"Gotteslästerung" - §166 des StGB verschärfen?


  • Mod

    Warum wird dann z.B. der Buddhismus nicht von seinen Anhängern missbraucht?

    Gab es keine Kriege im Namen des Buddhismus?

    These 1: Ist es vielleicht möglich das die Gesellschaft die gerne Krieg führt diesen auch gerne im Namen eines Gottes führt?
    These 2: Kann es sein, dass andere Gesellschaften sich mit niederen Gründen bereits zu Krieg führen lassen? Ist es ehrbarer für sein Land als für seinen Gott in den Krieg zu ziehen?

    MfG SideWinder



  • Ich möchte das gar nicht ausschließen. Aber auch relativ zu den Anhängern ist die Quantität und Qualität offensichtlich eine ganz andere. Und wie wär es mit These 3: Die Saat des Hasses ist bereits in den heiligen Schriften mancher Religionen vorhanden und muss nur etwas gegossen werden und schon hat man islamistische Selbstmordanschläge und christliche Inquisition.


  • Mod

    Das klingt mir zu sehr nach "Wenn du die Fensterscheiben deines Cabrios nicht hochkurbelst, bist du selbst schuld, wenn es dir gestohlen wird."

    MfG SideWinder



  • Warum wird dann z.B. der Buddhismus nicht von seinen Anhängern missbraucht?

    Leider ist nichts Irdisches ohne Makel:
    Aus dem letzten Jahrhundert gibt es Beispiele, bei denen kriegerische Handlungen als Akte der Verteidigung der buddhistischen Kultur oder der Kultur Asiens gerechtfertigt wurden:

    1. Krieg Japans gegen die USA im 2.Weltkrieg
    2. Krieg der Regierung Sri Lankas gegen den tamilischen Terrorismus

    Aber dies sind tatsächlich Ausnahmen.

    Buddha bedeutet letztendlich "(aus der Nacht des Irrtums zum Lichte der Erkenntnis) erwacht". Es geht um die Überwindung des Begehrens nach formhaftem oder formlosem Dasein, des Eigendünkels, der Zerstreutheit und der Verblendung.
    Ein hoher Anspruch an die Menschheit. Der achtfache Pfad, den man in die drei Gruppen "Weisheit, Sittlichkeit, Vertiefung" einteilen kann, ist ein "Weg der Mitte". Es geht um das Vermeiden von Extremen, um das Vermeiden der "Ursachen des Leidens", die da sind: Begehren, Abneigung (negatives Begehren) und Unwissenheit. Der Buddismus empfiehlt hier: Rechte Sicht, rechte Entschlossenheit, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechter Lebensunterhalt/-erwerb, rechtes Bemühen, rechte Aufmerksamkeit/Achtsamkeit, rechte Konzentration.

    Diese Lehre ist beachtens- und befolgenswert und hat die Überwindung von Gewalt und Krieg zum Ziel, genau wie das "echte" Christentum des neuen Testamentes (Bergpredigt) und die Geisteshaltung der Benediktiner (Maß halten = Weg der Mitte).

    Marc++us hat es treffend formuliert, indem er aufzeigt, dass sowohl Gottesgläubige als auch Atheisten auf dem gleichen Weg sind, auf der Suche nach Ordnung im Chaos (Buddha: Irrtum -> Licht der Erkenntnis). Genau dieser Baum der Erkenntnis (http://de.wikipedia.org/wiki/Baum_der_Erkenntnis) spielt ja auch in der Genesis (Judentum) eine entscheidende Rolle. Letztendlich ist damit unser Gewissen gemeint.

    Der Kern des Buddhismus könnte eine Ideologie sein, die uns in Verbindung mit dem guten Kern der Weltreligionen zum Weltfrieden führt. Ein "gottloses" Leben führt zum Verderben, weil der Mensch sich in seiner Selbstüberschätzung über alles erhebt und damit das "Leben" vernichtet. Gerade Papst Johannes Paul II. hielt das "Leben" für das Wichtigste.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Warum wird dann z.B. der Buddhismus nicht von seinen Anhängern missbraucht?

    Leider ist nichts Irdisches ohne Makel:
    Aus dem letzten Jahrhundert gibt es Beispiele, bei denen kriegerische Handlungen als Akte der Verteidigung der buddhistischen Kultur oder der Kultur Asiens gerechtfertigt wurden:

    1. Krieg Japans gegen die USA im 2.Weltkrieg
    2. Krieg der Regierung Sri Lankas gegen den tamilischen Terrorismus

    ich glaube nicht, dass diese kriege zur 'verteidigung der buddhistischen kultur' geführt wurden. nichts ist im buddhismus wichtiger als die achtung vor dem leben. streng gläubige buddhisten achten sogar bei jedem schritt darauf, dass sie möglichst keine pfanzen oder insekten zerquetschen. wie also sollen buddhisten es fertig bringen, einen krieg anzuzetteln?
    christen und islamisten haben es da einfacher. durch deren 'heilige bücher' zieht sich eine ununterbrochene blutspur. (als 'roter faden') -> die perfekte lizenz zum töten! 😡



  • Blue5teel schrieb:

    ness schrieb:

    Was soll das? Warum darf ich alles lächerlich machen (in gewissem rahmen), aber die theorie, dass die erde in ein paar tagen von einem masochistischen überwesen geschaffen wurde, nicht? Ich sehe nicht ein, warum "Gotteslästerung" überhaupt ein gesetz wert ist.

    Ich galube du meintest wohl eher "sadistisches Überwesen" oder ?

    Äh, der thread hat sich ja verdammt schnell entwickelt, keine ahnung, ob es sinnvol ist, auf seite 14 auf einen post von seite 1 zu antworten, aber ich dachte schon an masochistisch. Schließlich hat der allmächtige gott sich selbst in Form von Jesus auf die Erde geschickt, um sich kreuzigen zu lassen..

    /edit: Sadistisch kann schon auch sein. Es wurde unmengen von Gewalt begangen im namen Gottes. Aber das kann man dann ja auf fehlgeleitete Menschen schieben.


  • Mod

    Japaner sind keine Buddhisten. Die Gottheit der Japaner war der japanische Kaiser - also wieder eine andere Religion.



  • Der Buddhismus als "Weg der Mitte und Erkenntnis" könnte der rechte Pfad zum Weltfrieden sein. Aus dem NT empfiehlt sich hier die Bergpredigt.

    Ich "fühle" aber, dass der "Weltfrieden" nach Kapitalismus und Kommunismus die dritte "Ideologieblase" sein wird, die vielleicht noch vor unseren Augen in einer noch nie dagewesenen Vernichtung von Menschenleben zerplatzen wird.

    Darauf gibt es viele Hinweise, vor allem aus indianischer Zeit (Maya, Hopi, ...). Selbst in der Bibel gibt es hierüber ein wichtiges Buch.



  • In Japan hat eine Verschmelzung vieler Religionen und Philosophien statt gefunden (Synkretismus). In Japan findet der Buddhismus vor allem im Ahnenkult seinen Ausdruck. Viele Japaner werden nach buddhistischem Ritus bestattet, d.h. verbrannt und in einer Urne beigesetzt.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Viele Japaner werden nach buddhistischem Ritus bestattet, d.h. verbrannt und in einer Urne beigesetzt.

    Und du denkst, dass wäre hier anders?

    Im Übrigen interessant, wie du meine Aussagen übergehst 🙄



  • Erhard Henkes schrieb:

    Der Buddhismus als "Weg der Mitte und Erkenntnis" könnte der rechte Pfad zum Weltfrieden sein.

    das könnte sein, denn buddhismus beruft sich nicht auf götter (buddhismus ist übrigens eine form von atheismus) und verlangt keine unterwürfigkeit von den menschen. buddhisten handeln eigenverantwortlich im einklang mit der natur und mit respekt vor allem, was die natur geschaffen hat. vielleicht ist das der einzige weg zum weltfrieden?
    🙂



  • Vor allen Dingen sehen Buddhisten keinen Grund darin, sich profilieren zu müssen. Weder aus Gier noch aus Zwang.
    Man gehe nach Japan und laufe in den Straßen rum. Die Mentalität dort ist einfach eine ganz andere. In mancherlei Hinsicht merkwürdig, aber in mancher Hinsicht auch wesentlich angenehmer als unsere egomanische Gesellschaft.

    Allerdings würde ich den Buddhismus niemals als Atheismus bezeichnen. Möglicherweise ist die Definition, die ich früher mal gelernt habe, ja inzwischen (oder überhaupt) veraltet, war waren Atheisten nicht diejenigen, die ganz bewusst sagen, dass es [k]keinen[/k] Gott gibt?



  • Erhard Henkes schrieb:

    In Japan hat eine Verschmelzung vieler Religionen und Philosophien statt gefunden (Synkretismus). In Japan findet der Buddhismus vor allem im Ahnenkult seinen Ausdruck. Viele Japaner werden nach buddhistischem Ritus bestattet, d.h. verbrannt und in einer Urne beigesetzt.

    Und deswegen haben sie den zweiten Weltkrieg im Namen des Buddhismus angefangen?

    Sehe da irgend wie nicht den Zusammenhang 😕



  • árn[y]ék schrieb:

    Allerdings würde ich den Buddhismus niemals als Atheismus bezeichnen. Möglicherweise ist die Definition, die ich früher mal gelernt habe, ja inzwischen (oder überhaupt) veraltet, war waren Atheisten nicht diejenigen, die ganz bewusst sagen, dass es [k]keinen[/k] Gott gibt?

    naja, der buddhismus macht keine aussagen zur existenz oder nichtexistenz von göttern. wer sich für sein wohlbefinden götter schaffen will, der soll das tun. man kann buddhist sein, auch wenn man an götter glaubt (sofern man seine götter nicht über die buddhistische lehre stellt).
    🙂



  • Hab den Thread nicht mitgelesen, aber wollte nur kurz was zum Buddhismus sagen:
    IMHO ist der Buddhismus die "beste" Religion von allen, da seine Ansichten im Vergleich zu andren Religionen sinnvoll sind (also kein Quatsch mit Typen, die über Wasser laufen etc.) und ich die Weltanschauung sehr weise finde. (Wer schon mal einen tibetischen Mönch auf ner Konferenz gehört hat, weiß was ich meine; und kennt drüber hinaus auch noch den enormen Unterschied zwischen Weisheit und Intelligenz). Is vllt etwas Offtopic, aber wenn man sich die außergewöhnlichen Leistungen mancher buddhistischer Mönche ansieht, dann wird einem doch sehr eindrucksvoll bewusst, was ein Glaube doch bewirken kann.



  • Verwechsel aber bitte nicht "Quanfa" mit Buddhismus. Sicher sind die beiden eng miteinander verknüpft, dennoch sollte man sie trennen. Oder siehst du es bei den Okinawanern ähnlich? Die haben schließlich das Okinawate und das Kobujutsu (weiter)entwickelt. Aber nicht weil ihr Glaube ihnen befahl, sich zu stählern, sondern weil sie sich gegen die japanischen Besetzer zur Wehr setzen mussten. In den Shaolinklostern war es ähnlich. Sicherlich will ich nicht die geistige Reife oder physischen Fähigkeiten der Menschen dort anzweifeln, aber einfach zu sagen "das ist wegen dem Glaube", halte ich doch für etwas unausgegoren.



  • Und deswegen haben sie den zweiten Weltkrieg im Namen des Buddhismus angefangen?

    Vielleicht wirklich nicht das beste Beispiel für Aggressionen im Namen des Buddhismus, daher ziehe ich es zurück. Aber gerade friedliebend sind die Japaner auch nicht.



  • IMHO ist der Buddhismus die "beste" Religion von allen, da seine Ansichten im Vergleich zu anderen Religionen sinnvoll sind (also kein Quatsch mit Typen, die über Wasser laufen etc.) und ich die Weltanschauung sehr weise finde.

    So etwas würde ein Buddhist vermutlich nicht sagen, weil er damit eine extreme Haltung ("beste") einnimmt, sich selbst erhöht ("habe den einzig richtigen Glauben") und andere herab setzt. Das passt nicht zu dieser Lehre.

    Ob Jesus tatsächlich über Wasser laufen konnte, ist heute nicht mehr zu beweisen bzw. zu widerlegen. Aber warum sollte er dies als Sohn Gottes, der das Universum geschaffen hat, und als Teil der göttlichen Dreifaltigkeit nicht bewerkstelligen können? Selbst von Gott geschaffene Insekten beherrschen diese Fähigkeit. 🙂

    Menschen fahren mit eisernen Schiffen über Wasser und können mittels Technik fliegen.



  • Alle Weltreligionen sinnen im Übrigen auf den Weltfrieden.

    Das Ziel aller sollte sein, Frieden zu erlangen und mit allen Mitteln in Frieden zu leben. Buddhismus

    Frieden und Liebe sollten herrschen auf der ganzen Welt. Der Höchste Gott will den Frieden seiner Geschöpfe. Konfuzianismus

    Der gute Herrscher sinnt auf Frieden und nicht auf Krieg, er regiert durch Überzeugungskunst, nicht durch Stärke. Taoismus

    Gott ist ein Gott des Friedens und er wünscht den Frieden für alle Menschen. Hinduismus

    Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. NT

    Gott wird die Menschen zum Frieden führen. Wenn sie auf Ihn hören, so wird Er sie aus der Dunkelheit des Krieges zum Licht des Friedens führen. Islam

    Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen. Judentum

    Solche Texte findet man auch in anderen Religionen.

    Selbst dem Atheismus unterstelle ich nicht, dass er auf Krieg abzielt. Hier fehlt mir allerdings noch das schriftliche Gesamtwerk. 😉



  • ness schrieb:

    Äh, der thread hat sich ja verdammt schnell entwickelt, keine ahnung, ob es sinnvol ist, auf seite 14 auf einen post von seite 1 zu antworten, aber ich dachte schon an masochistisch. Schließlich hat der allmächtige gott sich selbst in Form von Jesus auf die Erde geschickt, um sich kreuzigen zu lassen..

    Da fällt mir nur etwas zu ein:

    Dreifaltigkeit: Eine überaus seltene, von Gläubigen daher hoch gepriesene Form von „multipler Göttlichkeit", etwa analog zum Krankheitsbild der „multiplen Persönlichkeit". Wäre Gott ein Mensch, müsste man ihn wohl mit starken Psychopharmaka behandeln, denn die Geschichte, die seine Dreifaltigkeit über sich selbst zum Besten gibt, hat es in sich:
    Ausgangspunkt war ein böser Streit mit einigen seiner Geschöpfe. Diesen Unfrieden wollte Gott beilegen - nachdem er es einige Male mit Massenvernichtungsaktionen versucht hatte (→ Sintflut, → Sodom und Gomorra) -, indem er sich selbst in die drei Segmente „Vater", „Sohn" und „Heiliger Geist" aufspaltete und bei all dem dennoch ein und derselbe ungeteilte und seit jeher existierende Gott blieb. Dann sendete er einen Teil seiner Selbst (nämlich den Heiligen Geist) aus, um eine Jungfrau namens Maria (→ Leihmutter) zu befruchten (→ Missbrauch, sexueller), die neun Monate später einen weiteren Teil seiner selbst (nämlich den Sohn) zur Welt brachte (→ Klonen).
    Der Gottessohn predigte eine Zeitlang in der Umgebung von Jerusalem, trieb Dämonen aus (→ Exorzismus) und vollführte gelegentlich kleinere Wunder. Seine eigentliche Bestimmung bestand aber darin, auf abscheuliche Weise hingerichtet zu werden, denn das hatten die Fantastischen Drei (Vater, Sohn und Heiliger Geist) von langer Hand geplant. Warum? Weil allein die Ermordung und Wiederauferstehung des zweiten Ichs (der Sohn) das erste Ich (Vater) über den Sündenfall hinwegtrösten konnte. Wahrscheinlich schüttelt sich der dritte im Bunde (der Heilige Geist) über die groteske Affäre bis heute noch vor Lachen.

    😃


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