Verschlüsselt ihr eure E-Mails?



  • Shade Of Mine schrieb:

    @Jetzt verstanden?:
    Wozu gibt es diese Keyserver wenn man ihnen nicht vertraut.

    Gute Frage. Eigentlich Stromverschwendung, da man die Keyserver eh nur für Mails verwendet, die man sonst unverschlüsselt übertragen hätte.



  • Shade Of Mine schrieb:

    rüdiger schrieb:

    Meine Oma wäre sicher nicht in der Lage E-Mails zu versenden.

    Interessant. Warum nicht?

    Weil Software nicht intuitiv ist. 🙄

    Und du gehst hier auch die ganze Zeit nur von dem aus, was du kennst und meinst es sei intuitiv...‚



  • @rüdiger: hast du lust deine these mal zu begründen? oder irgendetwas anderes vorzustellen, das in deinem sinne intuitiv ist (sei darauf vorbereitet, dass ich direkt sage: "das ist nicht intuitiv, dir kommt's nur intuitiv vor weil du's kennst).



  • Atmen ist intuitiv.



  • Jester schrieb:

    (sei darauf vorbereitet, dass ich direkt sage: "das ist nicht intuitiv, dir kommt's nur intuitiv vor weil du's kennst).

    Jester hat ein " vergessen 😮 😮 😮



  • Das liefere ich dann ganz zum Schluß des Threads noch nach, dann kann ich behaupten ich hätte das alles schon vorher gesagt. 😉



  • rüdiger schrieb:

    Weil Software nicht intuitiv ist. 🙄

    Sie muss nicht intuitiv sein um leicht zu verwenden zu sein. Intuitiv ist so ein schwammiges Wort - was genau ist intuitiv? Viel besser ist der Ansatz: setz 100 User davor und schau nach wieviele auf Anhieb damit klar kommen.

    Der Trick ist den User zu fuehren - er soll sich nicht mit der Software beschaeftigen muessen. Viele Faktoren die frueher ein komplexer Punkt waren sind heute implizit in der Software enthalten.

    Beispiel Updates. Gute Software aktualisiert sich selber bzw. meldet das mit einem klick auf "Updaten" alle updates geladen werden koennen. Frueher waren Updates etwas furchtbares und sind es teilweise immer noch, weil die Programmierer zu faul sind Auto-Updates zu verwenden. Frueher konnte kein Otto Normal User ein Windows Service Pack installieren. Heute macht Windows das selbst. (selbiges gilt natuerlich fuer die meisten anderen Betriebssysteme).

    Beispiel HTML Mails. Frueher war es eine strikte Trennung zwischen HTML mails und plain text mails. Heute kann ein User nichtmal mehr erkennen ob es ein HTML Mail ist oder nicht - es interessiert ihn ja auch garnicht.

    In einem Buch dass ich vor Jahren mal gelesen habe, ging es darum dass Software wie ein Butler ist. Wuerde ich meinen Butler sagen: Ich habe den Public Key von Karl geholt, bitte schicke ihm diesen Brief mit diesem privaten Schluesseln verschluesselt? Oder wuerde ich eher sagen: schicke diesen Brief Karl.

    Ein Butler der diese Aktionen nicht selbststaendig ausfuehren kann, ist kein guter Butler. Das Problem ist naemlich: alle Aktionen werden unendlich komplex. Viele Sachen die wir heute nichtmal mehr Wahrnehmen weil sie einfach in die Software integriert ist waren frueher komplizierte Sachen. Wenn man fuer jede Aktion die die Software einem abnimmt einen klick machen muesste, waere Software heute nicht mehr bedienbar. Verschluesselung von Mails wird in spaetestens ein paar Jahrzehnten einfach nicht mehr wegzudenken sein und niemand wird mehr wissen _dass_ die Mails verschluesselt werden. Weil die Notwendigkeit nicht besteht. Genausowenig ist es interessant ob es eine HTML Mail ist oder ob der Anhang inline ist oder nicht.

    Den normalen User interessiert es einfach nicht. Das ist der Punkt. Software ist ein Butler - wenn ich meinem Butler sage "schicke einen Brief" und der Butler technisch in der lage ist den Brief zu verschluesseln dann soll er es auch machen aber mich bloss nicht nerven.

    virtuell Realisticer schrieb:

    Merkwuerdig dass es Bereiche gibt, wo dieser Mehraufwand (Sicherheit ist
    nie kostenlos) niemanden stoert.

    Sicherheit _kann_ kostenlos sein. Beispiel: Eine Tuer die automatisch schliesst wenn sie zufaellt. Super Sache das. Und ich sehe das ueberall im Einsatz. Weil es einfach sicherer ist als wenn ich immer zusperren muesste - weil das Niemand machen wuerde.

    Kostenlose Sicherheit.

    Andere Beispiele sind zB automatische Logouts/bzw. Bildschirmsperren. Kein Mensch logt sich aus wenn er mal kurz aufsteht, aber automatisch eine super Sache. Generell die ganzen Session Timeouts. Wunderbar. Kostenlose Sicherheit.

    Oder nicht direkt Sicherheit aber zB Papierkoerbe in Computern. Super Sache. 0 Aufwand fuer den User und der Papierkorb kann dynamisch die zu alten Dateien wegwerfen und dennoch eine starke Undo Funktion bieten.

    Sicherheit hat ihren Preis - das mag aus finanzieller Sicht stimmen aber aus zeitlicher Sicht ist es umgekehrt: Sicherheit die Zeit kostet ist keine Sicherheit. Denn frueher oder spaeter vergisst man mal darauf und/oder ist zu faul.

    Oder schnallst du dich beim Autofahren nicht an, weil diese Sicherheit einen
    minimalen aufwandt darstellt?

    Es gibt Leute die das nicht tun weil sie zu faul sind. Deshalb sind Gurte nicht ideal. Es gibt nichts besseres, aber nur weil es nichts besseres gibt, ist das bestehende nicht unbedingt gut.

    Viele Autos warnen deshalb auch wenn der Fahrer nicht angeschnallt ist. Aber schau dich mal um: wieviele Leute, vorallem auf den Ruecksitzen fahren unangeschnallt?

    Viel zu viele. Und warum? Weil sie denken der Gurt ist boese und beisst sie? Nein, sondern weil sie einfach zu faul sind und sich nicht fuer Sicherheit interessieren. (dass sie sich interessieren _sollten_ ist ein komplett anderes thema).

    Ich habe keine Statistik bei der Hand, aber wieviele Unfaelle koennten glimpflicher ausgehen wenn alle Leute angeschnallt waeren?

    Den ganzen Stress, den man beim Online-Banking mit den TAN's hat, scheint
    Millionen von Buergen nichts auszumachen. Sie sind bereit, diesen Aufwandt
    fuer die Sicherheit der Transaktion in kauf zu nehmen.

    Wiederum weil es nichts besseres gibt. Kreditkarten und Paypal sind deshalb auch weitaus beliebter und die Leute zahlen viel viel lieber per Kreditkarte als sich mit TANs rumzuschlagen.

    Manchmal kommt man an TANs nicht vorbei - aber fuer alles andere hat man eine Kreditkarte oder einen Paypal Account.

    Aber E-Mails stellen ploetzlich etwas voellig anderes dar, wo jeder minimale
    Aufwandt zuviel ist? Da stimmt irgendwo was nicht.

    Ich wiederhole es nochmal:

    Sicherheit muss implizit erfolgen. Eine Tuer ist nur dann sicher, wenn sie automatisch verriegelt. Eine Verbindung nur dann sicher wenn sie automatisch verschluesselt.

    Alles was man haendisch machen muss, wird unterlassen. Wenn es nicht anders geht, wie zB mit online banking und TANs, dann muss man es halt machen. Aber frag mal rum wie begeistert die Leute von TANs sind. Also ich kenne Niemanden der sagt "bo ey, mit TANs ist die Sicherheit meiner Banktransaktionen echt hammer maessig". Ich hoere dagegen immer wieder Leute auf TANs fluchen weil sie vergessen haben den letzten durchzustreichen oder weil sie sich vertippt haben.

    Aber erklaer mir mal einer warum Keyserver komplett nutzlos sind? Das schlimmste was passieren kann ist, dass ich einmal eine Mail mit dem falschen public key an die richtige Adresse schicke. Das wuerde voraussetzen dass der Keyserver oder der Empfaenger kompromitiert wurde. Wurde der Empfaenger kompromitiert, ist eh alles egal. Denn dann hilft Verschluesselung ja eh nichts weil der Angreifer entweder den private Key kennt oder aber den Public Key manipulieren kann - was auf das selbe hinauslaeuft.

    Wurde der Keyserver kompromitiert sieht die Sache natuerlich anders aus. Aber da sind hoffentlich faehige Leute am Werk die den einbruch bemerken. Und dagegen kann man sich nicht viel schuetzen - es kann einem ja immer und ueberall passieren dass die Server kompromitiert werden.

    Das ganze setzt natuerlich eine echtheit bestaetigung des Users voraus, was uU aktuell fehlt. In einem solchen Fall waeren die Server natuerlich total nutzlos. Aber das ist ja technisch kein Aufwand die Identitaet einer mail adresse zu verifizieren. Das ganze kann uebrigens auch automatisch ablaufen 😉

    Wir haben also fuer taeglichen Mailverkehr ploetzlich erreicht dass alles verschluesselt ablaeuft ohne dass der User nur einen Finger rueheren hat muessen (OK, den mauszeiger herumbewegen waehrend der private key generiert wird). Wenn ich mir nun nicht sicher sein sollte dass der Public Key von meinem Gespraechspartner echt ist, kann ich immer noch die ganzen schritte haendisch machen. Da spricht nichts dagegen und ist fuer die 1% der leute wo das relevant ist auch durchaus in ordnung. Aber was ist mit den 99% wo es bei der Sicherheit nicht um Leben und Tod geht?

    Wenn ich neue Hardware in der Firma bestelle, dann waere es ansich super wenn das verschluesselt waere, weil es niemanden etwas angeht was wir fuer Hardware kaufen. Aber waere es mir wert mich bei unseren Partnern um einen etwaigen public key umzuhoeren? nein... soviel wert ist mir dieses nice-to-have feature dann doch nicht...



  • Hallo!

    So weiß ich weiß kann Enigmail automatisch einen Public Key von einem Keyserver holen.

    BTW: Wenn das alles so automatisch ablaufen soll, wie "Shade of Mine" sagt, müsste der Public Key auch automatisch auf einen der Keyserver hoch geladen werden. Aber wir wollen doch nicht, dass ein Programm einfach Daten von einem irgendwo hoch lädt, oder? Also muss das doch wieder händisch gemacht werden, womit die von "Shade of Mine" propagierte Automation hin wäre. Ergo: Transparente E-Mail-Verschlüsselung ist ein frommer Traum, aber nicht durchführbar.

    MfG
    E-Techniker



  • Jester schrieb:

    @rüdiger: hast du lust deine these mal zu begründen? oder irgendetwas anderes vorzustellen, das in deinem sinne intuitiv ist (sei darauf vorbereitet, dass ich direkt sage: "das ist nicht intuitiv, dir kommt's nur intuitiv vor weil du's kennst).

    Schau dir einfach an, wie deine Verwandten und Bekannten mit Software umgehen. Also ich kenne kaum jemand, der mit der Software wirklich zurecht kommt und sich damit nicht intensiver befasst. Deshalb halte ich Software nicht für intuitiv.

    @Shade Of Mine
    Früher haben Leute auch ihre Briefe verschlüsselt, dass hat auch nicht der Butler gemacht und war umständlicher, schwieriger und nicht wirklich sicher.



  • rüdiger schrieb:

    Früher haben Leute auch ihre Briefe verschlüsselt, dass hat auch nicht der Butler gemacht und war umständlicher, schwieriger und nicht wirklich sicher.

    Wie viele Leute haben das gemacht? 😕 Es geht ja auch jetzt, aber eben nur kompliziert.

    chrische



  • rüdiger schrieb:

    Schau dir einfach an, wie deine Verwandten und Bekannten mit Software umgehen. Also ich kenne kaum jemand, der mit der Software wirklich zurecht kommt und sich damit nicht intensiver befasst. Deshalb halte ich Software nicht für intuitiv.

    reicht es wenn ich dir sage, dass meine Oma emails verschickt? Oder soll ich dir auch noch aufzählen was die jüngeren Generationen machen?



  • E-Techniker schrieb:

    So weiß ich weiß kann Enigmail automatisch einen Public Key von einem Keyserver holen.

    Wenn es das kann, super. Stand aber nicht in der Doku drinnen die ich gelesen habe.

    Aber wir wollen doch nicht, dass ein Programm einfach Daten von einem irgendwo hoch lädt, oder? Also muss das doch wieder händisch gemacht werden, womit die von "Shade of Mine" propagierte Automation hin wäre. Ergo: Transparente E-Mail-Verschlüsselung ist ein frommer Traum, aber nicht durchführbar.

    Warum wollen wir das nicht? Es sind ja keine sensiblen Daten oder derartiges. Es ist nichts anderes als mein Benutzername (email adresse) mit meiner BenutzerId (public key).

    rüdiger schrieb:

    Schau dir einfach an, wie deine Verwandten und Bekannten mit Software umgehen. Also ich kenne kaum jemand, der mit der Software wirklich zurecht kommt und sich damit nicht intensiver befasst. Deshalb halte ich Software nicht für intuitiv.

    Dann verwenden sie die falsche Software. Die meiste Software ist Schrott, keine Frage. Aber es gibt auch gute Software die fast jeder bedienen kann ohne sich damit zu beschäftigen. Bestes Beispiel ist hier wohl Apple. Die meiste Software ist leicht benutzbar und insich logisch aufgebaut.

    Früher haben Leute auch ihre Briefe verschlüsselt, dass hat auch nicht der Butler gemacht und war umständlicher, schwieriger und nicht wirklich sicher.

    Themenverfehlung. Aber derbst.
    Der Punkt ist ja gerade die Benutzbarkeit.

    Ich kann mit Codetabellen auch händisch die Emails verschlüsseln, macht aber kein Mensch. Warum nicht? Weil es Aufwand ist. Davon rede ich hier doch die ganze Zeit.

    Wieviele Menschen Verschlüsseln normale Briefe? Man muss nur ne Codetabelle hernehmen und schon geht es zack zack. Der Aufwand ist es aber nicht wert. Genau deshalb braucht man 100% automatisierte mechanismen. Den User interessiert verschlüsselung nicht. Er will Emails verschicken.

    Deshalb die Analogie mit dem Butler. Wenn jeder Software so designen würde als wäre sie ein Butler, wären wir Jahre weiter... Ich bin zB sehr froh dass Apple aktuell sehr gut fährt, das bringt die Industrie um Jahre weiter. Bsp: Final Cut Studio, iPhone, iPod, iPhoto, iWork,... alles Produkte die technisch nichts besonderes sind - aber die Benutzbarkeit steht im Vordergrund und deshalb sind diese Anwendungen um Jahre vor der Konkurrenz (obwohl sie Feature mäßig oft Jahre zurück hängen).



  • Shade Of Mine schrieb:

    Ich bin zB sehr froh dass Apple aktuell sehr gut fährt, das bringt die Industrie um Jahre weiter. Bsp: Final Cut Studio, iPhone, iPod, iPhoto, iWork,... alles Produkte die technisch nichts besonderes sind - aber die Benutzbarkeit steht im Vordergrund und deshalb sind diese Anwendungen um Jahre vor der Konkurrenz (obwohl sie Feature mäßig oft Jahre zurück hängen).

    fortschritt entsteht in meinen augen erst dann, wenn er für die breite masse leistbar ist. deshalb ist apples neues flunder-notebook keineswegs ein fortschritt. ebenso wenig wie das iphone.

    und zur email verschlüsselung: solange die leute skype verwenden und seelen-striptease in ihren blogs veranstalten, ist das sowieso vollkommen egal, ob sie ihre mails verschlüsseln. außerdem wird auch viel vertrauliche information per IM ausgetauscht, was ebenso unverschlüsselt ist. viele interessiert das halt einfach nicht. ich hab jahre vergeudet, informatikstudenten dazu zu überreden. kein erfolg.



  • chrische5 schrieb:

    Wie viele Leute haben das gemacht? 😕 Es geht ja auch jetzt, aber eben nur kompliziert.

    Es ist eben nicht kompliziert. 🙄

    Jester schrieb:

    rüdiger schrieb:

    Schau dir einfach an, wie deine Verwandten und Bekannten mit Software umgehen. Also ich kenne kaum jemand, der mit der Software wirklich zurecht kommt und sich damit nicht intensiver befasst. Deshalb halte ich Software nicht für intuitiv.

    reicht es wenn ich dir sage, dass meine Oma emails verschickt? Oder soll ich dir auch noch aufzählen was die jüngeren Generationen machen?

    Und kommt sie mit der Software von selbst zurecht? Oder hat ihr irgend wer alles erklären und viermal vormachen dürfen? Wirst du (oder ein anderer Verwandter) immer angerufen, sobald etwas in dem normalen Ablauf nicht klappt?

    Shade Of Mine schrieb:

    Bestes Beispiel ist hier wohl Apple. Die meiste Software ist leicht benutzbar und insich logisch aufgebaut.

    Meine Eltern nutzen zB einen Apple. Damit kommen die genauso gut/schlecht zurecht wie mit KDE vorher. Auch Apple kocht nur mit Wasser und das ist oft eher lauwarm.

    Shade Of Mine schrieb:

    Wieviele Menschen Verschlüsseln normale Briefe? Man muss nur ne Codetabelle hernehmen und schon geht es zack zack. Der Aufwand ist es aber nicht wert. Genau deshalb braucht man 100% automatisierte mechanismen. Den User interessiert verschlüsselung nicht. Er will Emails verschicken.

    Ob er jetzt noch ein Passwort eingeben muss bevor er E-Mails verschickt stört ja zB nicht wirklich. Wäre das schon immer so gewesen, dann würdest du es vermutlich hier als intuitiv verteidigen. Das man vorher zweimal klicken muss um irgend einen Schlüssel zu importieren stört auch nicht. Wäre das schon immer so gewesen, dann würdest du es vermutlich hier als intuitiv verteidigen.

    Aber im Grunde ist es mir ziemlich egal, ob Hans Mustermann seine E-Mails verschlüsselt. Die meisten Menschen machen Sicherheitstechnisch eh katastrophale Dinge. Was dagegen viel wichtiger ist, dass man den Kommunikationspartnern - mit denen man verschlüsselt kommunizieren will - ohne Probleme Verschlüsselungssoftware installieren und mit ein paar Handgriffen zeigen kann, wie es funktioniert. Also ähnlich wie man auch normalerweise einem Hans Mustermann beibringt, wie man E-Mails verschickt. Ob man einen Klick mehr oder weniger machen muss interessiert die meisten Anwender imho überhaupt nicht. Wichtig ist eher die Vorgehensweise. Ist die immer gleich und so wie in der Vorführung, dann ist alles in Ordnung.



  • rüdiger schrieb:

    Und kommt sie mit der Software von selbst zurecht? Oder hat ihr irgend wer alles erklären und viermal vormachen dürfen? Wirst du (oder ein anderer Verwandter) immer angerufen, sobald etwas in dem normalen Ablauf nicht klappt?

    sie hat sich wohl ein paar Bücher besorgt, kommt sonst aber wohl von selbst zurecht. ich habe ihr weder irgendwas gezeigt noch werde ich angerufen.



  • Jester schrieb:

    rüdiger schrieb:

    Und kommt sie mit der Software von selbst zurecht? Oder hat ihr irgend wer alles erklären und viermal vormachen dürfen? Wirst du (oder ein anderer Verwandter) immer angerufen, sobald etwas in dem normalen Ablauf nicht klappt?

    sie hat sich wohl ein paar Bücher besorgt, kommt sonst aber wohl von selbst zurecht. ich habe ihr weder irgendwas gezeigt noch werde ich angerufen.

    Dann scheint sie ja mit Computern besser umgehen zu können, als ein Großteil meiner Kommilitonen ;). Aber wenn sie Bücher braucht, ist das auch kein wirkliches Zeichen für Intuitivität :p.



  • Haste nun auch noch ein Beispiel für was intuitives? Klingt ja fast so als gäbe es garnix was intuitiv ist.



  • Hallo

    rüdiger schrieb:

    chrische5 schrieb:

    Wie viele Leute haben das gemacht? 😕 Es geht ja auch jetzt, aber eben nur kompliziert.

    Es ist eben nicht kompliziert. 🙄

    Sagst du mal so... 🙄 Ich hatte enigmail installiert und fand es alles andere als eine schnelle und gute Lösung.

    chrische



  • rüdiger schrieb:

    Ob er jetzt noch ein Passwort eingeben muss bevor er E-Mails verschickt stört ja zB nicht wirklich. Wäre das schon immer so gewesen, dann würdest du es vermutlich hier als intuitiv verteidigen. Das man vorher zweimal klicken muss um irgend einen Schlüssel zu importieren stört auch nicht. Wäre das schon immer so gewesen, dann würdest du es vermutlich hier als intuitiv verteidigen.

    Passwörter sind furchtbar. Aber ich glaube du magst garnicht verstehen. Was ich als leicht benutzbar versuche dir zu erklären ist: keine aktion des Users notwendig.

    Genau darauf läuft es hinaus. Ich sage garnichts gegen KDE oder GNOME weil sonst werde ich gehängt - aber Usability ist etwas anderes.

    Usability ist, wenn die Software das macht was sie soll ohne dass ich ihr explizit sagen muss was sie machen soll. Deshalb der Butler.

    Passwörter sind hier zB enorm furchtbar und sie bieten im allgemeinen kaum sicherheit. letztens wiedermal in Martins Blog gelesen und gedacht: "einfach nur wahr".

    Ein Passwort ist nur dann sicher wenn es unbenutzbar ist. Weil es sich regelmäßig ändert und lange ist und aus sinnlosen zeichen besteht. Und jetzt schau dir das standard passwort der User an: ihr vorname.

    Nicht umsonst werden viele Studien gemacht wie man das Passwort wegbekommen kann und durch etwas intuitiveres ersetzen kann. aktuell geht die forschung richtung assoziationen - ich kann dich da gerne mal einführen, aber das ist ja hier nicht das thema.

    worum es geht ist, dass der User keine Clicks mehr machen muss als unbedingt notwendig. Idealerweise ist das genau 0 klicks pro aktion. Mails schreiben sind aktuell 2 klicks: Mail Öffnen, text schreiben, Mail senden. Viele Clients reduzieren dies auf 1 click, indem sie ein "sofort reply" Feld anbieten - unterhalb der Nachricht die der User gerade liest.

    Wie füge ich jemanden zu den Kontakten hinzu? 2 Clicks? Rechte Maustaste auf den User der mir eine Mail geschrieben hat und dann hinzufügen? Nein, garkein click. Jeder der mir eine Mail schreibt ist in meiner Kontaktliste.

    So reduziert man die Clicks die ein User machen muss. Im Idealfall hat eine Aktion 0 clicks. Bei den meisten geht das nicht, zB eine mail senden. aktuell kommt man von 1 click nicht runter.

    das soll dir zeigen worum es geht. Klar kann man vor jeder aktion den user um 20 passwörter bitten und er wird sie eingeben wenn er keine andere wahl hat, aber er wird fluchen. Das ist nicht der Butler den er will. Du verlangst aktuell eine verdopplung der klicks um eine Mail zu senden und dann noch zusätzlichen setup aufwand. Warum sollte der user den doppelten aufwand in kauf nehmen? Was bietet die verschlüsselung dem user, dass er sie will? garnichts. 99% aller Mails die der user schreibt sind komplett uninteressant. Verschlüsselung hat also keinen direkten Mehrwert. Es ist ein "nice to have" feature für die meisten anwender.

    Was dagegen viel wichtiger ist, dass man den Kommunikationspartnern - mit denen man verschlüsselt kommunizieren will - ohne Probleme Verschlüsselungssoftware installieren und mit ein paar Handgriffen zeigen kann, wie es funktioniert.

    Und genau das ist der falsche ansatz. Oder wohl eher: der richtige ansatz aber nicht weit genug gedacht.
    Ich denke an ein system wo du das garnicht mal mehr machen musst, weil der Kommunikationspartner sowieso schon alle Mails verschlüsselt (ohne es zu wissen).

    Ob man einen Klick mehr oder weniger machen muss interessiert die meisten Anwender imho überhaupt nicht. Wichtig ist eher die Vorgehensweise.

    Wenn du den User fragst: ja, dann wird er dir das sagen.
    Wenn du aber Usability Statistiken anfertigst, wirst du komplett anderes erleben.

    Was stört dich denn genau daran, wenn jeder User alle seine Mails verschlüsselt? Was ist daran schlecht? Leidet deine Sicherheit darunter? Nein. Leidet seine Sicherheit darunter? Nein. Man braucht automatisierungen um den User die Aufgaben zu erleichtern.

    Warum heulen die Leute über Windows Vista und deaktivieren die UAC? UAC ist etwas tolles. aber man muss regelmäßig klicken. das macht die leute komplett fertig.



  • namenlos schrieb:

    fortschritt entsteht in meinen augen erst dann, wenn er für die breite masse leistbar ist. deshalb ist apples neues flunder-notebook keineswegs ein fortschritt. ebenso wenig wie das iphone.

    Zum Thema iPhone kann ich nur sagen, schau dir die SmartPhone Industrie einmal an. Jahrelanger kompletter stillstand der industrie. Ein Smartphone vor dem iPhone und ein Smartphone von vor 70 jahren waren prinzipiell identisch.

    was sich getan hat war ein enormer schock für die komplette industrie. der wettbewerb hat sich komplett neu belebt - das ist der fortschritt. Dadurch waren die anderen Herrsteller unter zugzwang und endlich tut sich etwas am smartphone markt.

    und das obwohl das iphone technisch an die neuesten nokia geräte nicht rankommt. ob apple sich halten bzw. gegen nokia durchsetzen kann, sei mal dahingestellt - aber die entwicklungen seit der iPhone ankündigung im vergleich zu den jahren davor sind enorm.

    der user hat davon erstmal garnichts. erst in einigen jahren werden die techniken ausgereift genug sein und in der massenfertigung integriert sein, dass otto normal user etwas davon hat. fortschritt ensteht also nicht erst, wenn der user davon profitiert. Das sind dann die auswirkungen vom fortschritt.


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