genug bei denen bleiben will?

    Xin schrieb:

    Jolka schrieb:

    Zur Not würde ich die 39.000 auf jeden Fall nehmen. Ich will diesen Job einfach haben, er passt von den Anforderungen einfach fast perfekt.

    Wenn Java und DBMS die Anforderungen sind, dann hat der Personaler zur Not auch noch Alternativen. Der wird also keine Not haben. Vielleicht solltest Du auch in Betracht ziehen, dass ein Job, der nicht perfekt zu Deinen Anforderungen passt, Dein Profil erweitert.

    Ja, mal schauen. Am Gehalt soll das von meiner Seite aus zumindest nicht scheitern. Ich will einfach schnellstmöglich einen passablen Job haben. Ich halte diese elende studentische Armut einfach nicht mehr aus und ich will vor allem endlich auf eigenen Beinen stehen. Erweiterte Anforderungen habe ich noch keine und ich habe mich durchaus auch schon auf Stellen beworben, die nicht perfekt gepasst haben und ich neue Sachen hätte lernen müssen.

    Jolka schrieb:

    Ob die Frage nach dem Gehalt aber überhaupt im Vorstllungsgespräch aufkommt, ist sehr fraglich. Die Bank bezahlt mich ja nicht, ich bekomme das Geld von der Leihfirma. So oder so will ich es eigentlich vorher erstmal mit meinem Ansprechpartner klären.

    Wirst Du mit der Leihfirma ein Gespräch haben?

    Ja, er wird dabei sein.

    Xin schrieb:

    Jow, und ich habe mit 13 die erste Anwendung kommerziell veröffentlicht, Berufserfahrung vor dem Studium, ein gutes Studium hingelegt, wobei ich mehrfach Tutor war und das Netzwerkteam im Studentenwohnheim gegründet und geleitet habe, Sponsoren organisiert und dort ein Netzwerk mit 120 Leitungen gelegt, administriert und die Finanzverwaltung geführt habe.

    Ohne Dich verletzen zu wollen, aber Datenbanken und Java? Kann das nicht jeder, der im fernsten IT-Bereich was macht und sich halbwegs dafür interessiert?
    SQL kann ein Freund von mir, der überhaupt keine Ausbildung in dem Bereich hat, weil er für ein Spiel gelegentlich mal was in SQLite rumhackt. Ein bisschen Java kann er auch.
    Was hast Du noch im Angebot?

    Ich habe ja auch nie behauptet, dass ich besonders vielseitige Erfahrungen hätte oder dass ich das beste wäre was sie bekommen könnten. Aber das was ich kann, das kann ich und ich habe zumindest ein bisschen mehr gemacht als jemand, der einfach nur sein Curriculum abarbeitet. Zusätzliche Qualifikationen in anderen "Disziplinen" wären zwar sicher schön, aber nötig sind sie hier nicht.

    Und ja, Java und DBMS sind nichts besonderes, aber vielleicht ja auch gerade deshalb, weil das sehr verbreitet ist und das ist ja wohl auch nicht unbedingt was schlechtes.

    Ich war außerdem nie jemand, der schon in jüngsten Jahren das gemacht hat was später auch zu seinem Beruf wird. Wie ich schon vorher mal erwähnte: ich wusste bis ich 17 oder 18 war absolut nicht was ich später mal beruflich machen sollte. Als ich 16 war hätte ich auch im Traum nicht an ein Studium gedacht.

    Also wenn nur die außergewöhnlich interessierten, motivierten und begabten Leute Jobs bekommen würden, dann wäre weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung arbeitslos.



  • Jolka schrieb:

    Mechanics schrieb:

    Ich wäre schon sehr misstrauisch, wenn mir jemand mit sowas kommen würde.

    Misstrauisch in welcher Hinsicht?

    Dass du mit deinem Gesprächspartner auf du und du bist, ist noch kein Argument. Er kann sich jovial geben, aber eine ganz andere Meinung über dich haben. Da muss man trotzdem vorsichtig sein und gut einschätzen können, in welche Richtung seine Meinung nach so einer Aussage umschwenkt.
    Ich mag Offenheit und keine hohlen oder aufgesetzten Phrasen. Wenn ich merke, dass sich jemand offen und natürlich präsentiert, mag ich ihn (gut, andere Faktoren können natürlich auch eine Rolle spielen). Wenn jemand mit Standardfloskeln oder vorbereiteten (und auch noch konstruierten) Antworten kommt, dann werde ich eben misstrauisch und denke mir, dass er mit vielleicht etwas vormacht und seine Antworten entweder nicht der Wahrheit entsprechen oder er wahrscheinlich einfach keine Ahnung hat und das einfach nur so sagt.
    Die Forderung nach mehr Gehalt mit dem Lernen aus eigenen Fehlern zu assoziieren, finde ich spontan lächerlich, deswegen hättest du bei mir schon mal Minus bekommen. Das Gehalt ist etwas, was dich persönlich ganz massiv interessiert. Dass du hier erst nachträglich erkannt hast, dass du evtl. auch hättest mehr bekommen können und jetzt noch versuchst, das einzufordern, spricht eher gegen dich, weil du dich in einer so wichtigen Frage nicht vorher informiert hattest. Aber gut, da wär ich noch neutral. Das ganze jetzt aber noch positiv und als deine Stärke darstellen zu wollen, finde ich komplett daneben.



  • Mechanics schrieb:

    Jolka schrieb:

    Mechanics schrieb:

    Ich wäre schon sehr misstrauisch, wenn mir jemand mit sowas kommen würde.

    Misstrauisch in welcher Hinsicht?

    Dass du mit deinem Gesprächspartner auf du und du bist, ist noch kein Argument. Er kann sich jovial geben, aber eine ganz andere Meinung über dich haben. Da muss man trotzdem vorsichtig sein und gut einschätzen können, in welche Richtung seine Meinung nach so einer Aussage umschwenkt.
    Ich mag Offenheit und keine hohlen oder aufgesetzten Phrasen. Wenn ich merke, dass sich jemand offen und natürlich präsentiert, mag ich ihn (gut, andere Faktoren können natürlich auch eine Rolle spielen). Wenn jemand mit Standardfloskeln oder vorbereiteten (und auch noch konstruierten) Antworten kommt, dann werde ich eben misstrauisch und denke mir, dass er mit vielleicht etwas vormacht und seine Antworten entweder nicht der Wahrheit entsprechen oder er wahrscheinlich einfach keine Ahnung hat und das einfach nur so sagt.
    Die Forderung nach mehr Gehalt mit dem Lernen aus eigenen Fehlern zu assoziieren, finde ich spontan lächerlich, deswegen hättest du bei mir schon mal Minus bekommen. Das Gehalt ist etwas, was dich persönlich ganz massiv interessiert. Dass du hier erst nachträglich erkannt hast, dass du evtl. auch hättest mehr bekommen können und jetzt noch versuchst, das einzufordern, spricht eher gegen dich, weil du dich in einer so wichtigen Frage nicht vorher informiert hattest. Aber gut, da wär ich noch neutral. Das ganze jetzt aber noch positiv und als deine Stärke darstellen zu wollen, finde ich komplett daneben.

    Ich habe mich auch deshalb nicht vorher informiert, weil ich einfach keine Ahnung hatte, dass er mich das direkt am Telefon fragt. Das kam für mich einfach völlig überraschend. Seit 2, mit dem heutigen Tag 3, Tagen setze ich mich mit der ganzen Thematik auseinander und informiere mich worauf es ankommt, was man falsch machen kann und wie man es richtig macht. Also ich bereite mich schon vor, ich weiß ja, dass das Gespräch jetzt am Mittwoch auf mich zukommt.

    Das Gehaltsangebot aber spontan am Telefon zu bekommen, nein, darauf war ich nicht vorbereitet und darum habe ich mich im Vorfeld auch noch nicht darüber informiert.



  • Jolka schrieb:

    Ich habe mich auch deshalb nicht vorher informiert, weil ich einfach keine Ahnung hatte, dass er mich das direkt am Telefon fragt. Das kam für mich einfach völlig überraschend. Seit 2, mit dem heutigen Tag 3, Tagen setze ich mich mit der ganzen Thematik auseinander und informiere mich worauf es ankommt, was man falsch machen kann und wie man es richtig macht. Also ich bereite mich schon vor, ich weiß ja, dass das Gespräch jetzt am Mittwoch auf mich zukommt.

    Das Gehaltsangebot aber spontan am Telefon zu bekommen, nein, darauf war ich nicht vorbereitet und darum habe ich mich im Vorfeld auch noch nicht darüber informiert.

    Ist ja ok, du brauchst dich nicht rechtfertigen 😉 Wir alle wissen, dass diese ganze Situation nicht einfach ist. Viele hätten sich am Telefon überrumpeln lassen. Nur wie gesagt, versuch nicht, das nachträglich als deine Stärke beim Erkennen von eigenen Fehlern darzustellen, das finde ich sehr strange.



  • Mechanics schrieb:

    Jolka schrieb:

    Ich habe mich auch deshalb nicht vorher informiert, weil ich einfach keine Ahnung hatte, dass er mich das direkt am Telefon fragt. Das kam für mich einfach völlig überraschend. Seit 2, mit dem heutigen Tag 3, Tagen setze ich mich mit der ganzen Thematik auseinander und informiere mich worauf es ankommt, was man falsch machen kann und wie man es richtig macht. Also ich bereite mich schon vor, ich weiß ja, dass das Gespräch jetzt am Mittwoch auf mich zukommt.

    Das Gehaltsangebot aber spontan am Telefon zu bekommen, nein, darauf war ich nicht vorbereitet und darum habe ich mich im Vorfeld auch noch nicht darüber informiert.

    Ist ja ok, du brauchst dich nicht rechtfertigen 😉 Wir alle wissen, dass diese ganze Situation nicht einfach ist. Viele hätten sich am Telefon überrumpeln lassen. Nur wie gesagt, versuch nicht, das nachträglich als deine Stärke beim Erkennen von eigenen Fehlern darzustellen, das finde ich sehr strange.

    OK, das Beispiel lasse ich weg. Du hast recht, das wird wohl besser sein.

    Was hältst du aber generell davon, dass Lernen aus Fehlern als Stärke aufzuzählen? Wobei eine richtige Stärke ist das nun auch nicht wirklich, aber trotzdem.



  • Jolka schrieb:

    Was hältst du aber generell davon, dass Lernen aus Fehlern als Stärke aufzuzählen?

    Ich habs mir auch schon überlegt. Ich weiß es nicht. Ich finde solche Aussagen grundsätzlich etwas heikel. Kann man natürlich sagen, machen viele, und direkte Nachteile wirst du dadurch wahrscheinlich nicht haben. Aber das ist halt eine Aussage, die man oft schlecht untermauern kann. Wenn du sagst, du bist teamfähig, dann wird man später schon merken, ob du dich gut ins Team eingefügt hast oder eher ein Eigenbrötler bist. Wenn du deine Fehler nicht erkennst und stur bist, wird man das auch merken. Das Gegenteil festzustellen ist aber eher schwierig.



  • Jolka schrieb:

    Dann ist da natürlich noch die Kleiderfrage. Es ist ein Unternehmen mit ~7.500 Angestellten und zudem auch noch eine Bank. Also eigentlich schreit das ja regelrecht nach Anzug und Krawatte. Ich wurde allerdings nicht in die Zentrale eingeladen, sondern zu einem anderen Gebäude, welches nur die IT des Unternehmens beherbergt. Im Anzug fühle ich mich nicht besonders wohl muss ich sagen, ich käme mir lächerlich vor, als würde ich auf eine Hochzeit gehen. Darum werde ich einfach bei einer vernünftigen dunklen Jeans, dunklem kurzärmeligem Hemd und einem Paar schicker Schuhe bleiben. Erstens fühle ich mich so wohler und zweitens bin das dann auch wirklich ich; wenn ich da im Anzug sitze, dann bin das einfach nicht ich. Ich bin kein Mann von Ende 20, der schon 7 Jahre Berufserfahrung hat. Ich bin ein junger Absolvent Anfang 20. Ich hoffe ihr wisst wie ich das meine.

    Das schreit nach Anzug.. mindestens. Bei sowas gilt fast immer: Man ist nie overdressed. Und am Alter würde ich es schon gar nicht festmachen. Man kleidet sich nach Anlass (wenn man mal über 12 Jahre alt ist).
    Zur Not würde ich mir eben einen ausleihen. Hast du auch schon mal geguckt, wie der Dresscode in deinem Job dann ist?
    Btw. ist es iwann relativ egal, ob du dich im Anzug wohlfühlst.. wenn du eine Kundenpräsentation hast, trägst du einen. Das gehört halt dazu 😉

    Was deine Gehaltsproblematik angeht, könntest du natürlich auch andere Goodies wie "Firma zahlt dein Handy" oder "Firma zahlt dein Benzin" rausholen. Oder vorschlagen, dass dein Gehalt nach der Probezeit auf z.B. 41k angehoben wird.



  • Jolka schrieb:

    Was hältst du aber generell davon, dass Lernen aus Fehlern als Stärke aufzuzählen? Wobei eine richtige Stärke ist das nun auch nicht wirklich, aber trotzdem.

    Wenn Du Dir eine Eigenschaft in einem Bewerbungsgespräch zuschreibst, dann sei darauf gefasst, dass da Nachfragen kommen. Unter Umständen darfst Du dann mal kurz erzählen, inwiefern sich das bei Dir bemerkbar macht. Du hast dann also besser ein Beispiel oder mehrere parat. Eine Stärke, die Du nicht durch derartiges illustieren kannst, ist glaube ich nicht so gut. Hast Du zum "aus Fehlern lernen" Beispiele, wo Du das umsetzen konntest und davon profitiert hast?



  • Also ich habe gerade telefoniert und konnte das mögliche Gehalt von 39.000 auf 41.000 drücken.

    Wenn ich morgen richtig gut überzeuge wurde mir sogar angeboten eine Stufe höher zu gehen und 45.000 zu zahlen.

    Und außerdem wurde mir gesagt, dass Jeans und Hemd morgen völlig in Ordnung sind.

    Bevor ich jetzt aber von dem großen Geld träume, was ich bekommen würde, wenn ich es schaffe richtig richtig gut zu überzeugen, will ich es doch erst mal schaffen, dass sie mich überhaupt nehmen.



  • Jolka schrieb:

    Also ich habe gerade telefoniert und konnte das mögliche Gehalt von 39.000 auf 41.000 drücken.

    Das ist knapp ein Hunni im Monat mehr und sie wollen weiterhin noch mit Dir reden. Gratulation.

    Jolka schrieb:

    Wenn ich morgen richtig gut überzeuge wurde mir sogar angeboten eine Stufe höher zu gehen und 45.000 zu zahlen.

    Was zeigt, dass noch Luft nach oben ist... bzw. nach unten. Offenbar ist man an Dir derart interessiert, dass das Gespräch eher eine Formsache ist. Wenn Du's nicht komplett versaust, hast Du morgen wohl 'nen Job.

    Jolka schrieb:

    Und außerdem wurde mir gesagt, dass Jeans und Hemd morgen völlig in Ordnung sind.

    Gut... kauf Dir trotzdem schnellstmöglichst (D)einen Anzug, egal wie das Gespräch morgen verläuft. Wie GPC schon sagte: Der Anlass schreit nach einem Anzug und das Geschrei kommt immer mal wieder. Es ist gut, wenn man dann einen Anzug im Schrank hat und nicht laufend eine noch erträgliche Jeans suchen muss.



  • Xin schrieb:

    Jolka schrieb:

    Wenn ich morgen richtig gut überzeuge wurde mir sogar angeboten eine Stufe höher zu gehen und 45.000 zu zahlen.

    Was zeigt, dass noch Luft nach oben ist... bzw. nach unten. Offenbar ist man an Dir derart interessiert, dass das Gespräch eher eine Formsache ist. Wenn Du's nicht komplett versaust, hast Du morgen wohl 'nen Job.

    Nein, das glaube ich nicht. Die kennen mich ja gar nicht. Das einzige was sie von mir gesehen haben, ist mein Lebenslauf.

    Und bedenke, dass ich am Telefon nicht mit jemandem von der Bank, sondern mit meinem Ansprechpartner von der Leihfirma gesprochen habe. Also das ist eigentlich eine ganz andere Baustelle. Ich denke ich werde morgen schon gut überzeugen müssen, dass sie mich überhaupt nehmen.


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