Blizzard Entertainment bekommt $6 Millionen Schadensersatz zugesprochen.



  • Dipolmatrixelement schrieb:

    Es wäre gerechter, wenn sich die Geldstrafe am Einkommen orientieren würde. ⚠

    Tut es doch, er hat etwa ~2 Mio eingenommen. Soll er jetzt eine Strafe bemessen an seinem Zeitungsausträgergehalt bekommen?



  • macXL schrieb:

    Er hat sich nicht an dem Spielt bereichert sondern lediglich ein Stück Software hersgestellt, das rechtlich nicht illegal ist und dieses an an willige Kunden verkauft, die dann wiederum gegen die AGBs (oder was auch immer) verstoßen haben.
    Eventuell hat er Urheberrechte verletzt.

    👍
    Wurde der eigentlich wegen dem Herstellen oder wegen dem Verkauf der Software verklagt? Wahrscheinlich wegen dem Verkauf, man darf ja programmieren was man will? Was hat das eigentlich für eine rechtliche Grundlage, den Verkauf zu untersagen/bestrafen? Kennt sich da jemand ein wenig aus?



  • Optimizer schrieb:

    Dipolmatrixelement schrieb:

    Es wäre gerechter, wenn sich die Geldstrafe am Einkommen orientieren würde. ⚠

    Tut es doch, er hat etwa ~2 Mio eingenommen. Soll er jetzt eine Strafe bemessen an seinem Zeitungsausträgergehalt bekommen?

    Nein.
    6.8 Mio. sind mehr als das Doppelte von dem, was er eingenommen hat und sonst hat er kein Einkommen, mit dem er den Rest bezahlen könnte.



  • Und wenn ich dich um 100 € betrüge, findest du ne Strafe von 100 € angemessen? Vielleicht mach ich das 10mal und werd 1mal nicht erwischt, dann hab ich 100 € Gewinn. Ist doch klar, dass die Strafe höher ist.



  • Optimizer schrieb:

    Und wenn ich dich um 100 € betrüge, findest du ne Strafe von 100 € angemessen? Vielleicht mach ich das 10mal und werd 1mal nicht erwischt, dann hab ich 100 € Gewinn. Ist doch klar, dass die Strafe höher ist.

    Hallo?! Was ist das denn für ein dämlicher Vergleich?! Wenn du 100€ klaust und als Strafe das doppelte zahlst, wird dich das wohl kaum in den Ruin treiben.
    Aber die Differenz zwischen seinen Einnahmen und der Geldstrafe steht in absolut keinem Verhältnis zu seinem restlichen Einkommen.



  • Optimizer schrieb:

    Und wenn ich dich um 100 € betrüge, findest du ne Strafe von 100 € angemessen? Vielleicht mach ich das 10mal und werd 1mal nicht erwischt, dann hab ich 100 € Gewinn. Ist doch klar, dass die Strafe höher ist.

    Hör auf Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

    Er hat 2.8mio auf illegalem Wege verdient und soll nun 6mio Strafe zahlen, das macht 3.2mio die er extra aufbringen muss, wie soll er das mit normaler Arbeit schaffen? Richtig, das geht eben nicht...

    Strafen sind dazu da um zu rehabilitieren nicht ein Individuum zum Selbstmord zu treiben.



  • Strafe heißt nicht umsonst Strafe... es _soll_ wehtun. Nur weil das deutsche Rechtssystem was Strafen anbelangt eher sehr gnädig ausgelegt ist heißt das nicht, dass das überall so ist

    Es ist allerdings trotzdem fraglich, ob er im Endeffekt wirklich soviel zahlen muss.



  • zwutz schrieb:

    Strafe heißt nicht umsonst Strafe... es _soll_ wehtun. Nur weil das deutsche Rechtssystem was Strafen anbelangt eher sehr gnädig ausgelegt ist heißt das nicht, dass das überall so ist

    Es ist allerdings trotzdem fraglich, ob er im Endeffekt wirklich soviel zahlen muss.

    Das ist nicht nur fraglich, sondern definitiv so. Diese hohen Summen in der USA werden nachträglich auch ein normales Niveau gekürzt.
    Ich bin kein Jurist noch sonderlich interessiert wenn es darum geht, daher kann ich dir auch nichts genaueres zu dem Ablauf sagen.



  • Nur weil er sich viel mehr ergaunert als erarbeitet hat, soll die Strafe nicht so hoch ausfallen? Wenn er noch mehr ehrlich verdienen würde, dann wäre eine höhere Strafe angemessen? Ja ne, is klar. WOW, jetzt ist er halt pleite, nachdem er einen Millionenbetrug begangen hat. Es gibt genug Leute die pleite sind, ohne einen Millionenbetrug begangen zu haben, aber hier wird gleich ne Tüte Mitleid aufgemacht.

    Venus schrieb:

    Optimizer schrieb:

    Und wenn ich dich um 100 € betrüge, findest du ne Strafe von 100 € angemessen? Vielleicht mach ich das 10mal und werd 1mal nicht erwischt, dann hab ich 100 € Gewinn. Ist doch klar, dass die Strafe höher ist.

    Hallo?! Was ist das denn für ein dämlicher Vergleich?! Wenn du 100€ klaust und als Strafe das doppelte zahlst, wird dich das wohl kaum in den Ruin treiben.

    Ne, das zahl ich aus meiner Portokasse. Aber worauf willst du damit heraus? Soll ich für das vergleichsweise leichte Vergehen härter bestraft werden? Ach ne, du appelierst dafür, jemanden der ein zehntausendmal schwereres Verbrechen begangen hat, dann ähnlich mild (also nur vielleicht hundertmal schlimmer) bestraft wird. Wo ist denn da die Gerechtigkeit?



  • Ich verstehe btw. die ganze Aufregung nicht. Er hat eine Strafe erhalten, die wohl in der Größenordnung des angerichteten Schadens liegt. Wenn er das Geld hätte, müsste er es jetzt zahlen, hat er wahrscheinlich nicht, dann halt nicht. Wirklich kein Grund, sich aufzuregen... 🕶



  • hustbaer schrieb:

    Bin ich der einzige hier der das Urteil 100% total vollkommen daneben findet?

    Wie gesagt... wenn man vom Betrag absieht.



  • Bashar schrieb:

    Die Begründung: Spieler würden wegen dem Bot ihr Abo verkürzen, da sie schneller das Maximal-Level erreichen.

    Die werden auch noch dafür belohnt, dass sie ein Spiel rausbringen, das so langweilig ist, dass hunderttausend Leute 25 Dollar bezahlen, damit sie schneller durch sind?

    😃

    @hustbaer
    Ich finde das Urteil auch nicht gut.



  • @Optimizer, überleg dir einmal was er getan hat und was die Auswirkungen waren. Es kam bei diesem Verbrechen niemand zu Schaden. Das Argument von Blizzard ist in der Realität nicht zu überprüfen, also auch nicht bewertbar.
    Unterm Strich hat einer 2.8mio eingestrichen, aber niemandem einen Schaden zugefügt der auch nur ansatzweise in dieser Dimension liegt.

    Also ist eine Strafe von 3.2mio deutlich über das Ziel hinausgeschossen.



  • Nicht ganz schrieb:

    @Optimizer, überleg dir einmal was er getan hat und was die Auswirkungen waren. Es kam bei diesem Verbrechen niemand zu Schaden. Das Argument von Blizzard ist in der Realität nicht zu überprüfen, also auch nicht bewertbar.
    Unterm Strich hat einer 2.8mio eingestrichen, aber niemandem einen Schaden zugefügt der auch nur ansatzweise in dieser Dimension liegt.

    Also ist eine Strafe von 3.2mio deutlich über das Ziel hinausgeschossen.

    Wie soll denn das, was du sagst, überhaupt möglich sein? Er hat 2.8 Millionen einkassiert aber sie niemandem weggenommen? Zeig' mir den Trick auch mal. 🙂



  • Hallo

    Hä? Er hat ein Produkt angeboten und es verkauft. Nennst du das wegnehmen?

    chrische



  • Wer ernsthaft mitdiskutieren will sollte sich eigentlich mal das Urteil anschauen, darin werden schon einige Sachen geklärt:

    1)es handelt sich um eine Schadenersatzklage, also konnte Blizzard glaubhaft nachweisen, dass ihnen ein Schaden entstanden ist

    2)der Schaden ist laut Urteil entstanden durch programmiertechnische Gegenmaßnahmen (Warden) und vermehrten Kundensupport durch Glider

    3)der Gesamtschaden seit Glider veröffentlicht wurde wird laut Urteil auf mehr als 20Mio$ beziffert

    4)im Moment haftet noch die Firma. Ob er mit seinem Privatvermögen haftet klärt sich erst im Januar

    Mit diesen leicht aus dem Urteil entnehmbaren Informationen wird hier schon etwa die Hälfte der Beiträge ab absurdum geführt 👍

    Das Urteil geht meiner Laienauffassung nach in Ordnung. Der absurde Versuch, gleichzeitig noch die Quelltextveröffentlichung zu verhindern ist zum Glück mehr oder weniger vom Tisch, also auch keine Gefahr für die freie Software 👍



  • chrische5 schrieb:

    Hallo

    Hä? Er hat ein Produkt angeboten und es verkauft. Nennst du das wegnehmen?

    chrische

    Es ist doch offensichtlich (und wurde bereits verlinkt) um welchen Schaden es geht. Blizzard behauptet und konnte offenbar glaubhaft darstellen, dass Leute sich durch sein Tool schneller im Online-Spiel entwickeln können und damit ihr Abo verkürzen. Somit hat er sich auf Kosten von Blizzard selber bereichert. Ganz nebenbei verstößt das noch gegen die Nutzungsbedingung und vielleicht weniger wichtig im juristischen Sinne, gegen das Fairplay.

    Er hat also nicht einfach "ein Produkt angeboten und verkauft", sondern tatsächlich Geld abgezwackt und selber eingesackelt. Das ist der Wegnehmen-Teil.



  • Es geht nicht darum was wem für ein Schaden entstanden ist, und warum und blah.

    Es geht darum ob das Erstellen und Verkaufen (bzw. Verbreiten im Allgemeinen - mit oder ohne finanziellem Gewinn) eines Produktes legal ist, welches mit einem Produkt eines anderen Herstellers interagiert, wenn der andere Hersteller nicht möchte dass dies möglich/erlaubt/blah ist.

    Beispiel: Audi verkauft ein Auto XYZ mit 90PS, 110PS und 150PS. Ein "Chipper" bietet einen Chip an den man einbauen kann, der aus der 90PS Variante 130PS rausholt. Audi ist nun sauer, weil die ja jetzt weniger 110 und 150PS XYZ's verkaufen, und klagt.

    Oder machen wir aus dem Chip einen neuen Motor, der wesentlich billiger ist als der originale Audi-Motor. Oder einen passenden Auspuff eines Drittanbieters. Oder Nachbau Scheinwerfer-Lampen. Wo ist die Grenze? Was ist OK und was nicht?

    Für mich ist und bleibt das Urteil der totale Wahnsinn. Nicht dass sowas nicht andauern passieren würde, ist mir schon klar, aber das macht die Sache nicht besser sondern schlimmer.



  • Optimizer schrieb:

    Es ist doch offensichtlich (und wurde bereits verlinkt) um welchen Schaden es geht. Blizzard behauptet und konnte offenbar glaubhaft darstellen, dass Leute sich durch sein Tool schneller im Online-Spiel entwickeln können und damit ihr Abo verkürzen. Somit [...]

    Aber es sind doch die Kunden, die so gehandelt haben. Nicht er selbst. Das ist mir einfach zu indirekt, Bashars Sichtweise finde ich viel eingängiger, denn die kann man auch so umformulieren: Blizzard hätte demütig einsehen können, daß tatsächlich Leute Geld bezahlen, um weniger lang zu spielen. Klingt irgendwie schräg, aber welche Schuld trägt denn bitte der Typ daran, daß die Spieler das Spiel so verkürzen wollen? Er hat dieses Programm geschrieben, aber das Abo verkürzt haben eben die Spieler selbst. Und es geht Blizzard auch einen Dreck an, warum jemand sein Abo nicht weiterführt. Da kann es tausend verschiedene Gründe geben.

    Wenn das Deine Definition von "auf Kosten jemandes bereichern ist", dann bereichert sich wahrscheinlich auch ein Verkäufer von Spritspartips auf Kosten der Ölkonzerne?!?



  • "Es geht nicht darum was wem für ein Schaden entstanden ist, und warum und blah."

    doch genau darum geht es bei einer Schadenersatzklage. Ihr müsst einfach mal begreifen, dass eure konstruierten Vergleichsbeispiele nichts wert sind. Aber vermutlich begreift ihr das erst, wenn ihr selbst im Gerichtssaal sitzt und "fassungslos" seid, dass gegen euch entschieden wurde 😉 Ihr könnt ja mal versuchen dann zum Richter zu gehen und zu sagen "Herr Richter, aber wenn ich jetzt meinen Audi...".


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