Die nächste Ölkrise - und dann?
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absolute_beginner schrieb:
EnERgYzEr schrieb:
Wasser hat den großen Vorteil, dass es nicht verschwindet, sondern nur ver-
schmutzt wird, weßhalb wir es nicht aufbrauchen können. Während wir das
kostbare Öl verbrennen, obwohl wir es auch zur Düngung und für Medikamente
brauchen.Ja, wir. Ab er es gibt besiedelte Landstriche, in denen Wasserknappheit herrscht oder gar kein Wasser vorhanden ist...
Da hast du natürlich Recht. Aber die Öl-Knappheit wird zu weltweiten Problemen
führen. Und gerade die armen Staaten werden hart getroffen, da sie sich keine
Alternativ-Technologien leisten können und auch nicht das Know-How haben, diese
selbst zu entwickeln.Auch wird es zu einer weltweiten Hungerskrise kommen, da die jetzigen Argrar-
Erfolge nur auf Düngern basieren, die wiederum aus Öl enstehenen. Auch hier
wird man sich wohl nach Alternativen umsehen müssen.
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Kriege um Öl wird es nicht geben.
Die gibt es schon.Die Menschheit hat schon immer nach dem Moto gelebt: Nach mir die Sintflut.
Da gibt es auch eine Witz:
Mond zur Erde: "Wie geht es dir".
Erde: "Schlecht, bin krank"
Mond: "Warum"
Erde: "Habe Menschen"
Mond: "Geht auch vorbei. Wünsche gute Besserung"
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Mr. B schrieb:
Was mich aber am meisten aufregt ist, dass die Ammis mal wieder den CO2-Verbrauch der anderen Länder aufkaufen, damit sie selbst dann mehr verbrauchen können...

Es lebe Kyoto

Ich könnte mir vorstellen, dass die Opec nicht mehr so existieren wird, wie sie noch besteht, sondern das weitaus mehr Einfluss von Großmächten (USA,EU,FernOst...) in den ölfördernden Ländern entstehen wird, sei es durch Embargos, durch Kriege oder auch durch wirtschaftliche Übernahmen. Insbesondere, wo Saudi-Arabien in der jetzigen Monarchie bereits relativ gute Beziehungen zu den USA unterhält.
Schön wäre es, wenn durch alternative Quellen der Konkurrenzdruck auf eventuelle Ölmonopole wachsen würde, aber das ist wahrscheinlich noch zu utopisch, wohl auch in 6 Jahren
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@Unix-Tom: Der Witz ist amüsant.

Es gibt mehrere Arten den Dingen zu begegnen, z.B.:
Nach uns die Sintflut: Das machen vor allem Menschen, denen Gott, ihre eigene Familie, die Mitmenschen ziemlich wurscht sind. Zunehmendes Phänomen in den entwickelten Staaten, da jeder sich selbst der Nächste ist und man möglichst rasch voran kommen und viel genießen möchte. Egoismus und Gier herrschen hier vor.
Vor uns die Sintflut: Kommt vor allem zu runden Zahlen vor, z.B. Y2K oder 2010, 2020 ... Ein Weltuntergang im Jahr 2500 würde schon fast niemand mehr interessieren. Man kennt da halt niemand. Zum Teil ist dies auch eine Haltung der Kinder o.g. "Nach uns ..."-Typen, die die Eltern verachten und deshalb den Untergang dieser gesellschaft, dem sie selbst zu entfliehen hoffen, herbei sehnen. War 1970 so. Danach folgen meistens lustige Zeiten.
Aber im Ernst:
Es wäre sinnvoller, andere Energieformen zu nutzen und Erdöl nur als Ressource für die Chemie (Kunststoffe, Pharma, Pflanzenschutz, Bau, ...) zu verwenden.
Wir kennen ja die Hauptalternativen: Kernfusion, Kernspaltung, Sonnenlicht, Erdwärme, Wind- und Wasserenergie, Gezeitenkräfte, ...Davon nutzen wir in größerem Umfang nur die Kernspaltung. Das ist bisher eben halbwegs wirtschaftlich! Kernfusion kriegt keiner hin. Sonne und Wind wartet ebenfalls auf den Durchbruch. So, was heißt das? Wir werden mindestens drei Mal soviel für Energie zahlen müssen wie bisher, wenn wir unser Haus / unsere Wohnung nicht auch im Sommer noch klimatisieren wollen (dann wird's noch teurer). Das Geld fehlt dann eben an anderer Stelle. Fazit: Wir verarmen, werden aber auch gezwungen, neue Technologien voran zu bringen. Ölförderländer haben viel Geld und können davon gut leben oder Waffen kaufen und Kriege starten (nicht aus Not, sondern aus Gier). Die Grünen freuen sich, weil sie Recht behalten und das Benzin endlich 5 Mark ( 2,55 Euro ) oder noch mehr kostet. Wir fahren dann mit Wasserstoff- (ohne Reformer) oder Methanolautos (mit Reformer) durch die Gegend und haben eine Reformer-/Brennstoffzellen-Kombi als Hausheizung usw.
Sintflut? eher unwahrsheinlich, höchstens lokal.
Retten könnte uns die Kernfusion, die Nutzung der Erdwärme, ...
wird schon werden, wenn man die Technik endlich wieder schätzen würde, und zwar nicht nur in der Informationsverarbeitung. Sachsen oder Schwabenland wird das schon noch alles erfinden, wenn nicht holen wir uns das aus USA oder China.
Nutznieser werden vor allem die Hersteller von Wasserstoff, Wasserstoffdruckbehältern, Tankstellenausrüster, Brennstoffzellen, Reformern (H2 aus CxHy...) und neuen Hausheizungen sein, sowie das Installations- und Elektrohandwerk! Nach der Krise kommt der Boom, man muss nur auf der richtigen Seite sein. Notebooks werden dann ebenfalls mit Brennstoffzelle arbeiten.
Eine Energiewende wäre ein enormes Signal in eine neue bessere Zukunft! Der Strom wird dann in Relation zum Einkommen auch wieder billiger, denn die Amerikaner brauchen viel davon für ihre Klimaanlagen.
Die Chemie benötigt übrigens nicht wirklich Erdöl, es geht auch mit Kohlenstoff aus Kohlevorhaben, das wird das Ruhrgebiet, Schlesien und andere Kohlebergbauregionen vielleicht zu neuen Höhen aufschwingen.

Die Unternehmen, die uns das alles liefern, stehen schon bereit:
http://www.ballard.com/
http://www.3sat.de/nano/astuecke/28752/index.html
http://www.lipower.org/newscenter/pr/2003/feb26.fuelcell.html
etc.
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edit: Schwachsinns-Post, habe mich verlesen.

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Unix-Tom schrieb:
Kriege um Öl wird es nicht geben.
Die gibt es schon.Klar, aber noch kämpfen weder die Industrienationen untereinander noch kämpfen
alle Industrienationen. Und so sollte es möglichst auch bleiben
Immerhin sind wir Deutschen ja noch relativ weit vorn, was erneuerbare Energien
angeht. Aber können wir wirklich alles mit Strom betreiben?Und werden wir dann auch wirklich auf die erneuerbaren Energien setzen oder uns
den Strom doch primär aus der Kohle holen, womit wir uns wohl von der Umwelt
her zu Grunde richten würden.Besonders genial für Deutschland ist natürlich, dass wir kaum noch AKWs haben,
die immerhin große Mengen Energien liefern können, ohne direkt die Umwelt
zu verschmutzen.
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Alles kann nan nicht mit Strom machen, z.B. keine Chemie, da braucht man Kohlenstoff. Die Kohle wird einen tollen Aufschwung haben und Firmen, die anständige Kohlekraftwerke bauen können, ohne die Umwelt zu verschmutzen. Langfristig wird es aber eher dezentrale Lösungen geben. Verteilen muss man dann Methanol und Wasserstoff. Brennstoffzellen können bald kommen, denn die Reformer kann man auch mit Benzin betreiben. Blockiert wird das alles noch, weil sich die Autofirmen nicht einigen, welchen Antriebsstoff man jetzt wirklich übergangsweise nimmt. Am Ende wird Wasserstoff/Strom aus Sonnenlicht und Strom aus Kernfusion bleiben. Dann kann man wieder durchatmen. Ihr freut euch bloß nicht drauf, weil die Luft jetzt schon supergut ist.

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@Erhard Henkes
Bist du der Meinung die Brennstoffzelle wird sich in Zukunft als Alternative durchsetzen?Der Kurs der Ballard Aktie gibt kaum Hoffnung:
http://boersen.manager-magazin.de/mmo/kurse_einzelkurs_uebersicht.htm?u=0&p=0&k=0&s=890704&b=2&l=276
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Deutschlands Umweltpolitik ist wirklich gut im Vergleich zu vielen anderen Ländern, nur das Problem ist, dass man umweltpolitisch nichts alleine bewegen kann. Da müssten alle Länder mitspielen.
Ich denke mal Fahrzeuge werden als erstes vom herkömmlichen Benzin/Diesel wegkommen, auch wenn das noch ne Weile dauert. Neben Elektro und Brennstoffzellen sollte man auch andere Alternativbrennstoffe in Betracht ziehen. Hier in der Gegend entstehen z.B. Biodiesel- und Bioethanolanlagen(Raps bzw. Roggen). Und auch die Motoren werden ja weiterentwickelt.
Bei der Stromgewinnung wachsen die Anteile der regenerativen Energien ja immer mehr und ich denke es sollte noch mehr darauf gebaut werden. Denke nur durch gute "Vorsorge" wird man irgendwann mal die bvevorstehende Ölknappheit überwinden. Wenn man erst damit anfängt wenns zu spät ist, wird bestimmt zu weiter oben genannten Kriesen kommen.
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Hm... Also ob Biodiesel wirklich eine Alternative ist? Auf jeden Fall nicht
als großflächiger Ersatz für Erdöl. Die Nachteile sind da größer als die
Vorteile.Auch der Windenergie stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Nicht nur, dass die
Anlagen nicht gerade hübsch aussehen, sondern auch noch, dass man sich in neue
Anbhängigkeiten begibt - nämlich in die des Wetters
Und so viele Wind-
kraftanlagen, wie man benötigen würde, kann man gar nicht aufstellen
Als echte Alternative sehe ich das Fusionskraftwerk.
Bei der Brennstoffzelle bin ich mir nicht so sicher: Der Wasserstoff muss doch
Energieaufwändig gewonnen werden, oder? Warum sagen immer alle, dass geschehe
dann via Solarkraft? Fällt es dort als Nebenprodukt ab? Oder meint man nur,
dass man die nötige Energie aus Solarkraft gewinnen will? Weil das würde dann
bestimmt wieder nicht geschehen
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EnERgYzEr schrieb:
Hm... Also ob Biodiesel wirklich eine Alternative ist? Auf jeden Fall nicht
als großflächiger Ersatz für Erdöl. Die Nachteile sind da größer als die
Vorteile.Was für ein Nachteil siehst du bei Biodiesel? Vorraussetzung ist natürlich das genug Rohstoffe in Form von Getreide da ist(Vielleicht die Chance für Länder wie Polen/Ungarn/Ukraine?!?)
Und ja, die Windräder sehen echt nicht schick aus(haben bestimmt 100 stück im Umkreis von 20 km
) Aber die sind nicht so windabhängig wie man denk. Nur ganz ganz selten ist es wirklich so windstill das kein Strom erzeugt wird. Aber es gibt halt Gegenden wo die wirklich nicht geeignet sind.Fusion wäre natürlich wirklich ne gute Energiequelle, aber im Moment noch weiter weg als biogene Krafstoffe.
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Das Öl geht nicht so schnell aus. Noch fördert man nur auf dem Shelf,
aber irgendwann wird man die vollautomatischen Fabriken soweit haben,
das sie auch die Tiefseevorkommen anzapfen.Und neben dem Öl gibt es noch eine weitere Energiequelle, die wesentlich
größere Lagerstätten hat: Methanhydradt. Die Förderung von Methanhydraten ist
momentan noch im experimentellen Stadium, wird aber wohl dann weiter gepusht werden,
denn der Energieverbrauch lässt ja nicht nach, nur weil der Ölpreis teurer wird.
(Wer sich für Ölförderung und Methanhydradte interessiert, dem empfehl ich das Buch "Der Schwarm")
Durch höhere Energiepreise werden die alternativen Energien aber wohl auch schneller
sich entwickeln, als bisher angenommen wurde, im Solarzellenbereich sieht man
dies jetzt schon.Im übrigen wird der Ölpreis weiter steigen, weil asien immer mehr Öl braucht,
und China ist gerade dabei sich zu Mobilisieren, dummerweise setzen sie auch
auf das Auto. Wenn die Dichte an PKWs so hoch wie bei uns in China wäre, würde China
mehr Öl verbrauchen als EU, Russland und USA/Kanada zusammen.Devil
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Schätzing, Frank; Der Schwarm; Kiepenheuer&Witsch; Köln; 2004 ISBN 3-462-03374-3 - Thema des Romans sind die vermutlich katastrophalen Folgen eines weltweiten Auftauens von Methanhydrat aufgrund der globalen Erwärmung
Der Titel sagt ja wohl schon alles.
Bei geschätzten zwölf Trillionen Tonnen Methanhydrat ist dort mehr als doppelt so viel Kohlenstoff gebunden wie in allen Erdöl-, Erdgas- und Kohlevorräten der Welt!
Auch das beruhigt mich nicht gerade, wenn man überlegt, was passiert wenn diese
Mengen verbrannt in die Atmosphäre geraten.Auch hab ich ja nicht davon gesprochen, dass die Vorräte an Öl aufgebraucht
sind, sondern zur Hälfte aufgebraucht sind und damit sich das Öl extrem
verteuert, da die Förderung schwieriger bis sinnlos wird.
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EnERgYzEr schrieb:
Schätzing, Frank; Der Schwarm; Kiepenheuer&Witsch; Köln; 2004 ISBN 3-462-03374-3 - Thema des Romans sind die vermutlich katastrophalen Folgen eines weltweiten Auftauens von Methanhydrat aufgrund der globalen Erwärmung
Der Titel sagt ja wohl schon alles.
Ich weis nicht woher du die Info hast, aber sie ist Falsch.
Von Globaler Erwärmung ist in dem Roman sogut wie garnicht die Rede...Devil
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Aus der Wikipedia unter dem Stichwort "Methanhydrat". Aber ich denke das
Problem bleibt, dass wir damit auf unserem selbstzerstörerischem Pfad bleiben
würden.Ich hatte gehofft, dass diese Ölkrise uns endlich einen Stoß in die richtige
Richtung gibt und viel Kapital für die neuen Technologien freigibt.
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EnERgYzEr schrieb:
Ich hatte gehofft, dass diese Ölkrise uns endlich einen Stoß in die richtige Richtung gibt und viel Kapital für die neuen Technologien freigibt.
Was ist denn die "richtige Richtung"?
Das kann man doch nur hinterher wissen, nicht vorher.
Letztlich wird die Ölkrise der Entwicklung sicherlich einen Stoß in eine Richtung geben. In 30-40 Jahren diskutieren dann die Leute, ob das die richtige Richtung war.

Grundsätzlich dürfte aber die Hoffnung auf mehr Wohlstand und mehr Frieden auf der Welt durch eine neue Energiequelle ziemlich illusorisch und vergeblich sein.
In vielen Aussagen zum Thema (allgemein, nicht hier im Forum) schwingt immer die Hoffnung mit, daß die Lösung der Energiekrise bzw. die Einführung neuer Quellen auch gleich andere globale Probleme wie Armut und Krieg&Frieden löst. Die Frage ist nur: warum sollte das der Fall sein?
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devil81 schrieb:
Das Öl geht nicht so schnell aus. Noch fördert man nur auf dem Shelf,
aber irgendwann wird man die vollautomatischen Fabriken soweit haben,
das sie auch die Tiefseevorkommen anzapfen.Das ist ja wunderbar!

(vorsicht Sarkasmus)Wenn es dazu kommt, wird Öl sehr sehr teuer und der Weltmarkt wird jammern und es kommt warscheinlich eine große Rezession. Ich halte das für recht warscheinlich.
Als echte Alternative sehe ich das Fusionskraftwerk.
Sehe ich auch, wird aber nicht so bald ausgereift enwtickelt sein, geschweige denn im großen Umfang gebaut und akzeptiert. Keine Chance, jedenfalls nicht mittelfristig.
Das Problem sehe ich vor allem darin, dass ja nicht mal Ansätze da sind, schnell vom Erdöl wegzukommen. So eine Entwicklung wird sehr viel Zeit brauchen, und ich sehe heute nichts, das sich zu einer Alternative entwickeln könnte. Das wird zwangsläufig dazu führen, dass sich das Thema Öl weiter in den Mittelpunkt drängen wird in Zukunft. Und wenn irgendwann Öl nicht mehr so gefragt sein wird, verschieben sich international auch Machtpositionen, was wiederrum Gesellschaftliche auswirkungen haben wird.
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Marc++us schrieb:
In vielen Aussagen zum Thema (allgemein, nicht hier im Forum) schwingt immer die Hoffnung mit, daß die Lösung der Energiekrise bzw. die Einführung neuer Quellen auch gleich andere globale Probleme wie Armut und Krieg&Frieden löst. Die Frage ist nur: warum sollte das der Fall sein?
Nein, ändern wird sich an Problemen wie der Armut nichts. Aber: Saubere
Energie würde doch die Allgemeinsituation verbessern, oder nicht?@randa: Man rechnet frühstens um 2030 mit einem einsatzbereiten FKW.
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EnERgYzEr schrieb:
Saubere
Energie würde doch die Allgemeinsituation verbessern, oder nicht?Woraus schließt Du, daß eine Nachfolgetechnik für Ölverbrennungs-Motoren sauberer sein wird?
Unter Umständen setzt sich eine Alternative durch, die einfach nur schneller verfügbar ist... und billiger. Den dies sind die Kriterien, nach denen die Auswahl höchstwahrscheinlich erfolgen wird. Ob diese Alternative dann auch sauberer sein wird ist möglich, aber nicht zwangsläufig.
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Natürlich fahren wir alle irgendwann mit Wasserstoffautos, und
alles ist toll und Sauber, nichts als Wasserdampf, keine Abgase, kein Smog...
Nur woher kommt der Wasserstoff ?Devil