Was für eine Zukunft hat Dells neues Angebot für Linux-Rechner?



  • Ich finde das Angebot sehr interessant. Schließlich hat man dadurch einerseits die Garantie, dass die Hardware einwandfrei und perfekt unter Ubuntu funktioniert und andererseits muss man keinen Aufpreis für Windows bezahlen. Dell-Rechner mit vorinstalliertem Linux müssen ohnehin speziell auch für Studenten interessant sein - Stichwort MSDNAA 😉



  • Ich fänd es besser, wenn es mal BSD-Rechner geben würde. Am besten wäre es, wenn man Rechner ohne OS verkaufen würde, und optional ein OS auswählen könnte. Wer kennt noch die Vobis-Zeiten (war glaub ich 1990 rum), wo man beim PC-Kauf explizit den Wunsch äußern mußte, ob man MS-Windows 3.1, OS/2 oder DR-DOS haben wollte.



  • minhen schrieb:

    Ich finde das Angebot sehr interessant. Schließlich hat man dadurch einerseits die Garantie, dass die Hardware einwandfrei und perfekt unter Ubuntu funktioniert und andererseits muss man keinen Aufpreis für Windows bezahlen. Dell-Rechner mit vorinstalliertem Linux müssen ohnehin speziell auch für Studenten interessant sein - Stichwort MSDNAA 😉

    Von Lenovo und HP gibts bereits länger Notebooks ohne OS. Das wird man zu nichts gezwungen. Lenovo hat auch ein paar Notebooks mit FreeDOS.



  • Tja, die Frage nach dem Erfolg kann man vorher nicht beantworten.
    "Erste Verkaufserfolge in den USA" klingt jedenfalls noch sehr diplomatisch 😉

    Die Frage ist ja, was für ein Interesse an solch einem Gerät besteht.
    Es würde mich auch nicht wundern, wenn einige der Käufer denken: 'Schön - ein Neurechner von Dell ohne dieses dumme Vista , da mach ich mir mein XP drauf', und das vorinstallierte Linux gar nicht wahrnehmen.

    Es ist aber auf jeden Fall angenehm, von einem großen Herstellen ein garantiert 'linuxtaugliches' Komplettsystem erwerben zu können. Das kann möglicherweise auch den erhofften Impuls bei den Hardwarehersteller geben (Treiber).



  • Artchi schrieb:

    Wer kennt noch die Vobis-Zeiten (war glaub ich 1990 rum), wo man beim PC-Kauf explizit den Wunsch äußern mußte, ob man MS-Windows 3.1, OS/2 oder DR-DOS haben wollte.

    Hier ich. Beim meinem ersten PC war MSDos vorinstalliert und ich durfte im Rahmen des Angebots noch ein Zusatz wählen. Ich nahm dann OS/2 Warp, die mit der Schrumpfkopfwerbung. Die gaben mir dann die abgepackte Software: "Viel Spaß *höhö*" und zuhause angekommen wollte ich das dann installieren, konnte aber nicht, da für das CD Laufwerk kein Treiber vorhanden war und sonst nur zwei Disketten zum Booten dabeilagen.

    Das war mein erstes traumatisches Erlebnis mit einem AlternativOS. 🤡



  • Artchi schrieb:

    minhen schrieb:

    Ich finde das Angebot sehr interessant. Schließlich hat man dadurch einerseits die Garantie, dass die Hardware einwandfrei und perfekt unter Ubuntu funktioniert und andererseits muss man keinen Aufpreis für Windows bezahlen. Dell-Rechner mit vorinstalliertem Linux müssen ohnehin speziell auch für Studenten interessant sein - Stichwort MSDNAA 😉

    Von Lenovo und HP gibts bereits länger Notebooks ohne OS. Das wird man zu nichts gezwungen. Lenovo hat auch ein paar Notebooks mit FreeDOS.

    Und warum sollte mich ein Notebook ohne OS interessieren? Ich habe zwei Gründe genannt, die das Angebot von Dell interessant machen. Du gehst gerade ausschließlich auf einen, nämlich den letztgenannten, ein.



  • Das ist schon mal ein guter Anfang. Hoffen wir mal, dass das Angebot angenommen wird und sich stetig ausbaut. Von ASUS ist ja ein mini- und billig-Laptop in Planung, der ebenfalls mit Linux läuft. Wobei ich nicht weiß, ob das eine komplett eigene Oberfläche hat (ähnlich wie das Palm µNotebook, was auch mit Linux läuft, wo man aber wohl nix von Linux sehen wird)

    SeppSchrot schrieb:

    Die Frage ist ja, was für ein Interesse an solch einem Gerät besteht.
    Es würde mich auch nicht wundern, wenn einige der Käufer denken: 'Schön - ein Neurechner von Dell ohne dieses dumme Vista , da mach ich mir mein XP drauf', und das vorinstallierte Linux gar nicht wahrnehmen.

    Nö, das glaube ich nicht. Vor allem verkauft Dell ja auch weiterhin Rechner mit Windows XP.



  • rüdiger schrieb:

    Vor allem verkauft Dell ja auch weiterhin Rechner mit Windows XP.

    Bist du sicher? Also ich habe ja jetzt schon die Scriptbefugnisse bei Dell in meinem Browser bis zum Anschlag aufgedreht und ich kann immer noch nix anderes außer Vista auswählen.

    Aber ich schätze, einen direkten Vergleich à la "Mit Windows kostest dieser Rechner X€ und mit Linux kostet der gleiche Rechner Y€" wird es nicht geben, he?



  • SeppSchrot schrieb:

    rüdiger schrieb:

    Vor allem verkauft Dell ja auch weiterhin Rechner mit Windows XP.

    Bist du sicher? Also ich habe ja jetzt schon die Scriptbefugnisse bei Dell in meinem Browser bis zum Anschlag aufgedreht und ich kann immer noch nix anderes außer Vista auswählen.

    Stand glaube ich mal bei heise. Aber sicher bin ich mir nicht. Aber im Grunde hat Dell auch nicht die Kunden, die sich ein anderes Betriebssystem auf den Rechner ziehen. (dafür verkaufen die die Hardware einfach viel zu teuer ;))

    Aber ich schätze, einen direkten Vergleich à la "Mit Windows kostest dieser Rechner X€ und mit Linux kostet der gleiche Rechner Y€" wird es nicht geben, he?

    Bei heise stand was von 40-50€ Unterschied. Aber nicht ob das zugunsten von Linux oder Windows ist. (Ich nehme mal an zugunsten von Linux)



  • rüdiger schrieb:

    Bei heise stand was von 40-50€ Unterschied. Aber nicht ob das zugunsten von Linux oder Windows ist. (Ich nehme mal an zugunsten von Linux)

    Ok, ich glaub das jetzt einfach mal. Ich wollte es mir gerade im Konfigurator zusammenstellen, aber das Ding ist ja eine Krankheit. Ich geb' auf 🙂
    Junge, Junge, schon lange nicht mehr so einen Pfusch gesehen auf einer gewerblichen Webseite.

    "Würden Sie ihren Linuxrechner bei einem Händler kaufen, der seine Webseiten nur für den Internet Explorer optimiert?" 😉



  • Ich glaube aber, dass das bessere Angebot wäre ein Dualboot-System zu verkaufen. Das würde sicher einen stärkeren Absatz finden. Aber so was ist vermutlich von den Microsoft Händler-Lizenzen verboten 👎

    SeppSchrot schrieb:

    "Würden Sie ihren Linuxrechner bei einem Händler kaufen, der seine Webseiten nur für den Internet Explorer optimiert?" 😉

    😃



  • Artchi schrieb:

    Ich fänd es besser, wenn es mal BSD-Rechner geben würde.

    Installier dir doch einfach dein BSD drauf. Du hast Linux-taugliche Hardware garantiert, dann wird BSD doch sicher problemlos drauf laufen. Es ist ja auch nicht so, dass wirklich alle Linux-Anwender das vorinstallierte Ubuntu draufbelassen werden.



  • Mr. N schrieb:

    Du hast Linux-taugliche Hardware garantiert, dann wird BSD doch sicher problemlos drauf laufen.

    Leider ist das nicht so. Wenn mal ein Hersteller davon überzeugt wurde, Treiber für Linux bereitzustellen, dann heißt das noch lange nicht, das davon andere Betriebssysteme profitieren.

    Dazu kommt noch, dass die drei großen BSD Erzeuger nicht so vereint auftreten wie die Linuxkernler. Die haben teilweise sehr unterschiedliche Weltanschauungen. Die OpenBSD**-istischen** 😉 sind z.b. mal ziemlich ausfallend geworden, als in Linux die ersten ClosedSource Treiber offiziell dazukamen. Die lassen ja nun wirklich gar nix derartiges rein.



  • SeppSchrot schrieb:

    Mr. N schrieb:

    Du hast Linux-taugliche Hardware garantiert, dann wird BSD doch sicher problemlos drauf laufen.

    Leider ist das nicht so. Wenn mal ein Hersteller davon überzeugt wurde, Treiber für Linux bereitzustellen, dann heißt das noch lange nicht, das davon andere Betriebssysteme profitieren.

    Dazu kommt noch, dass die drei großen BSD Erzeuger nicht so vereint auftreten wie die Linuxkernler. Die haben teilweise sehr unterschiedliche Weltanschauungen. Die OpenBSD**-istischen** 😉 sind z.b. mal ziemlich ausfallend geworden, als in Linux die ersten ClosedSource Treiber offiziell dazukamen. Die lassen ja nun wirklich gar nix derartiges rein.

    Naja, trotzdem ist es eher unrealistisch zu erwarten, dass man auf Desktop-Rechnern und Notebooks ein BSD vorinstalliert kriegt. Da wird die Kompatibilität bei Kisten mit vorinstalliertem Linux doch sicher trotzdem höher sein (als bei Windows-Kisten). Und wenn GPL-Treiber kein No-Go wären könnte man ja die Linux-Treiber verwenden. 😉

    Ach ja:

    1. Ja, es gibt, in den USA zumindest noch Dell-Rechner mit XP zu kaufen.
    2. Der Unterschied zwischen einem Ubuntu- und einem Vista-Rechner beläuft sich wohl auf durchschnittlich 50-65 €.



  • Mr. N schrieb:

    Installier dir doch einfach dein BSD drauf. Du hast Linux-taugliche Hardware garantiert, dann wird BSD doch sicher problemlos drauf laufen. Es ist ja auch nicht so, dass wirklich alle Linux-Anwender das vorinstallierte Ubuntu draufbelassen werden.

    Linux != BSD
    Aber das weißt du wahrscheinlich schon. Jedenfalls ist das nicht so einfach. Es gibt Linux-Treiber die sind nur als Binary verfügbar (z.B. die Broadcom-WLAN-Treiber) und dann hat man halt Pech.

    Ich frage mich halt nur, warum Firmen wie ATI, Broadcom usw. eher Linux unterstützen, obwohl die Linuxer sie mit ihren Closedsource-Treibern nicht willkommen heißen. Bei *BSD ist das nämmlich durch die BSD-Lizenz alles kein Problem.

    SeppSchrot schrieb:

    Dazu kommt noch, dass die drei großen BSD Erzeuger nicht so vereint auftreten wie die Linuxkernler. Die haben teilweise sehr unterschiedliche Weltanschauungen. Die OpenBSD-istischen 😉 sind z.b. mal ziemlich ausfallend geworden, als in Linux die ersten ClosedSource Treiber offiziell dazukamen. Die lassen ja nun wirklich gar nix derartiges rein.

    Da ging es aber glaub ich eher weniger darum, das die OpenBSDler was gegen Closedsource haben. Sondern das die Linuxer mit ihrer GPL eigentlich Closedsource "ablehnen", aber hintervotzig doch die Closedsource-Treiber dulden, aber sich beklagen, das man das nicht machen dürfe. Und somit sind die Linuxer irgendwie nicht konsequent und stehen auch nicht wirklich zu ihrer GPL. Also haben sie ne Schälte von den OpenBSDlern bekommen.

    Wenn man sich mal die BSD-Lizenz anschaut, kann jeder ohne Bedenken Closedsource-Treiber für *BSD anbieten. Das gibt keine rechtlichen Probleme. Frag ich mich natürlich, warum sich das die Hardware-Hersteller (wie nvidia) antun, und nicht sagen "Gut, wenn ihr Linuxer unsere (Closedsource) Treiber nicht wollt, gehen wir halt zu FreeBSD!". Jetzt mal ganz naiv von mir gesagt. 😉



  • Artchi schrieb:

    Frag ich mich natürlich, warum sich das die Hardware-Hersteller (wie nvidia) antun, und nicht sagen "Gut, wenn ihr Linuxer unsere (Closedsource) Treiber nicht wollt, gehen wir halt zu FreeBSD!".

    Ich weiß jetzt nicht, ob ich den Satz falsch verstehe, aber gerade NVIDIA bietet doch einen FreeBSD Treiber ;).

    Allerdings eben nur FreeBSD, nicht Net oder Open. Was vermutlich eher der Grund sein dürfte für geringere Unterstützung als Linux. Wenn schon ein ZusatzOS außer Windows, dann lieber für den einen Linuxkernel als für 3 BSD Zweige.



  • Ich wage mal keine Prognose. Ich würde mich aber freuen, wenn es mal Systeme ganz ohne vorinstalliertem Schrott gäbe. Ob ich nach dem auspacken nun Vista Home oder Ubuntu irgendwas runterschmeissen muss ist mir ja auch grad egal. O.K. ein paar Euro hätte ich schon gespart...



  • JE Computer und Alternate bieten das.



  • Tim schrieb:

    Ich würde mich aber freuen, wenn es mal Systeme ganz ohne vorinstalliertem Schrott gäbe.

    Gab es ja früher. Leider sind die Computerläden mit der Zeit immer mehr davon abgekommen. Abgesehen davon nerven alle vorinstallierten Dinge wirklich unglaublich. Man braucht nach dem Auspacken mehr Zeit, das vorinstallierte Zeugs so umzustellen, dass es halbwegs brauchbar ist, als mit einer neuen Installation gebraucht werden würde. Das fängt bei irgendwelchen Werbebannern als Hintergrundbild an, geht dann über die Systemsounds bis man irgendwann bei den Sicherheitseinstellungen angekommen ist. Wirklich grausam. Ich finde es entsetzlich, dass sich das durchgesetzt hat.



  • Artchi schrieb:

    Mr. N schrieb:

    Installier dir doch einfach dein BSD drauf. Du hast Linux-taugliche Hardware garantiert, dann wird BSD doch sicher problemlos drauf laufen. Es ist ja auch nicht so, dass wirklich alle Linux-Anwender das vorinstallierte Ubuntu draufbelassen werden.

    Linux != BSD
    Aber das weißt du wahrscheinlich schon. Jedenfalls ist das nicht so einfach. Es gibt Linux-Treiber die sind nur als Binary verfügbar (z.B. die Broadcom-WLAN-Treiber) und dann hat man halt Pech.

    Die Komponenten werden ja angezeigt. Da wird z.B. keine ATI-Grafikkarte angeboten. Bei Nvidia-Grafikkarten gibt es ja sogar FreeBSD-Treiber (keine Ahnung wie gut die sind) und beim angebotenen Intel-Wireless steht folgendes im Wiki:

    The Intel IPW3945 adapter uses an open source device driver, a proprietary firmware, and a proprietary user space regulatory daemon. Future versions of the driver and firmware eliminate the need for the regulatory daemon.

    Ob der IPW3945 unter deinem Lieblings-BSD funktioniert weiß ich allerdings nicht.

    Artchi schrieb:

    Ich frage mich halt nur, warum Firmen wie ATI, Broadcom usw. eher Linux unterstützen, obwohl die Linuxer sie mit ihren Closedsource-Treibern nicht willkommen heißen. Bei *BSD ist das nämmlich durch die BSD-Lizenz alles kein Problem.

    Weil es viel mehr Linuxer als BSDler gibt. Und es ist ja nicht so, als würden die BSDler geschlossene Treiber willkommen heißen.

    Artchi schrieb:

    SeppSchrot schrieb:

    Dazu kommt noch, dass die drei großen BSD Erzeuger nicht so vereint auftreten wie die Linuxkernler. Die haben teilweise sehr unterschiedliche Weltanschauungen. Die OpenBSD-istischen 😉 sind z.b. mal ziemlich ausfallend geworden, als in Linux die ersten ClosedSource Treiber offiziell dazukamen. Die lassen ja nun wirklich gar nix derartiges rein.

    Da ging es aber glaub ich eher weniger darum, das die OpenBSDler was gegen Closedsource haben. Sondern das die Linuxer mit ihrer GPL eigentlich Closedsource "ablehnen", aber hintervotzig doch die Closedsource-Treiber dulden, aber sich beklagen, das man das nicht machen dürfe.

    Das ist nicht hintervotzig, sondern pragmatisch. Langfristig ist das Ziel, dass alle Treiber unter der GPL stehen, aber solange das nicht geht, nutzt man eben proprietäre Treiber. Dass User-Space-Programme nicht unter der GPL stehen müssen steht ja eh nicht zur Debatte.

    Artchi schrieb:

    Und somit sind die Linuxer irgendwie nicht konsequent und stehen auch nicht wirklich zu ihrer GPL. Also haben sie ne Schälte von den OpenBSDlern bekommen.

    Sollen sich die BSDler mal um ihre eigenen Probleme kümmern.

    Artchi schrieb:

    Wenn man sich mal die BSD-Lizenz anschaut, kann jeder ohne Bedenken Closedsource-Treiber für *BSD anbieten. Das gibt keine rechtlichen Probleme. Frag ich mich natürlich, warum sich das die Hardware-Hersteller (wie nvidia) antun, und nicht sagen "Gut, wenn ihr Linuxer unsere (Closedsource) Treiber nicht wollt, gehen wir halt zu FreeBSD!". Jetzt mal ganz naiv von mir gesagt. 😉

    Umgekehrt: Wieso verwenden die BSDler dann nicht einfach die proprietären Linux-Treiber mit nem dünnen Wrapper? :p

    Wieso ist es eigentlich der Gedanke, Linux zu benutzen, so schlimm für einen BSDler? Die Vorteile von BSD sind doch eher marginal, dafür hat es aber auch Nachteile. Und besser als Windows ist IMHO beides. 🙂


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