Abitur viel zu leicht?
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minhen schrieb:
Daniel E. schrieb:
Aber weil sich die Geisteswissenschaftler hier gerade als die ultimativen Opfer darstellen: das ist doch im höchsten Maße lächerlich. Die Naturwissenschaften haben 'im Volk' ein höchst fragwürdiges Image, "in Mathe war ich immer schlecht und Chemie hab ich nie verstanden" ist gesellschaftsfähig, "ich kann nicht lesen" aber nicht. Wenn man sagt, daß man Ingenieurwissenschaften studiert, wechseln die meisten Leute dezent das Thema usw. Ein Resultat der geisteswissenschaftlichen Technikfeindlichkeit in Deutschland.
Im höchsten Maße lächerlich? Technikfeindlichkeit? Weil deine Gesprächspartner nicht nachhaken, was du genau machst? Ist dir jemals in den Sinn gekommen, dass sie vielleicht fürchten, etwaige Erklärungen ohnehin nicht zu verstehen? Oder dass sie bereits eine konkrete Vorstellung von Ingenieurswissenschaften haben könnten? Wenn etwas im höchsten Maße lächerlich ist, dann daraus eine allgemeine "geisteswissenschaftliche Technikfeindlichkeit" abzuleiten (schöne Wortschöpfung übrigens...).
Falls du wirklich von dieser realitätsfremden Ansicht überzeugt bist, mach doch einfach mal ein kleines Experiment: erzähl den nächsten paar Leuten, die du neu kennenlernst, doch einfach mal abwechselnd du würdest Philosophie, Geschichte oder Soziologie studieren. Viel Spaß bei den Reaktionen. Aber sei darauf vorbereitet, dass nicht einfach das Thema gewechselt wird sondern du dich rechtfertigen musst, weswegen du soetwas Unnützes studierst und womit du dann überhaupt mal Geld verdienen willst.
Techniker als gemobbte Opfer der Gesellschaft
...was du schreibst geht ziemlich an der realität vorbei. ich finde daniel hat es mit
Wenn man sagt, daß man Ingenieurwissenschaften studiert, wechseln die meisten Leute dezent das Thema usw. Ein Resultat der geisteswissenschaftlichen Technikfeindlichkeit in Deutschland.
recht gut auf den punkt gebracht.
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minhen schrieb:
Im höchsten Maße lächerlich? Technikfeindlichkeit? Weil deine Gesprächspartner nicht nachhaken, was du genau machst? Ist dir jemals in den Sinn gekommen, dass sie vielleicht fürchten, etwaige Erklärungen ohnehin nicht zu verstehen? Oder dass sie bereits eine konkrete Vorstellung von Ingenieurswissenschaften haben könnten? Wenn etwas im höchsten Maße lächerlich ist, dann daraus eine allgemeine "geisteswissenschaftliche Technikfeindlichkeit" abzuleiten (schöne Wortschöpfung übrigens...).
Oh, danke. Ich bin von einer intellektuellen Technikfeindlichkeit sehr überzeugt (für einen kurzen Beweis schalte man den Fernseher an oder schlage ein Feuilleton auf). Und der intellektuelle Journalist, der vergleichende Literaturwissenschaften & Sklavistik studiert hat, ist mE eine Art Prototyp der Geisteswissenschaftler, wenn ich das mal so sagen darf.
Desweiteren stört es mich nicht besonders, daß man mit mir über mein Studienfach nicht redet. Mich freut's sogar fast, weil das Thema ist mir ja bekannt und ich kann mir interessantere Themen vorstellen, die man mit Leuten, die man neu kennenlernt, bespricht. Aber der Gedanke, ich hätte
erzähl den nächsten paar Leuten, die du neu kennenlernst, doch einfach mal abwechselnd du würdest Philosophie, Geschichte oder Soziologie studieren. Viel Spaß bei den Reaktionen.
noch nicht probiert, erscheint mir überraschend überraschend, denn sonst könnte ich ja kaum behaupten, das es bei anderen Fächern anders wäre ...
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Hallo
Ich wollte nur noch einmal darauf hinweisen, dass ich nie geschrieben habe, dass Geisteswissenschaftler die alleinigen Opfer sind. Ich rede davon, dass durch sturres nicht üner den Tellerrand geschaue Synergieeffekte verschenkt werden und zwar auf beiden Seiten.
chrische
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Daniel E. schrieb:
Aber der Gedanke, ich hätte (...) noch nicht probiert, erscheint mir überraschend überraschend, denn sonst könnte ich ja kaum behaupten, das es bei anderen Fächern anders wäre ...
Dann hast du vermutlich nach der ersten obligatorischen Frage ("Was macht man da?") bereits aufgegeben und zugegeben das gar nicht zu studieren und diese erste Frage dann als Interesse und Wertschätzung interpretiert, oder?
Dann ist klar, dass du gar nicht zu den - ebenfalls obligatorischen - folgenden Fragen nach Sinn und Nutzen gekommen bist.
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chrische5 schrieb:
Ich glaube, dass wir beide nicht von dem jetzigen System begeistert sind, aber dir Vorstellungen über die Zukunft sind wohl grundverschieden. Ich freue mich aber darauf, dass ich Einfluss auf das System nehmen kann.
...um mal wieder auf das Schulthema in diesem Thread zu kommen:
Könntest Du mal ein bischen dazu sagen, wo Du die Probleme am jetzigen System siehst? Ich sehe sie darin, dass nicht genügend "Hard-Skills" vermittelt werden. Du siehst die Probleme vermutlich eher bei den "Soft-Skills", oder? Führ das mal ein bischen aus. Ich würde gerne mehr darüber erfahren, welche Probleme Du da genau siehst und wie man da aus deiner Sicht am ehesten zu einer Lösung kommen kann.
Wenn man sich mal so eine Reportage im Fernsehen angeguckt hat, in der Leute Einstellungstests machen müssen, dann beklagen sich die Firmen da meistens, dass die Leute nicht mehr "3+4" rechnen können, um es etwas übertrieben auszudrücken. Ich habe noch nie gehört, dass sich die Firmen darüber beschweren, dass die Bewerber nicht teamfähig sind. Ok, das kann man bei einem Einstellungstest wahrscheinlich auch nicht so gut testen. Aber hast Du schonmal eine Reportage gesehen, in der sich Firmen beklagen, dass sie die meisten Leute nach der Probezeit wieder herauswerfen müssen, weil die "Soft-Skills" einfach fehlen?
Insofern würde mich einfach mal interessieren, wie eine Entwicklung pro Soft-Skills und somit kontra Hard-Skills für das Schulsystem zu rechtfertigen ist.
Im Übrigen muss ich Dir bezüglich des über den Tellerrand Hinausschauens in gewisser Weise Recht geben. Man neigt immer schnell dazu, den Vertretern anderer Disziplinen fast schon den gesunden Menschenverstand abzusprechen. Und wie Du siehst, bin ich vorhin im Thread auch ein bischen in diese Falle getappt.
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minhen schrieb:
Techniker als gemobbte Opfer der Gesellschaft
...Peter Glotz (SPD) hat dazu gesagt:
Wer wundert sich noch", so Herr Glotz, "über die Überlegenheit junger Japaner, Finnen oder Schweden in der Mathematik", wenn man nachvollzieht, dass "ganze Kavalkaden von jungen Leuten ins Schulsystem, in Universitätspositionen oder in Schlüsselpositionen der Medien eingesickert sind", die "weit entfernt von der westlich rationalistischen Tradition" von unseren "postmodernen, poststrukturalistischen, sozialkonstruktivistischen und relativistischen Meisterdenkern" "mit blühendem Unsinn" hochgezogen wurden.
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Gregor schrieb:
Man neigt immer schnell dazu, den Vertretern anderer Disziplinen fast schon den gesunden Menschenverstand abzusprechen.
Ist auch gut geeignet als provokante Diskussionsposition.

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Hm, ich muss sagen, dass mir meine gesamte "Schulbildung" überhaupt nichts bringt im Studium.
Also Deutsch Mathe Englisch vielleicht, das wars aber auch.
Eine gewisse Allgemeinbildung ist sicher auch wichtig um nicht nur zum Fachidioten zu verkommen, aber das Abi mit möglichst komplizierten Sachen zu stopfen und daran dann die Qualität messen zu wollen, finde ich eher sinnfrei.
Sicher es geht hauptsächlich um das mathematische Denken, aber das kann man auch übertreiben.
Und wer wirklich ein Mathetalent ist, der vertieft das im Studium und/oder seiner Freizeit.Ausserdem ist bei uns das Abi sehr unterschiedlich, am einen Gym ist es schwer, am nächsten wieder sehr einfach.
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Es geht m.E. nicht einmal daram was unterrichtet wird, sondern auch wie es unterrichtet wird. Schüler werden da teilweise an die Integration herangeführt ohne wirklich zu wissen wofür man das überhaupt braucht. Wenn die Verbindungen zwischen den Disziplinen nicht aufgezeigt werden, dann kann man sich den Unterricht meiner Meinung nach auch komplett schenken.
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Naja man muss auch ganz klar sagen, Unterricht ist immer nur so gut wie der Lehrer der diesen entwirft und beibringt.
Man hat irgendwo immer so vier Grundtypen
- Lehrer die weniger Ahnung haben als ihre Schüler, aber so tun und bei Kritik einen auf "Ich Lehrer du nix" machen.
- Lehrer die keine Lust auf Unterricht haben und deswegen ihre Unterrichtszeit mit Eis essen und Filme schauen verbraten und damit am Ende keiner meckert jedem seine 1 oder 2 verpassen
- Lehrer die zwar fachlich oft sehr gut sind, aber so abgehoben unterrichten, dass niemand etwas versteht
- Lehrer die Ahnung haben, das auch vermitteln können.
Man lernt bei ihnen sehr viel, aber wenn man nix macht gibts auch eine schlechte Note, weswegen sie auch viele als böse böse Arschlöcher bezeichnen, will natürlich auch nicht Jeder.Ist an der Uni im Endeffekt genauso, nur das die Verteilung in der Regel etwas besser, weil ein Prof auch höher qualifiziert ist, was man auch merkt.
Ich sag mal, mit überwiegend 'Typ 4 Lehrern' ist das alles super, egal was nun auf dem Lehrplan steht, man ist wenn man fertig ist gut.
Hatte in der Berufsschule einen davon und das was ich da gelernt habe nützt mir heute noch, wo ich alles andere schon wieder vergessen habe.
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dreaddy schrieb:
- Lehrer die weniger Ahnung haben als ihre Schüler, aber so tun und bei Kritik einen auf "Ich Lehrer du nix" machen.
Naja, viele Kinder sind aber auch viel zu aufmüpfig, wenn ein Lehrer die ganze Zeit diskutieren würde, dann würde er seinen Stoff auch nicht durchgezogen bekommen. Klar, manchmal bringt diskutieren was, aber manchmal muss der Schüler auch die Klappe halten und zuhören. Vielleicht löst sich dann der diskussionsbedarf von selber. Das kapieren Schüler manchmal nicht und kommen dann dazu Lehrer nach dem obigen Schema zu verurteilen.
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Es geht ja nicht ums Diskutieren, wenn der Lehrer Fragen nicht beantworten kann oder einfach offensichtlich falsche Tatsachen erzählt, ist das schlecht.
Noch schlechter wenn er dann davon überzeugt ist recht zu haben obwohl 50% der Schüler wissen das dem nicht so ist.Dumm ist es nur wenn der 'Klassenstreber' den halben Unterricht macht, weil der Lehrer die Antworten auf die trivialen Fragen der Schüler nicht kennt oder zur Hälfte einfach nur totalem Mist der nicht stimmt gelabert hat, hatte da so einen Spezialisten in der Berufsschule... schrecklich.
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Hallo
Also ich habe mir auch schon einige Einstellungstest angeschaut und muss sagen, dass die Chefs, die ich kenne einem Einstellungstest kaum Beachtung schenken, weil er doch kaum Anforderungen abfragt, die später gebraucht werden. Deshalb hieß es immer: "Klar machne wir Tests, aber am Ende bleiben 50% dabei und der Rest geht während der Probezeit." Da ist es fast egal, ob du Tests machst oder nicht.
Zur neuen Schule:
Ich habe viel Punkte schon angesprochen: Es muss unbedingt diese blöde 45min Geschichte abgeschafft werden. Das ist entgegen allen Theorien und die Kinder werden meist auch erst so richtig warm, wenn die Stunde fast vorbei ist. Bei uns im Leistungskurs haben wir in 11 und 12 auch nur noch 90min Einheiten gemacht. Viele Grundschulen sind mittlerweile auch dort angelangt.
Abschaffung des Ein-LehrerInnen -System in der Grundschule.
Abschaffung der starren Fächergrenzen. Hier gilt es einfach mal der Praxis Rechnung zu tragen. Es macht keinen Sinn alle Fächer strikt zu trennen, weil es kaum die Realität abbildet.
Abschaffung des LehrerInnen-zentrierten Unterrichts. Die SchülerInnen sollen über die Lerninhalte entscheiden. ich weiß, dass das für Außenstehende kaum vorstellbar ist, aber andere Länder und auch Alternativschulen praktizieren dies in Deutschland mit Erfolg.
Abschaffung der Alterstrennung. Das Lernen am Modell ist ein sehr mächtige Methode des Lernens und diese Kraft sollte genutzt werden. Außerdem bieten sich wunderbare Möglichkeiten für soziales Lernen, wenn ein Schüler einem anderm Schüler Dinge beibringt, dann lernt er sicher auch dabei.
Abschaffung des starren Notensystem. Es gint sehr viele Länder, die dies praktizieren. Auch hier kann man sich das vielleicht schlecht vorstellen, aber Noten sind im Entwicklungsprozess acuh sehr kritisch zu betrachten.
Abschaffung des starken Leistungsdruckes, der auf den SchülerInnen liegt. In Sachsen wird nach der 4. Klasse entschieden, ob man auf das Gymnasium darf oder nicht!
Für sehr wichtig halte ich auch, dass man versucht die natürliche Neugier und das Interesse der SchülerInnen nicht durch ein starres Schulsystem zu töten, wie es meiner Meinung nach zur Zeit in Deutschland gemacht wird.
Abschaffung des 4 (mindestens) gliedrigen Schulsystem in Deutschland. Einführung von Integration bzw. Inklusion.Es handelt sich hierbei natürlich nur um eine Auswahl an Ideen und ich möchte nicht den eindruck vermitteln, dass alle Erzeihungswissenschaftler alle Ideen befürworten. es ist vor allem meine persönliche Einschätzung der Sachlage.
chrische
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chrische5 schrieb:
Ich habe viel Punkte schon angesprochen: Es muss unbedingt diese blöde 45min Geschichte abgeschafft werden. Das ist entgegen allen Theorien und die Kinder werden meist auch erst so richtig warm, wenn die Stunde fast vorbei ist.
stimmt
Abschaffung der starren Fächergrenzen. Hier gilt es einfach mal der Praxis Rechnung zu tragen. Es macht keinen Sinn alle Fächer strikt zu trennen, weil es kaum die Realität abbildet.
Und dann Mathe mit Musik gemeinsam unterrichten?
Das macht schon Sinn. Es sollen Grundlagen gelegt werden, sehe da kein Problem bei der Trennung von Fächern. Finde es sogar großen Unsinn, dass z.B. Bio, Phyisk, Chemie in NRW zum Fach "Naturwissenschaften" zusammengeasst wurde. Ist ja nun auch rückgangig gemacht worden von der neuen Landesregierung. Da freuen sich wieder die Schulbuchhersteller 
Abschaffung des LehrerInnen-zentrierten Unterrichts. Die SchülerInnen sollen über die Lerninhalte entscheiden.
Schwachsinn. Ein Schüler kann nicht wissen, was wichtig ist und was nicht.
Abschaffung des starren Notensystem. Es gint sehr viele Länder, die dies praktizieren. Auch hier kann man sich das vielleicht schlecht vorstellen, aber Noten sind im Entwicklungsprozess acuh sehr kritisch zu betrachten.
Abschaffung des starken Leistungsdruckes, der auf den SchülerInnen liegt.Schwachsinn! Auf dem Arbeitsmarkt gibts dann auch kein Schmusibusi mehr und je früher man das lernt umso besser. Wohin das wegnehmen von Druck führt sieht man ja -> völlige Leistungsverweigerung. Am besten noch das Sitzenbleiben abschaffen.
In Sachsen wird nach der 4. Klasse entschieden, ob man auf das Gymnasium darf oder nicht!
Ist doch gut so. Begabte Schüler müssen möglichst früh gefordert werden und sich nicht rumlangweilen mit totalen Nulpen (schwächstes Glied in der Kette bestimmt das Tempo).
Abschaffung des 4 (mindestens) gliedrigen Schulsystem in Deutschland. Einführung von Integration bzw. Inklusion.
Nein, Gesamtschule kann man abschaffen, Realschule muss man aufwerten und Hauptschule ebenfalls. Zur Not halt mehr Sonderschulen einführen.
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chrische5 schrieb:
Ich habe viel Punkte schon angesprochen: Es muss unbedingt diese blöde 45min Geschichte abgeschafft werden. Das ist entgegen allen Theorien und die Kinder werden meist auch erst so richtig warm, wenn die Stunde fast vorbei ist. Bei uns im Leistungskurs haben wir in 11 und 12 auch nur noch 90min Einheiten gemacht. Viele Grundschulen sind mittlerweile auch dort angelangt.
Naja, eine Vorlesung ist zwar etwas anderes, aber... Ich schaffe es zumindest nicht, meine Konzentration in einer Vorlesung für 90 Minuten aufrechtzuerhalten. Nach 60 bis 70 Minuten ist die einfach weg. Wenn ich mich zu Hause zum Lernen hinsetze, sind sogar nur 30 bis 40 Minuten am Stück drin. ...andererseits hatte ich in der Schule nie ein Problem damit, wenn es 90 Minuten Unterricht gab. Da muss ich Dir Recht geben. ...aber da kam ja auch nichts bei rum.

chrische5 schrieb:
Abschaffung des LehrerInnen-zentrierten Unterrichts. Die SchülerInnen sollen über die Lerninhalte entscheiden. ich weiß, dass das für Außenstehende kaum vorstellbar ist, aber andere Länder und auch Alternativschulen praktizieren dies in Deutschland mit Erfolg.
Geht das hier in Richtung "offener Unterricht"?
chrische5 schrieb:
Abschaffung der Alterstrennung. Das Lernen am Modell ist ein sehr mächtige Methode des Lernens und diese Kraft sollte genutzt werden. Außerdem bieten sich wunderbare Möglichkeiten für soziales Lernen, wenn ein Schüler einem anderm Schüler Dinge beibringt, dann lernt er sicher auch dabei.
Was soll da jetzt der ältere Schüler lernen? Hier geht es jetzt um Soft-Skills, oder? Ok. ...aber inhaltlich wird er nicht so viel lernen, wenn er nur den jüngeren Schülern etwas beibringt. Wo soll es denn herkommen? Und wieviel Zeit geht dafür drauf, dass der ältere Schüler den jüngeren etwas erklärt? Hat der die Zeit?
chrische5 schrieb:
Abschaffung des starren Notensystem. Es gint sehr viele Länder, die dies praktizieren. Auch hier kann man sich das vielleicht schlecht vorstellen, aber Noten sind im Entwicklungsprozess acuh sehr kritisch zu betrachten.
Naja, irgendeine Form von Feedback muss schon da sein, sonst ist es schwerer, seine eigenen Schwächen zu erkennen und zu beseitigen. Welche Art von Feedback stellst Du Dir denn da vor? Und was willst Du als Kriterium für ein Abitur einführen? "Der Schüler war lange genug auf der Schule und hat somit offensichtlich die allgemeine Hochschulreife erlangt!"?
chrische5 schrieb:
Abschaffung des starken Leistungsdruckes, der auf den SchülerInnen liegt. In Sachsen wird nach der 4. Klasse entschieden, ob man auf das Gymnasium darf oder nicht!
Also ehrlich geasgt... als Grundschüler habe ich damals überhaupt keinen Leistungsdruck verspürt. Ich wusste nichtmal, dass es da solche Empfehlungen bezüglich des weiterführenden Schultyps gibt. Ich bin halt einfach zur Schule gegangen und am Schluss der Grundschule wurde gesagt, dass es jetzt aufs Gymnasium geht. ...von meinen Eltern. Ich hatte da weder Mitspracherecht, noch hätte ich so ein Recht sinnvoll wahrnehmen können, weil einem Grundschüler einfach nicht klar ist, was so eine Entscheidung für sein weiteres Leben bedeuten kann. Naja, ich weiß nicht, ob andere Grundschüler da typischerweise schon deutlich mehr Einblick haben und irgendwie Existenzängste oder so bekommen, wenn sie nicht aufs Gymnasium kommen. Aber eigentlich ist mir tatsächlich unklar, von wem in der Grundschule irgendein Leistungsdruck auf die Kinder ausgeübt werden soll? Das kann doch höchstens von den Eltern kommen, aber das fände ich auch reichlich merkwürdig.
In der späteren Schulzeit sollte ein gewisser Leistungsdruck aber auch dazugehören, finde ich. Der ist im späteren Leben auch da. Mir persönlich ist zum Beispiel der Anfang an der Uni recht schwer gefallen, weil ich durch die Schulzeit ohne viel Arbeitsaufwand gekommen bin. ...nur meine persönliche Erfahrung. Es hätte mich in der Schulzeit weitergebracht, wenn ich in einigen Fächern stärker gefordert gewesen wäre.
chrische5 schrieb:
Abschaffung des 4 (mindestens) gliedrigen Schulsystem in Deutschland. Einführung von Integration bzw. Inklusion.
Naja, das ist eine Art Gleichmacherei. Mir ist schon klar, dass das den schwächeren Schülern helfen könnte, aber vergisst man da nicht die starken Schüler? Was wird aus denen? Macht man dann in einem Schultyp eine Trennung nach unterschiedlichen Leistungen? In jedem Fach unterschiedlich? Oder worauf soll das hinauslaufen?
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Minimee schrieb:
Und dann Mathe mit Musik gemeinsam unterrichten?Hmmm... also ich muss sagen, dass ich in Kunst viel lieber mit POVRay gearbeitet hätte, als mit nem Malkasten!

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Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
Abschaffung des LehrerInnen-zentrierten Unterrichts. Die SchülerInnen sollen über die Lerninhalte entscheiden.
Schwachsinn. Ein Schüler kann nicht wissen, was wichtig ist und was nicht.
Die Gesellschaft entscheidt, was für die einzelene Person wichtig ist. Das hört sich ja wirklich sehr nach intrinsischer Motivation an. Es geht übrigens auch nicht darum, dass die LehrerInnen komplett raus sind, aber sie sollten sich mehr als Lernbegleiter sehen.
Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
Abschaffung des starren Notensystem. Es gint sehr viele Länder, die dies praktizieren. Auch hier kann man sich das vielleicht schlecht vorstellen, aber Noten sind im Entwicklungsprozess acuh sehr kritisch zu betrachten.
Abschaffung des starken Leistungsdruckes, der auf den SchülerInnen liegt.Schwachsinn! Auf dem Arbeitsmarkt gibts dann auch kein Schmusibusi mehr und je früher man das lernt umso besser. Wohin das wegnehmen von Druck führt sieht man ja -> völlige Leistungsverweigerung. Am besten noch das Sitzenbleiben abschaffen.
Du würdest dich wahrscheinlich wundern ,wieviel, auch konsrvative, Erziehungswissenschaftler sich für das Abschaffen des Sitzenbleibens aussprechen. Du solltest die zur Funktion von Noten vielleicht noch einmal Literatur anschauen, weil ich keine Lust habe jetzt noch ein Seminar zum Thema Noten zu halten, aber glaube mir, dass auch da nicht alles Gold ist was glänzt.
Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
In Sachsen wird nach der 4. Klasse entschieden, ob man auf das Gymnasium darf oder nicht!
Ist doch gut so. Begabte Schüler müssen möglichst früh gefordert werden und sich nicht rumlangweilen mit totalen Nulpen (schwächstes Glied in der Kette bestimmt das Tempo).
Spätestens jetzt merkt man, was in deiner Bildung vernachlääsigt wurde: Achtung vor Anderen, eventuell Leistungschwächeren und vor allem logisches Denken. es geht nicht darum, dass die Einen die Anderen schwächen, sondern dass man voneinander lernt. Es ist immer besser, wenn man Spitzenleistungen erzielen will, wenn man "hinten" schiebt und nicht vorne "zieht". Auch da ist Deutschland leider fast Schlusslicht in PISA. Die Leistungsbreite ist so groß, wie in kaum einem andern Land und trotzdem liegen die Spitzenwerte unter dem Gesamtschnitt.
Minimee schrieb:
chrische5 schrieb:
Abschaffung des 4 (mindestens) gliedrigen Schulsystem in Deutschland. Einführung von Integration bzw. Inklusion.
Nein, Gesamtschule kann man abschaffen, Realschule muss man aufwerten und Hauptschule ebenfalls. Zur Not halt mehr Sonderschulen einführen.
Realschule und Hauptschule aufwerten ist ja in Ordnung, aber sich für mehr Sonderschulen auszusprechen, zeugt nun wirklich nicht von Weitsicht. Man merkt sehr deutlich, dass du noch nie an einer solchen Schule warst. Vielleicht sollttest du dich noch einmal zum Thema Lernen am Modell informieren.
Gregor schrieb:
Naja, eine Vorlesung ist zwar etwas anderes, aber... Ich schaffe es zumindest nicht, meine Konzentration in einer Vorlesung für 90 Minuten aufrechtzuerhalten. Nach 60 bis 70 Minuten ist die einfach weg. Wenn ich mich zu Hause zum Lernen hinsetze, sind sogar nur 30 bis 40 Minuten am Stück drin. ...andererseits hatte ich in der Schule nie ein Problem damit, wenn es 90 Minuten Unterricht gab. Da muss ich Dir Recht geben. ...aber da kam ja auch nichts bei rum.
Es kommt halt auf die Form des Unterrichtes an. Wenn ich in einer Vorlesung sitze und jemand 90 min vorliest, dann ist dies natürlich nicht sehr gut. Wenn die Inhalte aber anders dargeboten werden, dann sind 90min besser als 45.
Offener Unterricht ist ein Oberbegriff und zu diesem gehört unter Andeream Werkstattunterricht, Stationenarbeiten, Gruppenarbeit, Freiunterricht,...
Gregor schrieb:
Naja, irgendeine Form von Feedback muss schon da sein, sonst ist es schwerer, seine eigenen Schwächen zu erkennen und zu beseitigen. Welche Art von Feedback stellst Du Dir denn da vor? Und was willst Du als Kriterium für ein Abitur einführen? "Der Schüler war lange genug auf der Schule und hat somit offensichtlich die allgemeine Hochschulreife erlangt!"?
Feedback ist gut und wichtig, aber das alleine ist kein Argument für Noten. Was sagt deine Abiturnote denn über dich aus und wenn interessiert diese denn heute noch ernsthaft? Sie dient nur der Seperation und dem Schubladendenken.
Gregor schrieb:
Naja, das ist eine Art Gleichmacherei. Mir ist schon klar, dass das den schwächeren Schülern helfen könnte, aber vergisst man da nicht die starken Schüler? Was wird aus denen? Macht man dann in einem Schultyp eine Trennung nach unterschiedlichen Leistungen? In jedem Fach unterschiedlich? Oder worauf soll das hinauslaufen?
Es geht nicht um Gleichmacherei, sondern um Verdrängung von Vorurteilen, Vorverurteilung und Stigmatisierung. Die Methode, die dann verstärkt genutzt werden muss, nennt man Innere Differenzierung. Es ist doch ein Trugschluss, dass heutzutage am Gymnasium alle SchülerInnen gleich sind und man eine homogenen Masse vor sich hat.
chrische
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chrische:
1. Mir ist immer noch nicht klar, wie das mit Feedback und Bewertungen bei deinem System funktionieren soll. Irgendwie muss man Leistung doch bewerten. Man muss die Schüler "belohnen", die viel leisten und man muss den Schülern, die nicht so viel leisten auch mal sagen, dass sie mehr bringen müssen. Leistung muss aus meiner Sicht belohnt werden, da sie sonst nicht erstrebenswert ist. Wie würde das in deinem System aussehen?
2. Mir ist auch noch nicht klar, wie die leistungsstarken Schüler in deinem System gefördert bzw. gefordert werden. Kannst Du dazu auch nochmal etwas sagen.
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chrische5 schrieb:
Gregor schrieb:
Naja, irgendeine Form von Feedback muss schon da sein, sonst ist es schwerer, seine eigenen Schwächen zu erkennen und zu beseitigen. Welche Art von Feedback stellst Du Dir denn da vor? Und was willst Du als Kriterium für ein Abitur einführen? "Der Schüler war lange genug auf der Schule und hat somit offensichtlich die allgemeine Hochschulreife erlangt!"?
Feedback ist gut und wichtig, aber das alleine ist kein Argument für Noten. Was sagt deine Abiturnote denn über dich aus und wenn interessiert diese denn heute noch ernsthaft? Sie dient nur der Seperation und dem Schubladendenken.
Dann hast du doch sicher einen besseren Vorschlag wie man Lernleistung quantifizieren kann. Ich denke, du willst von klaren Noten zu Wischiwaschi-Beurteilungen, die alles oder auch nichts bedeuten können. Woran macht man nachher fest, wer einen Abschluss erhalten soll?
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Gregor schrieb:
chrische:
1. Mir ist immer noch nicht klar, wie das mit Feedback und Bewertungen bei deinem System funktionieren soll. Irgendwie muss man Leistung doch bewerten. Man muss die Schüler "belohnen", die viel leisten und man muss den Schülern, die nicht so viel leisten auch mal sagen, dass sie mehr bringen müssen. Leistung muss aus meiner Sicht belohnt werden, da sie sonst nicht erstrebenswert ist. Wie würde das in deinem System aussehen?Dem kann ich nur zustimmen, nur ist die Frage, ob Noten, wie es sie heute gibt, hier das richtige Instrument sind. die Frage nach Alternativen lässt sich dabei nicht ganz einfach beantworten, aber ich will es probieren. Du schreibst, man muss SchülerInnen belohnen, die viel leisten. da stellt sich doch erstmal die Frage, wer mehr leistet: Ein Schüler, der sich verbessert oder einer der sein Niveau hält. das ist nämlich das erste Problem bei Noten sie rechnen den Fortschritt nicht mit ein, den ein Schüler gemacht hat und deswegen können Sie auch sehr demotivierend sein. (Bsp.: SchülerIn verbessert sich von 40 auf 20 Fehler im Diktat und bekommt immer eine 6) Das motiviert wirklich keinen. Es gibt also die Idee, die Noten von der Verbesserung des Schülers abhängig zu machen, was wiederum für SchülerInnen, die sehr gut sind absolut unbefriedigend wäre, weil Sie sich ja bereits sehr weit oben befinden und sich deshalb kaum verbessern können. Da kam die Idee mit zwei Noten (einmal "objektiv" und einmal "individuell") Das lässt uns gleich zur nächste Frage kommen: was heißt den objektiv? Wer legt den die Maßstäbe fest, die sagen, dass 1 Fehler eine 1 ist usw. Das nächste Problem ist, dass Noten in Fächern wie Mathe vielleicht noch halbswegs objektiv sein mögen, aber bei einem Gedichtsvortrag ist das einfach nicht gewäheleistet. man zu diesem Thema sehr interessante Untersuchungen zum Thema Note und Vorwissen über den Schüler gemacht und es hat sich immer wieder gezeigt, dass das Vorwissen die Noten sehr stark beeinflusst. Dann stellt sich die Frage, ob die Note wirklich das Fachwissen prüft, oder man nicht ehrlicherweise davon ssprechen sollte, dass sich dazu noch Prüfungsangst usw. addieren. das mag gewollte sein, aber man darf dann nicht mehr von einer reinen Mathenote sprechen. Viele LehrerInnen geben bei vergessenen Hausaudfgaben einen Note im fach, sodass die Note am Ende auch noch Aussagen über den Fleiß eines Schülers macht.
Ich prsönlich halte verbalisierte Bewertungsformen für den richtigen Weg, weil Sie dem Schüler nicht nur sagen, was er kann und was er nicht kann, sondern seinen Fortschritt Rechnung targen und Ihm Handlungsalternativen aufzeigen. (es ist ein ganz großes Problem, dass wir mit Kindern schimpfen, Ihnen aber keine Alternativen zum gezeigten Handeln zeigen.)Gregor schrieb:
2. Mir ist auch noch nicht klar, wie die leistungsstarken Schüler in deinem System gefördert bzw. gefordert werden. Kannst Du dazu auch nochmal etwas sagen.
Das ist doch genau dasselbe, wie es jetzt bereits Alltag ist. Die LehrerInnen müssen Ihren Unterricht differenzieren und somit allen genau das Niveau geben, was diese für Ihren Lernfortschritt brauchen.
chrische