Ausbildungsmisere



  • Da muss halt in der Schule was gemacht werden

    Wieso müssen sich die Jugendlichen nicht selbst informieren?
    (vor dem Party gehen 😉 )

    Ich denke auch nicht das es was mit "FAUL" zu tun hat. Aber ein gewisses... Anspruchsdenken ("jemand muß mich informieren, mir eine Lehrstelle verschaffen, mich ausbilden") sehe ich recht häufig. Zu häufig, zu fest verankert für meinen Geschmack.

    Ich hab leider die "goldenen Zeiten" ("als die Kinnings noch arbeiten wollten") nicht miterlebt, aber von meinen jetzigen Erfahrungen (hauptsächich Studenten und FH) ist es leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen - aber guten Weizen zu finden ist schwer.



  • Ich finde schon, dass das was in der Schule gemacht wurde / wird zu wenig ist von vorbereitung auf's Berufsleben.
    Wir hatten 0 Praktikum, einen Tag kam so ein Fuzzi vom SIS mit einem Bus angegurkt, da haben wir uns mal kurz ueber 3-4 Berufe informieren koennen ( Das war schon nachdem ich meine Lehrstelle hatte also ca 4-5 Wochen vor der Abschlusspruefung ) - das ist einfach zu spaet und zu wenig.

    Hab ihr mal dieses Berufsbuch vom AA in der Hand gehabt? Es gibt soviele Berufe - und kein Mensch kenn diese.

    Meiner Meinung nach gehoert vorbereitung aufs Berufsleben zumindest im letzten Jahr als Fach eingefuehrt mit mindestens 2h / week.

    P.S. Ich haette auch kein gefuehl fuer so etwas fieseliges wie diesen Optikmechaniker. Dafuer zitter ich viel zu viel in den Fingern. Und Metzger oder so - sorry - nix fuer meinen Magen.



  • SnorreDev schrieb:

    Meiner Meinung nach gehoert vorbereitung aufs Berufsleben zumindest im letzten Jahr als Fach eingefuehrt mit mindestens 2h / week.

    Halt ich schon vom Ansatz her für falsch. Auch wenn es sicherlich etwas bringen würde.
    Wenn die Leute keine Lust haben sich mit ihren eigenen beruflichen Zukunftsaussichten auseinanderzusetzen und was dafür zu tun, dass sie, wenn sie die Schule verlassen, potenziellen Ausbildungsbetrieben mehr bieten können als rudimentäre Schreib- und Lesekenntnisse und unnützes, trockenes Schulwissen, dann hat es keinen Sinn diese Fächer einzuführen. Schließlich wird beim derzeitigen Geld- und Lehrermangel im Bildungswesen dann dafür anderer Unterricht wegfallen müssen.



  • illuminator schrieb:

    Wenn die Leute keine Lust haben sich mit ihren eigenen beruflichen Zukunftsaussichten auseinanderzusetzen und was dafür zu tun, dass sie, wenn sie die Schule verlassen, potenziellen Ausbildungsbetrieben mehr bieten können als rudimentäre Schreib- und Lesekenntnisse und unnützes, trockenes Schulwissen, dann hat es keinen Sinn diese Fächer einzuführen. Schließlich wird beim derzeitigen Geld- und Lehrermangel im Bildungswesen dann dafür anderer Unterricht wegfallen müssen.

    Sehe ich etwas anders. Das die leute mit mittlerer Reife oder Hauptschule mit 15-17 Wissen sollen, was sie machen wollen, ist eh etwas schwierig.
    Ich war auch so dumm, und habe mich von der dunklen Seite der Macht verleiten lassen ( Geld, Ausbildung ) statt die FOS zu besuchen, und dann zu studieren.
    Ich hatte halt zwei interessen - Elektronik und Programmieren.

    Meiner Meinung nach gehoert eine vorbereitung aufs Berufsleben zu der schulischen Ausbildung dazu, denn wer weiss schon was ihn erwartet? Man tippt ins Schwarze und probierts einfach mal. Ist wie Roulette. In der ersten Woche hab ich schon gesagt - den scheiss mach ich nicht mein Leben lang, hab die Ausbilung noch durchgezogen, und danach den naechsten Beruf erlernt.



  • SnorreDev schrieb:

    Meiner Meinung nach gehoert eine vorbereitung aufs Berufsleben zu der schulischen Ausbildung dazu, denn wer weiss schon was ihn erwartet? Man tippt ins Schwarze und probierts einfach mal. Ist wie Roulette.

    Eben, das ist der Punkt. Wie soll ein Schüler, jemand der keinerlei Praxiserfahrung hat und nur die Schule kennt, einmalig eine derat gravierende Entscheidung fällen und dann auch noch mit dieser richtig liegen? Ist das nicht etwas viel verlangt?
    Deswegen finde ich die Idee, Berufsinformation als Schulfach einzuführen, durchaus sinnvoll. Denn schließlich gilt ja seit jeher angeblich: Non scholae sed vitae discimus (Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir).



  • sarfuan schrieb:

    Eben, das ist der Punkt. Wie soll ein Schüler, jemand der keinerlei Praxiserfahrung hat und nur die Schule kennt, einmalig eine derat gravierende Entscheidung fällen und dann auch noch mit dieser richtig liegen? Ist das nicht etwas viel verlangt?
    Deswegen finde ich die Idee, Berufsinformation als Schulfach einzuführen, durchaus sinnvoll. Denn schließlich gilt ja seit jeher angeblich: Non scholae sed vitae discimus (Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir).

    Im Moment stimmt aber leider die Aussage vom guten alten Hans Soelner - "In der Schule lernst des wo'st eh nia brauchst, den Rest werst schon erfahrn"

    Wenn man sich vorstellt, was man alles Lernt, und davon habe ich mit Sicherheit 90% Vergessen, weil ich es nie gebraucht habe.



  • sarfuan schrieb:

    ... Denn schließlich gilt ja seit jeher angeblich: Non scholae sed vitae discimus (Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir).

    <OT>
    ehm... nein! Das ist ein Irrtum 😃
    Der Spruch stammt von einem roemischen Gelehrten (oder war er Politiker? 🙂 ), der sich darueber beschwehrt hat wie realitaetsfern die roemischen Schulen sind. Leider hat irgend jemand ihm mal das Wort im Munde umgedreht und der Spruch wird deshalb jetzt immer gern falsch praesentiert 😉

    </OT>



  • Die sterbenden Völker sind müde geworden,
    von Weihrauch und süßen Gesängen betört,
    verschwindet die Hoffnung, noch aufzuerstehen,
    das Lied des Propheten verklingt ungehört.



  • SnorreDev schrieb:

    Im Moment stimmt aber leider die Aussage vom guten alten Hans Soelner - "In der Schule lernst des wo'st eh nia brauchst, den Rest werst schon erfahrn"

    sarfuan schrieb:

    Denn schließlich gilt ja seit jeher angeblich: Non scholae sed vitae discimus (Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir).

    🙂

    @Blue-Tiger:
    Der Mann hieß Seneca.



  • @devil81: ..und pinkeln auf dein Grab... 👍 🕶

    Sicher ist das was in der Schule passiert, nicht genug, und sicher ist die Schule ein effektiver Ansatzpunkt für "mehr".
    Allerdings kann man bestimmte Sachen nicht in jemanden reinprügeln, und beständige Berieselung mit Angeboten weckt auch keine Eigenverantwortung.

    Wenn die Schule nicht in der Lage ist, mögliche Berufs/Lebenswege zu vermitteln, dann hat die Schule versagt. Gilt aber nicht das gleiche für den Schüler, der nicht in der Lage ist zu fragen?

    Würde jemand sagen: "Ich war beim AA, hab dort zehn Leute abgeklappert, konnte mir aber keiner was sagen. Der Vertrauenslehrer hat nur mit den Schultern gezuckt. Mein Onkel, der ne Klempnerfirma hat (würde mich eventuell interessieren) mein, zur Zeit stellt sowieso niemand ein. Also hab ichs gelassen" - dann sehe ich natürlich generellen, großplanmäßigen Handlungsbedarf. Wenn aber die Schule schuld ist und gut?



  • peterchen schrieb:

    @devil81: ..und pinkeln auf dein Grab... 👍 🕶

    [OT]
    Du verwechselst "Heiland" mit "Abendland" 😉
    [/OT]

    Devil



  • Servus,

    Ähm, eins verstehe ich hier nicht so ganz. Als ich noch zur Schule (Hauptschule) gegangen bin (ist schon ein paar Jährchen her 😃 ), gabs sogenannte "AG's". Jeder musste im Laufe des 7 - 8 Schuljahres diese Arbeitsgemeinschaften besuchen. Bei mir an der Schule gabs mehrere AG's. Kochen - Nähen - Stricken, Beruf - Vorbereitung aufs Leben, Handwerk. Jeder musste im 1/3 Jahresrythmus diese AG's besuchen. Somit wurde jeder durch alle 3 AG's durchgereicht.

    Die AG "Beruf" beschäftigte sich, wie schon der Name sagt, mit dem Berufsleben. Jeder hatte dort ein Berufsberatungsbuch, einen Berufstest und eine Lektüre in die Hand gedrückt bekommen. Wurde der Test abgeschlossen ging man herum und suchte für jeden ein Berufsprofil aus. Komischweise arbeiten ca. 50% der ehemaligen Klassenkameraden in den Berufen, welche damals für sie in den Tests als Beruf vorhergesagt wurde. Desweiteren waren dann noch Ausflüge zum Arbeitsamt mit drin usw.... Im 9ten Schuljahr dann Praktika für 4 Wochen...

    Aber von meinen ehem. Klassenkameraen ist heute nur einer Arbeitslos und das weil er vom Gerüst gefallen ist. Also an Berufsvorbereitung hatte es hier (Rheinland-Pfalz) an den Schulen nicht gefehlt. Aber ich kenne auch viele, welche keine Berufsvorbereitung genossen haben). Oder war das vielleicht nur ein Feldversuch an den Schülern??? 😕 Wird das heute nicht mehr gemacht???

    Tja, so ändern sich die Zeiten....

    *winke*
    Hellsgore



  • @devil: ups... ist aber bei den zweien recht einfach 🤡



  • wir hatten bei uns auch sowas...
    sogar schon in der volkschule...
    aber inner hauptschule hatten wir auch so ein berufs dingens (wir waren eine "versuchsklasse" für so manche projekte)... und jetzt in der htl sollten wir eh schon wissen was wir machen 🤡 🤡

    mfg saroll 🤡 🤡



  • Hellsgore schrieb:

    Aber ich kenne auch viele, welche keine Berufsvorbereitung genossen haben). Oder war das vielleicht nur ein Feldversuch an den Schülern??? 😕 Wird das heute nicht mehr gemacht???

    Scheint nichts mit der Zeit zu tun zu haben, ich habe in Bayern die Realschule besucht, und es gab damals eine ich nenne sie mal /dev/null Vorbereitung. Auf deutsch - gar keine.

    Das war, wenn ich mal zurueckrechne - vor 8, 9 Jahren.

    Die in der Hauptschule hingegen hatten zumindest Praktika ueber mehrere Wochen.
    Die Abiturienten hatten soviel ich weiss auch keine Vorbereitung.


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