Tempolimit seitens Autmobilhersteller



  • @Jockelx sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    @It0101 sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    Klar kann man sagen: Scheiße auf die Autoindustrie,

    Ich bleibe dabei: Die Contra-Argumente sind zum Teil einfach nur absurd! Die ganze Welt hat Tempolimit und scheißt also auf ihre Autoindustrie...ja, nee, ist klar.

    Ich bleibe dabei: Die USA haben auch rigorose Tempolimits und trotzdem extrem viele Unfalltote. Und nu? Das Tempolimit ist wohl doch nicht das gesuchte Allheilmittel, hm?

    Das witzige an meinem Argument ist, dass dann immer alle Tempolimit-Unterstützer in ihre Höhlen zurück kriechen und so tun als hätten sie den Beitrag überlesen, weil er einfach die ganze "Hohe Geschwindigkeit ist schuld an (fast) allen Unfällen"-Argumentation zerschmettert.



  • @It0101 sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    @Jockelx sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:
    Ich bleibe dabei: Die USA haben auch rigorose Tempolimits und trotzdem extrem viele Unfalltote.

    Hat das jetzt auch nur im Ansatz was mit deiner super Argumentation "Tempolimit == man scheisst auf die Autoindustrie" zu tun!?

    @It0101 sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    Und nu?

    Was und nu?
    Mir egal was nu kommt. Auch das Tempolimit ist mir wie gesagt recht egal. Muss hier trotzdem nicht jeden komplett-schwachsinn unkommentiert lassen.



  • @Columbo sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    @abbes Das ist nicht akkurat.

    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2018/verkehrsunfaelle_2017/Pressebroschuere_unfallentwicklung.pdf?__blob=publicationFile:

    Eine der Hauptunfallursachen auf Autobahnen ist zu schnelles Fahren. Im Jahr 2017
    war mehr als ein Drittel (7 194) der Autobahnunfälle darauf zurückzuführen, dass mindestens eine beteiligte Person die Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte oder für
    die Straßen- oder Witterungsverhältnisse zu schnell fuhr. Insgesamt fanden 181 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen auf Autobahnen den Tod, 2 478 wurden schwer
    verletzt. Das waren 44,3% aller Getöteten und 41,5 % aller Schwerverletzten auf deutschen Autobahnen.

    Wenn wir die Höchstgeschwindigkeit heruntersetzen, wird auch diese Statistik, und vor allem die Zahl der Schwerverletzten, sinken. Weil die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt (auch wenn trotzdem einige die niedere Grenze ueberschreiten wuerden). Aber ob das irgendjemandem ueberhaupt als ein sinnvoller Tausch scheint, ein paar Hundert Leben fuer dutzender Millionen Transportgeschwindigkeit, das sei dahingestellt.

    Aber genau das sagt die Statistik eben nicht aus.

    die Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte oder für die Straßen- oder Witterungsverhältnisse zu schnell fuhr.

    Es geht nicht einfach darum, ein Tempolimit zu überschreiten, sondern um nicht angepasste Geschwindigkeit. Das Heranziehen dieser Unfallursache ist ein probates Mittel um Unfälle zu erklären in Berichten zu erklären.
    Wenn du nachts bei Regen auf einer freien und unbegrenzten Strecke mit 100 km/h verunglückst, dann stehen die Chancen gut, genau diese Unfallursache im Bericht zu finden.
    Ich bleibe deshalb dabei, dass ein gesetzlich vorgeschriebenes Fahrsicherheitstraining wesentlich mehr bringt, als ein plumpes Tempolimit - und vor allem auch auf alle Verkehrsbereiche Auswirkung hat und nicht nur auf die Autobahnen.



  • @abbes Geschwindigkeiten über 130Km/h werden bereits gesetzlich als unvernünftig gehandelt, und bei einem Unfall der während einer solchen Geschwindigkeit geschieht, trägt man dann standardmäßig Mitschuld. Siehe auch dieses Zitat des ACE:

    Häufigste Unfallursache auf deutschen Autobahnen ist eine der Verkehrssituation nicht angepasste Geschwindigkeit. Damit ist nicht zwangsläufig die Übertretung einer Temporeduzierung gemeint. Auch auf Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung kann ein Tempo oberhalb der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h als unfallursächlich gewertet werden. Bei 39,7 Prozent aller Autobahnunfälle spielt zu schnelles Fahren eine ausschlaggebende Rolle.

    Sprich, dein Verweis ist zwar tatsächlich irgendwie legitim, aber irrefuehrend, weil die Neigung, bei 130+ Geschwindigkeiten einen Unfall zu bauen, einfach da ist.

    Leider sind sich scheinbar nicht einmal Experten sicher, wie man verschiedene Statistiken zu interpretieren hat. Bzw. welche Statistiken ueberhaupt nachgewiesen worden sind, oder oder...

    Siehe https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-sind-autobahnen-mit-tempolimit-sicherer-_arid,10784485.html

    Statistisch lässt sich tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Tempolimit und weniger Verkehrstoten herstellen: 2016 sind auf deutschen Autobahnen mit Geschwindigkeitsbegrenzung pro Autobahnkilometer 26 Prozent weniger Menschen tödlich verunglückt als auf Autobahnen ohne Tempolimit. 2015 waren es 13 Prozent. Dieser Trend lässt sich auch bei der Anzahl der Schwerverletzten feststellen. Das geht aus einer Auswertung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hervor.

    Aber dann der ADAC

    Auch beim innerdeutschen Vergleich ereignen sich auf Abschnitten ohne Tempolimit nicht mehr Unfälle als auf Strecken mit Tempolimits von 120 oder 130 km/h. Eine höhere Unfallschwere (Getötete je 1000 Unfälle mit Personenschaden) lässt sich zudem ebenso wenig feststellen. Die eigentliche Schwachstelle in Sachen Verkehrssicherheit sind nach wie vor die Landstraßen, wo knapp 60 Prozent aller Verkehrstoten registriert werden, bei nur etwa 40 Prozent der Kfz-Fahrleistungen.

    Die Phrase aus dem ersten Artikel, obgleich ohne jeden Link oder Verweis, wird sogar innerhalb dieser Petition zitiert: https://www.openpetition.de/petition/online/strassenverkehrs-ordnung-generelles-tempolimit-von-130-km-h-auf-deutschen-autobahnen

    Wenn ich nach ihr suche, finde ich dann schließlich in einem Dokument des Bundestags einen Verweis auf „Verkehrsunfallstatistiken und Geschwindigkeit auf Bundesautobahnen“ -- der Name des Herausgebers/der Publikation ist ausgeschwärzt?



  • @Columbo sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    der Name des Herausgebers/der Publikation ist ausgeschwärzt?

    Ist nicht unüblich, damit die Leute, die ja nur ihre (wissenschaftliche) Arbeit machen, hinterher nicht auf Facebook Morddrohungen bekommen, weil man insbesondere bei kontroversen Themen jedes mal einem Fanatiker auf die Füße tritt.



  • @It0101 Lol, warum sollte jemand Morddrohungen dafuer bekommen, dass er die wissenschaftliche Methode einsetzt?

    Oh, ich hab fuer einen Moment vergessen, dass wir hier nicht in Parnassus leben 😒



  • @Columbo sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    @It0101 Lol, warum sollte jemand Morddrohungen dafuer bekommen, dass er die wissenschaftliche Methode einsetzt?

    Du weißt schon, dass z.B. Donald Trump den wissenschaftlich erwiesenen Klimawandel für FakeNews hält? 😉 es gibt genug Leute, die austicken, wenn sie nicht hören was sie hören wollen.
    Du siehst doch wie intensiv und kontrovers allein hier schon diskutiert wird. Und hier würde ich die Teilnehmer mal alle als intelligent und "vernünftig" bezeichnen.



  • @It0101 sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    @Columbo sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    @It0101 Lol, warum sollte jemand Morddrohungen dafuer bekommen, dass er die wissenschaftliche Methode einsetzt?

    Du weißt schon, dass z.B. Donald Trump den wissenschaftlich erwiesenen Klimawandel für FakeNews hält? 😉 es gibt genug Leute, die austicken, wenn sie nicht hören was sie hören wollen.
    Du siehst doch wie intensiv und kontrovers allein hier schon diskutiert wird. Und hier würde ich die Teilnehmer mal alle als intelligent und "vernünftig" bezeichnen.

    Eigentlich hält er den anthropogenen Faktor für FakeNews, nicht den Klimawandel ... aber dafür haben wir ja hier schon einen eigenen Thread 😛



  • @Columbo sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    Wenn ich nach ihr suche, finde ich dann schließlich in einem Dokument des Bundestags einen Verweis auf „Verkehrsunfallstatistiken und Geschwindigkeit auf Bundesautobahnen“ -- der Name des Herausgebers/der Publikation ist ausgeschwärzt?

    Ausgeschwärzt ... wie geil!! 😃 😃 😃
    Aber es kann ja jeder gerne die beiden Damen googlen 🙂

    Made my day 😂



  • @Columbo
    Als generelle Antwort möchte ich noch schreiben, dass es sehr viele Faktoren gibt, die hier berücksichtigt werden müssen.
    Ich kenne bspw. Studien aus BB und BW die einen Vorher-Nachher-Vergleich bei Einführung eines Tempolimits behinhalten - aber gleichzeit verschweigen, dass es Umgehungstangenten auf Bundesstraßenebene gab, dass auf den großen Autobahnachsen A3 A7 neue und besser ausgebaute Streckenabschnitte in Betrieb genommen wurden, dass es LKW Fahr- und Überholverbote gab, etc.
    Tendenziell nimmt ja die Unfallhäufigkeit stetig ab. Und das seit Jahrzehnten. Auch die beiden Kurven der geposteten Statistik sind ja sehr eng beieinander und scheinen auch zu konvergieren.
    Und muss man auch noch die Frage stellen, wieviele Unfälle auf den Strecken mit Tempolimit sind grundsätzlich auf eine Überschreitung eben jenes zurückzuführen.
    Oder ebenfalls interessant und immer wieder ein Thema: wieviele LKWs sind direkt oder indirekt daran beteiligt? Wieviele Kleintransporter?

    Und was du vom ADAC zitierst hat ja auch Hand und Fuß ...

    Die eigentliche Schwachstelle in Sachen Verkehrssicherheit sind nach wie vor die Landstraßen

    ... und stützt meine These, dass eigentlich nicht die hohen Geschwindigkeiten das Problem sind, sondern vielmehr der sorglose und unbeherrschte Umgang vieler Fahrer mit ihrem Fahrzeug. Das beruht schlichtweg auf Unkenntnis und Unerfahrenheit - auch bei Personen die sich täglich für mehrere Kilometer in den Verkehr stürzen.

    Und deshalb bleibe ich auch dabei, dass man statt an den Symptomen herumzudoktorn, lieber das Problem lösen sollte. Also keine Verbote sondern eine proaktive Befähigung einführen.


  • Banned

    @Columbo sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    Statistisch lässt sich tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Tempolimit und weniger Verkehrstoten herstellen: 2016 sind auf deutschen Autobahnen mit Geschwindigkeitsbegrenzung pro Autobahnkilometer 26 Prozent weniger Menschen tödlich verunglückt als auf Autobahnen ohne Tempolimit. 2015 waren es 13 Prozent. Dieser Trend lässt sich auch bei der Anzahl der Schwerverletzten feststellen.

    Das mag auch damit zusammenhängen, dass moderne Fahrwerkstechnik und allerlei Hilfen und Komfort das Gefühl für eine "gefährliche Geschwindigkeit" verschwinden lassen. Mit einem neuen Mittelklassewagen kann man so mit 180 km/h auf nasser Fahrbahn dahingleiten. Die Karre verhält sich scheinbar wie auf trockener Straße im Stadtverkehr. Kein Rutschen, keine besondere Geräuschentwicklung, nur der Blick auf den Tacho zeigt einem wie schnell man ist.

    Btw, meine Ex-Freundin ist öfter mal mit ihrem kleinen Honda CRX mit ~200 km/h über die Autobahn gebrettert. Ich als Beifahrer hatte Todesängste auszustehen. Der Motor röhrte, alles war am klappern, jede Unebenheit der Straße war spürbar, irgendwo pfiff der Wind durch ...

    Mit diesem Auto würde ich definitiv keine 200 fahren, was ich mit meinem aber manchmal mache, weil es mir durch mehr Masse, höheres Drehmoment, mehr Raum, ein sicheres und souveränes Fahrgefühl vermittelt. Doch letztlich ist das nur eine Illusion.



  • @RBS2 sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    Ich als Beifahrer hatte Todesängste auszustehen.

    Mädchen.



  • @abbes sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    Das beruht schlichtweg auf Unkenntnis und Unerfahrenheit

    Du hast Übermut und Gedankenlosigkeit vergessen.Jemand, der z.B. Innerorts (~50km/h Limit ) mit weit über 100km/h unterwegs ist, hat erfolgreich nachgewiesen, dass er zum Führen eines Fahrzeugs nicht die nötige Reife besitzt, darf aber trotzdem nach einiger Zeit wieder fahren. Ich bin nicht böse wenn man mal in Gedanken ist und mit 70km/h negativ auffällt. Sowas passiert jedem Mal, aber 100km/h aufwärts lassen sich nicht mehr mit "ups, kurz nicht aufgepasst" erklären.... Das ist aus meiner Sicht das aktive Umfunktionieren eines Transportmittels zu einer Waffe und mit nichts zu rechtfertigen.



  • @It0101 sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    @abbes sagte in Tempolimit seitens Autmobilhersteller:

    Das beruht schlichtweg auf Unkenntnis und Unerfahrenheit

    Du hast Übermut und Gedankenlosigkeit vergessen.Jemand, der z.B. Innerorts (~50km/h Limit ) mit weit über 100km/h unterwegs ist, hat erfolgreich nachgewiesen, dass er zum Führen eines Fahrzeugs nicht die nötige Reife besitzt, darf aber trotzdem nach einiger Zeit wieder fahren. Ich bin nicht böse wenn man mal in Gedanken ist und mit 70km/h negativ auffällt. Sowas passiert jedem Mal, aber 100km/h aufwärts lassen sich nicht mehr mit "ups, kurz nicht aufgepasst" erklären.... Das ist aus meiner Sicht das aktive Umfunktionieren eines Transportmittels zu einer Waffe und mit nichts zu rechtfertigen.

    Ich denke, dass zumindest Übermut, vielleicht auch Gedakenlosigkeit, eine Folge von Unkenntniss und Unerfahrenheit ist. Eine andere Ursache ist vermutlich auch der Gewohnheitsfaktor - man kennt das ja aus Arbeitsunfällen die durch die Missachtung von Sicherheitsvorschriften auftreten.
    Aber ich gebe dir Recht, extrem hohe Geschwindigkeiten innerorts können nicht die Folge eines Zufalls sein und gehören entsprechend geahndet.
    Moderne Fahrzeuge machen es dem Fahrer aber relativ einfach und zeigen einen entsprecheden Warnhinweis auf dem Dashboard an.


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