"Gotteslästerung" - §166 des StGB verschärfen?



  • árn[y]ék schrieb:

    Allerdings würde ich den Buddhismus niemals als Atheismus bezeichnen. Möglicherweise ist die Definition, die ich früher mal gelernt habe, ja inzwischen (oder überhaupt) veraltet, war waren Atheisten nicht diejenigen, die ganz bewusst sagen, dass es [k]keinen[/k] Gott gibt?

    naja, der buddhismus macht keine aussagen zur existenz oder nichtexistenz von göttern. wer sich für sein wohlbefinden götter schaffen will, der soll das tun. man kann buddhist sein, auch wenn man an götter glaubt (sofern man seine götter nicht über die buddhistische lehre stellt).
    🙂



  • Hab den Thread nicht mitgelesen, aber wollte nur kurz was zum Buddhismus sagen:
    IMHO ist der Buddhismus die "beste" Religion von allen, da seine Ansichten im Vergleich zu andren Religionen sinnvoll sind (also kein Quatsch mit Typen, die über Wasser laufen etc.) und ich die Weltanschauung sehr weise finde. (Wer schon mal einen tibetischen Mönch auf ner Konferenz gehört hat, weiß was ich meine; und kennt drüber hinaus auch noch den enormen Unterschied zwischen Weisheit und Intelligenz). Is vllt etwas Offtopic, aber wenn man sich die außergewöhnlichen Leistungen mancher buddhistischer Mönche ansieht, dann wird einem doch sehr eindrucksvoll bewusst, was ein Glaube doch bewirken kann.



  • Verwechsel aber bitte nicht "Quanfa" mit Buddhismus. Sicher sind die beiden eng miteinander verknüpft, dennoch sollte man sie trennen. Oder siehst du es bei den Okinawanern ähnlich? Die haben schließlich das Okinawate und das Kobujutsu (weiter)entwickelt. Aber nicht weil ihr Glaube ihnen befahl, sich zu stählern, sondern weil sie sich gegen die japanischen Besetzer zur Wehr setzen mussten. In den Shaolinklostern war es ähnlich. Sicherlich will ich nicht die geistige Reife oder physischen Fähigkeiten der Menschen dort anzweifeln, aber einfach zu sagen "das ist wegen dem Glaube", halte ich doch für etwas unausgegoren.



  • Und deswegen haben sie den zweiten Weltkrieg im Namen des Buddhismus angefangen?

    Vielleicht wirklich nicht das beste Beispiel für Aggressionen im Namen des Buddhismus, daher ziehe ich es zurück. Aber gerade friedliebend sind die Japaner auch nicht.



  • IMHO ist der Buddhismus die "beste" Religion von allen, da seine Ansichten im Vergleich zu anderen Religionen sinnvoll sind (also kein Quatsch mit Typen, die über Wasser laufen etc.) und ich die Weltanschauung sehr weise finde.

    So etwas würde ein Buddhist vermutlich nicht sagen, weil er damit eine extreme Haltung ("beste") einnimmt, sich selbst erhöht ("habe den einzig richtigen Glauben") und andere herab setzt. Das passt nicht zu dieser Lehre.

    Ob Jesus tatsächlich über Wasser laufen konnte, ist heute nicht mehr zu beweisen bzw. zu widerlegen. Aber warum sollte er dies als Sohn Gottes, der das Universum geschaffen hat, und als Teil der göttlichen Dreifaltigkeit nicht bewerkstelligen können? Selbst von Gott geschaffene Insekten beherrschen diese Fähigkeit. 🙂

    Menschen fahren mit eisernen Schiffen über Wasser und können mittels Technik fliegen.



  • Alle Weltreligionen sinnen im Übrigen auf den Weltfrieden.

    Das Ziel aller sollte sein, Frieden zu erlangen und mit allen Mitteln in Frieden zu leben. Buddhismus

    Frieden und Liebe sollten herrschen auf der ganzen Welt. Der Höchste Gott will den Frieden seiner Geschöpfe. Konfuzianismus

    Der gute Herrscher sinnt auf Frieden und nicht auf Krieg, er regiert durch Überzeugungskunst, nicht durch Stärke. Taoismus

    Gott ist ein Gott des Friedens und er wünscht den Frieden für alle Menschen. Hinduismus

    Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. NT

    Gott wird die Menschen zum Frieden führen. Wenn sie auf Ihn hören, so wird Er sie aus der Dunkelheit des Krieges zum Licht des Friedens führen. Islam

    Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen. Judentum

    Solche Texte findet man auch in anderen Religionen.

    Selbst dem Atheismus unterstelle ich nicht, dass er auf Krieg abzielt. Hier fehlt mir allerdings noch das schriftliche Gesamtwerk. 😉



  • ness schrieb:

    Äh, der thread hat sich ja verdammt schnell entwickelt, keine ahnung, ob es sinnvol ist, auf seite 14 auf einen post von seite 1 zu antworten, aber ich dachte schon an masochistisch. Schließlich hat der allmächtige gott sich selbst in Form von Jesus auf die Erde geschickt, um sich kreuzigen zu lassen..

    Da fällt mir nur etwas zu ein:

    Dreifaltigkeit: Eine überaus seltene, von Gläubigen daher hoch gepriesene Form von „multipler Göttlichkeit", etwa analog zum Krankheitsbild der „multiplen Persönlichkeit". Wäre Gott ein Mensch, müsste man ihn wohl mit starken Psychopharmaka behandeln, denn die Geschichte, die seine Dreifaltigkeit über sich selbst zum Besten gibt, hat es in sich:
    Ausgangspunkt war ein böser Streit mit einigen seiner Geschöpfe. Diesen Unfrieden wollte Gott beilegen - nachdem er es einige Male mit Massenvernichtungsaktionen versucht hatte (→ Sintflut, → Sodom und Gomorra) -, indem er sich selbst in die drei Segmente „Vater", „Sohn" und „Heiliger Geist" aufspaltete und bei all dem dennoch ein und derselbe ungeteilte und seit jeher existierende Gott blieb. Dann sendete er einen Teil seiner Selbst (nämlich den Heiligen Geist) aus, um eine Jungfrau namens Maria (→ Leihmutter) zu befruchten (→ Missbrauch, sexueller), die neun Monate später einen weiteren Teil seiner selbst (nämlich den Sohn) zur Welt brachte (→ Klonen).
    Der Gottessohn predigte eine Zeitlang in der Umgebung von Jerusalem, trieb Dämonen aus (→ Exorzismus) und vollführte gelegentlich kleinere Wunder. Seine eigentliche Bestimmung bestand aber darin, auf abscheuliche Weise hingerichtet zu werden, denn das hatten die Fantastischen Drei (Vater, Sohn und Heiliger Geist) von langer Hand geplant. Warum? Weil allein die Ermordung und Wiederauferstehung des zweiten Ichs (der Sohn) das erste Ich (Vater) über den Sündenfall hinwegtrösten konnte. Wahrscheinlich schüttelt sich der dritte im Bunde (der Heilige Geist) über die groteske Affäre bis heute noch vor Lachen.

    😃



  • Erhard Henkes schrieb:

    Wenn es kein höheres Etwas, keine Seele und kein anders geartetes Jenseits gibt, dann ist dies hier mit all seiner Beschränktheit und Arm"seeligkeit" eben alles.

    Eventuell sind Deine Ansprüche an das "dies hier" einfach nur zu hoch.

    Erhard Henkes schrieb:

    Ein "gottloses" Leben führt zum Verderben, weil der Mensch sich in seiner Selbstüberschätzung über alles erhebt und damit das "Leben" vernichtet.

    Ohne diese "Selbstüberschätzung", wie Du es nennst, würden wir heute noch in Höhlen leben. Das kann es doch nicht sein.
    🙂



  • Erhard Henkes schrieb:

    Ob Jesus tatsächlich über Wasser laufen konnte, ist heute nicht mehr zu beweisen bzw. zu widerlegen. Aber warum sollte er dies als Sohn Gottes, der das Universum geschaffen hat, und als Teil der göttlichen Dreifaltigkeit nicht bewerkstelligen können? Selbst von Gott geschaffene Insekten beherrschen diese Fähigkeit.

    Woher willst du wissen ob es Jesus überhaupt gegeben hat? Ach ja, ich vergaß: Es steht in der Bibel. Und du glaubst alles, was da drin steht? Das ist doch lediglich eine Ansammlung von Geschichten, die sich irgendjemand vor langer Zeit ausgedacht hat. Genau so, wie sich damals irgendjemand die Sache mit den Göttern ausgedacht hat, da man noch nicht einfache Wetterphänomene erklären konnte. Das lief wohl in etwa so ab:

    Person A: Es regnet schon wieder. Warum eigentlich?
    Person B: Vielleicht ist ein Gott dafür zuständig?
    Person A: Du hast recht. Daran muss es liegen. Lass uns von nun an den Gott glauben und unseren Glauben "Christentum" nennen.
    Person B: Gute Idee. Schreiben wir am besten noch eine Buch mit vielen lustigen Geschichten, damit die Leute was zu lesen haben.
    Person A: Und lass wie das Buch "Bibel" nennen!
    Person B: Einverstanden.

    🤡



  • lol 😃


  • Mod

    ...und weil das Geschichtenbuch gar so aufregend ist hat es weltweit über 1,5 Milliarden Leser gefunden und ist nach 2000 Jahren noch bekannt. Ob John Grisham wohl neidisch ist?

    Edit: Sich über die tiefe Überzeugung von anderen lustig zu machen, ist ein bevorzugt bei Möchtegern-Erfüllt-Zufriedenen zu findendes primitives Merkmal.

    MfG SideWinder



  • @Erhard
    Solche dogmatischen Phrasen die den allerheiligsten Weltenfrieden zwischen allen Völkern postitulieren findest du in jeder Religion, mitnichten! Deswegen kann man über die gesamte Religion noch lange nicht aussagen, dass sie "dem Frieden entgegenstrebe".

    Viele Religionen vertreten die Ansicht, die einzig wahren zu sein. Um dies zu beweisen, schrecken sie vor beliebigen Taten nicht zurück. Ergo: Sie brechen den Frieden, um einen (Pseudo)Weltfrieden zu finden. So die Theorie. Wie die Praxis aussieht, sehen wir tagtäglich und zudem in der sich immer wieder rekapitulierenden Geschichte.

    Übrigens: Die Bibel beschreibt auch die Weltvernichtung; das neue Testament widmet ihm sogar ein gesamtes Kapitel, dass es zu allem Überfluss auch noch als "Offenbarung" tituliert. Zielt das Christentum nun etwa auf die Apokalypse ab? Deiner Argumentation zur Folge ja!



  • Es ist nicht entscheidend, was jemand glaubt/bekennt/für wahr hält, sondern allein, was er tut. Religion nicht als Lippenbekenntniss, sondern als praktizierte /gelebte Wahrheit.



  • Apokalypse

    Das ist ein separates Thema. Wenn jemand einen neuen Thread dazu aufmacht, trage ich mein Wissen und meine Erwartungen gerne bei, wird aber lang und schrecklich. ⚠



  • Erhard Henkes schrieb:

    Es ist nicht entscheidend, was jemand glaubt/bekennt/für wahr hält, sondern allein, was er tut.

    Ihr macht es einem aber auch schwer. Meines Wissens unterscheidet sich das Christentum von vielen anderen Religionen gerade dadurch, dass man durch den Glauben gerettet wird, nicht durch gute Taten. Naja vielleicht ist das auch wieder so ein Unterschied zwischen Katholen und Evangelen. Dass das alles unter Christentum läuft ist aber in jedem Fall seltsam.



  • Bashar schrieb:

    Erhard Henkes schrieb:

    Es ist nicht entscheidend, was jemand glaubt/bekennt/für wahr hält, sondern allein, was er tut.

    Ihr macht es einem aber auch schwer. Meines Wissens unterscheidet sich das Christentum von vielen anderen Religionen gerade dadurch, dass man durch den Glauben gerettet wird, nicht durch gute Taten. Naja vielleicht ist das auch wieder so ein Unterschied zwischen Katholen und Evangelen. Dass das alles unter Christentum läuft ist aber in jedem Fall seltsam.

    In der Tat. Und nein. Das Christentum (evangelisch) misst der Handlung in sofern keinen Wert zu, als dass sie sagt, dass das "aufrichtige Büßen" in Form von seine Fehler einsehen und daraus lernen alle Sünden vergibt. Da dieses Büßen aber wiederum eine Handlung ist, ist die Tat doch wieder wichtig.

    @Apokalypse
    Das ist kein separates Thema sondern ein Vergleich gewesen. Du pickst dir einzelne Stellen raus und machst daran fest, dass die Religion so oder so ein, ignorierst aber völlig andere nicht minder maßgebliche Teile der selben Schrift.



  • Erhard Henkes schrieb:

    Es ist nicht entscheidend, was jemand glaubt/bekennt/für wahr hält, sondern allein, was er tut.

    Da kann man nicht so einfach trennen. Beides gehört zusammen.
    Das was man tut, ist immer eine Folge aus dem, was man glaubt/bekennt/für wahr hält.
    🙂



  • SideWinder schrieb:

    ...und weil das Geschichtenbuch gar so aufregend ist hat es weltweit über 1,5 Milliarden Leser gefunden und ist nach 2000 Jahren noch bekannt. Ob John Grisham wohl neidisch ist?

    Edit: Sich über die tiefe Überzeugung von anderen lustig zu machen, ist ein bevorzugt bei Möchtegern-Erfüllt-Zufriedenen zu findendes primitives Merkmal.

    Ich wollte ihm nur auf eine andere, humorvollere Weise als reiner Logik klar machen, dass alles, was er glaubt und was er aus der Bibel oder von anderen Gläubigen gelernt hat, völlig falsch sein kann. Ich denke es gehört zum gesunden Menschenverstand, nicht einfach etwas als Wahrheit anzunehmen - unabhängig davon wie viel Billiarden anderer Menschen daran glauben - sondern alles zu hinterfragen. Wenn ich mich hätte lustig machen wollen, hätte das anders ausgesehen.

    Erhard Henkes schrieb:

    Es ist nicht entscheidend, was jemand glaubt/bekennt/für wahr hält, sondern allein, was er tut. Religion nicht als Lippenbekenntniss, sondern als praktizierte /gelebte Wahrheit.

    Um friedlich miteinander zu leben braucht es keine Religion mit übernatürlichen Wesen. Es braucht nur etwas gesunden Menschenverstand und ein paar einfache Regeln.



  • mastercpp schrieb:

    [
    Um friedlich miteinander zu leben braucht es keine Religion mit übernatürlichen Wesen. Es braucht nur etwas gesunden Menschenverstand und ein paar einfache Regeln.

    Schön wär's. Denn wer soll denn die Regeln festlegen?

    Außerdem müsste ich die Regeln doch dann wieder mit meinem gesunden Menschenverstand hinterfragen und mir meine eigenen machen, oder?



  • SeppSchrot schrieb:

    Schön wär's. Denn wer soll denn die Regeln festlegen?

    Die Gemeinschaft. Wir wollen ja keine Diktatur.

    SeppSchrot schrieb:

    Außerdem müsste ich die Regeln doch dann wieder mit meinem gesunden Menschenverstand hinterfragen und mir meine eigenen machen, oder?

    Eigene nicht, aber es ist immer eine gute Idee, sich mit anderen zusammen zu setzten, um die Regeln zu hinterfragen. Dadurch können sie verbessert werden.


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