Was ist Unternehmenssoftware?



  • TactX schrieb:

    Also ist Unternehmenssoftware die Software im Unternehmen die nicht funktioniert 😃

    Kannst du den vielleicht für die geistig Armen genauer erläutern?

    MfG SideWinder



  • Bei uns kotzt z.B. fast jeder über SAP. Und nicht wenige über Lotus Notes.



  • TactX schrieb:

    Bei uns kotzt z.B. fast jeder über SAP. Und nicht wenige über Lotus Notes.

    Aha. Schlecht evaluiert wenn die Akzeptanz so gering ist, hätte man vorher abschätzen können.

    MfG SideWinder



  • Ich würde eher sagen: Technisch schlecht umgesetzt.



  • TactX schrieb:

    Bei uns kotzt z.B. fast jeder über SAP. Und nicht wenige über Lotus Notes.

    Wieso gibts nichts besseres?

    (OK, ein wenig Bösartigkeit ist schon da. Aber das Interesse dominiert.)



  • TactX schrieb:

    Ich würde eher sagen: Technisch schlecht umgesetzt.

    Woran haperts denn genau? Wenn tatsächlich gröbere Einschränkungen bzgl. Leistungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter dadurch entstehen ist es höchste Zeit daran etwas zu ändern.

    Holt euch einen Consulter, gibt zwar eine kurze Zeit des Neids auf dessen Gehalt, aber langfristig habt ihr wieder einen angenehmeren Arbeitsalltag und könnt besser arbeiten.

    MfG SideWinder



  • Mr. N schrieb:

    Wieso gibts nichts besseres?

    Du kannst dir alles wünschen nur kostet alles Geld. Also schließen Firmen Kompromisse. Die Einführung von derart großen Softwarepaketen ist kein "spiel das mal eben ein"-Ding. Hier gehts bei mittelständischen Unternehmen auf jeden Fall um mehrere Millionen an Kosten.

    MfG SideWinder



  • es gibt nix ähnlich umfassendes

    bisher hab ich nur von marketingleuten gutes über sap gehört, die informatiker die schon damit zu tun hatten waren immer am fluchen



  • Wann hört man schon mal was positives über SAP? Das was man regelmäßig hört, dass die Kosten für die SAP-Migration/Einrichtung auf einmal in Millionen-Höhe schießt. Gehen ja auch regelmäßig Firmen dran pleite. Ich glaube der größte eBay-Händler hat ne SAP-Migration nicht überlebt und am Anfang des 3. Golfkrieges hatten die Amis große Logisitische Probleme, weil SAP nicht so schnell eingerichtet werden konnte wie es sollte (daher hatten die Soldaten wohl verschimmeltes Essen und kein Wasser). Auch die Sys-Admins die ich kenne, schimpfen ständig über SAP. Das Ding scheint also niemand zu mögen (außer natürlich die Leute, die das Zeugs verkaufen).

    Lotus Notes ist ja sogar so schlecht, das IBM das Ding nicht mal mehr selbst benutzt und zu irgend einer Lösung mit Linux-Standard-Software gewechselt ist 😃



  • r0nny schrieb:

    bisher hab ich nur von marketingleuten gutes über sap gehört, die informatiker die schon damit zu tun hatten waren immer am fluchen

    Muss man aber auch von der anderen Seite sehen. Ein so großes Stück Software zu schreiben ist nahezu unmöglich. Größte Probleme bereitet dem Durchschnittsinformatiker am Beginn ja die nicht vorhandene Einheitlichkeit sämtilcher Module. Wenn man aber bedenkt, dass zwischen der Entwicklung fast 10 Jahre stecken können ist man wieder erstaunt wie ähnlich die Module sind.

    Man muss das ganze natürlich auch etwas globaler ansehen und nicht nur aus seinem eigenen Standpunkt.

    Abgesehen davon hast du es ja schon selbst gesagt: Großen Firmen bleibt ja fast nur noch SAP, Oracle oder IBM - sonst gibts einfach keine Software.

    MfG SideWinder



  • SideWinder schrieb:

    TactX schrieb:

    Ich würde eher sagen: Technisch schlecht umgesetzt.

    Woran haperts denn genau? Wenn tatsächlich gröbere Einschränkungen bzgl. Leistungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter dadurch entstehen ist es höchste Zeit daran etwas zu ändern.

    Naja, Notes ist einfach grottig programmiert. Wenn das Netz mal lahmt, dann hängt Notes gleich in der Luft rum.
    Und bei SAP ist es eher so, dass es teilweise schlicht nicht funktioniert, wenn dann üble Antwortzeiten hat, das Passwort nicht zu lang sein darf (*lol*), usw.
    Ob das die Schuld der SAP-Software ansich ist, oder die Umsetzung des gewünschten Webinterfaces mies ist oder die Server schlicht überlastet kann ich nicht beurteilen. Will ich auch nicht da ich für sowas nicht bezahlt werde, was du ja schon gesagt hast.

    SideWinder schrieb:

    Holt euch einen Consulter, gibt zwar eine kurze Zeit des Neids auf dessen Gehalt, aber langfristig habt ihr wieder einen angenehmeren Arbeitsalltag und könnt besser arbeiten.

    Neid auf Gehalt? 😕

    Aber ja, man sollte das ganze System überarbeiten. Aber das ist, wie gesagt, nicht mein Job 😉



  • Also ich hab bis jetzt in zwei Firmen mit Notes zu tun gehabt und es war jedesmal benutzbar. Klar, man stellt sich Dinge vor die bei 5-Klassen-Projekten umsetzbar sind und ist dann enttäuscht wenn das bei so großer Software nicht funktioniert. Aber wenn die Hardware halbwegs stabil ist läuft die Software auch.

    Zu SAP hab ich noch keine Erfahrungsberichte aus eigener Hand, unser Schulsystem funktioniert klarerweise für unsere Zwecke. Aber mehr weiß ich dazu nicht.

    Neid auf Gehalt?

    Du bezahlst dem das Vierfache deines eigenen Gehalts und musst dir dann von ihm anhören wie blöd du doch warst bei der Einführung und was er nicht alles für noch mehr Geld besser machen könnte 😉

    MfG SideWinder



  • SideWinder schrieb:

    Du bezahlst dem das Vierfache deines eigenen Gehalts und musst dir dann von ihm anhören wie blöd du doch warst bei der Einführung und was er nicht alles für noch mehr Geld besser machen könnte 😉

    Ahso. Na die Leute die den Scheiss verbrochen haben sollten nicht einfach nur neidisch sein 😉



  • Ich möchte versuchen, zusammenzufassen, was ich glaube gelernt zu haben:

    Unternehmenssoftware ist per Definition Software die dazu dient, Routineabläufe in Unternehmen, wie z.B. Buchhaltung, automatisiert und in großen Dimensionen durchzuführen. Es gibt drei große Anbieter und deren Produkte sind das einzige halbwegs brauchbare aber eben doch scheiße. Das mit Java sag ich jetzt nicht.

    Danke.



  • SideWinder schrieb:

    TactX schrieb:

    Ich würde eher sagen: Technisch schlecht umgesetzt.

    Woran haperts denn genau? Wenn tatsächlich gröbere Einschränkungen bzgl. Leistungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter dadurch entstehen ist es höchste Zeit daran etwas zu ändern.

    Das ist nicht so einfach. Zum einen haben sich langjährige Mitarbeiter längst an Notes gewöhnt und wissen gar nicht, wie schlecht das eigentlich ist. Unfassbar sowas zu sagen, aber Outlook schlägt Notes um Längen. Aber dadurch gibt's in den Firmen dann ein Beharrungsvermögen, davon kommt man nicht mehr einfach so weg. Die Leute haben sich daran gewöhnt, daß Notes immer wieder mal abstürzt, wenn man über VPN verbunden ist, oder daß die Antwortzeiten bei Notes-Datenbanken irgendwo im Minutenbereich liegen, man keine Volltextsuche zu den Dokumenten hat, usw. Klassisches Argument pro-Notes ist immer I-Love-You ("hatten wir damit nie").

    Aber in einer großen Firma bekommst Du sowas nicht weg. Du darfst ja auch nicht unterschätzen, daß die Leute, die diese Grundsatzentscheidung getroffen haben, sehr nahe an der Konzernleitung dransitzen. Glaubst Du, die beginnen ein neues Projekt "Migration der Office-Kommunikation", nur weil man mit der Software nicht gut arbeiten kann? Deren Stuhl hängt doch daran, daß die vor 5 oder 6 Jahren getroffene Entscheidung gut ist.

    Und daß man bei Notes überall sieht, daß es im Laufe der Jahre zusammengefrickelt wurde, stört da nicht wirklich.



  • SideWinder schrieb:

    Holt euch einen Consulter, gibt zwar eine kurze Zeit des Neids auf dessen Gehalt, aber langfristig habt ihr wieder einen angenehmeren Arbeitsalltag und könnt besser arbeiten.

    Übrigens, solche Systeme wie SAP, Oracle oder Notes werden von Consultern in Firmen eingeführt. Inwiefern dann Consulter eine Lösung sein sollen, entzieht sich mir hier.



  • Marc++us schrieb:

    Übrigens, solche Systeme wie SAP, Oracle oder Notes werden von Consultern in Firmen eingeführt. Inwiefern dann Consulter eine Lösung sein sollen, entzieht sich mir hier.

    Das ist mir schon klar, aber wenn die Mist gebaut haben, hat man wohl am falschen Ort gespart 😉 Vor allem sind jetzt die Anforderungen viel klarer weil man ja genau sagen kann "Das X.Y wollten wir aber nicht so!"

    Marc++us schrieb:

    Deren Stuhl hängt doch daran, daß die vor 5 oder 6 Jahren getroffene Entscheidung gut ist.

    Vielleicht war sie ja auch damals noch gut - nur nicht zukunftssicher. Die damals wohl übliche Office 97-Version war ja auch nicht gerade das was man als "gelbes vom Ei" bezeichnen könnte.

    MfG SideWinder



  • SideWinder schrieb:

    ...Großen Firmen bleibt ja fast nur noch SAP, Oracle oder IBM - sonst gibts einfach keine Software....

    ... oder selbst schreiben !

    Gerade bei großen Firmen (oder solchen mit speziellen Anforderungen) kann es durchaus lukrativer sein, eine Eigenentwicklung (bzw. eine Spezialentwicklung durch eine andere Firma) zu machen. Das geht zwar erstmal schwer ins Geld, dafür hat man aber größere Flexibilität bzgl. Weiterentwicklungen, Stabilität, ....
    Die Marketingabteilungen von SAP&Co haben zwar das Schlagwort "make or buy" etabliert, um potentielle Kunden zu "buy" zu werben ... aber eine ehrliche Analyse tatsächlicher und lagnfristiger Kosten kann durchaus auch zugunsten eines "make" ausfallen (zumal auch SAP nicht zaubern kann).

    Damit will ich nicht behaupten, dass sich SAP&Co NIE lohnten - die sind für bestimmte Aufgaben gut spezialisiert und das klappt auch prima. Aber sie sind sind beileibe eben auch nicht die eierlegenden Wollmilchsäue, zu denen die SAP-Verkäufer sie gerne erklären.

    unser einer Kunde ha z.B. vor einiger Zeit die Grundsatzentscheidung getroffen (natürlich der Vorstandsvorsitzende im Alleingang), ALLE Software komplett von SAP machen zu lassen und sich von allen anderen bisherigen SW-Schmieden zu verabschieden (interessanterweise mit den Argument, man sie danach nicht mehr so abhängig von ihnen 🙄 ). Nachdem die ersten Standardprogramme (Buchhaltung und Co) erfolgreich umgestellt waren, hielt man das für den Gegenbeweis gegen unser Vorhersage, dass sie das im Umfeld ihrer eigentlichen Fachlichkeit, noch bitter bereuen würden....

    Naja, inzwischen haben sie unseren Support für unsere Softwarelösung schon 2mal um nun insgesamt 2,5 Jahre verlängert und einige SAP-Berater gefeuert, weil wir eben doch Recht hatten. :p
    (+neuen Aufträgen für uns, weil wir nun doch einige Aufgaben selbst programmieren müssen PLUS alte mit einer speziellen SAP-Schnittstelle ausrüsten dürfen)

    Gruß,

    Simon2.



  • Das funktioniert vielleicht in großen Softwareunternehmen (und die verkaufen dann einfach ihre Schaffung als Produkt weiter ;)). Was aber soll ein Industriekonzern der nahezu die gesamte EDV outgesourced hat großartig machen? Er müsst eine große Entwicklungsabteilung aufbauen und sie auf immer unterhalten - Wartung und Support müssen ja schließlich auch erledigt werden. Der Austausch von Daten mit anderen Unternehmen wird maßgeblich erschwert, bei Engpässen ist ein innerbetrieblicher Support kaum noch möglich, weltweit operierende Konzerne haben dann vor allem mit Vor-Ort-Support Probleme. Die Eigenentwicklung beginnt vor allem meistens bei 0 und der Einsatz verschiebt sich noch weiter nach hinten als es bei der Einführung eines bereits existierenden Systems der Fall ist.

    Alles in allem sehe ich für große weltweite Konzerne die sich das überhaupt leisten können eher schwarz. Was auf jeden Fall möglich ist, ist eine kleine SAP-Customizing-Abteilung zuzukaufen und ein eigenes SAP zu customizen. Das wird nur auch ganz gern outgesourced da dann das Risiko nicht im Unternehmen liegt.

    Ein gutes Customizing scheint sowieso das A und O in diesem Bereich zu sein. Verwandte und Bekannte von mir hatten nahezu alle mit SAP zu tun, und ein und die selbe Person lobt das System in Firma A und findet es schlecht in Firma B...

    MfG SideWinder



  • SideWinder schrieb:

    Er müsst eine große Entwicklungsabteilung aufbauen und sie auf immer unterhalten - Wartung und Support müssen ja schließlich auch erledigt werden.

    Das, oder einen Dienstleister beauftragen.


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