D
[quote="scrub"]ich bin nicht angerannt gekommen. ich habe lediglich gesagt, daß er, zusammen mit einigen anderen aus süddeutschland, ein kommunikationsproblem hat, wenn es darum geht, anderen seine einstellungen und absichten nahezubringen. mit dieser erkenntnis bin ich übrigens nicht allein, er selbst und einige seiner parteifreunde haben ja selbst zugegeben, daß das einer der gründe für sein scheitern 2002 war.[quote]
Naja, "Kommunikationsproblem" oder "konnten unsere Botschaft nicht vermitteln" oder auch all die anderen Floskeln, die man nach verlorenen Wahlen so hört, sind aber nicht wirklich selbstkritisch gemeint, sondern bedeutet: "Wenn all die Deppen da draußen gewußt hätten was gut für sie ist, hätten sie uns gewählt". Ob die Partei wirklich ein Kommunikationsproblem hat oder ob die Leute die Konzepte verstanden haben und sie ablehnen, sei dahingestellt.
er redet von einer durchraßten deutschen gesellschaft, pauschalisiert gern gegen ausländer. sein innenminister ist da nicht besser. all dies ist sehr besorgniserregend.
"Das deutsche Volk wird durchraßt und durchmischt" ist nun auch schon knapp 20 Jahre her und daher zur Einschätzung heutiger Politikverhältnisse eher unbrauchbar, wenigstens wenn man wie ich akzeptiert, daß selbst Leute, die sich früher mit Polizisten geprügelt haben, fähige Außenminister sein können. Für Pauschalisierungen sind ziemlich alle Parteien recht offen, nicht nur die C[DS]U.
mal ein anderes beispiel: michael glos nennt gerhard schröder eine "richtige sau". große empörung.
später glos im interview: "ja, also wenn man hier in bayern jemanden so nennt, dann ist das ein großes kompliment". hier genau dasselbe: nicht nachgedacht, blöd losgeplappert, später sind die andern schuld.
Glos ist immer wieder für so etwas zu haben. Ich liebe es. Nur wieso hier die anderen Schuld sind, verstehe ich nicht.
PS: Die SPD brachte ein ähnliches "Nähboden-Argument" beim Erstarken der Reps. Erinnern kann ich mich daran auch nicht mehr, aber es stand letztens irgendwo in der Zeitung (FAZ oder ein anderes konservatives Schmierblatt) und im Radio kam es auch; ich bin darum geneigt, es zu glauben ...