Modernität beim Arbeitgeber.



  • @Quiche-Lorraine sagte in Modernität beim Arbeitgeber.:

    Was macht man mit solchen alten Rechner noch überhaupt?

    Es gibt genug alte Software die einfach läuft. Und läuft. Warum sollte man soetwas total unwirtschaftlich portieren wenn es läuft. Und läuft? Oft wäre es auch garnicht nötig weil kein Quellcode vorliegt.



  • Also bei uns ist es ein zweischneidiges Schwert was die Standards angeht.
    In unserem Team habe ein Kollege und ich das Thema stark vorangetrieben und wir sind jetzt größtenteils C++17 und freuen uns auf C++20. Keiner von uns würde je wieder auf die vor-C++11-Zeit zurück.
    Im anderen Team unseres Bereichs wird noch der alte Schuh gefahren. Offizielle Ausrede ist immer "wir haben keine Zeit die Applikationen zu modernisieren". Aber neue Projekte werden auch nicht auf dem neuen Standard aufgesetzt ( egal welcher ).

    Wir sind ein mittleres Unternehmen von ~500 MA im Brokerage-Umfeld. In unserem Bereich sind wir insgesamt vielleicht 10 C++-Entwickler, davon in unserem Team nur (wir) 2, die C++ Standards wollen, im anderen Team vielleicht einer, der aber kurz vor der Rente steht, aber auch für neue Technologien zu haben ist.



  • Entwickler, die nichts neues lernen und anwenden wollen, haben diesen Namen nicht verdient.



  • @Th69 sagte in Modernität beim Arbeitgeber.:

    Entwickler, die nichts neues lernen und anwenden wollen, haben diesen Namen nicht verdient.

    Wobei der Arbeitgeber solches Verhalten auch fördern sollte und auch die entsprechende Zeit für Modernisierungen geben sollte.

    Bei uns z.B. hat der Bereichsleiter rumgefragt, ob wir denn einen Kurs in neuen C++-Standards für sinnvoll halten würden und wir haben das bejaht und so kam es dann eben ^^



  • @5cript sagte in Modernität beim Arbeitgeber.:

    naja C++98 ist ja nicht automatisch übersichtlich.

    Ich hatte bis vor kurzem das Vergnügen an einem wissenschaftlichen Projekt mitwirken zu dürfen, dass Fortran66 Code (ein Beispiel in Fortran66) nutzte. Im Vergleich dazu ist C++98 eine hypermoderne Programmiersprache. Das tragische daran war, dass das Programm vom Autoren ungefähr zu dem Zeitpunkt neu geschrieben wurde, als g77 durch gfortran ersetzt wurde. D.h. man hätte da problemlos Fortran90 oder Fortran95 verwenden können.



  • Gerade wieder ein Gespräch gehabt.
    Da gings zum ersten mal wirklich ins Mark und konnte endlich mal anspruchsvolle Fragen beantworten.

    Stand ist C++11 mit Modernisierungswunsch wo möglich.
    CMake ist der gemeinsame Nenner und die verwendete IDE kann jeder selber entscheiden.



  • @5cript
    Ich kenne keine Startups, kann mir aber gut vorstellen, dass dort eher auf die neuesten "Trends" - irgendwelches Webzeugs zusammenzustöpseln - Wert gelegt wird und das dann als Programmierung bezeichnet wird.
    Allgemein wirst du deine Vorstellungen bei Firmen erfüllt sehen, je größer diese sind, denn die haben nicht nur ein Projekt sondern eben sehr viele, oftmals Wartungsprojekte > 20 Jahre, die nicht mehr kostenverträglich migriert werden können (z.B. weil die Hardware nicht mitspielt); und bei diesen Firmen kannst du dir dann eben die Projekte nach deinen Vorlieben aussuchen - und bei komplett neuen Projekten in solchen Firmen steht dir dann dort meist auch neues Klickibunti Zeugs offen.



  • @Wutz sagte in Modernität beim Arbeitgeber.:

    dass dort eher auf die neuesten "Trends" - irgendwelches Webzeugs zusammenzustöpseln - Wert gelegt wird

    In dem Fall nicht, weil das eine Tochterfirma ist und Automatisierungstechnik macht.



  • @5cript sagte in Modernität beim Arbeitgeber.:

    Gerade wieder ein Gespräch gehabt.
    Da gings zum ersten mal wirklich ins Mark und konnte endlich mal anspruchsvolle Fragen beantworten.

    Stand ist C++11 mit Modernisierungswunsch wo möglich.
    CMake ist der gemeinsame Nenner und die verwendete IDE kann jeder selber entscheiden.

    Finde ich gut. Ist bei uns genauso.



  • Wir haben sehr viel Code, und teilweise noch Codestellen aus den 90ern.
    Der wird auch nicht einfach so modernisiert. Aber die Software wird aktiv weiterentwickelt, und deswegen wird auch ständig viel Code neugeschrieben. Da hat sich niemand bei der Modernisierung quergestellt. Wir sind zwar nicht sofort bei C++11 aufgesprungen, hat schon paar Jahre gedauert, aber sobald wir etwas Zeit hatten, haben wir die Software soweit portiert, dass sie komplett mit einem C++11 Compiler gebaut wird. Zur Zeit sind wir bei C++17, werden auch auf 20 mitgehen. Die Umstellung von C++98 auf C++11 war natürlich einiges an Aufwand, da haben aber alle mitgemacht.
    Wie man neuen Code schreibt ist mehr oder weniger jedem selbst überlassen. Alle schreiben neuen Code "modern", aber nicht jeder hat sich intensiv mit den ganzen neuen Sprachfeatures befasst und setzt sie eher spärlich ein. Andere toben sich mit komplizierten Template Konstrukten aus. Kommt alles vor.
    "Migrieren" will niemand. Wir haben Entwickler, die sich mit C++ auskennen und C++ mögen, und die Software ist sowieso schon riesig und komplex und an vielen Stellen ist Performance sehr wichtig.



  • Hab ähnliche Erfahrungen gemacht, hab das Gefühl die Firmen sind vor ein paar Jahren leider stehen geblieben bzw. die Investition in neue Sachen hat sich für sie einfach nicht gelohnt.
    Vielleicht ändert sich ja langsam etwas ..


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