CPUs sind in Sockeln und GPUs auf Steckkarten. Warum?
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Naja, vielleicht nochmal ein paar Gedanken dazu: Das ist natürlich eine Frage der Modularität. Man will unter Umständen bestimmte Komponenten eines Rechners gegen andere austauschen. Gerade bei GPUs geht die Entwicklung momentan ja enorm schnell. Und das verändert auch die elektronischen Anforderungen dieser Chips. Wenn Du soetwas direkt auf dem Mainboard hast, dann bist Du stärker an bestimmte Normen gebunden, die zu irgendeinem Zeitpunkt einmal festgelegt wurden, als wenn Du eine Karte hast. Weiterhin ist es eine Frage des Platzes: Ein Slot für eine Steckkarte nimmt auf dem Mainboard nicht sooo viel Platz weg. Wenn man neben der eigentlichen GPU noch ne Menge weitere Elektronik auf der Karte platzieren muss, dann ist durchaus die Frage da, ob das so alles auf dem Mainboard Platz hat. Es gibt allerdings Chipsätze, die Grafikfunktionalität bieten.
Wenn man die zukünftige Entwicklung betrachtet, dann wird es aber sicherlich in die Richtung gehen, dass die unterschiedlichen Komponenten in einem Rechner immer näher aneinanderrücken. Das ist eine Preisfrage und eine Frage der Interchipkommunikation: Beide Aspekte verbessern sich, wenn die Komponenten aneinanderrücken. Sei es nun auf eine Plattine, in ein Package oder noch besser in einen Chip. Entsprechende Ansätze bezüglich der Vereinigung von CPU und GPU sind ja zum Beispiel bei AMDs "Fusion"-Konzept zu sehen. Und auch Intel hat entsprechendes zu bieten. Auch die Integration des Speicherkontrollers in die CPU stellt so eine Entwicklung dar. Und wenn man den Chipsatz ansieht, wird dort natürlich auch immer mehr integriert. Sicherlich kommen wir so auf Dauer näher an "System-on-a-Chip"-Geräte für den allgemeinen Einsatz.
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Mal ne Frage zu GPUs: Bei so einigen Distibuted Computing Projekten sind aktuelle GPUs aktuellen CPUs ja weit überlegen (z.B. Folding@Home). Wo haben die GPUs eigentlich Vorteile gegenüber CPUs? Hauptsächlich beim Rechnen mit Vektoren und Matrizen (SIMD?), oder? Vielleicht sollte ich besser anders rum Fragen: In welchen Bereichen sind GPUs den CPUs eigentlich unterlegen?
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GPUs sind gut für datenparallele Algorithmen, also auf allen Prozessoren läuft das gleiche Programm mit gleichem Fortschritt aber unterschiedlichen Daten ab. Das Konstruktionsprinzip einer GPU ist daher sehr einfach und deshalb kann man leicht mal schnell 128 Prozessoren nebeneinander packen.
Wenn du keinen datenparallelen Algorithmus für dein Problem hast nützt dir das Ganze aber nichts. Genausowenig wie wenn dein Problem überhaupt nicht parallelisierbar ist, die Leistung eines einzelnen Grafikprozessors ist nämlich miserabel im Vergleich zu einem modernen CPU-Kern.
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Bei der CPU heißt es Slot CPU und kam früher häufiger vor. In unserem IBM Server ist es auch so, damit mehr CPUs reinpassen.

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Warum hinken die GPUs den CPUs bei der Strukturbreite immer hinterher?
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Verconcon Ververcon schrieb:
Warum hinken die GPUs den CPUs bei der Strukturbreite immer hinterher?
Das hat AFAIK eigentlich nur damit zu tun, wer diese Chips herstellt. NVIDIA hat glaube ich als Firma nichtmal eigene Kompetenz in der Halbleiterherstellung, sondern da sind dann weitere Firmen im Spiel die Chips fertigen: TSMC oder UMC zum Beispiel. Diese Firmen sind aber eben nicht die Technologieführer in der Halbleiterherstellung. Das ist Intel. Kann auch sein, dass diese Firmen durch die vielfältigeren Chips, die sie herstellen, einen Herstellungsprozess sehr viel besser beherrschen müssen, als es Intel muss, um mehr oder weniger genau ein Produkt herzustellen. Das weiß ich nicht.
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Diese Firmen sind aber eben nicht die Technologieführer in der Halbleiterherstellung. Das ist Intel.
Intel ist führend bei CPUs und sonst bei nichts.
Hast du dich mal gefragt was der schnellste Computer in deiner Wohnung ist?
Wenn du einen (full)HDTV Fernseher hast ist dieser um längen (faktor 10 und mehr) schneller als dein PC. Bei der spezialanwendung bei Dekodierung von Videosignalen.
Somit ist Intel bei weitem nicht führend in der Halbleiterhesrtellung sondern nur auf dem winzigen Gebiet der CPUs. (Und bei weitem nicht bei eingebetteten Systemen.)
Heutzutage ist nur noch 1 von 1000 hergestellter Prozessoren eine "normale" CPU
für Desktop PCs.
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MisterX schrieb:
Intel ist führend bei CPUs und sonst bei nichts.
Hast du dich mal gefragt was der schnellste Computer in deiner Wohnung ist?
Wenn du einen (full)HDTV Fernseher hast ist dieser um längen (faktor 10 und mehr) schneller als dein PC. Bei der spezialanwendung bei Dekodierung von Videosignalen.
Somit ist Intel bei weitem nicht führend in der Halbleiterhesrtellung sondern nur auf dem winzigen Gebiet der CPUs. (Und bei weitem nicht bei eingebetteten Systemen.)
Heutzutage ist nur noch 1 von 1000 hergestellter Prozessoren eine "normale" CPU
für Desktop PCs.Intel ist führend bezüglich der möglichen Strukturgrößen des Herstellungsprozesses, was den "Advanced CMOS"-Bereich betrifft. Das wollte ich ausdrücken. Dieser Bereich ist praktisch sowohl für GPUs, als auch für CPUs der entscheidende. Natürlich gibt es andere Anwendungsbereiche, in denen andere Dinge gefragt sind: Mir ist zum Beispiel nicht bekannt, dass Intel Halbleiter auf GaAs-Basis herstellt.
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MisterX schrieb:
Intel ist führend bei CPUs und sonst bei nichts.
Intel ist auch bei den GPUs führend. Zumindest von den produzierten/verkauften Stückzahlen her (fast alle Bürocomputer und Standard (low cost) Notebooks haben eine Intel OnBoard GPU). Bei der Leistung ist es zur Zeit wohl eher NVidia. Warum Intel kaum leistungsfähige GPUs produziert, verstehe ich auch nicht ganz, zumal die ja so nahe an der Materie dran sind. Vielleicht wird es nicht als lohnenswert erachtet, wo der Trend im Moment immer mehr zu stromsparenden Öko-PCs geht? Mal schauen wie sich in Zukunft das Konzept der CPU/GPU Verschmelzungen gibt.
MisterX schrieb:
Heutzutage ist nur noch 1 von 1000 hergestellter Prozessoren eine "normale" CPU für Desktop PCs.
Woher hast Du diese Zahl?
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hansile schrieb:
MisterX schrieb:
Heutzutage ist nur noch 1 von 1000 hergestellter Prozessoren eine "normale" CPU für Desktop PCs.
Woher hast Du diese Zahl?
Das wird schon stimmen. Wenn man bedenkt, dass alleine in einem Mittelklasseauto so um die 50 Computerchips als Bestandteile integrierter Systeme zu finden sind. Sei es nun das ABS, ESP, irgendwas im Autoradio oder das Navigationssystem. Computerchips sind weit häufiger anzutreffen, als man sich das vorstellt.