Will man Freiheit und Demokratie wirklich nur im Westen?
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Auch im Westen will man das nicht.
Sonst würden wir ja keine Antiterrorgesetze etc. haben.
Die NSA überwacht Präventiv Telefonverbindungen vor dem 11.9.01,
auch in Europa ist es nicht gut um die Freiheit bestellt,
die Grundrechte werden immer weiter beschnitten, wir bereiten
einen Überwachungsstaat vor, der immer und überall alles über dich weis,
wo du bist, was du gekauft hast, wie dein Konto aussieht und was
du so im Internet machst.
Aber du hast ja nichts zu verbergen als braver Bürger...Die Regierung erlässt wissentlich Gesetze die gegen die Verfassung verstossen,
und ändert sie dann halt, wenn Karlsruhe es für nötig befindet.
Oder man macht direkt Nägel mit Köpfen, und überwacht präventiv einen
Teil der Bevölkerung, um Terroristen zu finden, das es illegal ist,
ist egal, weil das eh niemanden schert. Und mit der Rasterfandung haben
sie keinen einzigen Terroristen gefangen.
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In Cuba wollen die Leute vom Volk (Meinungs- und Bewegungs-)Freiheit, freie Marktwirtschaft (Kauffreiheit?) und weniger Repression vom Staat. Würde also nicht sagen, dass das nur "westliche" Bedürfnisse sind.
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Du verstehst das falsch, "Freiheit" heisst soviel wie "Die Freiheit für westliche Konzerne das Land zu plündern, ohne die lokale Bevölkerung berücksichtigen zu müssen", "Demokratie" heisst soviel wie "Ermögliche eine Diktatur einer lokalen Bevölkerungsschicht, die dieses Treiben toleriert".
Oft übersetzt aber die lokale Bevölkerung das westliche "Freiheit und Demokratie" auch falsch und verlangt tatsächlich nach echter(!) "Demokratie und Freiheit". Huch

Worauf der Westen dann schnell erklären muss, wie das denn nun wirklich funktioniert (mit Panzern und Bombern).Das ist übrigens allgemein so, dass die westliche Ausdrucksweise ab und zu Missverständnisse auslösen kann, so wird z.B. gerne "Widerstand" mit "Terror" übersetzt, und "Terror" mit "Selbstverteidigung", etc.
Das kann dann ziemlich kompliziert werden...
Im Prinzip ist's aber ziemlich einfach, es dreht sich alles darum, dass die einen (wir, USA, Israel, etc.) alles dürfen, und die anderen (Iran, Palästina, etc.) gar nix dürfen.So, und nächste Woche lernen wir dann, was "Schurkenstaat" bedeutet, und wie man das werden kann.

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Lügner schrieb:
Kurz gesagt: Ich halte das für menschlich und nicht westlich.
Du weißt, wenn in einem mathematischen Beweis die Voraussetzung nicht erfüllt ist, ist die gesamte weitere Argumentation falsch.
Du unterstellst, daß alle Menschen gleiche Bedürfnisse haben, aber letztlich sind diese Bedürfnisse geprägt durch:
- Familie
- Gesellschaft
- Religion
- Geschichte dieser GesellschaftFolglich können ganz andere Bedürfnisse in anderen Regionen bestehen.
Oder noch ein ganz triviales Beispiel: ist Dir mal in Deutschland aufgefallen, daß Reisegruppen aus Asien immer im Rudel auftreten? Du siehst immer eine ganze Gruppe. Fahr jetzt mal nach Asien - dort treten die westlichen Touristen als Pärchen auf, sobald man am Hotel ist, splittert sich die Gruppe auf. Offenbar empfinden diese unterschiedlichen Touristentypen ein anderes Gesellschaftsniveau als "angenehm".
Es ist doch demnach nicht weiter verwunderlich, wenn auch für die Gesellschaft selbst andere Zustände als "gut" definiert werden. Im Westen wird Individualismus und Selbstverwirklichung als hohes Gut empfunden, während dies in den ostasiatischen Gesellschaften als egoistisch und gesellschaftsfeindlich abgelehnt wird - die nahtlose Einordnung in eine Gruppe ist dort das Ideal. Demnach entstehen bereits an der Basis andere Lösungskonzepte für das Staatssystem.
Ich gehe noch einen Schritt weiter:
Der Mensch braucht keine Demokratie.
Nimm Dich selbst, brauchst Du wirklich Demokratie? Eigentlich nicht wirklich. Was Du brauchst, ist die Erfüllung Deiner Grundbedürfnisse:
- Essen
- Freiheit
- körperliche Unversehrtheit
- Sex
- materieller Besitz zur Befriedigung Deines Spiel-/SammeltriebsWenn Dir die Gesellschaft dies garantiert, ist Dir doch die Gesellschaftsform letztlich egal. Nimm das Denkbeispiel des "idealen Diktaturs", ein Diktator, der weise und gerecht ist und diese Rechte für Dich wahrt - würdest Du dann wirklich nach Demokratie rufen?
Unsere Form der Demokratie ist (zur Zeit) eine Staatsform, die obige Bedürfnisse erfüllen kann, daher empfinden wir diese Form als anstrebenswertes Ziel für andere, aber es sind genauso andere Staatsformen denkbar.
Warum protestieren denn die Chinesen in den Großstädten nicht gegen ihr System? Naja, obige Grundbedürfnisse sind für die Masse der Leute eben erfüllt. Und Redefreiheit? Das ist nicht gerade eine erachtenswerte Sache in dieser Gesellschaft, ist sie doch Ausdruck von Individualismus. Letztlich kommen sie daher mit ihrem System prima klar...
Noch ein Gegenargument ist auch die Realität im Einsatz. Indien. Größte Demokratie der Welt, aber letztlich bekommen sie nicht viel auf die Reihe. Es gibt von Nord bis Süd nicht mal eine einheitliche Gesetzgebung oder Zollvorschriften, ein unglaubliches soziales Gefälle und in den Städten weiß man nicht mal mehr, wieviele Menschen irgendwo leben. Dieses System garantiert nicht mal im Ansatz irgendwas, und es hat sich trotz Demokratie der berühmte "Raubtierkapitalismus" entwickelt, genauso wie in China, aber wesentlich ungeplanter und ungeordneter. Eine straffe Führung des Landes, die sich um Trivialitäten wie Stromversorgung, Wasserversorgung und Straßenbau kümmert wäre vielleicht nützlicher für die Bevölkerung als eine demokratische Staatsform.
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minhen schrieb:
Zum Thema Freiheit wäre erst mal eine Definition der selbigen notwendig. Freiheit im Rahmen des Ideals eines "Kollektivs" oder Freiheit gleichbedeutend mit dem Begriff Individualismus? Nur um mal einen auffälligen Ost-West-Gegensatz anzuführen.
Redefreiheit, Religionsfreiheit, etc.
minhen schrieb:
Wenn Demokratie wirklich eine Eigenschaft des Menschen sein soll, musst du schon die Frage beantworten, weswegen die Menschheit dann die meiste Zeit ihrer Existenz nicht demokratisch gelebt hat und auch heute die meisten Menschen nicht in einer Demokratie leben.
Na weil die Machthaber kein Interesse daran haben. Die Bürger allerdings schon. Will nicht sagen, dass alle Menschen ausnahmslos für Demokratie sind, nur dass es keine speziell westliches Bedürfnis ist und die unterdrückten Bürger in anderen Ländern das sicherlich nicht toll finden, trotz kultureller Unterschiede.
phlox81 schrieb:
Auch im Westen will man das nicht.
Sonst würden wir ja keine Antiterrorgesetze etc. haben.
Die NSA überwacht Präventiv Telefonverbindungen vor dem 11.9.01,
auch in Europa ist es nicht gut um die Freiheit bestellt,
die Grundrechte werden immer weiter beschnitten, wir bereiten
einen Überwachungsstaat vor, der immer und überall alles über dich weis,
wo du bist, was du gekauft hast, wie dein Konto aussieht und was
du so im Internet machst.
Aber du hast ja nichts zu verbergen als braver Bürger...Aber das wollen wir doch gar nicht.
phlox81 schrieb:
Die Regierung erlässt wissentlich Gesetze die gegen die Verfassung verstossen,
und ändert sie dann halt, wenn Karlsruhe es für nötig befindet.
Oder man macht direkt Nägel mit Köpfen, und überwacht präventiv einen
Teil der Bevölkerung, um Terroristen zu finden, das es illegal ist,
ist egal, weil das eh niemanden schert. Und mit der Rasterfandung haben
sie keinen einzigen Terroristen gefangen.Ja, schon klar. Bitte beachtet, dass ich nicht gesagt habe "Im Westen ist alles perfekt und alle anderen wünschen sich, dass ihre Heimatländer so werden wie unsere".
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Marc++us schrieb:
Nimm Dich selbst, brauchst Du wirklich Demokratie? Eigentlich nicht wirklich. Was Du brauchst, ist die Erfüllung Deiner Grundbedürfnisse:
- Essen
- Freiheit
- körperliche Unversehrtheit
- Sex
- materieller Besitz zur Befriedigung Deines Spiel-/SammeltriebsWenn Dir die Gesellschaft dies garantiert, ist Dir doch die Gesellschaftsform letztlich egal. Nimm das Denkbeispiel des "idealen Diktaturs", ein Diktator, der weise und gerecht ist und diese Rechte für Dich wahrt - würdest Du dann wirklich nach Demokratie rufen?
Nein, aber das ist unrealistisch. Niemand ist so vertrauenswürdig, dass man ihm eine solche Macht geben wollen würde. Demokratie ist nur ein Schutz der genannten Bedürfnisse.
Marc++us schrieb:
Und Redefreiheit? Das ist nicht gerade eine erachtenswerte Sache in dieser Gesellschaft, ist sie doch Ausdruck von Individualismus.
Aber das auch nur solange, wie man selbst nichts verbotenes zu sagen hat. Wenn ein Familienmitglied sich einer verbotenen Religion anschließt und ermordert wird, dann wird man das System schon nicht mehr gut finden.
Marc++us schrieb:
Du weißt, wenn in einem mathematischen Beweis die Voraussetzung nicht erfüllt ist, ist die gesamte weitere Argumentation falsch.
Nö, hab keine Ahnung, nie einen methematischen Beweis gesehen, bin nur Realschüler gewesen.

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Lügner schrieb:
Marc++us schrieb:
Und Redefreiheit? Das ist nicht gerade eine erachtenswerte Sache in dieser Gesellschaft, ist sie doch Ausdruck von Individualismus.
Aber das auch nur solange, wie man selbst nichts verbotenes zu sagen hat. Wenn ein Familienmitglied sich einer verbotenen Religion anschließt und ermordert wird, dann wird man das System schon nicht mehr gut finden.
Bist Du Dir da sicher? Wenn Du innerhalb des Systems lebst, kommt Dir vielleicht die Wahl einer "verbotenen" Religion sogar als verwerflich vor, d.h. Du bist mit dieser Bestrafung völlig einverstanden. Wieso gehst Du davon aus, daß jeder Mensch auf dieser Welt Deinen Wertekanon verfolgt? Vielleicht ist der Schutz der Familie wichtiger als die Religionsfreiheit, und daher die Tat sogar positiv? Vielleicht ist es für die Gesellschaft sogar wichtig, einen Abweichler zu töten, da er diese gefährdet?
Du machst bereits den Fehler, diese Tat zu bewerten, indem Du sie als Mord bezeichnest, also als Tötung mit verwerflichem Motiv. Aber diese Bewertung ist nur richtig, wenn die Tat bei uns im Lande innerhalb unseres Systems geschieht, in einem anderen System ist diese Bewertung u.U. falsch.
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durito schrieb:
Das kann dann ziemlich kompliziert werden...

Wieso sollte es kompliziert werden können? Du hast doch eben sehr schön demonstriert, dass man sich damit eine wunderbar einfache und überschaubare Weltsicht schafft, die einen auch perfekt gegen die Komplexität der realen Welt abschirmt.
Lügner schrieb:
Redefreiheit, Religionsfreiheit, etc.
Naja, war im Grunde eher als rhetorische Frage zu verstehen. Ist ja im Grunde klar gewesen, dass du dank deiner westlichen Prägung Freiheit nur als Synonym für westlichen Individualismus siehst - ja, sehen kannst.
Na weil die Machthaber kein Interesse daran haben. Die Bürger allerdings schon. Will nicht sagen, dass alle Menschen ausnahmslos für Demokratie sind, nur dass es keine speziell westliches Bedürfnis ist und die unterdrückten Bürger in anderen Ländern das sicherlich nicht toll finden, trotz kultureller Unterschiede.
Na du unterstellst doch einfach nur, dass die Bürger daran ein Interesse haben und es sich deswegen um eine menschliche Eigenschaft handeln muss. Dazu mal ein Gedankenspiel, angenommen ein Regierungssystem würde es den Menschen verbieten zu hassen und zu lieben und auf zwei Beinen zu gehen. Was denkst du, würde geschehen?
Dass diese spezielle Fortbewegungsart sowie Gefühle menschlich sind, daran besteht wohl kein Zweifel. Wenn das Verlangen nach Demokratie ebenfalls menschlich sein soll, muss es sich also dort einordnen lassen.
Was passiert mit besagtem Regierungssystem also wohl? Wird es mehrere Jahrtausende bestehen oder werden die Menschen sich sofort dagegen wehren?
Nicht-demokratische Systeme sind seit Jahrtausenden - im Grunde seit Anbeginn der Menschheit - der Standardfall. Selbst in prähistorischer Zeit kannst du ohne Probleme Nicht-Demokratie annehmen.
DAS ist dein Erklärungsproblem. Wie ist das zu erkären, wenn es sich doch um eine menschliche Eigenschaft wie Gefühle und Aufrechtgehen handeln soll?
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auch auf die gefahr hin das es wie kulgscheißerrei wirkt: Wir leben in gar keiner Demokratie(direkte Volksherrschaft). Wir leben in einer Republik.
aber das tut nicht viel zum thema, zumal wir wissen was gemeint ist.
Viel interssanter in diesen zusammenhang finde ich folgendes zitat:
"Demokratie ist die schlechteste Regierungsform - außer all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind." - Winston Churchill, in einer Rede im Unterhaus, 11. November 1947
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xroads42 schrieb:
Viel interssanter in diesen zusammenhang finde ich folgendes zitat:
"Demokratie ist die schlechteste Regierungsform - außer all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind." - Winston Churchill, in einer Rede im Unterhaus, 11. November 1947Dieses Zitat war Thema meines schriftlichen Englisch-Abiturs. Aber das hat auch nichts mit der Fragestellung hier zu tun

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Marc++us schrieb:
Ich gehe noch einen Schritt weiter:
Der Mensch braucht keine Demokratie.
Nimm Dich selbst, brauchst Du wirklich Demokratie? Eigentlich nicht wirklich. Was Du brauchst, ist die Erfüllung Deiner Grundbedürfnisse:
[..]
Wenn Dir die Gesellschaft dies garantiert, ist Dir doch die Gesellschaftsform letztlich egal. Nimm das Denkbeispiel des "idealen Diktaturs", ein Diktator, der weise und gerecht ist und diese Rechte für Dich wahrt - würdest Du dann wirklich nach Demokratie rufen?
Der Begriff 'Freiheit', den du unter "Grundbeduerfnisse" auflistest, ist natuerlich sehr dehnbar, aber dennoch denke ich, dass seine Bedeutung darauf beschraenkt ist, zB zwischen zwei Kaesesorten eine auswaehlen zu koennen. Ein solches System naehme dem Menschen das selbststaendige Denken ab und wuerde ihn in einen Zustand der Unmuendigkeit versetzen. Man zwingt den Leuten dann einen bestimmten Lebensentwurf auf, nach welchem sie zu leben haben.
Was wuerde nur Kant dazu sagen? (Ich befuerchte, nichts positives.)
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Doktor Prokt schrieb:
Marc++us schrieb:
Wenn Dir die Gesellschaft dies garantiert, ist Dir doch die Gesellschaftsform letztlich egal. Nimm das Denkbeispiel des "idealen Diktaturs", ein Diktator, der weise und gerecht ist und diese Rechte für Dich wahrt - würdest Du dann wirklich nach Demokratie rufen?
Ein solches System naehme dem Menschen das selbststaendige Denken ab und wuerde ihn in einen Zustand der Unmuendigkeit versetzen. Man zwingt den Leuten dann einen bestimmten Lebensentwurf auf, nach welchem sie zu leben haben.
Du hast das selbe Bewertungsproblem wie Lügner. Du wurdest erzogen, im Glauben, selbstständiges Denken sei gut. Deshalb willst du selbstständig denken können. Andere werden erzogen, das irgendwelche Muftis immer recht haben, und ihnen daher alles unterzuordnen sei. Versuch dir mal vorzustellen, was wohl der der erzogen wurde "zu gehorchen" über unsere Gesellschaft der Querulanten und Nörgler sagen würde?
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junix schrieb:
Doktor Prokt schrieb:
Marc++us schrieb:
Wenn Dir die Gesellschaft dies garantiert, ist Dir doch die Gesellschaftsform letztlich egal. Nimm das Denkbeispiel des "idealen Diktaturs", ein Diktator, der weise und gerecht ist und diese Rechte für Dich wahrt - würdest Du dann wirklich nach Demokratie rufen?
Ein solches System naehme dem Menschen das selbststaendige Denken ab und wuerde ihn in einen Zustand der Unmuendigkeit versetzen. Man zwingt den Leuten dann einen bestimmten Lebensentwurf auf, nach welchem sie zu leben haben.
Du hast das selbe Bewertungsproblem wie Lügner. Du wurdest erzogen, im Glauben, selbstständiges Denken sei gut. Deshalb willst du selbstständig denken können.
Das ist richtig. Darueberhinaus habe ich aber durch selbststaendiges Denken herausgefunden, dass selbststaendiges Denken ein fuer den Menschen unverzichtbares Element darstellt.
Andere werden erzogen, das irgendwelche Muftis immer recht haben, und ihnen daher alles unterzuordnen sei. Versuch dir mal vorzustellen, was wohl der der erzogen wurde "zu gehorchen" über unsere Gesellschaft der Querulanten und Nörgler sagen würde?
Diese Leute haben sich aber nicht ihres eigenen Verstandes bedient, um diese Ansichten zu verifizieren.
(Unsere) Freiheit und selbststaendiges Denken ist doch kein Dogma!
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Doktor Prokt schrieb:
junix schrieb:
Du wurdest erzogen, im Glauben, selbstständiges Denken sei gut. Deshalb willst du selbstständig denken können.
Das ist richtig. Darueberhinaus habe ich aber durch selbststaendiges Denken herausgefunden, dass selbststaendiges Denken ein fuer den Menschen unverzichtbares Element darstellt.
Na auf die Argumentation bin ich jetzt aber gespannt...
Doktor Prokt schrieb:
Andere werden erzogen, das irgendwelche Muftis immer recht haben, und ihnen daher alles unterzuordnen sei. Versuch dir mal vorzustellen, was wohl der der erzogen wurde "zu gehorchen" über unsere Gesellschaft der Querulanten und Nörgler sagen würde?
Diese Leute haben sich aber nicht ihres eigenen Verstandes bedient, um diese Ansichten zu verifizieren.
Diese Aussage ist arrogant. Wer behauptet denn, das er nicht zum Schluss gekommen ist, dass sein System in dem er lebt so wie es ist funktioniert und für ihn stimmt? Auf welcher Basis dieses Empfinden wiederum fusst, ist in dieser Diskussion absolut sekundär.
Doktor Prokt schrieb:
(Unsere) Freiheit und selbststaendiges Denken ist doch kein Dogma!
Da hast du recht. Die Antwort auf die Frage welcher Stimulus das Gefühl von Freiheit auslöst ist absolut kein Dogma sondern sehr verhandel-/erziehbar.
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Okay, hier mal meine (vermutlich) unqualifizierte Meinung:
Wenn man von klein auf an in ein System hineingewachsen ist, dann fühlt man sich dort normalerweise wohl und hält es für richtig.Und mal ehrlich, man kennt die anderen Systeme doch gar nicht genug um sie bewerten zu können.
Ich kann mir vorstellen, wenn ich von klein auf an daran gewöhnt bin, dass das allerwichtigste ist, dass ALLE von meinen Taten profitieren, dann würde ich dieses egoistische System, was hier herrscht definitiv verdammen.
Klingt eigentlich gar nicht so schlecht...
Ich helfe jetzt schon gerne Bekannten, Nachbarn und wo ich sonst noch kann. Wäre doch schön, wenn man nicht mehr Gefahr liefe, dass es eine Einbahnstrasse ist.Das Problem an der aktuellen Gesellschaft ist doch, dass alle denken, sie hätten was zu sagen - aber niemand kann wirklich was bewegen.
Ob das wirklich so toll ist, wie alle denken?
Oder wäre es nicht besser, zu wissen, dass man nix zu melden hat und dafür läuft alles geradere Bahnen als mit diesem Hin und Her alle 4 Jahre?Dummerweise verbinde ich mit Diktaturen auch Krieg, daher sind die keine Alternative - aber ohne Krieg dabei und mit der Möglichkeit zu gehen... wieso nicht? Ich hab auch jetzt schon das Gefühl, keine Wahl zu haben.

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estartu schrieb:
Dummerweise verbinde ich mit Diktaturen auch Krieg, daher sind die keine Alternative - aber ohne Krieg dabei und mit der Möglichkeit zu gehen... wieso nicht? Ich hab auch jetzt schon das Gefühl, keine Wahl zu haben.

Auch eine westliche Anschauung.. Tatsächlich geht die grösste kriegerische Bedrohung im nahen Osten von Demokratien aus (USA/Israel).
Auch ein (vermutlich ;)) unqualifizierter Denkanstoss: Das römische Reich dient recht nett als Anschauungsmaterial verschiedenster Regierungs- und Gesellschaftsformen, und tatsächlich gings den Römern unter der Diktatur ziemlich gut. Was aber auch sehr stark mit den sehr fähigen Kaisern zu tun hatte (mit wenigen Ausnahmen).
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Hallo,
zu dem Thema vielleicht ganz interessant für euch:
Hans-Hermann Hoppe: "Demokratie. Der Gott, der keiner ist" (Democracy The God That Failed)Hab leider grad keine Zeit mehr zu schreiben, muss jetzt weg.
ChrisM
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junix schrieb:
Doktor Prokt schrieb:
junix schrieb:
Du wurdest erzogen, im Glauben, selbstständiges Denken sei gut. Deshalb willst du selbstständig denken können.
Das ist richtig. Darueberhinaus habe ich aber durch selbststaendiges Denken herausgefunden, dass selbststaendiges Denken ein fuer den Menschen unverzichtbares Element darstellt.
Na auf die Argumentation bin ich jetzt aber gespannt...
Angenommen wir lebten in solch einem von Marc++us System mit klugem, weisen Diktator, in dem die vermeintlichen Grundbeduerfnisse des Menschen erfuellt werden, so wuerde man die Menschen in der freien Entfaltung ihrer Moeglichkeiten beschneiden. Das diktatorische System stellt dann den Horizont dar, alles, was darueber hinaus geht, kann nicht gedacht werden. Aber liegt es nicht in der Natur des Menschen, in der Lage zu sein, sich in allen Richtungen zu entwickeln?
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Kennst du die Redewendung, "wer die Wahl hat, hat die Qual"?
Wenn man sich vor dem Hintergrund die "freien, westlichen" Gesellschaften ansieht, sieht man auch viel intressantes. Wir können gerne beim politischen System bleiben. Wieviel Parteien gibt es in Deutschland, Großbritannien oder USA, die faktisch an der Regierungsgewalt beteiligt sein können? Nicht theoretisch, praktisch.
Die Theorie ist natürlich toll - dennoch ist so ziemlich das erste, was Menschen machen, wenn man ihnen die freie Wahl lässt, diese freiwillig einzuschränken. Was sagt uns das über die Wahlliebe des Menschen?An der Stelle sei nochmals an oben erwähnte Redewendung erinnert.
Ob es also wirklich in der Natur des Menschen liegt, wirklich alles völlig frei und beliebig tun und wählen zu können, ist mindestens äußerst diskussionsbedürftig.
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Doktor Prokt schrieb:
...Aber liegt es nicht in der Natur des Menschen, in der Lage zu sein, sich in allen Richtungen zu entwickeln?
Sorry, ich kann dir nicht folgen. Inwiefern soll das als Argument für die Unverzichtbarkeit des selbstständigen Denkens für den Menschen her halten?
Davon abgesehen: Es gibt - grade in einer derartigen Diskussion wohl keinen blöderen (sorry) Ausspruch als "Es liegt in der Natur des Menschen". In der Natur des Menschen liegen grade mal, atmen, essen, trinken, poppen, gesund bleiben oder kurz zusammen gefasst: Die Selbsterhaltung.
Der Rest (ich gehe soweit, sogar dem von Marcus angeführten Sammeltrieb auszuklammern) ist schlussendlich unter anderem massgeblich durch das vermittelte Wertesystem geprägt und beeinflusst. Wenn dir von anfang an eingetrichtert wird, dass alles allen gehört, dann wirst du den Teufel tun, etwas für dich alleine zu behalten. Wäre allerdings mal ein interessantes Experiment, einige Kinderchens in einem zum Beispiel 100% abgeschirmten, kommunistischen System nach Marx' Ideen aufwachsen zu lassen und zu schauen ob das auch funktionieren würde. Denn ein weiterer, nicht zu unterschätzender, treibender Faktor kann durchaus auch Neid sein, der sowieso jegliche Messung zu Nichte macht.