Frage über islamistische Fundamentalisten, die mir eingefallen ist



  • Mir ist da mal eine Frage eingefallen und ich würde gerne Eure Antworten dazu hören:
    Als diese Mohammed-Karikaturen in der Zeitung erschienen, haben die islamistischen Fundamentalisten Gebäude in Brand gesteckt, Menschen umgebracht und was weiß ich nicht noch. Aber ich frage mich: Jesus ist bei den Moslems doch auch ein großer Prophet und Jesus-Karrikaturen gibt es zuhauf. Wie kommt es eigentlich, daß die bei denen niemals ausrasten? Wieso gibt es niemals Eskallationen durch Angriffe von Islamisten, wenn Jesus verarscht wird?



  • NES-Spieler schrieb:

    Jesus ist bei den Moslems doch auch ein großer Prophet

    Ist er das?

    Wieso gibt es niemals Eskallationen durch Angriffe von Islamisten, wenn Jesus verarscht wird?

    hängt halt davon ab, was der lokale geistliche Führer so vorgibt.



  • selbst die moslems haben nen mainstream 🤡



  • rüdiger schrieb:

    NES-Spieler schrieb:

    Jesus ist bei den Moslems doch auch ein großer Prophet

    Ist er das?

    Durchaus. Der Islam bekennt, daß Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, sündlos war, Wunder vollbracht hat und der Messias war. Allerdings lehnen Moslems die Gottessohnschaft ab und glauben auch nicht, daß er am Kreuz gestorben ist, sondern Gott hat ihn angeblich vorher in den Himmel geholt und ein anderer, der ihm ähnlich sah, wurde gekreuzigt. (Manche gehen davon aus, daß Gott es bewirkt hat, daß Judas plötzlich so aussah wie Jesus und dann gekreuzigt wurde.)

    rüdiger schrieb:

    Wieso gibt es niemals Eskallationen durch Angriffe von Islamisten, wenn Jesus verarscht wird?

    hängt halt davon ab, was der lokale geistliche Führer so vorgibt.

    Aber es ist doch trotzdem erstaunlich: Zeige den Moslems Bilder, die Mohammed verhöhnen, und sie fühlen sich tödlich beleidigt. Zeige ihnen einen verarschenden Jesus-Comic und es ist ihnen egal. Prinzipiell müßten Moslems ja auch einen Haß auf christliche Kirchen haben, weil dort einer ihrer großen Propheten abgebildet wird, wie er an ein Kreuz genagelt ist, was für sie ja sicher auch Blasphemie darstellt.



  • vielleicht liegt's daran, dass jesus kein buch von allah angeschleppt hat?
    er mag war zwar ein besonders gottesfürchtiger mann gewesen sein, den die islamisten verehren, einer der ersten muslims sozusagen, aber er ist für die nunmal nicht so wichtig wie der olle mohammed.
    🙂



  • Für religiöse Fanatiker sind anscheinend immer nur die Unterschiede wichtig, nicht die Gemeinsamkeiten.
    Ob das nun die Juden mit ihrem auserwählten Volk sind oder die Mullahs mit ihrem islamspezifischen Mohammed. Hauptsache man hat irgendetwas anders als die anderen, damit einem auch die Gründe nicht ausgehen, sich gegenseitig auf die Fresse kloppen zu können. Sieht man ja auch sehr schön an dem Gezoffe zwischen Katholiken und Evangelen, da wo ein anderes Feindbild fehlt.

    Damit ist es dann auch nicht so wichtig, ob Jesus ein gemeinsamer Nenner wäre.



  • Es ist aber auch so, das überall gegen die Menschen dort gewettert wird. Das liegt überall: In der Gesellschaft, in der Sprache, sogar unbewusst!

    Bestes Beispiel: Dieser Thread! 😉
    Islam->istisch<- ist bereits eine Peioration (schlechtmachung). Ist euch das mal aufgefallen? Alle Menschen dort sind laut Medien islamistisch veranlagt; warum nicht islamisch? Oder habt ihr schonmal einen Artikel über einen christlichistisch veranlagten Fundamentalisten gelesen?

    Dann muss man wiederum auch sagen, dass sie auch großteils selber schuld sind. Einmal, da sie gar keine Kompromisse eingehen wollen, und einmal auf Grund ihrer Methoden, mit denen sie dies verdeutlichen. Wegen einer Karrikatur eine Botschaft in Brand setzen? Egal, für welches Vergehen dass die Rache sein sollte, würden "wir" das mit ihrer Botschaft machen (sofern es eine gibt), wäre dass für sie ein Kriegsgrund.

    Wie war das? Empathie? Toleranz? Hmm ... Nicht ganz.



  • árn[y]ék schrieb:

    Oder habt ihr schonmal einen Artikel über einen christlichistisch veranlagten Fundamentalisten gelesen?

    nee, aber ich glaub' die hiessen 'kreuzritter' oder 'inquisitoren' u.ä.
    🙂



  • Undertaker schrieb:

    nee, aber ich glaub' die hiessen 'kreuzritter'

    Zu einer Zeit, in der islamische, buddhistische und jüdische Bevölkerung "Heiden" und "Häretiker" genannt wurden.

    Undertaker schrieb:

    oder 'inquisitoren'

    Inquisitor würde ich ganz intuitiv mit der "heiligen" Inquisition in Verbindung bringen. Das hatte aber weniger etwas mit fremden Religionen zu tun, sondern vielmehr mit chronischer, mit der Zeit immer weiter angestapelten Gottesfurcht der Menschen, gekoppelt an ein Heilsbedürfnis der Bevölkerung und einen kapitalistisch (da ist es schon wieder, das "istisch") veranlagten Drang nach Macht der Kirche. Die eigentliche Aussage - nämlich die Bekehrung der Heiden - war nur ein vorgeschobenes Argument der Inquisition. Anfangs mag es durchaus ernst gemeint gewesen sein (wobei auch das strittig ist), letztlich war es nur ein Tuch, mit dem die Kirche ihren Drang nach Macht und Einschüchterung abdecken und verheiligen konnte.



  • árn[y]ék schrieb:

    Islam->istisch<- ist bereits eine Peioration (schlechtmachung)

    Bitte? Wie kommst du denn darauf das die Endung istisch was mit schlechtmachen zu tun hat? Oder assoziierst du buddhistisch auch mit etwas negativen?
    Wohl kaum. Die Wortendung kanns dann ja wohl nicht sein...



  • árn[y]ék schrieb:

    Die eigentliche Aussage - nämlich die Bekehrung der Heiden - war nur ein vorgeschobenes Argument der Inquisition. Anfangs mag es durchaus ernst gemeint gewesen sein (wobei auch das strittig ist), letztlich war es nur ein Tuch, mit dem die Kirche ihren Drang nach Macht und Einschüchterung abdecken und verheiligen konnte.

    Verwechselst du hier vielleicht Inquisitoren mit Conquistadoren?



  • RPD schrieb:

    árn[y]ék schrieb:

    Islam->istisch<- ist bereits eine Peioration (schlechtmachung)

    Bitte? Wie kommst du denn darauf das die Endung istisch was mit schlechtmachen zu tun hat? Oder assoziierst du buddhistisch auch mit etwas negativen?
    Wohl kaum. Die Wortendung kanns dann ja wohl nicht sein...

    isch beschreibt in dem Falle einen Zustand. Verwendet man stattdessen "istisch", so betont man diese Sache besonders. Man stellt also einer Steigerung her. "Nein, die sind nicht islamisch, die sind noch viel stärker an ihren Glauben behaftet". Kurzum: Du unterstellst eine besonders Starke Verbundenheit zu der Sache, die du beschreibst.

    Der islamische Mitbürger ist "normal".
    Der islamistische Mitbürger ist ein Glaubensfanatiker (und ggf. ein potentieller Terrorist?).

    Das ist leider der gängige Sprachgebrauch. Nirgends steht "islamisch-fundamentale Extreme", überall liest du von "islamistisch-fundamentalistischen Extremisten". Kurzum, das ist(isch) hat einen besonders hervorhebenden, im allgemeinen Sprachgebraucht oft abwertenden Beigeschmack.

    S.a. "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" Irgendwo gab es da ein hochinteressantes Kapitel zu eben diesem Thema.



  • minhen schrieb:

    árn[y]ék schrieb:

    Die eigentliche Aussage - nämlich die Bekehrung der Heiden - war nur ein vorgeschobenes Argument der Inquisition. Anfangs mag es durchaus ernst gemeint gewesen sein (wobei auch das strittig ist), letztlich war es nur ein Tuch, mit dem die Kirche ihren Drang nach Macht und Einschüchterung abdecken und verheiligen konnte.

    Verwechselst du hier vielleicht Inquisitoren mit Conquistadoren?

    Nein, ich meine durchaus die "Heilige Inquisition"! 😉 Wobei das von mir beschriebene wohl auf die spanischen Eroberungen auch zutreffen würde 😉

    Es war doch soweit ich mich erinnere so, dass die Bevölkerung ganz gewaltig unter der Kirche litt. Man hatte Angst, sein Seelenheil zu verlieren, anderweitig in die Ungunst Gottes zu gelangen oder sich überhaupt "sündig" zu machen. Zu Zeiten Luthers änderte sich dies zum Teil, aber insgesamt blieb diese Auffassung bis an den Rand der Neuzeit erhalten. Und gerade desshalb war ja die Inquisition auch so effektiv. Man machte sich schließlich mitschuldig, wenn man einen "Teufelsbeseelten" nicht verriet, auf dass er geläutert werden könne (was eben nicht selten mit einem Gewicht am Bein im See versenkt endete).
    Mit der Zeit entwickelte sich die Inquisition aber immer mehr zu einem reinen Machtinstrument. Und vor allem: Sie gerieht außer Kontrolle! Es waren keine Belege mehr vonnöten, keine Zeugen, gar nichts. Wenn dir eine Person nicht passte, gingst du zur Inquisition und behauptetest, sie würde mit dem Teufel im Bunde sein. Du konntest dann sicher sein, dass die Person - es sei denn, sie hatte Kontakte, versteht sich, aber das lasse ich mal außen vor - den nächsten Tag nicht überleben würde.
    Du hattest einen schlimmen Traum? Dann war dir wohl Incubus erschienen und du warst zum Dämon geworden. Die Bevölkerung lebte an Ende in einem Schreckensregime der Inquisition. Jeder Schritt konnte dein letzter sein. Feinde konntest du dir nicht erlauben, wenn du keine Verbindungen hattest, die dich schützten; und selbst dies gab dir keine wirkliche Sicherheit! Du konntest einen jeden erpressen, aber ebenso einjeder dich. Kurzum: Die Menschen gehorchten aus Furcht, einen Kopf kleiner gemacht zu werden. Psychologisch betrachtet ein höchst interessantes Szenario!

    Das meinte ich im Großen, als ich sagte, es hatte im Nachhinein nicht mehr viel mit religiöser Bekehrung zu tun.



  • árn[y]ék schrieb:

    Das meinte ich im Großen, als ich sagte, es hatte im Nachhinein nicht mehr viel mit religiöser Bekehrung zu tun.

    Das hatte es auch davor schon nicht. Und genau um dieses "Bekehrung der Heiden" ging es mir. Die Inquisition betrieb und betreibt keine Missionierung, sondern versuchte und versucht "die Glaubens- und Sittenlehre in der ganzen katholischen Kirche zu fördern und zu schützen." Das heißt Vorbedingung für Inquisition ist eine bereits abgeschlossene Christianisierung/Missionierung.



  • minhen schrieb:

    árn[y]ék schrieb:

    Das meinte ich im Großen, als ich sagte, es hatte im Nachhinein nicht mehr viel mit religiöser Bekehrung zu tun.

    Das hatte es auch davor schon nicht.

    Stimmt, aber ich halte es für möglich, dass sich die Inquisition zu einem gewissen Teil aus eben diesem Bestreben entwickelte. Ganz unwichtig war es ja, wie du sagst, nicht. Die Missionierung war eben bereits abgeschlossen (zumindest wenn es nach der Kirche ging). Der "Schutz der Glaubens- und Sittenlehre" könnte eine äußerst praktische (i.S.v. praktizieren) Fortführung dieser Idee sein.

    Gut, von "Bekehrung" zu sprechen, war nicht ganz zutreffend von mir, da hast du Recht ;).
    Aber letztlich wollte die Inquisition (zumindest nach außen hin) ja durchaus "bekehren" - Im Sinne von "den Teufelskult aufgeben und zum rechten Glauben zurückfinden." Das Zurückfinden war dann zwar der Tod, aber "offiziell" wollte die Inquisition nicht nur die schwarzen Schafe ausmesten, sondern sie doch durchaus auch läutern?



  • die inquisition hatte nicht den zweck einer bekehrung oder rückführung. die inquisition hatte den zweck, ungläubige (vom glauben abgefallene) zu geständnissen zu bewegen (weil inquisitionsgericht) und zu bestrafen. manchmal wurde mit dem tode bestraft, häufig aber auch "nur" mit exkommunition. nur in anführungszeichen, weil die strafe dem gesellschaftlichen tod entspricht.

    die spanische inquisition war übrigens nen sonderfall. das waren rassisten.



  • minhen schrieb:

    Die Inquisition betrieb und betreibt keine Missionierung, sondern versuchte und versucht "die Glaubens- und Sittenlehre in der ganzen katholischen Kirche zu fördern und zu schützen."

    fördern und schützen? die macht der kirche mit terror demonstrieren und der bevölkerung angst und schrecken einjagen würde wohl besser passen.

    árn[y]ék schrieb:

    Der islamische Mitbürger ist "normal".
    Der islamistische Mitbürger ist ein Glaubensfanatiker (und ggf. ein potentieller Terrorist?).

    wer sich dem kommunismus zugewendet hat, nennt sich kommunist und ich denke der christ heist auch nur christ, weil 'christist' blöd klingt. es gibt viele andere 'isten' wie maschinisten, faschisten usw. und deshalb kann ein islamanhänger doch auch als 'islamist' bezeichnet werden. dieses 'ist' bezeichnet leute, die sich 100%ig einer sache hingeben. mehr steckt wohl nicht dahinter...
    🙂



  • hast du mal bei wikipedia "islamisch" und "islamistisch" eingegeben? Wenn nicht, dann probier's einfach mal aus. Auch wenn es wohl nicht an der Endung liegt, hat das Wort dennoch einen recht negativen Touch. (btw, möchtest Du nicht für diese Diskussion Deinen vista-Account wieder reaktivieren?)



  • Jester schrieb:

    hast du mal bei wikipedia "islamisch" und "islamistisch" eingegeben? Wenn nicht, dann probier's einfach mal aus. Auch wenn es wohl nicht an der Endung liegt, hat das Wort dennoch einen recht negativen Touch.

    naja, dass liegt sicher daran, dass sich 'islamisten' völlig kompromisslos dem islam hingeben und daher zwangsläufig negativ auffallen. das ist bei anderen extremen weltanschauungen ja auch so.

    Jester schrieb:

    (btw, möchtest Du nicht für diese Diskussion Deinen vista-Account wieder reaktivieren?)

    das brauche ich nicht. ihr wisst doch sowieso wer 'vista' war 😉



  • Undertaker schrieb:

    naja, dass liegt sicher daran, dass sich 'islamisten' völlig kompromisslos dem islam hingeben und daher zwangsläufig negativ auffallen. das ist bei anderen extremen weltanschauungen ja auch so.

    Vollkommen richtig. Islamistische Menschen fallen in der Richtung negativ auf. Islamische Menschen nicht. Daher ist es nicht richtig istlamische Menschen als islamistisch zu bezeichnen. 👍



  • Jester schrieb:

    Vollkommen richtig. Islamistische Menschen fallen in der Richtung negativ auf. Islamische Menschen nicht. Daher ist es nicht richtig istlamische Menschen als islamistisch zu bezeichnen. 👍

    ja, aber, um es mal mit den worten des legendären 'vista' zu sagen: sowas beweist doch, dass der islam an sich eine ziemlich üble sache ist, wenn leute, die sich 100% darauf einlassen, total durchdrehen.
    🙂


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