Wahrnehmung der Nachrichten und der Welt..



  • 1310-Logik schrieb:

    Variante #1 hat er getan, er lies sich kreuzigen, und hat der Versuchung sich zu wehren widerstanden. Das ist, was ihn zum Christus machte, nicht dass er Gottes Sohn war und Wunder vollbringen konnte.

    Auf meiner persönlichen Prioritätsskala steht aber "Weiterleben" deutlich über "Christus weden", also hau ich dem anderen auch eins rein ohne die rechte (hoffentlich eingecremte, weil's sonst so brennt) Wange hinzuhalten. Abstakter: Verbrechen müssen verfolgt und geahndet und nicht demütig ertragen werden, sonst kann es so etwas wie einen Rechtsanspruch überhaupt nicht geben.



  • Geben ist seeliger denn nehmen! 😡



  • Marc++us schrieb:

    finix schrieb:

    Marc++us schrieb:

    Auch in der Wissenschaft gibt's an den Rändern viele Varianten, von denen man nicht sicher ist, welche stimmt. Und wo man schon eher von Glaubenskrieg sprechen kann als von Wissenschaft.

    Klar sind Hypothesen mitunter heftig umstritten - aber wie dramatisch sind denn normalerweise die Auswirkungen solcher "Glaubenskriege" verglichen mit religiösen Auseinandersetzungen, wie standhaft falsifizierte Mutmaßungen verlichen mit religiösem Dogma?

    ...

    Einer meiner früheren Chefs kam vom Zentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt... der erzählte mir in dieser Hinsicht einiges. Daß Redner bei Konferenzen von Zwischenrufen und Buhrufen unterbrochen wurden, wenn ihre Theorie nicht passend war. Außerdem kannst Du Dir das selbst erarbeiten, wenn Du ein bißchen im Netz surfst, und auf Seiten zu solchen Themen gehst.

    Ach, ein Punkt viel mir erst später ein, ich sage nur: Flamewars. Verfolge doch mal die Flamewars bzgl Linux vs Windows oder C++ vs Java, wo ja gebildete Akademiker übereinander herfallen wie Hyänen. [Wobei ich diese Flames nicht als wissenschaftliche Debatte qualifiziert sehen will.] In der Wissenschaft gibt's zwar nicht so extreme 50:50-Lager, aber Einigkeit herrscht in den Randbereichen ja auch nicht. Und Du kannst davon ausgehen, daß diese Theorien dort auch in einer Art Flamewar vertreten werden.

    Ersetzt Du daher die 0.003% durch eine größere Zahl, weil es Dir gelingt die Wissenschaft gegenüber der Religion in der Gesellschaft stärker zu fördern, streiten sich die Leute dann eben über Urknalltheorie.

    Alter Projektleiterspruch: Du mußt Dein Projekt mit den Leuten machen, die Du hast, nicht mit denen, die Du Dir wünschst. Oder auf deutsch: der Mensch ist Scheiße, und er wird Scheiße bleiben. Jede Gesellschaftsutopie, die darauf keine Rücksicht nimmt, wird scheitern. Deine Idee, mehr Wissenschaft statt Religion, ist eine solche.

    Wie war das:

    "Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung!"

    Ich will Dir jetzt einmal eine andere Sichtweise einlöffeln:

    Ich vertrete seit Jahren die Theorie, dass intelligentes Denken und Bewußtsein ohne Emotionen nicht möglich ist. Alles was Du heute bist, ist entstanden aus einer Initialisierungsprägung. Deine ganze Motivation und tätsächlichen Handeln ungeachtet der Logik wird bestimmt durch die emotionale Prägungsbefriedigung. Deine Befriedigungszustände haben bei Dir unterschiedliche Stellenwerte. Dein Überlebenstrieb kann auf Platz 1 stehen, muss aber nicht. Für Menschen, die besonders rational ausgeprägt sind, sind logische Muster und Konzepte von hohen Stellenwert, versuchen diese daher krampfhaft zu verteidigen und nehmen einen Angriff auf deren Standpunkt sehr persönlich. Du kannst das Gegenüber nur zum Einlenken bewegen, wenn Du Ihm eine Prägungsbefriedung verschaffst, die über dem augenblicklichen Gesamtzustand steht (denk an NN-Schwellwerte) und NICHT durch Logik!!

    Die Änderung der Prägungsbefriedigung wird durch die Taxonomie Ihres Einsatzes und der Grad der Vernetzung bestimmt (resilente Backpropagation [rProp]). D.h., die Historie eines Menschen hat entscheiden Einfluss, wie er sich in Zukunft verhalten wird. Radikale Änderungen der Stellenwerte können nur durch radikale Erfahrungen geändert werden, die brutal eine neue Taxonomie erzwingt (und nicht durch Erkenntnis), weil nur so sich selbst verstärkende Prägungsbefriedigungen gebrochen werden können.

    "Wenn es hart wird im Leben, musst Du es zusätzlich noch viel härter machen, damit sich alles noch zu Gutem wendet!" (WBO Schwergewichts-Weltmeister)

    Den gesamten Thread kannst Du hier unterordnen ... 😉



  • 1310-Logik schrieb:

    finix schrieb:

    1310-Logik schrieb:

    Weil dann käme es gar nicht zu diesen Gewaltspiralen. "Ihr habt 2 Soldaten entführt, wir bomben eure Städte kaputt etc..."

    Nicht dass ich dir nicht generell zustimmen würde... aber was würde Jesus tun in dieser Situation?
    Variante #1, Schon OK dass ihr die beiden entführt habt, wir vergeben euch. (Und weiter?)
    Variante #2, Wollt ihr euch nicht noch die da drüben schnappen? (Eh?)
    Hast du noch einen tollen Tipp aus Jesus' Repertoire?

    Variante #1 hat er getan, er lies sich kreuzigen, und hat der Versuchung sich zu wehren widerstanden. Das ist, was ihn zum Christus machte, nicht dass er Gottes Sohn war und Wunder vollbringen konnte.

    Ok, ich wiederhol meine Frage, diesmal nicht ganz so kryptisch: welches Vorgehen schlägst du vor?


  • Mod

    Prof84 schrieb:

    Für Menschen, die besonders rational ausgeprägt sind, sind logische Muster und Konzepte von hohen Stellenwert, versuchen diese daher krampfhaft zu verteidigen und nehmen einen Angriff auf deren Standpunkt sehr persönlich. Du kannst das Gegenüber nur zum Einlenken bewegen, wenn Du Ihm eine Prägungsbefriedung verschaffst, die über dem augenblicklichen Gesamtzustand steht (denk an NN-Schwellwerte) und NICHT durch Logik!!

    Das ist schon klar.

    Wenn Du einen Ingenieur vom Gegenteil überzeugen willst - also ihm z.B. sagen mußt, daß seine Lösung nicht gut ist und technisch überholt - mußt Du mehr auf die kindliche Ebene abtauchen und ihn über nicht-logische Argumente aushebeln.

    Das mußt Du mir nicht mehr sagen. 🕶

    Aber gerade deswegen stehe ich der Meinung skeptisch gegenüber, daß mehr Rationalität zu weniger Konflikten führt.

    Deswegen gehen Verkäufer mit Kunden auch in den Puff - eigentlich sind die Produkte alle gleich, und es gibt keine wirklichen Unterschiede, die für eine rationale Entscheidung ausreichen. Daher schleppt man sie in den Puff, wenn der besser ist als bei der Konkurrenz, kommen sie zum Kaufen immer wieder her, weil's jedesmal den Bordell-Besuch dazu gibt. [Deswegen kaufen die Iraner ja auch so gerne bei uns in Europa ein.]



  • finix schrieb:

    1310-Logik schrieb:

    finix schrieb:

    1310-Logik schrieb:

    Weil dann käme es gar nicht zu diesen Gewaltspiralen. "Ihr habt 2 Soldaten entführt, wir bomben eure Städte kaputt etc..."

    Nicht dass ich dir nicht generell zustimmen würde... aber was würde Jesus tun in dieser Situation?
    Variante #1, Schon OK dass ihr die beiden entführt habt, wir vergeben euch. (Und weiter?)
    Variante #2, Wollt ihr euch nicht noch die da drüben schnappen? (Eh?)
    Hast du noch einen tollen Tipp aus Jesus' Repertoire?

    Variante #1 hat er getan, er lies sich kreuzigen, und hat der Versuchung sich zu wehren widerstanden. Das ist, was ihn zum Christus machte, nicht dass er Gottes Sohn war und Wunder vollbringen konnte.

    Ok, ich wiederhol meine Frage, diesmal nicht ganz so kryptisch: welches Vorgehen schlägst du vor?

    Ok, ich wiederhol meine Antwort, diesmal nicht ganz so mythisch: Variante #1! Und weiter? Nichts!



  • Marc++us schrieb:

    ...
    Deswegen gehen Verkäufer mit Kunden auch in den Puff - eigentlich sind die Produkte alle gleich, und es gibt keine wirklichen Unterschiede, die für eine rationale Entscheidung ausreichen. Daher schleppt man sie in den Puff, wenn der besser ist als bei der Konkurrenz, kommen sie zum Kaufen immer wieder her, weil's jedesmal den Bordell-Besuch dazu gibt. [Deswegen kaufen die Iraner ja auch so gerne bei uns in Europa ein.]

    Joh! - Auf das Beispiel bin ich jetzt nicht gekommen. 👍
    Ohne horizontales Gewerbe wären wir bestimmt nicht Export-Weltmeister ... 🤡



  • Weil's hier ja irgendwie mit reinpasst:

    Stell dir vor, jemand will rumstänkern und keinen interessiert's...
    http://news.yahoo.com/s/nm/20060816/ts_nm/iran_holocaust_dc

    Wie die kleinen Kinder... 🙄



  • 1310-Logik schrieb:

    Ok, ich wiederhol meine Antwort, diesmal nicht ganz so mythisch: Variante #1! Und weiter? Nichts!

    Naja, dir ist aber schon bewusst, dass damit nicht alle Menschen zufrieden sind. Denn einigen liegt eben doch was am Leben im Diesseits und das bedeutet, dass jemand der dir schadet, davon abgehalten werden soll, das weiter zu machen.



  • minhen schrieb:

    1310-Logik schrieb:

    Ok, ich wiederhol meine Antwort, diesmal nicht ganz so mythisch: Variante #1! Und weiter? Nichts!

    Naja, dir ist aber schon bewusst, dass damit nicht alle Menschen zufrieden sind. Denn einigen liegt eben doch was am Leben im Diesseits und das bedeutet, dass jemand der dir schadet, davon abgehalten werden soll, das weiter zu machen.

    Ja, ist mir bewusst, weil Menschen nie zufrieden sind. Die Frage ist, wer soll sie davon abhalten, anderen zu schaden?

    WIll jetz mal ganz hoch hinaus: Hätte die andere Seite die gleichen hohen Moralvorstellungen, käme es erst gar nicht zum Konflikt. Ich weiss, sehr utopisch, aber wenn Du nicht anfängst, etwas besser zu machen, wer dann???



  • 1310-Logik schrieb:

    Ja, ist mir bewusst, weil Menschen nie zufrieden sind. Die Frage ist, wer soll sie davon abhalten, anderen zu schaden?

    Ich bestrafe denjenigen, der mit schaden will, jedenfalls sofort, falls die Situation halbwegs Aussicht auf Erfolg bietet. Ansonsten würde ich ziemlich jede andere Möglichkeit (Flucht zB) der Die-andere-Backe-hinhalten-Methode vorziehen.

    BTW: Die BRD bezahlt übrigens eine paar Leute, bei denen du dich beschweren kannst, wenn man dir geschadet hat -- die bestrafen dann auch, wenn der Sachverhalt in deren Gesetz drinsteht.

    Das klärt natürlich nicht die Frage nach Prävention, aber hinterher zu sagen "Hachje, Schwamm drüber, andere Backe, hier bitte" ist nicht zielführend. Im alten Testament wurde schon so etwas wie Schadensersatz eingeführt. Wenn man anderen Leuten schadet, dann hat man hinterher den Schaden soweit als möglich wieder gutzumachen. Eine großartige Erfindung.

    WIll jetz mal ganz hoch hinaus: Hätte die andere Seite die gleichen hohen Moralvorstellungen, käme es erst gar nicht zum Konflikt. Ich weiss, sehr utopisch, aber wenn Du nicht anfängst, etwas besser zu machen, wer dann???

    Ja, eben, hier geht es darum, was passiert, wenn die andere Seite nicht an grundlegende Spielregeln des zwischenmenschlichen Zusammenlebens hält, mir also versucht zu schaden, um mal bei dem Abstraktum zu bleiben. Und dann versuche ich natürlich meinen Schaden zu minimieren (mich also zu wehren oder zu fliehen) und nicht, meinen Schaden zu maximieren (andere Backe hinhalten).

    Ich finde das alles andere unmoralisch.


  • Mod

    Daniel E. schrieb:

    Das klärt natürlich nicht die Frage nach Prävention, aber hinterher zu sagen "Hachje, Schwamm drüber, andere Backe, hier bitte" ist nicht zielführend. Im alten Testament wurde schon so etwas wie Schadensersatz eingeführt.

    Man kann sehen, wohin eine zu pazifistisch und auf zu viel Ausgleich geprägte Kultur führen kann: Kambodscha.

    Tief im pazifistischen Buddhismus verwurzelt, insgesamt ohnehin etwas rückständig, war es in diesem Land möglich mit einer handvoll Kindersoldaten und einigen Steinzeitkommunisten zunächst die Mönche (wichtig als Ratgeber des Volkes) zu töten, die gesamte Bevölkerung zu versklaven, und im Rahmen von Säuberungen mal kurz 2 bis 3 Millionen Leute zu massakrieren.

    Das mit der Wange hinhalten ist schön und gut, aber das führt relativ leicht zum Märtyrer-Tod christlicher Lesart - dort sprengen sich Märtyrer bekanntlich nicht in die Luft, sondern werden in Öl gekocht oder gehäutet.

    Das kann ich nicht oft genug sagen, über solche Dinge darf man gar nicht erst verhandeln. Was gerade die linken Gruppen in Europa tun, ist über den Aufschub unserer Hinrichtung zu verhandeln. Aber gegen die Hinrichtung selbst wehren sie sich nicht.



  • wen es interessiert und noch nicht kennt:

    (englisch, gibts aber auch mit deutschem untertitel)
    http://www.loosechange911.com/
    http://video.google.com/videoplay?docid=-1272980089639960023&q=loose+change+german



  • Marc++us schrieb:

    ...
    Das kann ich nicht oft genug sagen, über solche Dinge darf man gar nicht erst verhandeln. Was gerade die linken Gruppen in Europa tun, ist über den Aufschub unserer Hinrichtung zu verhandeln. Aber gegen die Hinrichtung selbst wehren sie sich nicht.

    Sag mal, von welcher Hinrichtung sprichst Du eigentlich?



  • Der Hinrichtung der westlichen Kultur.



  • F98 schrieb:

    Der Hinrichtung der westlichen Kultur.

    Ihr schaut doch wirklich zuviel (schlechte) Nachrichten 😮


  • Mod

    1310-Logik schrieb:

    F98 schrieb:

    Der Hinrichtung der westlichen Kultur.

    Ihr schaut doch wirklich zuviel (schlechte) Nachrichten 😮

    Ich gehe nur manchmal nachts durch die Straßen Frankfurts. 🙂

    Was mir zur Zeit fehlt, ist eine ganz klare Botschaft, wie man sie in den 70ern oder 80ern an die Sowjets gesandt hat: wenn Ihr einen Fuß hierher setzt, geht Ihr drauf, und wenn wir dafür alle untergehen. Klare Ansage, leicht und einfach zu verstehen. Und die Mittel waren so aufgestellt, daß es glaubwürdig war.

    Und jetzt? Nur Konfusion und Planlosigkeit. Hauptsache, es tut uns keiner was, egal was wir dafür opfern. Was soll der Dummfug mit den Verhandlungen mit dem Iran? Natürlich muß man verhandeln, aber was ist die Botschaft der europäischen Länder, wenn die Verhandlungen scheitern? Es wird rumverhandelt, aber letztlich gibt's da nur weiche Ansagen... wenn Ihr zuhört, sind wir weiter lieb zu Euch, wenn Ihr nicht zuhört, dann sind wir enttäuscht. Das ist die Verhandlungstaktik der Europäer. Oder dieser Unsinn, wie man eine Hilfskonstruktion gesucht hat, um weiterhin den Palästinesern nach den Wahlen Geld zukommen zu lassen. "Eigentlich steht Ihr ja auf einer Terrorliste, da zahlen wir das Geld halt der Oppostion, Ihr werdet es ja dann bestimmt nicht bekommen."

    Furschbar.

    Die einzige klare Aussage in dieser Richtung kam vor einigen Jahren von Otto Schily (den ich ansonsten ja überhaupt nicht mag): "Wenn Ihr den Tod so liebt, könnt Ihr ihn haben." Das ist mal eine klare Ansage, und ein klarer Standpunkt.



  • Zur Zeit muss sich der Westen seine Rolle neu definieren. Es herrscht Konfusion und Aktionismus ohne klare Linie - das Chaos zwischen zwei geortdneten Systemzuständen.



  • Marc++us schrieb:

    1310-Logik schrieb:

    F98 schrieb:

    Der Hinrichtung der westlichen Kultur.

    Ihr schaut doch wirklich zuviel (schlechte) Nachrichten 😮

    Ich gehe nur manchmal nachts durch die Straßen Frankfurts. 🙂

    Ich weiss ja nicht, wie die Strassen Frankfurts aussehehn, aber wo ich aufgewachsen bin, lag die Quote bei 30%. 30% Schweizer. Na und? Ich hab keine bleibenden Schäden.



  • Marc++us schrieb:

    Was mir zur Zeit fehlt, ist eine ganz klare Botschaft, wie man sie in den 70ern oder 80ern an die Sowjets gesandt hat: wenn Ihr einen Fuß hierher setzt, geht Ihr drauf, und wenn wir dafür alle untergehen. Klare Ansage, leicht und einfach zu verstehen. Und die Mittel waren so aufgestellt, daß es glaubwürdig war.

    Hä? Wen sollen wir denn heute erschiessen wollen, der nen Fuss auf europäischen Boden setzt?

    Sonst bin ich Deiner Meinung, man sollte endlich mal was tun statt viel zu labern. Z.B. gegen die Aggressoren die unbegründete Angriffskriege führen gegen Irak, Libanon, etc. :p


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