Wir erschaffen nichts Greifbares



  • Als Arzt, Schwester und Sanitäter hilft man jeden Tag Menschen die dankbar sind. Als Handwerker baut und repariert man Sachen die man real im Alltag um sich hat. Als Grafiker, Fotograf schafft man tolle Werke bei denen es Freude macht sie anzuschauen.
    Als Musiker verzaubert man die Ohren so mancher.
    Als Bauarbeiter baut man die Stadt aus, die jeder sehen kann.
    Als Vater, Mutter schafft man neues Leben und gibt ihm Wurzeln, da macht jeder Tag Sinn.

    Als Software-Entwickler bastelt man an meist virtuellem und abstrakten Zeugs rum, was kaum einer versteht und was auch kaum jemanden wirklich interessiert. Da ist keiner dankbar, sondern es wird eher gemeckert. Die Bezahlung ist bei vielen ein Witz im Gegensatz zu anderen studierten Berufen. Jeder weiß zwar dass man auch Software-Entwickler braucht, aber so wirklich sicht- und begreifbar ist die Arbeit eigentlich nur für die paar Nerds auf der Welt.

    So ist jedenfalls meine Erfahrung die letzten 12 Jahre als Entwickler gewesen, wie sieht es bei euch aus?



  • O Ton:

    "Wir sitzen den ganzen Tag nur im Zimmer und arbeiten nichts."

    "Programmieren ist einfach und kann jeder."

    "Für ein Informatikstudium muss man nicht viel machen." -> war ne Aussage eines BWL Studenten. Kontext war ne Wohnungsbesichtigung, wo ich bemängelt habe, dass ne Spülmaschine fehlt und ich dann so viel Zeit ins manuelle Spülen verschwenden müsste, die ich für mein Studium nutzen wollte. Der BWL Student war der Freund der Vorbesitzern, die bei der Wohnungsbesichtigung anwesend war.

    "Bill Gates hat das Internet erfunden."

    "Steve Jobs hat die Apple Computer gebaut und war ein super Erfinder, weil er so viele Sachen erfunden hat." Steve Wozniak erhielt keine Silbe der Erwähnung, all die Anerkennung erhielt allein Steve Jobs.

    Dennis M. Ritchie kennt keine Sau, Mark Zuckerberg kennt jeder.

    Ja, wenn es um Anerkennung geht oder ums viel Geld verdienen geht, ohne viel Aufwand, sowohl zeitlich als auch Gehirnschmalz, dann sollte man einen anderen Beruf lernen. Selbst der Totengräber kriegt mehr Anerkennung und verdient viel viel mehr, bei einem geringen Aufwand für eine Ausbildung die man im Vergleich Geschenkt kriegt oder bestenfalls 20 h Mathe im 1. Semester entspricht, wobei sich die 20 h jetzt nur auf den zeitlichen Lernaufwand beziehen und nicht auf den intellektuellen Anspruch.



  • Die IT war eigentlich ein hoch angesehener Job bis Bill Gates kam. Früher liefen die Operators mit weissen Kitteln in klimatisierten Räumen rum und waren fast schon "gottgleich", wenn sie auf einer Sitzung etwas sagten.
    Seit Bill Gates wissen wir, dass Fehler im Betriebssystem und Anwendersoftware normal sind. Und ja - die Ansprüche an Software sind zwar hoch, aber die Ansprüche an die Qualität eher gering. Das zeigt sich schon, dass viele Anwender sich mit Opensource Software von Amateuren zufrieden geben.
    Und wenn man sich in den Betrieben umsieht, was sich da alles IT-Berater nennt, dann wird einem schnell klar, warum die IT keinen besonders guten Ruf hat.

    Aber es gibt sie doch die anspruchsvolle IT, wenn auch eher unbemerkt: Man stelle sich einmal vor, die Steuerungssoftware für einen A380 würde mit den Qualitätsansprüchen eines Bill Gates oder Opensource entwickelt werden... 😉



  • CatchNothing schrieb:

    Die Bezahlung ist bei vielen ein Witz im Gegensatz zu anderen studierten Berufen.

    Wie kommst du darauf?
    http://karrierebibel.de/einstiegsgehaelter-2014-was-absolventen-verdienen/
    Da sind die Informatiker nur ~3000€ unter den Topverdiener, während Architekten mit 30000€ ca. 16000€ unter den Topverdienern sind. Warum sind Architekten so arme Schweine?



  • CatchNothing schrieb:

    Als Arzt, Schwester und Sanitäter hilft man jeden Tag Menschen die dankbar sind.

    die menschen denen sie helfen koennen, die sehen sie einmal. je schlechter die heilungschance, desto oefter muessen sie in das gesicht der menschen blicken denen gegenueber sie hilflos sind. esseiden es ist toedlich... ich koennte bei sowas nicht schlafen. ich wuerde lieber nach medikamenten forschen als menschen nicht helfen zu koennen.
    not my case

    CatchNothing schrieb:

    Als Handwerker baut und repariert man Sachen die man real im Alltag um sich hat.

    als handwerker wird man meist einzig nach preis beurteilt. niemand kennt dich und jeder beurteilt dich, moechte dass du vielleicht noch sorgsammer, noch besser arbeitest und wenn du den kleinsten fehler machst hat niemand verstaendniss.
    wenn man angestellter handwerker ist, ist die bezahlung unter aller sau (man muss ja froh sein einen job zu haben) und wenn man eine firma hat, hat man bis zum ende seiner tage keine freizeit.
    not my case

    Als Grafiker,

    als soeiner kaempft man von freelance job zu freelance job. die die ich kenne arbeiten nebenbei noch als z.b. verkaeufer, weil es nicht genug und viel zu unregelmaessig ist. denn man kann schwer um neue jobs kaempfen wenn man noch mit dem letzten fertig werden muss.
    not my case

    Fotograf schafft man tolle Werke bei denen es Freude macht sie anzuschauen.

    das ist der traurigste beruf ueberhaupt. wenn man glueck hat, darf man hochzeiten fotographieren. aber brott und butter sind passbilder. stellt euch nur vor, jeden tag, jede woche, bis zur rente. es ist sogar ein beruf wo man aufmerksam sein muss, man kann nicht noch nebenbei was machen (wie z.b. ein verkaeufer oder waechter seine gedanken ein wenig abschweifen kann). ich wuerde genau ausrechnen wieviele ich knipsen muss bis feierabend und dann haette ich eine progressbar im kopf und wuerde es hassen. Ich glaube fotograph wird man aus spass an der sache und der taegliche arbeitsalltag ist fast koerperverletzung dem gegenueber.
    not my case

    Als Musiker verzaubert man die Ohren so mancher.

    musiker, hm, ich glaube die wenigsten machen das vollzeit, und wenn dann als musiklehrer. sogar wenn du recht gut bist, hast du zig mal mehr konkurenz als plaetze vorhanden sind (jedenfalls die bezahlten). das ist fast wie profisportler zu sein.
    viele musiker weichen deswegen auf medien aus z.b. filme, spiele, hoerspiele etc. und sogar die foren sidn geflutet von denen.
    wenn ich nicht programmierer waere, wuerde ich mir wuenschen it meinem klavierspielen geld zu verdienen, aber ich glaube ich waere dann in einem boring office 9-5 job gefangen und wuerde mir mein leben lang wuenschen eine chance zu haben meinen traum zu verwirklichen.
    my case, aber verlorener posten.

    Als Bauarbeiter baut man die Stadt aus, die jeder sehen kann.

    das ist fast so toll wie als mensch duenger zu produzieren woraus dann pflanzen wachsen und jeder kann das sehen.
    als bauarbeiter reist du von ort zu ort den du wohl kaum wiedersehen wirst und bist einer von 100 der da steine plaziert hat. vielleicht ist das das erste jahr toll, aber ehrlich. wenn du mit 50 auf dem bau stehst bei schlecht wetter und stein an stein plazierst und dich nicht erinnerst wo du letztes jahr um diese zeit steine plaziert hast....
    not my case

    Als Vater, Mutter schafft man neues Leben und gibt ihm Wurzeln, da macht jeder Tag Sinn.

    das ist kein beruf! du kannst berufe und vater/mutter sein beliebig kombinieren.

    Als Software-Entwickler bastelt man an meist virtuellem und abstrakten Zeugs rum, was kaum einer versteht und was auch kaum jemanden wirklich interessiert.

    es versteht auch niemand was von musik machen und wie soll das anders sein?

    Da ist keiner dankbar, sondern es wird eher gemeckert.

    ich kenne viele die dankbar sind. meine kolegen sind dankbar wenn ich denen was programmiere und damit helfe. ich hab von programmieren und cheffs von anderen firmen 'danke' bekommen. Ich hab in einer nacht ein paar 2d spiele fuer meine 3 jahre alte nichte geschrieben und mein bruder konnte sie nicht mehr vom computer loesen und das ist auch dank. Ich sass im zug wo sich kids neben mir ueber das spiel an dem ich gearbeitet habe unterhielten und der eine wollte dem anderen begreiflich machen wie unglaublich "geil" das ist.
    ich glaube wenig berufe geben einem die moeglichkeit soviel ausschlag zu geben und dafuer soviel feedback zu bekommen wie beim entwickeln von software.

    Die Bezahlung ist bei vielen ein Witz im Gegensatz zu anderen studierten Berufen. Jeder weiß zwar dass man auch Software-Entwickler braucht, aber so wirklich sicht- und begreifbar ist die Arbeit eigentlich nur für die paar Nerds auf der Welt.

    Ich bekomme geld um mein hobby zu betreiben. Andere backen broetchen 95% ihrer lebnszeit um 5% davon irgendwo hin zu hetzten, sich dich zu saufen und dann zurueck zur arbeit zu muessen.
    Ich kann entspannt zur arbeit gehen, ich kann von den aufgaben die anstehen mir eine picken, sie auf die weise loesen die ich moechte. wenn ich mich beeile hab ich noch ein wenig zeit eine vielleicht verrueckte loesung auszuprobieren. Ich kann mich mit echt inteligenten leuten unterhalten ueber geekige abtiefen der materie wo andere am fliesband vielleicht bestenfalls das thema sport und titten teilen.

    und wenn mir irgendwas nicht gefaellt, kann ich mit meinem cheff reden, oder bei einer der vielen firmen arbeiten die noch entwickler suchen. mach das mal als bauarbeiter/baecker/musiker/fotograph/...

    So ist jedenfalls meine Erfahrung die letzten 12 Jahre als Entwickler gewesen, wie sieht es bei euch aus?

    deine unzufriedenheit liegt nicht am entwickler sein. vielleicht liegt es an der individuellen arbeit oder vielleicht hast du es zu sehr ruhig angehen lassen. druck und herausforderung machen nicht nur stress, sie geben auch ein befriedigendes gefuehl etwas geschaffen zu haben.

    du musst nicht in deinem job bleiben bis ans ende aller tage. in der software brange sind 2jahre ein gutes mittel. dann wechseln, neue herausforderungen angehen, spass haben, erfolgreich sein, naechster job.

    ich denke es gibt keinen besseren beruf. man kann
    -ein fauler wally sein und noch sein gehalt erhalten.
    -sich super ausleben, wenn man moechte.
    -total in die theory gehen und forschen.
    -die software schreiben die auf fremde planeten geschickt wird.
    -medizinische geraete entwickeln die leben retten (hab letztens gesehen wie ein visuelles system den herzschlag eines patienten aufnimmt und visuel kompensiert wodurch der operierende arzt quasi am ruhenden herzen arbeitet und die software bewegt die operierenden arme entgegengesetzt dazu, ... 😮 )
    -du kannst dinge taeglichen bedarfs erschaffen (z.B. hab ich ein geraet gebastelt das bei urlaub noch haustiere,nager, regelmaessig fuettert und ueber kamera bei bewegung bilder schickt in gewissen abstaenden)
    -du kannst mit deinem wissen vielen helfen, wer hat denn keine pc probleme? 😛

    ich glaube ehrlich es ist der beste beruf den man zZ haben kann, falls man dazu faehig ist.



  • Sehr insteressante Antworten. Mir fällt noch ein, dass in keinem Beruf einem so viel reingequatscht wird wie in der IT. "Das muss schneller gehen...Tests brauche wir nicht, das kostet zu viel Zeit...Mein Sohn programmiert auch, das kann nicht so schwer sein..." Einem Elektriker würde man nicht so reinquatschen.

    ITler werden überhaupt nicht gewürdigt, weil eben jeder mal eine Computerbild geleseen hat und glaubt das wäte alles ganz einfach. Solange man Libs/Frameworks zusammenklatscht und nicht groß selbst macht, ist das ja auch so.



  • Das ist viel Einstellungssache. Viele meckern über den eigenen Beruf. Auf der anderen Seite des Zaunes ist das Gras immer grüner. Wenn Du nicht zufrieden bist, dann ändere Deine Einstellung oder Deinen Job.

    Es gibt in der IT schlecht bezahlte Codiererjobs mit schlechten Chefs und gut bezahlte interessante Jobs mit guten Chefs und alles dazwischen. Diese Verallgemeinerungen wie "...in keinem Beruf einem so viel reingequatsch wird, wie in der IT..." sind einfach nur Verallgemeinerungen.

    Glaubst Du wirklich, dass der durchschnittliche Handwerker so viel Genugtuung hat? Oder dass ein Manager nie kritisiert wird, dass er etwas anders machen soll (machen wir jeden Tag hier 😉 )?. Auch ein Elektriker ist oft Kritik ausgesetzt. Und Ärtzte und Krankenpfleger sind arme Schweine, die am Fliessband arbeiten. Ach ja - was wären die Ärtzte ohne die moderne Technik, die wir ITler schaffen?

    Auf der anderen Seite gibt es ITler, die hoch angesehen sind.

    Wobei mir einfällt, dass es leider sehr viele ITler gibt, die den Titel nicht verdient haben. Und ich meine nicht die Open-Source-Hobbyprogrammierer, sondern auch Diplom-Informatiker, die die einfachsten Regeln der Programmierung nicht beherrschen. Die haben es doch eigentlich auch nicht anders verdient.



  • CatchNothing schrieb:

    ...Als Musiker verzaubert man die Ohren so mancher...

    Dabei ist das gar nicht mal so unähnlich zur Softwareentwicklung. Genaugenommen lässt sich Musik / bzw. lassen sich die Noten auch wie ein "Sourcecode" lesen, unterliegt einer "Syntax" (Harmonie) und existiert nur als Information auf entsprechenden Medien oder als abstrakte Vorstellung in Gedanken.



  • Na dann verzauber mal Menschen mit deinem Sourcecode 😃

    Ich glaube auch nicht wirklich dass z.B. einem Elektriker beim Fummel an einer Verteilung reingeredet wird, oder einem Arzt bei einer Untersuchung.

    Es kommt mir halt so vor, dass bei den meisten anderen Berufen man irgendwas macht, was andere auch sehen und schätzen. Ich emfinde es als toller wenn ein Schneider mit die Hose kürzer als wenn ein ITler etwas am Rechner einstellt.

    Wenn ich etwas mit meinen Händen herstelle kann ich das zeigen und jeder versteht es, wenn ich Musik machen kann ich vorspielen, wenn ich ein gutes Fotos gemacht haben kann ich es zeigen usw. Wenn ich irgendeine tolle Klasse schreibe, interessiert dass ein vielleicht ein paar Geeks.



  • CatchNothing schrieb:

    Na dann verzauber mal Menschen mit deinem Sourcecode 😃

    Mit meinem sowieso nicht 😃 😃



  • CatchNothing schrieb:

    Wenn ich etwas mit meinen Händen herstelle kann ich das zeigen

    Software kannst du docj auch zeigen.



  • rapso schrieb:

    Als Bauarbeiter baut man die Stadt aus, die jeder sehen kann.

    das ist fast so toll wie als mensch duenger zu produzieren woraus dann pflanzen wachsen und jeder kann das sehen.
    als bauarbeiter reist du von ort zu ort den du wohl kaum wiedersehen wirst und bist einer von 100 der da steine plaziert hat. vielleicht ist das das erste jahr toll, aber ehrlich. wenn du mit 50 auf dem bau stehst bei schlecht wetter und stein an stein plazierst und dich nicht erinnerst wo du letztes jahr um diese zeit steinot ne plaziert hast....

    Da magst du Recht haben.
    So als Ferienjob hab ich das aber in extrem guter Erinnerung, zu sehen wie das Häuschen jeden Tag wächst.
    Leider war die Zeit zu kurz, um es bis zum Schluss zu sehen.
    Dafür hab ich gesehen, wie sich neben mir jemand 3 Finger abgesägt hat...
    von daher:
    not my case



  • So schlecht ist die Bezahlung jetzt auch wieder nicht. Wenn ich mich so vergleiche verdiene ich eigentlich sogar recht gut. Mag sein dass andere Jobs mehr Geld abwerfen. Aber dort sitzt man dann auch oft mehr Zeit im Büro oder gar irgendwo auf Flughäfen rum, muss Schichtarbeit schieben, ...
    Ich muss aber feststellen, dass es mit Gehaltserhöhungen ab einem Zeitpunkt x aus ist, obwohl man zu dem Zeitpunkt x richtig gut eingearbeitet ist und sehr produktiv arbeitet. Nach 2-5 Jahren hilft ein Jobwechsel, um finaziell weiter aufsteigen zu können. Vor allem aber ist so ein Jobwechsel wichtig, um nicht zu spezialisiert auf eine Branche/Technologie/Sprache zu sein.

    Bezüglich dem Reinreden: ja, das stimmt, viele Leute glauben sie "können IT", weil sie mal einen Javakurs auf der Uni hatten. Immer mehr Leute aus Orchideenstudien drängen in die SW Entwicklung, weil es da viele Jobs und vergleichsweise viel Geld (siehe oben!) gibt.
    Oft sind solche Leute dann auch noch die Führungskräfte oder Teamleiter. Da hilft nur eins: versuchen zu erklären, warum seine Ideen Schwachsinn sind. Natürlich auf eine menschlich verträgliche Art. Ab und zu kann man ja auch nachgeben, so ist das Leben.
    Oft hilft es auch, die Dinge einfach zu machen. Diskutieren bringt ohnehin nichts, wenn der Chef weiß, dass zum Schluß was brauchbares rauskommt gewöhnt er sich an gar nicht erst zuviel nachzufragen, v.a. wenn das dann oft in Diskussionen ausartet bei denen er feststellt das ihm Grundlage x oder y abgeht.

    Zur Bekanntheit "berühmter" Leute aus der IT: dazu gibts nicht viel zu sagen, woher soll ein 0815 User auch Dennis Ritchie kennen? Gates und Zuckerberg sind bekannt wegen ihrer Medienpräsenz.

    Ich habe bis jetzt oft positive Resonanz bezüglich der von mir entwickelten Komponenten erhalten. Wobei schöner als ein "Danke" finde ich, wenn ich sehe, wie Leute unbemerkt meine Features verwenden und damit gut klarkommen oder gar sagen "ahh, das ist aber mal gut/intuitiv/performant gestaltet".
    Natürlich gibts auch viel Jammern wegen der Qualität, aber das darf man nicht persönlich nehmen. Für oder gegen Qualität entscheidet sich die Firma als ganzes, wenn es keine QS Abteilung oder Testabteilung gibt, so werden die Fehler eben erst beim Kunden entdeckt.

    Für einen SW Job muss man ein gewisser Typ Mensch sein ("Nerd"), wenn das so ist dann kann man den größten Spaß bei der Arbeit haben.
    Viele der Dinge, die ich im Job gemacht habe, habe ich auch schon mal daheim einfach nur aus Interesse gemacht. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich dafür beim Job sogar Geld bekommen habe.

    P.S.: Crossposting siehe: http://www.mikrocontroller.net/topic/358642



  • Danke für die Antworten, ist doch sehr interessant auch mal andere Erfahrungen zu lesen. Mit dem Crossposting habe ich nichts zu tun, das war ich nicht.



  • Jockelx schrieb:

    rapso schrieb:

    Als Bauarbeiter baut man die Stadt aus, die jeder sehen kann.

    das ist fast so toll wie als mensch duenger zu produzieren woraus dann pflanzen wachsen und jeder kann das sehen.
    als bauarbeiter reist du von ort zu ort den du wohl kaum wiedersehen wirst und bist einer von 100 der da steine plaziert hat. vielleicht ist das das erste jahr toll, aber ehrlich. wenn du mit 50 auf dem bau stehst bei schlecht wetter und stein an stein plazierst und dich nicht erinnerst wo du letztes jahr um diese zeit steinot ne plaziert hast....

    Da magst du Recht haben.
    So als Ferienjob hab ich das aber in extrem guter Erinnerung, zu sehen wie das Häuschen jeden Tag wächst.

    ich denke auch, dass fuer kurze zeit viele dinge spass machen. man braucht halt abwechslung, ich denke software entwickler gibt da eine grosse moeglichkeit. vom baecker zum astronauten wird man nicht einfach, aber vom unternehmenssoftware entwickler zu sateliten programmierer hat man eine chance. und das macht spass fuer paar jahre und danach kann man wechseln.

    Leider war die Zeit zu kurz, um es bis zum Schluss zu sehen.
    Dafür hab ich gesehen, wie sich neben mir jemand 3 Finger abgesägt hat...

    100x froh dass solche ernsten verletzungen eher nicht moeglich sind bei uns.



  • Tyrdal schrieb:

    CatchNothing schrieb:

    Wenn ich etwas mit meinen Händen herstelle kann ich das zeigen

    Software kannst du docj auch zeigen.

    Kommt mMn. sehr drauf an was für Software.

    Wenn man ein Spiel oder eine Anwendungssoftware programmiert, dann sieht man was. Oder auch ne Bankomat-Oberfläche, Web-Anwendung etc.

    Wenn man aber z.B. irgendwelche Verbuchungs-Sachen in nem ERP System programmiert, dann kann man da nicht viel sehen. Dementsprechend wenig spannend wäre das für mich dann auch.

    Wenn man Treiber schreibt sieht man auch nix. Ausser dass Device X auf einmal so funktioniert wie der Anwender es sich halt erwartet. Woo-hoo, meine Festplatte festplattet jetzt anstatt nix zu tun 🤡
    Wobei mich das schon eher interessieren würde, trotz dem man nix davon sieht.


  • Mod

    Man muß sich natürlich fragen, wie wohl das Arbeitsverständnis eines Alan Turing war, gewissermaßen der größte Cracker überhaupt, dessen Leistungen aber verschwiegen und dessen Lebensglück von den Landesleuten aus Dankbarkeit verraten wurde.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/alan-turing-queen-begnadigt-homosexuellen-informatik-pionier-a-940758.html

    Oder man muß sich fragen, wer im Moment am meisten Zeit in die c-plusplus.net/forum - Pflege investiert oder auch investiert hat. Vielleicht wäre eine Art Liste hilfreich, mit Programmierzeiten oder Codezeilenmengen oder schlicht "Pflegezeiten" drauf, so wie bei bei Open-Source-Projekten, wo man Ablesen kann, wieviel Code von Intel kommt, von AMD, von IBM usw.

    Man kann sich die Verzahnung zwischen Hardware und Funktionen bewußt machen: bei einem Roboter z.B. oder einer Digitalkamera hauchen erst die Programme (wie auch die von Theoretikern erdachten Algorithmen) der Technik "Leben" ein.
    Ein Computer ohne Programme ist Sinnlos. Der bessere Computer ist immer der mit den cooleren Programmen!.

    Wenn ein besserer Code ein Programm schneller macht, weniger genervte Kunden anrufen; Kosten eingespart werden, dann kann man das sehr wohl greifen ->(dickeres Portemonnaie!).

    Wenn Programme und Algorithmen die Landwirtschaft "optimieren", kann man das sogar schmecken -> Supermarkt Obst und Gemüse, schmeckt eher doof...

    Es gibt eine Berufsgruppe, die ist noch viel schlimmer dran, die werden aber regelmäßig krank deswegen: Lehrer

    Aber Greifbarkeit und Sinnlichkeit -> Begreifen spielen schon eine Rolle. Problem: Medienzeitalter, Simulationszeitalter. War gerade heute morgen im Fernsehen: Kölsch App auf dem Smartphone...
    Andere Beispiele: Obst aus dem Supermarkt, gegessen wird aber nicht, sondern Kochshow geguckt -> gemeinsam mit Freunden kochen? Mit welchen Freunden? Mit Facebook-Freunden??? Die sind aber nicht anwesend. Verabreden? Keine Zeit, müssen noch viele E-Mails bearbeiten...
    Man könnte Nüsse sammeln..aber wo sind die Nussbäume und Sträucher hin? ->Algooptimierte Landwirtschaft?
    ->Kein gemeinsames Sammeln, Erleben, Riechen, Schmecken, Geschichten erleben zum Wiedererzählen - stattdessen Tatorts und Telenovelas und Autowerbung auf allen Kanälen. Aber wieso soll Autofahren noch toll sein? Die Straßen sind voller Lastwagen, die die Läden beliefern, Onlinebelieferungen machen, zum Algooptimierten Kostenminimierprogramm gehören (Lagerkosten auslagern).

    Viele kaufen bei Amazon ein, in den Ortschaften stehen die Läden leer. Auch die Leere ist greifbar!

    Aber: Usbstick-Abgleich: Musikkomprimierprogramme, oder Spielsteuerungen oder Patches, die Spielinhalte aufwerten oder verbessern, oder einfach nur ein gut gemachtes Spiel - das sind Dinge, die machen Freude, das weiß man so.

    Und: Man kann Alltagsgegenstände Hacken, Waschmaschinen, Autos, ...ach, und apropos Autos -> Formel 1 gucken? Wie kommen die Zeiten, Grafiken und Tabellen auf den Bildschirm, wie kommen die Analyse-/Tuningprogramme in die Rennen?

    Exploits: Vorfreude ist Supi: demnächst wird nämlich die Haskell-Community diese Seite übernehmen... 😋



  • Eigentlich wollte ich mich dazu nicht aüßern.

    Als Musiker verzaubert man die Ohren so mancher.

    Wenn du Andre Rieu heisst und das entsprechende Publikum hast vielleicht.
    Ansonsten ist Musik auch nicht greifbar imho. Ebenfalls ne eher abstrakte Geschichte.

    Zu spät, um mich jetzt noch weiter darüber auszulassen obwohlich noch so Einiges dazu zu sagen hätte.



  • Wenn ich einem erzähle, dass ich ein Gerät desingt habe, dann macht das hundert mal mehr Eindruck, als wenn ich berichte dass ich ein Protokoll oder eine Implementierung dazu beigesteuert habe. Auch wenn ich einem Freund oder Bekannten ein Stück Musik vorspiele ist der wesentlich beeindruckter, als wenn ich ihm einen neuen Button in meinem Programm zeige. Lade ich ein selbstgemachtes Bild irgendwo hoch, ist die Resonanz sehr wahrscheinlich um ein vielfaches höher, als wenn ich eine von mir geschrieben Klasse poste.

    Diese fehlende Anerkennung gibt es natürlich auch bei anderen Jobs, aber da ich aus der IT-Branche komme, wollte ich halt im speziellen mal draüber reden. Mich hat am Ende diese Erkennnisse dazu gebracht den Job als Entwickler komplett an den Nagel zu hängen.



  • hustbaer schrieb:

    Wenn man aber z.B. irgendwelche Verbuchungs-Sachen in nem ERP System programmiert, dann kann man da nicht viel sehen. Dementsprechend wenig spannend wäre das für mich dann auch.

    Stimmt schon das manches besser zu sehen ist, aber irgeneine Bedienart wirds meistens geben. Ich hab zum Bleistift mal nen Voicemailsystem entwickelt. Das kann man zwar nicht sehen, aber anrufen. Jetzt arbeite ich gerade an nem Server der im Hintergrund von Stellwerken bei der Bahn werkelt. Das was er tut kann man auch nicht direct sehen, aber es gibt halt ne Gui und die kann man zeigen und sage, daß das eigen Zeug dazu gehört.


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