Memorycards für Langzeitarchivierung?



  • Hallo,

    kennt ihr Daten über die Halbwertszeit der Datenintegrität von Memorykarten?
    Z.B. die MultiMediaCarc für Digitalkameras.

    Es lohnt sich ja finanziell nicht mehr, die Photos auf CDs zu brennen (die halten ja auch nicht ewig), da die Karten mittlerweile so billig sind. (10GB für 10€)

    Ist es vernünftig, seine Photos auf diesen MMCs zu archivieren oder bin ich dann in 10 Jahren enttäuscht, weil futsch?



  • Ich weiss nur dass die Flash Speicher schnell kaputtgehen wenn man sie häufig verwendet. Ich spreche jetzt garnicht von 1 mio mal schreiben oder so, bloss nen USB Stick normal für 1-2 Jahre verwenden - isser u.u. schon kaputt. Ist mir bereits mit 2 Stück passiert.

    Wie lange die Daten halten wenn man das Ding nur weglegt und 10 Jahre oder länger wartet weiss ich leider nicht. Auf Grund meiner schlechen Erfahrungen mit eben den 2 USB Sticks würde ich aber niemals Flash Speicher als Backup/Archiv verwenden.

    Ich habe für mich die Lösung gewählt wichtige Daten einfach auf der internen Platte meines PCs zu speicher, und jeden Tag mal nen Backup übers Netz auf einen 2. PC zu ziehen (automatisiert).
    Da kann fast nix mehr passieren -- selbst wenn ein PC sich in Rauch auflöst und sämtliche Platten da drinnen vernichtet ist immernoch der 2. PC da.
    (Ein einfaches RAID ist nicht wirklich sicher: wenn du Pech hast verabschiedet sich das Netzteil vom PC mit einer gewaltigen Überspannung am Ausgang, die sämtliche Platten im PC auf einmal tötet. Ein Kollege von mir -- Systemadministrator -- hatte bereits 2 solche Fälle.)



  • Ohne Recherche vermute ich, daß die Ladungen durch irgendwelche Leckeffekte und Kriechströme wandern, wodurch die Ladung einer Speicherzelle irgendwann nicht mehr sauber als 1 oder 0 detektiert werden kann...

    Ich vermute, daß eine Vorgehensweise wie bei einem DRAM sinnvoll ist, d.h. nach einem gewissen Zeitintervall alle Daten neu auf die Karte schreiben.

    Die Karte selbst dürfte aber nur durch die Zeit keine Defekte erfahren.

    Es gibt ja keine digitalen Speichermedien, nur analoge Speichermedien, die digitales Verhalten simulieren, und da die Signale in irgendeiner Form eingespeichert sind (Strom, Magnetismus, Einbrennung), wird diese Information irgendwann schwächer, und ist ab einem gewissen Rückgang nicht mehr detektierbar.



  • Marc++us schrieb:

    Es gibt ja keine digitalen Speichermedien, nur analoge Speichermedien, die digitales Verhalten simulieren, und da die Signale in irgendeiner Form eingespeichert sind (Strom, Magnetismus, Einbrennung), wird diese Information irgendwann schwächer, und ist ab einem gewissen Rückgang nicht mehr detektierbar.

    Eine Interessante (und wohl auch richtige) Interpretierung. Würde mich interessieren was gewisse Lehrkräfte hier in Bayern sagen, wo digitale Speichermedien an Schulen verboten sind 🙂



  • Nach der International Technology Roadmap for Semiconductors:

    http://www.itrs.net/Links/2005ITRS/ERD2005.pdf (Report über "Emerging Research Devices")

    -> Seiten 13,14 (bzw. 7,8 nach der anderen Nummerierung)

    ...haben Flash-Speicherzellen eine "Retention-Time" von >10 Jahren. ...die Frage ist nur, ob man das auf den gesamten Speicher übertragen kann.



  • => Praktische Konsequenz:

    Egal welches Medium man wählt, nach 4 bis 5 Jahren ist eine Umspeicherung nicht verkehrt.

    Da allerdings die Verdichtung ebenfalls steigt, ist es dabei jedesmal möglich mehrere Medien auf einem neuen zusammen zu fassen, insofern hilft das dabei mit, daß man seine Medien immer auf aktuellem Stand hält.

    Denn die andere Frage wurde ja noch gar nicht gestellt: funktioniert ein Lesegerät für eine MMC in 10 Jahren noch an einem Windows Xerquanta 2017? 😉



  • Hmm, also ich hab jetzt auch noch etwas recherchiert ("shelf life time") und man redet so von 2-10 Jahren für heutigen Flashmemory.

    Also wohl doch noch kein guter Ersatz für das analoge Photoalbum.



  • Ausserdem ist 10€ für 10GB sowieso teuer.
    Kleine 80GB Platten kommen schon auf unter 1€/GB, sogar unter 0,5€/GB.

    (OK, wenn man mit 10GB auskommt ist eine 80GB Platte um 40€ immernoch 4x teurer, wenn man mehr braucht sind aber Platten immernoch das billigste. Bzw. DVD-R, aber denen traue ich schon garnicht).



  • darthdespotism schrieb:

    Eine Interessante (und wohl auch richtige) Interpretierung. Würde mich interessieren was gewisse Lehrkräfte hier in Bayern sagen, wo digitale Speichermedien an Schulen verboten sind 🙂

    Erinner mich nicht daran. Der Mist hat mich 2 USB Sticks gekostet, die jetzt irgendwo vergammeln, bloß weil manche Lehrer nicht mal den Unterschied zwischen 'nem USB Stick und einem MP3 Player kennen. 🙄



  • long long double schrieb:

    Erinner mich nicht daran. Der Mist hat mich 2 USB Sticks gekostet, die jetzt irgendwo vergammeln, bloß weil manche Lehrer nicht mal den Unterschied zwischen 'nem USB Stick und einem MP3 Player kennen. 🙄

    Vergammeln? Unsinn! Die wurden längst über EBay vertickt. 🤡



  • Gregor schrieb:

    long long double schrieb:

    Erinner mich nicht daran. Der Mist hat mich 2 USB Sticks gekostet, die jetzt irgendwo vergammeln, bloß weil manche Lehrer nicht mal den Unterschied zwischen 'nem USB Stick und einem MP3 Player kennen. 🙄

    Vergammeln? Unsinn! Die wurden längst über EBay vertickt. 🤡

    Eben, sonst hätten sie ja auch den Unterschied gekant - aber so ein Nebenverdienst 😮


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