Bargeld oder Karte


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    Hallo!

    auch wenn heute in unserem täglichen Leben immer wenig Bargeld gebraucht wird, es gibt immer noch diejenigen, die der Meinung sind, dass diese Zahlungsart immer noch die beste für eine optimale Finanzkontrolle ist. Andersseits, Mitteleweiler gibt es zum Beispiel jedes mal mehr Geschäfte in den Niederlanden, in denen Bargeld einfach gar nicht erlaubt ist. Was meint ihr?

    LG Eva



  • Solange es Bargeld gibt, kann man Finanzmanipulationen wie Negativ-Zinsen nur begrenzt durchführen.
    Und wenn man sieht, wie schnell einem die Konten gesperrt werden können, ist es schon besser, irgendwo immer etwas Bargeld zu haben.
    Was die Geschäfte betrifft, meinetwegen. Wenn es sich für die rechnet? Auch wenn ich finde, das das etwas kurz gedacht ist. Bei zwei gleichwertigen Geschäften würde ich das wählen, wo man noch bar bezahlen kann.
    Oder, wie hieß es früher? "Verzicht üben" 🥳



  • Bargeld hat, meiner Meinung nach, an bestimmten Stellen seine Vorteile: Überall bei privaten Geschäften, Privatverkauf an Nachbarn, auf Flohmärkten oder ähnlichem.
    Auch auf der Ausgabenseite sieht man halt, wenn das Portemonnaie leer ist, das Konto kann man schnell überziehen.

    Trotzdem bin ich privat ein Freund des bargeldlosen Bezahlens, und finde es immer wieder erstaunlich, wo das in Deutschland nicht, oder nur schwer geht. Ich könnte mir da auch App gestützte Anzeigen vorstellen, um zum Beispiel anzuzeigen, wie viel man bereits für was ausgegeben hat, um eine höhere Kontrolle über die eigenen Ausgaben zu bekommen.



  • Einer der grossen Vorteile von Bargeld ist dass man deutlicher merkt wie viel Geld man hergibt. Wenn ich irgendwo €50 in bar zahle, dann überleg ich mir das drei mal. €100 mit Karte? Eh wurscht, passt schon.

    Wer also nicht gerade in Geld schwimmt, sollte sich angewöhnen möglichst in bar zu zahlen. Hilft ungemein dabei sich weniger unnötige Dinge zu kaufen.



  • Hm, bei mir ist es umgekehrt. Beim Kartezahlen hab ich den besseren Überblick. Schon alleine weil auf dem Kontoauszug am Ende draufsteht wo ich es ausgegeben haben und nicht nur Automat XXX.



  • Ich meine nicht den Überblick, ich meine das Gefühl das du hast in dem Moment wo du das Geld ausgibst. Kann sein dass das bei dir auch anders ist, aber bei mir ist da bar zahlen definitiv der bessere Weg weniger Ramsch zu kaufen.



  • @hustbaer Ja ist bei mir anders. Ich habe meinen Kontostand im Kopf (bzw heutzutage sogar im Handy) und rechne einfach mit. Müsste ich bei Bargeld ja genauso. Da besteht für mich kein Unterschied.



  • @Tyrdal
    Ich glaube wir verstehen uns immer noch nicht.
    Ich rede nicht davon den Überblick zu haben wie viel Geld man noch hat.
    Ich meine das unterschiedliche Gefühl dabei wenn man das Geld ausgibt. Ob ich in dem Moment weiss wie viel Geld ich noch habe spielt dabei überhaupt keine Rolle.


  • Banned

    Bei mir sind prinzipiell 2 Probleme bei Bargeld, viel Papier und Münzenkram, die ich im meiner Geldtasche nicht haben will, so ich gebe alles so schnell wie ich kann. Ich weiß, das ist eine fehlerhafte impulsive Handlung aber das passiert mir nicht wenn die Geldtasche ist und nur meine Karte bzw. Karten habe.



  • Meistens habe ich Bargeld, da man mit Karte denn überblick verliert was man so ausgibt..


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  • @hustbaer sagte in Bargeld oder Karte:

    @Tyrdal
    Ich glaube wir verstehen uns immer noch nicht.
    Ich rede nicht davon den Überblick zu haben wie viel Geld man noch hat.
    Ich meine das unterschiedliche Gefühl dabei wenn man das Geld ausgibt. Ob ich in dem Moment weiss wie viel Geld ich noch habe spielt dabei überhaupt keine Rolle.

    Warum sollte da ein Unterschied im Gefühl sein? Ist doch immer nur eine Zahl?



  • @Tyrdal sagte in Bargeld oder Karte:

    Warum sollte da ein Unterschied im Gefühl sein? Ist doch immer nur eine Zahl?

    Ich kann mir schon vorstellen, dass es da einen psychologischen Effekt gibt: Portemonnaie wird leer -> man hat materiell weniger da drinnen -> man fühlt sich schlecht.
    Bei bargeldloser Bezahlung wird das Konto zwar auch leer, aber das kann man gut ignorieren und sieht es nicht direkt.



  • Ich kann nicht genau sagen wieso, ich kann nur Vermutungen anstellen. Ich weiss bloss dass es für mich einen gewaltigen Unterschied macht - und dass ich dabei nicht alleine bin.

    Der Faktor dass kaum mehr/kein Geld mehr im Portemonnaie ist ist für mich weniger relevant. Es ist nicht egal, aber den Teil wo man ins Geldbörsel guckt und sich denkt "hui, das ist schon wieder schnell gegangen" meine ich nicht.

    Ich vermute wichtig sind:

    • Etwas was man real in der Hand hat (die Geldscheine) wird als "realer" wahrgenommen als etwas was z.B. irgendwo auf einem Display steht. Das ist ein generelles Phänomen das soweit ich weiss ganz gut belegt ist. Also z.B. auch irgendwo selbst, direkt ein niedergebranntes Haus zu sehen fetzt anders rein als in der Zeitung einen bebilderten Bericht darüber zu lesen. Es wirkt viel "realer". Und genau so wirkt das Geld ausgeben für mich "realer" wenn man die Scheine in der Hand hat und wirklich hergeben muss.
    • Wenn man mit Bankomat/Kreditkarte/online zahlt gibt man - physikalisch betrachtet - nichts her. Man drückt bloss irgendwo auf ein Knopfi. Es triggert daher weniger den "ich will das nicht hergeben" Reflex.
    • Als ich noch jünger war, hab' ich kaum jemals anders als bar gezahlt. Bankomatzahlung oder gar mit Kreditkarte war damals noch nicht so verbreitet, und selbst wo es verfügbar war wurde man oft komisch angeguckt wenn man kleine Bertäge mit Bankomat zahlte. Und als ich noch jünger war musste ich halt auch ein wenig auf's Geld schauen. Also nicht dass ich mir 3x überlegen musste ob ich heute ins Wirtshaus essen gehen kann. Aber ich konnte halt nicht einfach so mal eben eine Grafikkarte/einen DVD Player/... um €200 kaufen. Sowas wurde geplant und möglichst lange hinausgezögert. Das ist vielleicht auch ein Punkt warum Geldscheine in der Hand zu haben bei mir stärker mit "ich darf nicht zu viel ausgeben" verbunden ist als Bankomatzahlung/Kreditkarte oder gar online. Also einfach weil ich in der Zeit als ich mit Bargeld zu zahlen "gelernt" habe ein wenig aufpassen musste.


  • @hustbaer sagte in Bargeld oder Karte:

    Wenn man mit Bankomat/Kreditkarte/online zahlt gibt man - physikalisch betrachtet - nichts her. Man drückt bloss irgendwo auf ein Knopfi. Es triggert daher weniger den "ich will das nicht hergeben" Reflex.

    Genauso fühlt sich für mich eine Wertkarte an. Ich habe da einfach keinen Bezug zu dem Geld auf der Karte.

    Zu der Bankkarte habe ich eher ein geschäftliches Verhältnis.

    Einen Geldbeutel finde ich da persönlicher. Den fülle ich periodisch mit immer der gleichen Menge und jedes mal wenn ich mir wieder einen teueren Schnickschnack leiste, habe ich weniger im Geldbeutel und denke: "Mist, du musst nun noch X Tage mit dem restlichen Geld auskommen"



  • @hustbaer sagte in Bargeld oder Karte:

    Etwas was man real in der Hand hat (die Geldscheine) wird als "realer" wahrgenommen als etwas was z.B. irgendwo auf einem Display steht.

    Ja. Ich hab das schon lang bei Überweisungen bemerkt (Karte benutze ich kaum). Ich hab wenig Bedenken, irgendwas für zig hundert Euro zu bestellen, wenn mir grad danach ist. Wenn ich das in die Hand nehmen muss, ist das was ganz anderes. Da überleg ich mir auch schon mal, ob ich in der Mittagspause 1-2€ mehr ausgeben will, oder obs ich mir spare.



  • Für mich ist Bargeld einfach nur ein leider notwendiges übel das ich immer mit mir rumschleppen muss. Es ist auch meistens so, dass der Geldbeutel nach dem bezahlen mit Bargeld nicht leichter sondern schwerer wird. Überflüssiges Kleingeld muss ich deshalb oft irgendwo deponieren oder verschenken.
    Wenn es irgendwie möglich ist und ich mich grade an die richtige Geheimzahl erinnere, dann zahle ich mit Karte.

    Was Finanzkontrolle angeht ist Bargeld für mich unübersichtlicher. Mein Kontostand ist mir immer bewusst, der Inhalt meines Geldbeutels eher selten.

    Vom Gefühl her macht es für mich keinen Unterschied ob ich mit Bargeld oder Karte zahle. Bei Dingen die nicht notwendig sind überlege ich mir sowieso immer mindestens 3 mal ob ich mein Geld wirklich dafür ausgeben will. Bei allem anderen versuche ich so sparsam wie möglich zu sein.



  • @Schlangenmensch sagte in Bargeld oder Karte:

    @Tyrdal sagte in Bargeld oder Karte:

    Warum sollte da ein Unterschied im Gefühl sein? Ist doch immer nur eine Zahl?

    Ich kann mir schon vorstellen, dass es da einen psychologischen Effekt gibt: Portemonnaie wird leer -> man hat materiell weniger da drinnen -> man fühlt sich schlecht.
    Bei bargeldloser Bezahlung wird das Konto zwar auch leer, aber das kann man gut ignorieren und sieht es nicht direkt.

    Ich versteh was du saagen willst, aber wäre es dann nicht konsequent nur noch mit Cents zu zahlen? So bekommt man die größte Masse ins Portemonnaie. 🤔



  • @hustbaer sagte in Bargeld oder Karte:

    • Wenn man mit Bankomat/Kreditkarte/online zahlt gibt man - physikalisch betrachtet - nichts her. Man drückt bloss irgendwo auf ein Knopfi. Es triggert daher weniger den "ich will das nicht hergeben" Reflex.

    Ich ticke da wohl anders. Bei dem Beispiel mit dem Haus komme ich mit, weil Häuser real sind während Geld für mich immer virtuell ist. Auch dann wenn es ausgedruckt, geprägt ist. Kommt vielleicht daher, dass ich schon mehrere Währungswechsel mitgemacht habe und so gemerkt habe, dass Geld immer das wert ist was man dafür bekommt und dafür ist Physikalität weniger relevant als der momentane "Wert".



  • @zeropage sagte in Bargeld oder Karte:

    Solange es Bargeld gibt, kann man Finanzmanipulationen wie Negativ-Zinsen nur begrenzt durchführen.

    Ich möchte zu bedenken geben, dass jegliche Zinsen, die unterhalb der Inflationsrate liegen, effektiv bereits Negativzinsen sind. Denen entkommt man auch nicht durch Bargeld.

    Derzeit Schulden mit einem Zinssatz unterhalb der Inflationsrate zu haben, ist fast das Beste, was einem passieren kann. Selbst wenn man nichts abbezahlt, sinkt der materielle Gegenwert der Schulden immer weiter. Wenn man sich etwas mit einem relativ stabilen materiellen Gegenwert für das Geld gekauft hat, kann man sogar Gewinn mit seinen Schulden machen.

    Und so am Rande: Negativzinsen auf Guthabenkonten gibt es bereits vielfach. Da die aber meist erst ab 100k€ greifen ist das möglicherweise einigen noch nicht aufgefallen 😉 .


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