Abitur viel zu leicht?



  • Hallo

    Ich weiß nicht, ob du genau verstehst, was ich meine. ich weiß sehr wohl, dass man Leistung anerkennen muss. Die Frage ist nur, ob Noten dazu ein adäquates Mittel sind. Einige der Nachteile habe ich ja bereits aufgezählt. Das die Bewertungen von Arbeitgebern für die Katz sind, dass weiß auch ich, aber ich weiß nicht, wie oft du dir bereits mal ein verbales Zeugniss angeschaut hast, dass ist schon noch einmal eine ander Liga.
    Man kann mit Noten eben auch nicht die Schlechten von den Guten trennen. Das funktuoniert halt nicht so einfach.

    Marc++us schrieb:

    Welche Motivation geht für einen Schüler aus, der in der verbalen Leistungsbeurteilung ein "X war immer in der Lage dem Unterricht zu folgen, und brachte eigene Lösungsvorschläge für schwierige Aufgaben ein" erhält, gegenüber seinem schlechteren Mitschüler, bei dem steht "Y war stets in der Lage dem Unterricht zu folgen, brachte Lösungsvorschläge für schwierige Aufgaben ein"? Wo ist da die Motivation?

    das sehe ich genau so, aber wieder sehe ich Noten da nicht als den richtigen Ansatz. es geht such nicht darum immer das Gleiche zu schreiben, sondern individuell auf jeden Schüler einzugehen.

    Marc++us schrieb:

    Warum müssen immer wieder Wege beschritten werden, bei denen Vorgänger bereits gescheitert sind?

    Das ist doch nun wirklich ein alltäglicher Prozess, dass man Dingen weiterarbeitet, an denen jemand zuvor gescheitert ist. Stelle dir mal die Physik ohne dies Arbeitsweise vor. Kernspaltung hat bei dem nicht geklappt, also Finger weg, weil das ja eh nichts mehr wird. 🙄
    Es gibt außerdem auch positive Beispiel, die bis zur 8. bzw. 10. Klasse keinerlei Noten geben und trotzdem gammeln nicht alle SchülerInnen den ganzen Tag nur ab.

    Marc++us schrieb:

    Und sage nicht, daß man dies ja nicht so machen müsse - Du weißt doch genau, daß es im Endeffekt so werden wird, weil es in anderen Fällen genau so ist. Dein Modell ist so idealistisch, daß bereits in der Theorie die Umsetzung in die Praxis fraglich ist. Weil Du ebenso wie andere Gesellschaftsutopisten den idealen Menschen als Grundlage für Deine Gedanken nimmst. Aber der Mensch ist real, also brauchen wir Denkmodelle für den real existierenden Menschen.

    Ich gehe definitiv niocht davon aus, dass der Mensch ideal ist. Dafür habe ich nun wirklich schon zuviel gesehen, aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass wir mit einer gemensamen Anstrengung die Schulbildung in Deutschland von Grund auf verändern müssen, um aus den SchülerInnen mehr Leistung zu "holen". Ich bin keiner der sagt, alles sei egal, aber gerade für die Gesellschaft und die darin lebenden Kindern muss ich das System Schule ändern.



  • Naja, also "verbalisierte" Bewertungsformen bieten sicherlich mehr Möglichkeiten, bestimmte Schwächen und Stärken des jeweiligen Schülers anzusprechen. Das Resultat ist dann wohl, dass jedem ein paar positive Dinge und ein paar negative Dinge gesagt werden. Das reicht aus meiner Sicht nicht aus. Man muss als Schüler auch wissen, wo man insgesamt steht. Insofern sehe ich soetwas eher als eine Art Ergänzung bei einer Notengebung. Eine Art detaillierte Begründung für eine Note. Soetwas hat mir in der Schule durchaus auch gefehlt. Gerade in so Fächern wie Deutsch, in denen eine objektive Notengebung nicht in dem Maße wie z.B. in der Mathematik möglich ist, wäre es sehr nützlich, dem Schüler eine ausführliche Begründung für eine Note zu liefern. Wie soll er sonst aus seinen Fehlern lernen, wenn da nur eine "5" unter einer Klausur steht.

    Aber wie gesagt: Ich sehe soetwas nur in Form einer Ergänzung zur Note als sinnvoll an. Sonst ist es zu "Wischiwaschi" und es können Missverständnisse entstehen. Der eine Schüler überbewertet die Kritikpunkte, der nächste Schüler sieht nur die positiven Seiten einer Bewertung usw..



  • Hallo

    Gregor schrieb:

    Naja, also "verbalisierte" Bewertungsformen bieten sicherlich mehr Möglichkeiten, bestimmte Schwächen und Stärken des jeweiligen Schülers anzusprechen. Das Resultat ist dann wohl, dass jedem ein paar positive Dinge und ein paar negative Dinge gesagt werden. Das reicht aus meiner Sicht nicht aus. Man muss als Schüler auch wissen, wo man insgesamt steht. Insofern sehe ich soetwas eher als eine Art Ergänzung bei einer Notengebung. Eine Art detaillierte Begründung für eine Note. Soetwas hat mir in der Schule durchaus auch gefehlt. Gerade in so Fächern wie Deutsch, in denen eine objektive Notengebung nicht in dem Maße wie z.B. in der Mathematik möglich ist, wäre es sehr nützlich, dem Schüler eine ausführliche Begründung für eine Note zu liefern. Wie soll er sonst aus seinen Fehlern lernen, wenn da nur eine "5" unter einer Klausur steht.

    Aber wie gesagt: Ich sehe soetwas nur in Form einer Ergänzung zur Note als sinnvoll an. Sonst ist es zu "Wischiwaschi" und es können Missverständnisse entstehen. Der eine Schüler überbewertet die Kritikpunkte, der nächste Schüler sieht nur die positiven Seiten einer Bewertung usw..

    Wie ich bereits geschrieben habe, ist auch die Abschaffung der traditionellen Noten nicht immer sinnvoll, sondern man kann auch darüber nachdenken, wie man diese ergänzen kann.

    chrische



  • "Verbalisierte" Bewertungsformen sind grundsätzlich subjektiv und damit zu einem gewissen Grad willkürlich. Bei Fächern bei denen eine wirklich objektive Quantifizierung der Leistung ohnehin nur schwer möglich ist, mag das vielleicht durchaus durch die größeren Detailinformationen ein Fortschritt sein. Bei anderen Fächern, die eine objektivere Bewertung erlauben, wäre es dagegen ein gigantischer Rückschritt.
    Wenn überhaupt käme also wirklich nur eine Ergänzung zu "harten Noten" in Frage.

    Selbst typische Geisteswissenschaften versuchen maximal zu quantifizieren - und das hat durchaus seinen Grund. Wie Gregor schon sagte, mit "Wischiwaschi" ist keinem geholfen.



  • Hallo

    minhen schrieb:

    Selbst typische Geisteswissenschaften versuchen maximal zu quantifizieren - und das hat durchaus seinen Grund. Wie Gregor schon sagte, mit "Wischiwaschi" ist keinem geholfen.

    Das sehen doch nun wirklich alle hier ein. Die Frage ist nur, ob Noten wirklich objektiv sind und da muss ich sagen: NEIN.

    chrische


  • Mod

    chrische5 schrieb:

    Das sehen doch nun wirklich alle hier ein. Die Frage ist nur, ob Noten wirklich objektiv sind und da muss ich sagen: NEIN.

    Verbale Bewertungen sind auch nicht objektiv.

    Frage: können Bewertungen überhaupt objektiv sein? Wohl schwerlich, da der Bewerter immer seine persönlichen Vorlieben einbringt.

    Das fängt auch bei mündlichen Prüfungen an: jemand, der normal aussieht, gegen jemanden, der wie ein schwitzender Ork wirkt - gleicher Wissensstand. Wer bekommt die bessere Bewertung (ich sage extra nicht Note)?

    Oder ich sag' nur Religionsunterricht... hat jemand als Kirchenkritiker dort jemals eine bessere Note als 3 bekommen?

    Es gab ja Ansätze, Tests zu neutralisieren, zum Beispiel ist Multiple Choice so ein (untauglicher) Versuch... da man dann Formulierungen des Prüflings nicht mehr beachten muß, die Antwort wird auf ein simples Kreuz runtergebrochen. Unglückliche Formulierungen, Aussprachen, schlechte Handschrift, wird alles ausgeblendet. Aber es gibt auf der anderen Seite kaum eine Prüfungsart, wo man mit weniger Wissen mehr faken kann.

    Objektivierung der Bewertung geht wohl nur über mehrere Bewerter (Mittelwertbildung) und Zentralisierung der Anforderungen, wo man nachschaut, warum an bestimmten Schulen die Klassen das Normalmaß nicht erreichen. Aber gerade die Individualisierung des Unterrichts macht die Bewertung doch noch weniger vergleichbar. Extremfall sind die Bundesländer ohne Zentralabi, da muß man dann mit einem Abiturienten (selbst in einem gut nachprüfbaren Fach wie Mathematik oder Physik) einen Eingangstest machen, damit man überhaupt weiß was er kann - Schule A oder B, das ist bereits nicht mehr vergleichbar. Sonderlich hilfreich ist das auch nicht.



  • Hallo

    Ich bin schon dessen bewußt, dass es so etwas wie absolute Objektivität in der Benotung nicht. Leider wird aber Objektivität immer wieder als Argument für Noten gebarucht und ist da einfach nicht richtig. Auch mündliche Bewertungen sind natürlich nicht 100% obejktiv, aber sie schliessen Nebeneffekte mit in die Bewertung ein und sind meiner Meinung nach daher besser geeignet einen Menschen einzuschätzen.

    chrische



  • @chrische5 Ich bin richtig froh, dass ich nicht durch deine Schule gehen muss. Das ist ja der reinste Horror aus Sicht des Schülers. Ich hab bereits jetzt die Schnautze reichlich voll von all den Sozial- und Spielschulexperimenten.

    Die besten Stunden sind die in denen Frontalunterricht herrscht, es Inhalte gibt (nein dies ist nicht selbstverständlich) und schwache oder einfach uninteressierte Schüler nicht teilnehmen dürfen. In so einer Stunde wird mehr gelernt (nicht nur gebüffelt!) als in 50 Sozi-heile-welt-stunden und leider ist dies keine Übertreibung.

    Die Schulplficht gibt es nur aus einem Grund. Der Staat und die Wirtschaft haben einen riesen Hunger an Fachkräften. Wird dieser nicht ausreichen gestillt haben wir in Zukunft ein riesiges Wirtschaftsproblem mit Folgen die nur schwer abschätzbar sind. Schon allein deswegen sollte es klar sein, dass es wichtiger ist ausreichend "starke" Schühler zu fördern als die Massen zu beschäftigen. Mathe, Chemi und Physik müssen auf einem gewissen Nievau gelehrt werden sontst sind diese ganz einfach sinnlos. 10 Halbchemisten sind nun einmal nicht mehr wert als ein ordentlicher.

    Die staatliche Schule sollte sich auf die Ausbildung von sovielen wie möglich Fachkräften beschenken und dadurch kann man viele Stunden streichen und Kosten sparen ohne das Niveau senken zu müssen. Wer Literatur und Musik mag der soll sich außerhalb der Schule in der neu freigewordenen Freizeit damit beschäftigen. Wieso braucht man auch ein Literaturlehrer? Lesen und interpretiren kann ja eh jeder der es für nötig hält.

    Zum Thema Teamfähigkeit kann ich nur sagen, dass man diese nicht in der Schule lernen kann. Die produktivsten Teams in der Schule sind immer die die einen haben der die gesamte Arbeit macht. In der Schule hat man nun einmal selten Gebiete in denen der Einsatz eines Teams sinnvoll ist. Oft vergisst man wenn man von Teams spricht, dass hier mehrere Leute gleichzeitig werkeln müssen um sinnvoll zu sein. Nun einmal baut allerdings in vielen Schuleteamarbeiten eine Aufgabe auf dem Resultat der vorherigen auf.

    Desweiteren kann man nicht außer Acht lassen, dass ein Team nur gut funktioniert wenn sich die Interessengebiete der verschieden Mitglieder nicht beißen. Dies ist bei Schüleren in Gleichmachklassen in denen Teamaufgaben meistens gestellt werden aber viel zu oft der Fall.

    Dann muss ein Team sich auch einspielen. Dies braucht Zeit. Normalerweise mehr Zeit als eine einzelne Person braucht um die Aufgabe zu lösen.

    Und der Hauptgrund wieso Teams in der Schule nicht funktionieren können ist, dass am Ende jeder selber alles lernen muss. Was bringt da eine Arbeitsteilung?



  • Hallo

    @chrische5 Ich bin richtig froh, dass ich nicht durch deine Schule gehen muss. Das ist ja der reinste Horror aus Sicht des Schülers. Ich hab bereits jetzt die Schnautze reichlich voll von all den Sozial- und Spielschulexperimenten.

    Na endlich mal jemand, der weiß, wo es lang geht.
    Es tut mir Leid, dass ich es dir sagen muss, aber was du schreibst, kann ganz locker deine Meinung sein, hält aber allen Untersuchungen und Forschungsergebnissen nicht stand.

    chrische



  • chrische5 schrieb:

    [...]Untersuchungen und Forschungsergebnissen[...]

    Welche Art von Untersuchungen und Forschungsergebnisse gibt es auf diesem Gebiet eigentlich? Und von wem? Gibt oder gab es eigentlich auch Modellschulen, in denen getestet wird oder wurde, was passiert, wenn man einfach die Anforderungen ein ganzes Stück anhebt?

    Ich erinner mich noch daran, dass uns damals ein Lehrer gesagt hat "Ihr arbeitet alle viel zu wenig und leistet kaum etwas, aber sonst würdet ihr ja auch blöd sein, weil das System euer Nichtstun schließlich zulässt, ja unterstützt.". ...und so habe ich das damals in der Schule eigentlich auch empfunden. Ich habe eigentlich nie etwas für die Schule gemacht. Warum auch? Man kam ja auch so durch.

    Jetzt im Studium arbeite ich viel mehr: Weil einfach klar ist, dass man bestimmte Sachen machen muss, weil man sonst nicht weiterkommt. ...und es ist vor allem im Vorfeld klar, was man alles machen muss.



  • chrische5 schrieb:

    hält aber allen Untersuchungen und Forschungsergebnissen nicht stand.

    Immer schön anzubringen, wenn einem die Argumente ausgehen. Mal Butter bei die Fische, zeig doch mal her die "Forschungs"ergebnisse. Selbst wenn es sie gibt (was ich nicht glaube), sowas kann man bestens fälschen.

    Wir brauchen wieder mehr harte Skills und weniger weiche. Wir brauchen nicht mehr Leute mit Abitur, sondern ein Abitur, was auch wirklich die "allgemeine Hochschulreife" feststellt. Ebenso muss ein Hauptschulabschluss wieder genügen, um einen Handwerksberuf zu erlernen.



  • Minimee schrieb:

    Selbst wenn es sie gibt (was ich nicht glaube), sowas kann man bestens fälschen.

    Bleib mal auf'm Teppich. 🙂 Lass chrische5 doch erstmal antworten, bevor Du voreilige Schlüsse ziehst.

    Mich würde allerdings prinzipiell auch interessieren, wie eigentlich die Forschungsmethodik in so einem Gebiet aussieht. Ich kann mir da fast nur vorstellen, dass man betsimmte Thesen in den Raum setzt und dann anhand von Studien überprüft, inwiefern diese Thesen mit der Realität übereinstimmen. So einer Methodik würde ich allerdings schon etwas skeptisch gegenüber stehen.

    Was von Studien jeglicher Art zu halten ist, sieht man ja in diesem Forum oft genug, wenn mal wieder irgendwer ne Studie Pro/Kontra irgendeine Technologie postet. *unschuldigGuck* 🙂 Wenn die Methodik in diese Richtung geht, würde mich interessieren, wie man die Aussagekraft einer Studie in so einem Gebiet bewertet. Wie erkennt man, welcher Studie man vertrauen kann und welcher eher nicht?



  • Hallo

    Minimee schrieb:

    chrische5 schrieb:

    hält aber allen Untersuchungen und Forschungsergebnissen nicht stand.

    Immer schön anzubringen, wenn einem die Argumente ausgehen. Mal Butter bei die Fische, zeig doch mal her die "Forschungs"ergebnisse. Selbst wenn es sie gibt (was ich nicht glaube), sowas kann man bestens fälschen.

    Also erstens habe ich hier überhaupt keine Argumentationsarmut und zweitens kann man alles fälschen, also was soll dieser Blödsinn.
    Es gint in deutschalnd zum Beispiel die Bielefelder Laborschulen, die einiges von dem, was hier aufgezählt habe umsetzt. Diese Schule wird von einer Uni (Bielefeld?) wissenschaftlich begleitet. Zum Thema Forschungsergebnisse verweise noch einmal auf Lernpsychologie von Grapp&Weidemann und auf Entwicklungspsychologie von Oerter&Montada.
    Es gibt auch andere Länder, die einiges von dem, was ich beschrieben habe erfolgreich durchführen.
    Ich möchte vor allem noch einmal betonen, dass ich kein Strickpulli.Idealist bin, der will, dass sich alle an den Händen fassen und im Kreis tanzen. Es geht mir darum, dass in Kindern schlummernde Talent besser zu Entfaltung kommen zu lassen. Es eght mir darum, Kinder besser zu fördern, aber eben nicht nur 200 an irgendwelchen Eliteunis. Das sieht zwar gut aus und ist für Spitzenforschung vielleicht (ich bezweifle es) sogar sinnvoll, aber der Gemütszustand des "einfachen" Volkes wäre dann wohl nur noch als naiv zu bezeichenen.

    Es ist auch kein Argument, dass amn Teamfähigkeit erst später lernt. Es gibt Basisfähigkeit, die man zu guter Teamarbeit braucht und die kann sehr wohl schon in der Schule lernen. Mir diesem Argument könnte ich auch sagen, dass es Mathe am besten dann lernt, wenn es wirklich Mathe braucht. Das ist doch Blödsinn. Wir sollten unsere Kinder möglichst breitgefächert ausbilden.

    chrische



  • Ich finde diese Diskusion recht interessant und spannend. Erst einmal vorweg ich möchte hier niemanden angreifen oder beleidigen, das liegt mir total fremd. Also bitte keine Formulierungen auf die Goldwaage legen. Ich schreibe das weil die Diskusion - IMO - schon ganz schön aufgeheizt ist.

    @chrische5: Ich habe mir die Webseite in deiner Sig angeschaut und bin am rumrätseln, was Du mit der Schulbildung zu tun hast. Du hast weiter oben geschrieben das du froh bist das Du an den Änderungen/Neuerungen beteiligt bist (Wörtlich war es etwas krasser 😉 ). Mich würde interessieren in wie weit Du darauf Einfluß hast?

    Was macht Dich so sicher das diese Forschungsergebnisse richtig sind? Du schreibst so absolut und überzeugt. Wenn man sich die aktuellen Ereignisse in Berlin usw. anschaut, kommt man dich ins Zweifeln, ob liberale Systeme so gut sind oder? Ok das schweift vom eigentlichen Thema ab, aber auch im Bildungsstand zeigt PISA doch deutlich anderes oder interpretiere ich das falsch? In den Bundesländern in denen der Leerstoff strenger und härter bewertet wird (Bayern, Baden Württemberg, NRW ..) sieht die Studie besser aus.

    Nix für ungut.



  • Hallo

    Urkel_ schrieb:

    @chrische5: Ich habe mir die Webseite in deiner Sig angeschaut und bin am rumrätseln, was Du mit der Schulbildung zu tun hast. Du hast weiter oben geschrieben das du froh bist das Du an den Änderungen/Neuerungen beteiligt bist (Wörtlich war es etwas krasser 😉 ). Mich würde interessieren in wie weit Du darauf Einfluß hast?

    Die Homepage hat nun wirklich gar nichts mit Schulbildung zu tun. Das was du dort siehst, ist lediglich der Internetauftriit meiner Fußballmannschaft, der wirklich all zu Ernst zu nehmen ist. Der Name "Russische Hortkinder" ist eine uralte Bierlaune von leuten, die gar nicht mehr dabei sind und hat zum Beispiel nichts mit unseren Identität zu tun.

    Mein einfluss auf das spätere System besteht darin, dass ich Lehrer werde und deshalb aktiv am System arbeiten kann.

    chrische



  • also ich habe jetzt net die ganzen 10 seiten gelesen...
    nur so viel dazu:
    zum einen:
    muss man unterscheiden ob die klasse z.b. in mathe mit derive und ähnlichem arbeitet oder nicht. denn dann werden die halbjahresthemen und schwerpunkte ganz anders gesetzt.
    ich habe mir mal das angesehen was christoph geschrieben hat über die themen in österreich. und ich muss sagen sie haben mit derive gearbeitet also war der unterricht anders aufgebaut als z.b. bei mir. und trotzdem habe ich das meiste davon in meinem mathe lk auch gemacht. es weicht also gar nicht so stark von dem in deutschland gelehrten stoff ab.
    zum anderen:
    ich finde es kommt gar nicht so stark auf die lehrpläne an, sondern auf kompetenz der lehrer und intelligenz der schüler. also ich habe bei uns die erfahrung gemacht, dass im bio lk nur leute sitzen die chemie abgewählt haben und ich bin der einzige der chemie kann. kommen nun chemische themen wie fotosynthese sind 15 leute mindestens am rumheulen weil sie kein chemie können. der lehrer selbst liest nur texte mit uns und macht nur theorie. die biochemischen teile kommen in unserem bio lk viel zu kurz und werden so gut wie gar nicht anschaulich erklärt. im bio gk hingegen wurde das ganze auf einer viel professionelleren ebene behandelt. ich werde jedenfalls mal sehen dass wir als lk das auch viel komplexer behandeln.
    auch unsere beiden chemie gks unterscheiden sich vollkommen... während wir im einen den stoff sehr gut erklärt bekommen etc. ist in dem anderen kurs so gut wie nur trockene theorie ohne versuche...
    das sind nur zwei beispiele. ich könnte es jetzt noch auf informatik geschichte und viele andere fächer ausdehnen aber das spar ich mir jetzt an der stelle.
    ich möchte nur eines deutlich machen:
    wenn man einen guten und engagierten lehrer hat und die schüler klug und interessiert sind kann man sehr viele komplexe und schwere themen behandeln und lernt genauso viel wie in anderen ländern. außerdem gibt es in unseren lehrplänen viele themen die als zusatz behandelt werden. diese kommen nur meist nie im unterricht dran weil viel unterricht ausfällt oder die schüler themen nicht richtig verstehen oder oder oder...
    man sollte sich deshalb vielleicht weniger gedanken über die lehrpläne machen sondern mehr gedanken darüber wen man alles in die oberstufe lässt. man könnte z.b. nur leute zur oberstufe zulassen, die einen schnitt von 2.5 haben oder nur die fächer als lk belegen lassen wo man mind. 10 punkte hat. so hätte man nur gute schüler in den kursen, die die themen viel besser verstehen und man könnte mehr machen. außerdem hätte man kleinere klassen und und und...
    hört sich zwar hart an aber das könnte das niveau etwas anheben. und die kompetenz der lehrer könnte man dahin gehend prüfen dass man mehr unterrichtsbesuche unangemeldet durchführt und die schüler befragt wie der unterricht ist. nur so kann man dafür sorgen dass wir wieder ordentlich lernen.



    chrische5 schrieb:

    Mein einfluss auf das spätere System besteht darin, dass ich Lehrer werde und deshalb aktiv am System arbeiten kann.

    Naja, ich weiß nicht, ob man als Lehrer Einfluss auf das System hat. Ich würde es eher so sehen, dass man als Lehrer ein direkter Betroffener des Systems ist. Einfluss wirst Du als Lehrer wohl in erster Linie nur auf deinen Unterricht haben. Das System steht aber über diesem.

    Um da etwas zu ändern müsstest Du dich wohl am Besten in der Bildungspolitik engagieren, also politisch in irgendeiner Partei aktiv werden. ...oder Du müsstest zumindest einen hohen Posten innerhalb der Schulbehörde haben (...wofür Du sicherlich auch das passende Parteibuch benötigen würdest). Oder Du müsstest Dir wissenschaftlich auf diesem Gebiet einen Namen machen, und der Politik als Berater zur Seite stehen. Naja, es gibt da sicherlich einige Möglichkeiten, aber ich glaube nicht, dass man als Lehrer so allzuviel Einfluss auf das System nehmen kann.

    Wenn Du in einer Diskussion auf Nachfragen bezüglich Forschungsergebnissen oder auch der damit verbundenen Methodik einfach nur durch einen Literaturverweis antwortest, dann ist das so ähnlich, als ob Du folgendes sagen würdest:

    "Ich bin der Experte auf diesem Gebiet und deshalb ist alles was ich sage richtig. Wenn ich Dich als Diskussionspartner akzeptieren soll, dann musst Du erstmal ein entsprechendes Studium auf diesem Gebiet ablegen, sonst lohnt es sich ja eh nicht, Dir irgendetwas zu erklären."

    Hier hat natürlich niemand die Zeit, sich aufgrund so einer Diskussion in so ein Fachgebiet wirklich einzuarbeiten. Insofern sind die Diskussionsteilnehmer hier schon ein bischen darauf angewiesen, dass da ein bischen mehr als eine Literaturempfehlung gegeben wird. Ich hätte eher ein "... hat zum Beispiel folgendes gemacht... ...er ist dabei von folgenden Voraussetzungen ausgegangen... ...und letztendlich ist er zu folgenden Ergebnissen gekommen... ...wenn Du das genauer wissen möchtest, dann kannst Du auch nochmal in folgendes Buch gucken...!". Mit einem simplen Buchverweis bekommt man in einer Diskussion wie dieser nur wenig Akzeptanz von den anderen Diskussionsteilnehmern.

    Zugegebenermaßen kommt hier von deinen inhaltlichen Gegnern, wie zum Beispiel mir, noch weniger. Aber letztendlich bist Du hier doch der Experte auf diesem Gebiet und insofern solltest Du deine Ideen und Vorstellungen von einem besseren System auch mit entsprechenden Argumenten untermauern können. Den anderen Diskussionsteilnehmern hier bleibt größtenteils nur Ihre eigene Intuition und die eigene beschränkte Erfahrung mit dem Schulsystem. Wenn Du dich als Experte auf diesem Gebiet sieht und das System ändern möchtest, dann sollte Dir auch daran gelegen sein, deine Ideen und Argumente unter das gemeine Volk zu bringen. Eigentlich ist eine Diskussion wie diese hier DIE Gelegenheit für Dich, deine Ideen ein bischen zu verbreiten und Akzeptanz für deine Ideen zu finden. Da ist es dann schon ein bischen wenig, wenn man auf Nachfragen nur mit einem Buchverweis antwortet.



  • die ganze wissensvermittlung ist doch gar nicht der alleinige hauptpunkt. etwa genauso wichtig ist die fähigkeit, sich neues wissen möglichst schnell und möglichst tiefgründig anzueignen. das abitur ist nicht einfach nur eine "reifeprüfung", sondern soll ursprünglich mal auf eine akademische laufbahn vorbereiten. ein umfangreiches wissen, das aus der schule mitgebracht wird, ist dabei zwar hilfreich, aber was bringt es allein, wenn man das nicht in der nötigen geschwindigkeit erweitern kann?

    man kann die frage auch anders stellen: welche umstände sind unveränderlich und welche kann man eben doch beeinflussen?
    im moment scheinen die "fachleute" und "entscheidungsträger" zu meinen, daß das leistungsvermögen und die aufnahmefähigkeit von schülern unveränderlich ist und die leistungsbewertung verändert werden kann. das ist natürlich unsinn- das ziel muß sein, etwa gleichbleibend hohe anforderungen zu stellen und sich dann zu bemühen, die schüler so zu unterrichten, daß sie diese anforderungen erfüllen.
    aber wie schon gesagt: im moment sind die schüler eine feste größe, und alles wird um sie herum so arrangiert, daß das ergebnis irgendwie noch halbwegs toll aussieht.



  • chrische5 schrieb:

    Mir diesem Argument könnte ich auch sagen, dass es Mathe am besten dann lernt, wenn es wirklich Mathe braucht. Das ist doch Blödsinn.

    Das ist keinesfals Blödsinn. Dadurch, dass man ein konkretes Ziel beim Lernen verfolgt geht es sehr viel leichter und man sollte keinesfals unterschätzen wie weit man in relativ kurzer Zeit kommen kann mit nur einem guten Buch (oder gar ohne Buch und nur dem Internet) und dem Willen die Materie zu verstehen.

    die ganze wissensvermittlung ist doch gar nicht der alleinige hauptpunkt. etwa genauso wichtig ist die fähigkeit, sich neues wissen möglichst schnell und möglichst tiefgründig anzueignen.

    Wie lernt man lernen? Genauso wie bei allem : üben, üben und nochmals üben. Wie übt man? Idem man lernt.

    Die Menge des vermittelten Stoff und die Fähigkeit sich etwas anzueignen ist eng mit einander verknüpft.



  • ja, aber es ist doch ein unterschied, ob man beinahe ausschließlich über die wissensvermitllung redet oder ob man sie als nützliche nebenerscheinung dieses "lernen-lernen"-prozesses ansieht.
    eine verbesserung ist z.b., wenn als teil der klausuren und der abiturprüfung dann auch genau die fähigkeit der aneignung neuen wissens gemessen wird. teilweise wird das ja auch schon gemacht.


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