Fragen zu einer kleinen Firma



  • Hallo,

    ich möchte mit einem Freund eine Kleine Firma Gründen und nun habe ich ein paar Fragen.
    Wir wollen das nebenberuflich machen, mein Freund Studiert und ich bin Zivi.

    Wo ist denn genau der Unterschied zwichen Gbr und Gewerbeschein?
    Müssen wir Gewinn machen?
    Unser Firmenname denn wir so gedacht hatten besteht aus zwei Worten.
    z.B. Sun computing
    Es kann ja sein das der Name "Sun" Patentiert ist. (http://publikationen.dpma.de/)
    Kann man dann den Namen in dieser Kombination trotzdem nehmen??

    mfg



  • auf sowas würde ich verzichten wir hatten hier mal nen bäcker der wollte sich McBäck nenen McDonalds hat ihn verklagt und hat gewonnen.



  • @eiskalt
    Hast du vielleicht den Link zu dem Thread? Das würde mich echt mal interressieren.



  • Welcher Thread? Ach so... "hier" muss nicht unbedingt "hier im Forum" bedeuten... 😃



  • gibt leider keinen Thread mit hier mein ich bei mir in der umgebung sorry



  • "hier" sollte man nicht auf das gesamte Internet beziehen 😃

    Naja, ich wäre auf jeden Fall vorsichtig, einen Namen für eine Firma
    zu wählen, den man wiederum mit einer bzw. der anderen Firma verwechseln
    könnte. Intel hat es schliesslich sogar mit dem Gebrauchswort
    "inside" geschafft, andere Firmen zu verklagen, die dieses Wort
    für Werbung oder sowas benutzt haben.



  • Name für die Firma = Patentamt (Eintragen lassen). Nur so kannst du Probleme
    vermeiden. Kosten vermutlich um die 500,00 Euro.

    Ein Gewerbe wirst du so oder so anmelden müssen (ca 25,00 Euro).
    Unabhängig ob du eine GbR gründest, bzw. es nebenberuflich
    machst, oder nicht.
    Auch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung wirst du ausfüllen müssen.

    Wenn du 5 Jahre keinen Gewinn machst, ist es
    Liebhaberei 😃
    Und wenn das Finanzamt das so sieht, ist das schlecht für dich 🤡
    Ziel einer Unternehmung ist es nunmal Gewinn zu machen.

    Ich rate dir auch sehr davon ab die Infos hier im Forum als
    Rechtsberatung anzusehen oder selbiger gleichzusetzen.
    Geh zu einem Steuerberater (nicht irgendein schwachsinniger
    selbsternannter Unternehmensberater/Consultant!!!).
    Wollen deine Kunden unbedingt die USt ausgewiesen haben ?
    Falls ja, dann §19 UStG "Kleinunternehmer" schonmal vergessen.
    Darauf einstellen monatlich die UStVA abzugeben.
    Zunächst wirst du vermutlich lediglich eine 4/3-Rechnungen (GuV)
    vom Steuerberater erstellen lassen müssen (so um die 300,00 Euro
    im Jahr inkl. Fibu-> 3/10 lt. Steuerberatergebührenverordnung
    wären ok, kommt aber auch auf den Umsatz an).

    Wenn dir das zuviel Geld kosten sollte, lasse die ganze Sache lieber
    gleich bleiben. Selbständigkeit bedeutet auch immer eine menge Verantwortung.



  • EProm schrieb:

    .

    Ich rate dir auch sehr davon ab die Infos hier im Forum als
    Rechtsberatung anzusehen oder selbiger gleichzusetzen.

    dito

    irgendwo hab ich mal gelesen das du den namen nicht verwenden darfst wenn verwechslungsgefahr besteht. Ich glaub da waren 2 in der selben Branche tätig aber wie EProm schon gesagt hat geh lieber zu jemandem der sich damit auskennt



  • Informiere dich bei IHK, Berufsgenossenschaft und Finanzamt. Die kommen sowieso alle auf dich zu, weil sie mitverdienen wollen. Bei einer kleinen Firma ist der Name erstmal nicht wichtig. Man muss zunächst den richtigen bürgerlichen Namen verwenden. Gewerbeschein beantragen und loslegen. Zwei Leute? Da ist schon einer zuviel!



  • @Frager:
    Aufgrund Deines einleitenden Post kann ich Dir im Moment nur abraten Euch selbstständig zu machen. Bereitet Euch langfristig gut vor.

    Eine gute weitere Quelle:
    http://www.e-lancer-nrw.de/forum/forum.php

    "Das Glück bevorzugt immer den Kopf, der am besten darauf vorbereitet ist." (L. Pasteur)


  • Mod

    EProm schrieb:

    Zunächst wirst du vermutlich lediglich eine 4/3-Rechnungen (GuV)
    vom Steuerberater erstellen lassen müssen (so um die 300,00 Euro
    im Jahr inkl. Fibu-> 3/10 lt. Steuerberatergebührenverordnung
    wären ok, kommt aber auch auf den Umsatz an).

    Für eine 4/3-Rechnung braucht man keinen Steuerberater... sowas sollte man vielleicht lieber selbst machen, dann hat man auch einen Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben.

    Großes Übel ist, wenn die Leute einfach einmal im Monat alle Rechnungen und Quittungen zum Steuerberater fahren und sich dann eines Tages wundern, warum der Vollzieher anklopft.



  • Zwei Leute? Da ist schon einer zuviel!

    Insbesondere sollte dann jeder von euch ein Gewerbe anmelden
    und nicht nur einer von euch (sofern nicht einer von euch
    als Angestellter geführt wird).

    Eine Alternative ist die Limited. Minimale Kosten zur Gründung
    und praktisch Haftungsbegrenzung wie bei einer GmbH. Nur eben
    in the good old english way.

    Marc++us schrieb:

    Für eine 4/3-Rechnung braucht man keinen Steuerberater... sowas sollte man vielleicht lieber selbst machen, dann hat man auch einen Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben.

    Großes Übel ist, wenn die Leute einfach einmal im Monat alle Rechnungen und Quittungen zum Steuerberater fahren und sich dann eines Tages wundern, warum der Vollzieher anklopft.

    Ich habe leider nicht wenige Leute gesehen, die ihre Fibu selbst gemacht
    haben und dabei neben kleineren "Vergehen" wie nicht ausgefüllte Bewirtungsbelege
    auch noch so wichtige Dinge vergessen haben, wie eine vernünftige Kasse
    zu führen, bzw. die Kasse negativ geführt haben 😃 😃

    Wer aber natürlich über entsprechendes Wissen auch wirklich verfügt
    (ordnungsgemäße Buchhaltung), der kann sicher Geld sparen.

    ABER, wenn man dann den Abschluß nicht selbst erstellen kann, muss der
    Steuerberater ohnehin die Fibudaten wieder in Simba/Datev einlesen.
    Leider klappt das nicht immer so wie man sich das wünscht. Es führt beim
    Berater zu Frust->Zeitaufwand und bei euch zu einer höheren Rechnung.

    Spätestens beim Rechtsbehelf und eventuellen Stundungs bzw. AdV-Maßnahmen,
    die über das übliche Beantragen hinausgehen, sollte man einsehen, dass der
    Steuerberater nicht umsonst studiert hat und ihm die Steuerberaterkammer
    ganz genau auf die Finger schaut.

    Womit ich nicht in Abrede stellen will, dass es durchaus Menschen gibt,
    die alles selbst erledigen können. Die nächste BP kommt bestimmt 🤡


  • Mod

    Ok, das stimmt natürlich. Ich wollte eigentlich eher darauf raus, daß es nicht schadet sich am Anfang damit zu befassen, damit einem einige der Dinge vertraut werden... ich kenne einfach zu viele Gewerbetreibende, die immer noch nicht kapiert haben wie Mehrwert-/Umsatz-/Vorsteuer funktioniert... und warum der Steuerberater ihnen sagt, daß sie 2000 EUR an das FA überweisen sollen. Meine Friseurin lamentiert jedes Mal, daß sie schon wieder 1000 EUR an das FA für USt zahlen muß... sollte sie doch eigentlich froh sein. Schlimmer wäre es, wenn sie 1000 EUR vom FA bekäme, aber _da_ würde sie sich wahrscheinlich freuen. 🙄

    Ich finde es einfach wichtig, daß man zumindest die Grundlagen einer Einnahme-/Überschußrechnung selbst behandeln kann, es erzieht zu einer gewissen Finanzdisziplin und Kontrolle.

    Wahrscheinlich liegt das Optimum in der Mitte...



  • Ja, da hast du recht. Viele Unternehmer haben das
    System der Umsatzsteuer nicht verstanden.
    Das was du da beschreibst hör ich mir fast jeden Tag an.
    Und die Leute sagen dann sogar noch sie würden sich freuen
    wenn sie Geld zurück bekommen.
    Wenn man die USt nicht zahlen kann und doch eher auf die Vorsteuer
    hofft, muss man sich fragen lassen, wo man das Geld gelassen hat.
    Und, ob man als Unternehmer geeignet ist.
    Das beste was man heute machen kann ist, sich nicht selbständig
    zu machen (imho).

    Tja, hauptsache der Lebensstandard steigt. Wie die Mittelverwendung
    nun schlussendlich war ist doch toootal egal. Hauptsache gelebt 😉



  • Marc++us schrieb:

    Ok, das stimmt natürlich. Ich wollte eigentlich eher darauf raus, daß es nicht schadet sich am Anfang damit zu befassen, damit einem einige der Dinge vertraut werden... ich kenne einfach zu viele Gewerbetreibende, die immer noch nicht kapiert haben wie Mehrwert-/Umsatz-/Vorsteuer funktioniert... und warum der Steuerberater ihnen sagt, daß sie 2000 EUR an das FA überweisen sollen.

    Ich finde es einfach wichtig, daß man zumindest die Grundlagen einer Einnahme-/Überschußrechnung selbst behandeln kann, es erzieht zu einer gewissen Finanzdisziplin und Kontrolle.

    Wahrscheinlich liegt das Optimum in der Mitte...

    Ja, ich kann mich an einen Tag erinnern, als mich ein Client abends anrief (GF/Inhaber einer GmbH seit 10 Jahren) und mich fragte, ob er bei seiner UmSt.- Voranmeldung seine Büromiete als Vorabzug geltend machen kann. Er konnte den Steuerberater nicht bezahlen und hatte es nie selbst gemacht. BWA nur einmal im Jahr erstellt (obwohl Du als GmbH eigentlich sowieso Bilanzieren musst) und die Firma ging so langsam den Bach runter, ohne das er es richtig gemerkt hat. 🤡

    Nein, auch bei einer Einnahmen-/Überschussrechnung kann ich nur dringend raten, die abschließende Einkommenssteuererklärung vom Steuerberater prüfen zu lassen. Insb. mit der Umsatz- und Gewerbesteuer gibt es fiese Fussangeln, die kaum ein Laie kennt.

    EProm schrieb:

    Eine Alternative ist die Limited. Minimale Kosten zur Gründung
    und praktisch Haftungsbegrenzung wie bei einer GmbH. Nur eben
    in the good old english way.

    Nee, nicht wirklich! Wenn ich Kundenanfrage einer Ltd. erhalte, ist meine erste Frage, wie hoch Ihre Haftungsgrenze ist. Danach höre ich nie wieder von denen - keine Antwort. Und wenn ich als Einzelunternehmer so denke, wie denken erst Mittelständler?!
    Als Ltd. hast Du es schwer zahlungskräftige Auftraggeger zu bekommen und Banken machen Dir bei einen Kreditantrag eine lange Nase. :xmas2:



  • Marc++us schrieb:

    Wahrscheinlich liegt das Optimum in der Mitte...

    ich möcht grad nicht auf die wertvollen tips meines steuerberaters verzichten müssen, auch wenn ich es im grunde selber erledigen könnte, weiß er doch immens viel "insides", dir mir ob meiner eigentlichen arbeit entgehen würden (und mein interesse liegt nun auch überhaupt nicht in der beoachtung von neuen gesetzen oder sonstigen klassischen steuerberateraufgaben). irgendwelche ansparrücklagen, wann auflösen, welche versicherung wie absetzen.. ladida..

    das mittelding: ich ordne und überblicke, er 'gibttip' dazu, und hält kontakt mit dem finanzamt (die versteh ich immer nicht, rein ob des "deutsches", das dort gesprochen wird *g*)

    ich teile die meinung: lieber nicht selbständig machen (mist, zu spät 😉 )



  • Ich habe meinen Meisterbrief gemacht, die Buchhaltung gehört zur Ausbildung. Meine Steuererklärungen habe ich eine Zeitlang selber gemacht. Seit dem es ein Steuerberater macht, habe ich weniger Ärger mit dem Finazamt 🙂 Ich habe das Gefühl das die einen besseren Draht zum FA haben.



  • Die Leitung der Firma ist auch wichtig, denn wenn es zu Streitigkeiten zwischen euch kommt, was man nie ausschließen kann, dann kann es ohne gute Regelungen heiß her gehen !

    Also zum Anwalt und beraten lassen, damit ihr auch keinen Fehler macht. Informiert euch mal, wegen der Haftung, weil die Gbr ist net so toll.
    Meine Favoriten für eine Firma sind derzeit:

    - Europäische GmbH
    - Limited (aus England)



  • - Europäische GmbH
    - Limited (aus England)

    Äh, was ist denn eine Europäische GmbH? Oder hab ich da was verpasst? Ich kenne nur die "Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung". Aber die kann man mit den normalen Rechtsformen nicht vergleichen. Und dies ist die einzige Rechtsform auf europäischer Ebene (Stand Sept. 2003).

    Und was bringt dir eine Englische Rechtsform in Deutschland?

    Achso, natürlich haften beide bei einer GbR voll und es sind automatisch beide Geschäftsführer (kann man natürlich per Vertrag ändern). Volle Haftung ist aber nicht nur negativ zu sehen, sondern hat auch etwas positives. Natürlich hat man ein höheres persönliches Risiko, aber zum anderen haben dadurch Gläubiger von vorneherin auch ein anderes Vertrauen.

    Ein GbR hat keine Firma!


  • Mod

    Loggy schrieb:

    Volle Haftung ist aber nicht nur negativ zu sehen, sondern hat auch etwas positives. Natürlich hat man ein höheres persönliches Risiko, aber zum anderen haben dadurch Gläubiger von vorneherin auch ein anderes Vertrauen.

    Irrelevant.

    In einer GbR haut einer ab, hebt das Geld ab, und der andere haftet.

    Daraus folgt: GbR ist wegen dieser Konstruktion ein echtes Existenzrisiko.

    Es ist nämlich die eine Sache, mit einer Unternehmung pleite zu gehen, weil man es nicht schafft oder weil man das Geschäft in den Sand setzt. Das geht auf eigene Verantwortung. Aber zum Sozialamt zu gehen, weil der Partner das Konto geräumt hat, muß man im Vorfeld verhindern.


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