[Musik] Fragen zu Tempo- und Vortragsbezeichnungen
-
Vielen Dank nochmals für eure ausführlichen und geduldigen Antworten.
Hat mit Sicherheit ein Nachspiel.
War für euch wahrscheinlich so, als will man mit einem Vulkanier über Emotionen diskutieren ...
Versuche gerade als Übung bei diversen "Nightwish"-Alben (Symphonic-Metal) die Vortragsart einzuschätzen ... Danach knöpfe ich mir noch Beethoven vor!

Wenn noch jemand zum Abschluss erweiterte Links hat, würde ich mich freuen.
cu
P84
-
konkret bedeutet das bspw. die akzentuierung einiger taktzeiten
genau das eigtl. Mit Vorgaben hats nix zu tun
Genauer, bestimmter noten.
Was es dann konkret ist ergibt sich aus den Noten.^^weiß nich, ich meine, das hatte ich mal irgendwann. so tranceartig, vllt. das gegenteil von "con moto", also demnach langsamer, zum genießen.
Ne. Wörtlich "mit geist" kann man vieldeutig interpretieren, und die ganzen Bezeichnungen sind bewusst vage gehalten. Man solls ja fühlen.
Finde aber auch, dass con spirito dem interpreten recht wenig sagt, oder mir zumindest. Aber aus dem Notenbild kann man sich imo meistens nen Reim drauf machen. Der Komponist möchte einem ja was mitteilen, meistens kapiert man schon was er ungefähr wollte.@links
mit google kann man folgendes finden:
http://www.music.vt.edu/musicdictionary/
vieles was mit con beginnt ist in diesem lexikon der übersichtlichkeit halber ohne das con, such also direkt nach den wörtern.Wie erkennt nun der Dirigent, dass das Orchester giocoso spielt?
In dem fall bedeutet es ja nur fröhlich im weitesten sinne, was ja noch konkret zu realisieren ist.
-
Also bei obigen Ausführungen fehlt noch der Hinweis, dass Vortragsanweisungen wie zum Beispiel "majestätisch" meist auch in einer bestimmtem Tonart (hier zum Beispiel meist in E-Dur <-> majestätisch) stehen bzw. die Kompositionsweise die jeweils vorgegebene Vortragsanweisung natürlich auch unterstützt.
Ein Swing wird man unter keinen Umständen majestätisch vortragen können usw.
-
W0lf schrieb:
Vortragsanweisungen wie zum Beispiel "majestätisch" meist auch in einer bestimmtem Tonart (hier zum Beispiel meist in E-Dur <-> majestätisch) stehen
Hm, darauf habe ich noch nicht geachtet, das ist mir neu! Ich meine spätestens seit dem wohltemperierten Klavier hat sich das doch sowieso erledigt. Und davor hatte man IMHO doch kaum solche Vortragsbezeichnungen. Da war es eben ein Präludium, eine Gigue, ein Bouree, eine Gavotte, eine Fuge ... Tänze und Formen eben, die den Charakter des Stückes beschrieben.
-
W0lf schrieb:
Vortragsanweisungen wie zum Beispiel "majestätisch" meist auch in einer bestimmtem Tonart (hier zum Beispiel meist in E-Dur <-> majestätisch) stehen
Das wenn ich mal an der Musikhochschule verkünde, frag ich mich wieviele zustimmen.
Das könnte vllt tendenziell sein...
...aber eigentlich haben Vortragsbezeichnungen nix mit der Tonart zu tun, und btw sind die meisten Musiker seit dem 17.Jhdt der Meinung gewesen dass mit der gleichtemperierung *kein* echter Unterschied mehr zwischen den Tonarten existiert.
-
randa schrieb:
...aber eigentlich haben Vortragsbezeichnungen nix mit der Tonart zu tun, und btw sind die meisten Musiker seit dem 17.Jhdt der Meinung gewesen dass mit der gleichtemperierung *kein* echter Unterschied mehr zwischen den Tonarten existiert.
Kaum ein Instrument wird wirklich temperiert gespielt. Keinen Unterschied macht es sicherlich beim Gesang oder mit einem temperierten Klavier. Für die meisten klassischen Instrumente trifft es dagegen nicht zu: Jedes Instrument hat bestimmte Tonlagen, die - aufgrund von Resonanzerscheinungen - besser klingen als Andere, bei Instrumenten wie der Orgel kommt dann noch hinzu, dass man sie nicht umstimmen kann und je nach Instrument bestimmte Tonarten von vornherein vermieden werden. Bei Saiteninstrumenten etwa schwingen nicht angespielte Saiten mit, insbesondere beim gleichen Ton, eine Tonart, die viele dieser Töne enthält (etwa C-, D-Dur bei den Streichinstrument [C,G,D,A,E] ) klingt dort viel voller als ein Tonart wie Fis-Dur, die gar keine dieser Töne hat). In diesem Licht ist auch die Entscheidung für eine bestimmte Tonart bei der Komposition zu sehen, einen tendenziellen Zusammenhang zwischen Tonlage und Vortragweise (die mit einer bestimmten Klangvorstellung verknüpft ist) würde ich dann aber nur innerhalb einer Instrumentengruppe sehen. Natürlich gibt es noch andere Faktoren, die die Wahl der Tonart bestimmen, Spielkeit spielt sicherlich auch eine Rolle. Im abstrakten Sinne mag es keine Unterschied zwischen den Tonarten geben, bezogen auf das Spiel mit einem konkreten Instrument sieht es dagegen ganz anders aus.
-
camper schrieb:
Kaum ein Instrument wird wirklich temperiert gespielt. Keinen Unterschied macht es sicherlich beim Gesang oder mit einem temperierten Klavier. Für die meisten klassischen Instrumente trifft es dagegen nicht zu: Jedes Instrument hat bestimmte Tonlagen, die - aufgrund von Resonanzerscheinungen - besser klingen als Andere
das hab ich nicht bedacht; stimmt. Auf der anderen seite: selbst wenn ich mitteltönig stimme und fis moll habe kann ich majestätisch spielen.
Oder fröhlich. Charakter hat doch erstmal nichts mit Intervallqualität zu tun 
Sicher ist jedenfalls, dass es auf einem Klavier egal ist.
-
randa schrieb:
Das wenn ich mal an der Musikhochschule verkünde, frag ich mich wieviele zustimmen.
Das könnte vllt tendenziell sein...Mach das, denn genau diese Erkenntnis habe ich aus solch einer musikwissenschaftlichen Vorlesung an der Uni

-
W0lf schrieb:
Also bei obigen Ausführungen fehlt noch der Hinweis, dass Vortragsanweisungen wie zum Beispiel "majestätisch" meist auch in einer bestimmtem Tonart (hier zum Beispiel meist in E-Dur <-> majestätisch) stehen bzw. die Kompositionsweise die jeweils vorgegebene Vortragsanweisung natürlich auch unterstützt.
Ein Swing wird man unter keinen Umständen majestätisch vortragen können usw.
Ich habe jedenfalls eine gute Referenzquelle für "majestätisch!".
Man nehme einfach ein 200 Mann/Frau Chor und spiele "O Fortuna" der Carmina Burana
:
http://youtube.com/watch?v=hhITslxZFhs&feature=related
-
Prof84 schrieb:
Ich habe jedenfalls eine gute Referenzquelle für "majestätisch!".
Man nehme einfach ein 200 Mann/Frau Chor und spiele "O Fortuna" der Carmina Burana
:
http://youtube.com/watch?v=hhITslxZFhs&feature=relatedWie wäre es mit "Also sprach Zarathustra" vom alten Strauss

-
W0lf schrieb:
Wie wäre es mit "Also sprach Zarathustra" vom alten Strauss

Not bad, not bad ...
Da setze ich doch gleich die Rückhand mit Wagner ein:
http://de.youtube.com/watch?v=GSKL5E3zSjs&feature=related
-
Prof84 schrieb:
Da setze ich doch gleich die Rückhand mit Wagner ein:
http://de.youtube.com/watch?v=GSKL5E3zSjs&feature=relatedDer gute alte Mozart musste jetz kommen

-
randa schrieb:
Prof84 schrieb:
Da setze ich doch gleich die Rückhand mit Wagner ein:
http://de.youtube.com/watch?v=GSKL5E3zSjs&feature=relatedDer gute alte Mozart musste jetz kommen

Unheimlich schwer zu erraten, wer jetzt kommt
:
http://de.youtube.com/watch?v=O2AEaQJuKDY&feature=related
http://de.youtube.com/watch?v=cSEqQsAXbJw&feature=relatedIch werde verrückt - alle Karajan Aufführungen der 9. 5. und 3. Symphonie! - Geil!
