Schuldenfalle
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Optimizer schrieb:
Ich finde es nicht falsch, wenn hauptsächlich Idealisten an Innovationen arbeiten, das ganze Drumherum allerdings muss natürlich wirklich gefördert werden, so ein Teilchenbeschleuniger baut sich leider nicht von alleine.
Die Idealisten haben dann aber den Nachteil, dass für sie die Forschung so wichtig ist, dass sie keinerlei Interesse daran haben, die Ergebnisse auch "zu Geld zu machen". Dann wird halt lieber weitergeforscht, anstatt eine Firma zu gründen oder ein Patent anzumelden.
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Richtig! Heutzutage kann man nur mit "verrückten" Ideen oder einer Menge Wissen wirklich noch etwas innovatives schaffen. Es wurde einfach schon zuviel erfunden...
EDIT: Bezieht sich auf den vorletzten Post.
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Die Lösung aller Probleme ist die Neuidentifikation mit dem Staat, mit der Arbeit,
mit dem eignenen Werdegang, mit der selbst produzierten Ware, etc.Es muss wieder heißen: "Ich arbeite gerne für Deutschland", "Ich liebe meine
Firma", "Ich bin stolz auf mein Produkt",...Wenn wir das einmal geschafft hätten, dann würde es uns so gut gehen, wie nie
zuvor. Dann gäbe es keine Null-Bock-Mentalität und der Qualitätsstandard würde
wieder steigen, unsere Bildung wäre besser, die Wirtschaft würde hier bleiben,
etc.Aber, wenn ich dann schon die Leute höre, die sagen, dass sie schnellstmöglichst
ins Ausland ziehen, weil sie hier keine Perspektiven sehen...
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Der Nationalstolz wird uns ja regelmäßig von außen und auch von innen zunichte gemacht.
Sag mal "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein", dann schaun dich wahrscheinlich erstmal alle schief an und mutmaßen über deine politische Einstellung. In unseren Nachbarländern ist das kein Thema, sowas zu sagen.
Man kann es mit dem wir-sind-so-schlecht-Gejammer auch übertreiben.Ob mehr Nationalstolz jetzt "die Lösung aller Probleme" ist, wage ich zu bezweifeln, aber es ist auf jeden Fall eines der Probleme, die wir hier haben. Der Standort Deutschland ist kein so schlechter.

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Es muss wieder heißen: "Ich arbeite gerne für Deutschland", "Ich liebe meine Firma", "Ich bin stolz auf mein Produkt",...
Das "Ich liebe meine Firma" ist vielen vergangen, seit Kostenreduktion sich im Wesentlichen auf Mitarbeiderreduktion, Betriebsschließungen usw. reduziert. Ansonsten siehst du das allerdings korrekt. Der Wandel muss vor allem vom Topmanagement kommen. Die sind so Asien-vernarrt, dass sie ihre Heimatbasis vergessen. Allerdings: die Grünen müssen weg, und die Hochschulprofessoren müssen sich endlich um ihre Studenten kümmern, auch mental. Wissen ist nichts, Motivation alles.
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@Gregor: du verstehst offenbar nicht das amerikanische System, sonst würdest du nicht so schreiben. Das meiste "Lehrgut", das an Unis eingetrichtert wird, ist "Leergut". Begreife es! Entscheidend ist die Motivation. Nur die schafft Innovation im Großen wie im Kleinen, und das ergibt Wertschöpfung.
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Gregor schrieb:
Die Idealisten haben dann aber den Nachteil, dass für sie die Forschung so wichtig ist, dass sie keinerlei Interesse daran haben, die Ergebnisse auch "zu Geld zu machen". Dann wird halt lieber weitergeforscht, anstatt eine Firma zu gründen oder ein Patent anzumelden.
Warum ist das ein Nachteil?
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Für den Standort Deutschland schon. Aber es sagt ja keiner, dass nicht andere dass zu Geld machen dann übernehmen können. In Deutschland traut sich aber keiner, in Innovationen zu investieren.
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In Deutschland traut sich aber keiner, in Innovationen zu investieren.
In Deutschland läuft so etwas über die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Wenn das Kapitälverhältnis größer 1 ist, wird normalerweise investiert. In Asien schaffen das deutsche Firmen z.Z. nicht. Dennoch investiern sie lieber dort als in der Heimat, weil das Wachstum dort "boomt". Das nennt man dann strategisch, bis man auf die Nase fällt. Dann werden eben wieder Leute entlassen. Abfindungsangebote ab 35 Jahre usw. Die Großkonzerne könnten der Sargnagel sein.
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@..: Ich finde es ganz komisch, dass man ernsthaft solche Aussagen vertreten kann, die du hier vertrittst. Diesbezüglich würde mich mal dein Hintergrund interessieren. Hast du mal studiert? Hast du etwas Innovatives durch reine Motivation hervorgebracht? Haben dir die Grünen mal persönlich etwas angetan?!
...vielleicht steht ja jetzt ein Windrad in deiner Nachbarschaft.
Hast du persönliche Erfahrungen mit Professoren gemacht, die dich sehr enttäuscht haben?...oder ist das alles nur als Trollversuch gedacht? :p
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.. schrieb:
In Deutschland traut sich aber keiner, in Innovationen zu investieren.
In Deutschland läuft so etwas über die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Wenn das Kapitälverhältnis größer 1 ist, wird normalerweise investiert.
Das läuft in jedem Land über eine Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Das Problem hier ist aber, daß die Hürden für Wirtschaftlichkeit wegen bürokratischer Auflagen und dadurch entstehender Kosten so hoch gelegt werden, daß es oftmals nicht wirtschaftlich ist zu investieren.
Die Frage mit dem Erfinder stellt sich gar nicht, wenn es einfach ist eine Firma zu gründen und reich zu werden - wenn das geht, gründen die Erfinder von alleine Firmen und stellen Leute ein. Aber Ihr wisst so gut wie ich, daß es in Deutschland unmöglich ist mit einer Garagenfirma der reichste Mann der Welt zu werden. Und auch nicht der zweit- oder drittreichste. Ok, das sind Extrembeispiele. Aber in einer Garage darf man eben keine Firma gründen, es ist VERBOTEN. Im Zweifelsfalle sind hier die Verbote wichtiger, als die neue Firma (und deren Umsätze und Angestellte). Auch im Keller darf man keine Firma haben (zumindest keine Angestellte einstellen), weil die Lichteinlässe nicht genug Licht durchlassen. Daher ist es VERBOTEN, dort Angestellte zu beschäftigen. Selbst wenn also jemand eine Idee hat und ein Haus, und er sagt sich "für den Anfang hole ich mir zwei Leute, die schrauben das für mich und ich verkaufe es", muß er bereits eine separate Toilette und genormte Werkstatträume anmieten, im Keller wäre es VERBOTEN. Dadurch ist eine extrem hohe Eintrittshürde angelegt.
Z.B. darf man nicht in einer normalen Wohnung ein Gewerbe mit Publikumsverkehr aufmachen - ist normal eine gute Idee, die Wohnung hat man ja schon, aber zum Beispiel müssen dann Parkplätze vorhanden sein und eine Kundentoilette. Will eine Bäckerei in Deutschland Stühle zum hinsetzen anbieten, muß sie zwei Kundentoiletten (m+w) zugänglich machen und einrichten (diese dürfen nicht Personaltoiletten sein). Andernfalls ist es VERBOTEN. [Das ist übrigens der Grund, warum man hier diese seltsamen Stehhocker findet - diese zählen nicht als Stühle und Sitzgelegenheit, dann muß man keine Toilette einrichten]
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.. schrieb:
Fortschritte sind von Physikern, Chemikern, Biologen, Ingenieuren zu erwarten. Diese muss ein Land fördern, nicht mit Geld sondern mit Freiheit der Wissenschaft und persönlicher Anerkennung.
Lustigerweise gehört dieser Personenkreis im Berufsleben (mit anderen) zu den Gruppen, auf denen die höchste Abgabelast liegt:
- zumeist AT angestellt, so daß Überstunden nicht mehr bezahlt werden
- liegen dicht unter der Beitragsbemessungsgrenze, so daß jede Gehaltserhöhung vollen Sozialversicherungsabzug bewirkt
- liegen genau in dem Bereich der Steuerkurve, wo die höchste Steigung herrscht (d.h. von jedem zusätzlichen EUR bleibt am wenigsten übrig)
- keinerlei Zuschüsse oder Subventionen für diesen Kreis mehr (da man bei allen Dingen wie Bafög, Eigenheimzulage, Wohnungsbauförderung, etc, über den Freigrenzen liegt)
- der steuerlich abziehbare Betrag für soziale Absicherung wird bereits durch die gesetzlichen Zwangsabgaben vollständig ausgeschöpft, so daß jede weitere private Absicherung voll aus dem Netto bezahlt werden mußUnd dann wird dieser Kreis noch als "Besserverdiener" diffamiert (ich bin kürzlich selbst erschrocken, was von den Gewerkschaften bereits als Besserverdiener bezeichnet wird... ich dachte immer, das fängt bei denen erst bei 100kEUR und mehr an...), was ebenfalls bezeichnend ist - wieso nicht "Mehrleister", "Leistungsträger", "Entwicklungsspeerspitze" - wieso wird ausgerechnet dieser Kreis, der die intellektuellen Leistungen der Gesellschaft erarbeitet und das erdenkt, was später verkauft wird, auch noch mit einem negativen Begriff belegt?
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[quote="Wertschöpfung"]
... Kannst du das mit Zahlen belegen? Meine Erfahrungen sind da anders.
.Nein, keine Zahlen. Aber da ich derzeit wieder mit beiden Beinen voll im Leben stehe, kann ich sicherlich zurecht behaupten - am Wochenende sind es zu viele!
Ein interessanter Gedankengang. Aber nicht vollständig. Zunächst kann man feststellen, dass weltweit zur Zeit das bedeutendste Wachstum in China stattfindet. Bei manchen Produkten werden in China bereits mehr als 50% des Weltbedarfs hergestellt. Das bedeutet aber auch, dass die Wertschöpfung nach China verlagert wird. Aus deutscher Sicht heißt das: Bricht USA ein, sind wir platt. Bricht China ein, sind wir platt. Brechen wir selbst ein, interessiert das vor allem uns. Wir könnten also in der wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit versinken, wenn sich die politische Richtung nicht verändert.

Ich würde was drum geben, wenn ich den Chinesen vorschlagen könnte, daß sie bei dieser Gelegenheit mal versuchen sollten, die westliche Welt nicht zu kopieren und eher etwas Neues auszuprobieren, was dem/den Menschen wirklich weiter hilft. Leider habe ich den dumpfen Verdacht, daß ihre Angleichung an den Westen gut getarnte weniger gute Absichten sind.
Übrigens mache ich folgende Punkte für die derzeitige Depression verantwortlich:
Wir brauchen einen Staat ja nur, damit er Sicherheit bietet, denn niemand ist in der Lage sich auf lange Sicht selbst zu schützen.
Wenn unsere Parteien Sicherheit nun wieder in die Verantwortung des Bürgers zurückweisen (oder ihm gleichzeitig fürchterlich den Säckel plündern), ist das eine Bankrotterklärung. Wenn Staat, Länder, Städte und Gemeinden so runter sind mit ihrer Wirtschaft, daß die Etats nur noch mit dem Ertrag von Knöllchen halbwegs über die Runden kommen, dann ist so etwas schon sehr beschämend.
Die Art und Weise wie dies extensiv genutzt und erweitert wird, ist für mich bereits kriminell. Zudem werden jedem kleinen Selbständigen eine Menge Eigenanteile für diverse absetzbare Posten reingedrückt, also ein Steuerbetrug von vorneherein unterstellt. Auch das ist kriminell.
Ein Staat, der so agiert, kann keine Vorbildfunktion mehr ausüben.
Ich könnte etliche haarsträubende Beispiele im Umgang mit Polizei und Ämtern aufführen, die mir als 'bravem' Bürger passiert sind.
Da vermutet man schon die Strategie dahinter, daß man den Bürger erstmal zwangskriminalisiert, damit man jederzeit etwas in der Hand hat, um ihm schnell wieder die Schnauze zu stopfen, wenn er mal aufmuckt.
Summa summarum unter diesen Punkt:
Krasses Fehlverhalten des Staates in der praktischen Interpretation der Verfassung und seinen Aufgaben.2. Überangebot:
Mit der Einführung des Privatfernsehens ist der Mensch zum Zapper geworden.
Das Internet hat ihm den Rest gegeben. Er hat die Qual der Wahl und ist damit ziemlich entscheidungsunfähig geworden. Sein altgewohnter Sammeltrieb, der ihn friedlich und zufrieden gehalten hat, ist dahin. Er hat gemerkt, daß er gar nicht in der Lage ist, sämtliche MP3 und Videos der Welt zu ziehen und zu katalogisieren. Vor allen Dingen fragt er sich nun, was er mit dem Krempel eigentlich will...3. Übertechnisierung:
Warum Version 19.x kaufen, wenn 19.x+1 schon in der Mache ist. Und warum 19.x+1 kaufen, wenn 19.x+2 schon .... Schluss von n auf n+1!4. Überrationalisierung:
Tja. Ausser an Halloween gibt es keine Geister mehr. Einen Gott muß man auch nicht fürchten. Also gilt wohl wieder das Grundgesetz, man darf alles machen, wenn man sich nicht erwischen läßt.
Die Grundmoral - was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu, was eine Vereinfachung des Kant'schen kategorischem Imperativ ist.
Davon redet keine Sau mehr - Fußballer haben aggressiv zu sein, nicht fair.
Tore kann man auch mit der Hand machen, sonst wär man ja schön blöd.Alles klar, warum ich kaum noch Hoffnung für unsere Zivilisation habe?
Trollen ist entschieden zu einfach!!!
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1. China sollte man nicht nur als Gefahr sehen, sondern als eine große Chance für die deutsche Wirtschaft.
2. Was Deutschland m.E. wirklich schadet ist dieser extreme und oft unbegründete Pessimismus.
Zu beiden Punkten kann ich die Homepage von Norbert Walter (Chefvolkswirt der Deutsche Bank) empfehlen.
http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB?rwkey=u37&%24rwframe=0
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Harrison Bergeron schrieb:
1. China sollte man nicht nur als Gefahr sehen, sondern als eine große Chance für die deutsche Wirtschaft.
Aber nur, wenn man es richtig macht.
Beispiel Transrapid... die Ausführung von Arbeiten wurde von chinesischen Firmen gemacht, nur die Leitung war in deutscher Hand. Für eventuelle Folgestrecken soll nun komplett alles von chinesischen Firmen gemacht werden - Technologietransfer total. In 10 Jahren baut dann eine chinesische Firma einen Transrapid zwischen Berlin und Hamburg.
In dieser Form legen wir drauf.
Der Deal muß sein "unsere Ware, Euer Geld", aber nicht "unser Wissen, dafür daß wir ein Visum für Euer Land bekommen". Letzteres ist bei zu vielen Firmen im Moment der Fall.