Die Verdummung der Jugend schreitet fort!
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CStern schrieb:
Ich denke die Internet-Community hat da ganz andere Ansichten über
schriftliche Kommunikation.Ich glaube, dass die Internet-Community vor allem ganz andere Ansichten über ihre Ansichten hat als du.
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hagglschorsch schrieb:
Ich finde, dieser Artikel beschreibt das Problem ziemlich gut!
http://www.net-developers.de/2008/11/19/was-hast-du-fur-ein-beruf/Ja, dieser Artikel beschreibt es wirklich gut:
Falsch: Ich habe kein Hunger. / Richtig: Ich habe keinen Hunger.
Stimmt, ich mach es auch richtig.
Aber:
(Weil Hunger männlich ist)
Was für eine Scheiße. Ich finde nicht, dass die Menschheit sowas braucht, dass jedes Substantiv irgendwie ein Geschlecht hat. Ich hätte nichts dagegen, wenn Deutsch sich in eine Richtung entwickeln würde, wo das Geschlecht bedeutungslos wird.
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Das soll ein Artikel sein?
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Optimizer schrieb:
Was für eine Scheiße. Ich finde nicht, dass die Menschheit sowas braucht, dass jedes Substantiv irgendwie ein Geschlecht hat. Ich hätte nichts dagegen, wenn Deutsch sich in eine Richtung entwickeln würde, wo das Geschlecht bedeutungslos wird.
Dann wandere in ein englischsprachiges Land aus. Früher war es noch viel schlimmer, da wurden sogar Namen dekliniert; prominentestes Beispiel: "Nach Adam Riese blablabla". In Wirklichkeit hieß der Mensch nämlich Adam Ries. Und allzu einfach soll die deutsche Sprache doch nun auch nicht werden
artikel schrieb:
Im Deutschunterricht sollte man meiner Meinung nach auf Schwachsinn wie “Faust” verzichten und stattdessen mal einen ordentlichen Rechtschreibkurs einlegen.
Stimmt, es ist wirklich schwachsinnig, sowas zu lesen, da sind ja auch ganz viele Wörter falsch geschrieben, zum Beispiel der Satz hier: "Zwey Seelen wohnen, ach! in meiner Brust." "zwei" mit y, Goethe konnte echt kein Deutsch, er hätte lieber einen Rechtschreibkurs nehmen sollen, statt Bücher zu schreiben!
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Ich bin viel in verschiedensten Foren unterwegs und kann nur zustimmen, dass das was man da lesen muss größtenteils grauenhaft ist. Groß- und Kleinschreibung sowie Interpunktion scheint ja sowieso niemand mehr zu beherrschen, aber auch die Rechtschreibung wird immer mieser. Es tut mir richtig weh, wenn ich Sätze wie "Wo giebt es den hir den Registrir button?" lesen muss. Und glaubt mir, wenn ihr viel in Foren oder Chats unterwegs seid, dann ist sowas fast schon die Regel.
Wenn man sie dann darauf anspricht kommen natürlich immer die gleichen Ausreden wie "bin Legastheniker" oder "hab zu schnell geschrieben" etc., was natürlich offensichtlich Müll ist. Für mich ist das einfach nur Dummheit und Bildungsferne. Wenn ich nur ab und zu mal ein Buch lese, dann entwickle ich ein Sprachgefühl und mir läuft automatisch ein Schauer über den Rücken wenn ich Wörter wie "hir" lese.
Auf jeden Fall finde ich es eine Schande, wenn man nicht mal seine eigene Muttersprache beherrscht.Noch viel mehr kotzt mich ja dieser Denglisch-Wahn ("war heute mit den kids bei meiner family") an, aber da stehe ich offenbar alleine da. Wann immer ich denjenigen drauf anspreche ernte ich nur Unverständnis a la "is doch ganz normal". Aber ich werde es trotzdem immer wieder ansprechen, weil es mich richtig ankotzt und alles andere Rückgratlos wär. Auf die Freundschaft von solchen Leuten kann ich eh verzichten.
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Dein Statement ist ne coole Performance, Alter.
(Allerdings habe ich in dem Beitrag sieben Fehler gezählt. Ich kann mich natürlich auch irren.)
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Der verlinkte Artikel ist im Grunde ein fünfminutiger Blogeitrag, daraus sollte man gar nicht erst zitieren. Rechtschreibung basiert auf der Struktur der Sprache, sprich der Grammatik. Wenn man sich mit der Sprache also nicht beschäftigt, kann man auch keine richtigen Kasus bilden. "Weil Hunger männlich ist" ist eine recht schwache Antwort, der Autor hätte zumindest etwas auf den Akkusativ eingehen sollen, denn im Satz wie "Ein Hunger und ein Durst verursachen nur Frust." wäre das Subjekt Ein Hunger immer noch männlich, aber als Nominativ hieße es nicht Einen.
@Heinzelotto: Auch im Englischen sind die Genera nicht bedeutungslos, es fehlen lediglich entspechende Artikel. Für Gegenstände und Tiere wird normalerweise es benutzt, es sei denn ein Haustier oder Gegenstand hat einen Namen und/oder man will das Genus des Tieres/Gegenstandes hervorheben. Einen Ford Mustang könnte man durchaus mit he beschreiben, um die Parallelen zum wilden Hengst zu übermitteln. Im Deutschen ist das deswegen schwierig, weil man Gefühl braucht, um den Artikel zu bestimmen, und selbst dann irrt man ab und zu. Im Russischen z.B. kann man anhand der Endung erkennen, ob es nun er, sie oder es heißen muss. Ausnahmen sind Eigennamen.
Heinzelotto schrieb:
Früher war es noch viel schlimmer, da wurden sogar Namen dekliniert; prominentestes Beispiel: "Nach Adam Riese blablabla". In Wirklichkeit hieß der Mensch nämlich Adam Ries.
Die werden heute auch dekliniert, früher war die Deklination aber wohl nicht so (streng) geregelt wie heute, sodass man, ohne den restlichen Satz zu verändern, mal ein -e anhängen konnte und mal nicht; eine eher stilistische Angelegenheit. "Adam Ries*'** Rechenbuch."* wäre z.B. eine durch Genitiv bedingte Deklination, wie sie heute verlangt wird.
@Optimizer: Es wäre einfacher, wenn das Geschlecht nach einer festeren Regel bestimmbar wäre. Vielleicht wird es ja was in ca. 300 Jahren? Einfach abwarten.
Gruß
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this->that schrieb:
[...] und mir läuft automatisch ein Schauer über den Rücken wenn ich Wörter wie "hir" lese.
Ich werd' nicht mehr!
this->that schrieb:
Noch viel mehr kotzt mich ja dieser Denglisch-Wahn ("war heute mit den kids bei meiner family") an, aber da stehe ich offenbar alleine da.
Nö, ich stehe daneben. Es gab ja schon Diskussionen darüber und in tagtäglicher Sprache ist es einfach lächerlich. Das Beste ist dann noch, wenn der Sprecher das englische Wort gleich auch noch ins Deutsche übersetzt. In etwa: "Er hat dann noch einen Kunden gehabt, 'Very Important Person', also sehr wichtige Person."
Gruß
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CStern schrieb:
Wieso? Ein Fehler kostet doch nix
Im Gegenteil und jetzt zu Weihnachten:
Wenn Du einen findest, kannste das behalten"Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten." - Man sagt in einem Satz aus, dass man nicht offen für Verbesserungen ist, sein ganzes Leben lang nichts dazu lernen will und diese offensichtlichen Defizite auch noch witzig findet.
CStern schrieb:
Ich denke die Internet-Community hat da ganz andere Ansichten über
schriftliche Kommunikation.Nein, das ist ein gewisser Prozentsatz der seinen Mitmenschen zumutet unlesbare Scheiße zu verarbeiten und das ganze unter dem Deckmantel einer sprachlichen Revolution im Internet rechtfertigt. Wenigstens die Shift-Taste betätigen und ab und an ein Satzzeichen sollte man einfügen können, wenn der schriftliche Erguss permanent gespeichert wird (Chats mal ausgenommen). Es muss nicht alles perfekt formuliert und fehlerfrei sein, aber ein wenig Mühe darf man sich schon geben.
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Volle Zustimmung
Ivo
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Walli schrieb:
... Es muss nicht alles perfekt formuliert und fehlerfrei sein, aber ein wenig Mühe darf man sich schon geben.
Eine Kuh macht Muh. Viele Kühe machen Mühe.
ha ha ha.
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Bemerkenswert finde ich auch das "ck"-Problem: Viele scheinen z.B. keinen Unterschied zw. Hacken und Haken zu kennen.
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Borschtsch schrieb:
@Optimizer: Es wäre einfacher, wenn das Geschlecht nach einer festeren Regel bestimmbar wäre.
Lustigerweise gibt es sogar relativ viele Regeln zum Geschlecht.
Nicht nur zum natürlichen Geschlecht, sondern auch zum grammatikalischen. Nur wir Deutsche kennen das oft nicht, da wir das Sprachgefühl buchstäblich mit der Muttermilch aufsaugen.
Aber es gibt z.B. charakteristische Endungen, wonach sich einige Regeln ergeben. Oder auch bei Wörtern, die lateinische oder griechische Herleitung haben.
Ich war selbst ganz überrascht - mir war's nicht bewußt. In den Sprachkursen für Ausländer verteilen die solche Merkblätter.
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Apropós Jugend...
als ich gerade nach der Schule im Bus saß sind mir wieder die ganzen kleinen Hosenkakas aufgefallen, die es nicht für nötig hielten, den Platz für eine alte Dame frei zumachen. Neben mich hat sich schliesslich auch eine Dame (? sah zumindest so aus, sie hätte aber nen Bart oO) gesetzt. Anscheinend geht es der heuteigen Jugend (Ja, ich bin auch Jugendlicher) nur noch um Coolness. Da fragt man sich doch ob es wirklich so cool ist, wenn eine alte Dame fast in den Ganz stürzt weil es keiner für nötig hielt ihr den Platz frei zu machen...
Unverschämtheit, ich hätte die alle durchlassen müssen, dann hätten die sich nochmal überlegt ob sie das nächste mal einfach so dreisst sitzen bleiben...
So viel nur zum Thema Dreisstigkeit bei Jugendlichen.
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Bei uns ist immer die hintere Reihe des Busses fuer Moenche reserviert. Keiner wagt sich dort hinzusetzen, ausser falls mal ein Auslaender mit dem Bus faehrt. Fuer alte Leute wird auch kaum Platz gemacht, nur fuer die Monks
Ivo
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Ivo schrieb:
Bei uns ist immer die hintere Reihe des Busses fuer Moenche reserviert. Keiner wagt sich dort hinzusetzen, ausser falls mal ein Auslaender mit dem Bus faehrt. Fuer alte Leute wird auch kaum Platz gemacht, nur fuer die Monks
Ivo
Sind das Kung-Fu Mönche? Vor denen hätte ich auch Angst.
Nebenbei finde ich, daß die Verdummung sich nicht nur auf die Jugendlichen beschränkt.
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Fincki schrieb:
Sind das Kung-Fu Mönche? Vor denen hätte ich auch Angst.
Du meinst die Shaolin, die sind bei uns nicht verbreitet. Die Menschen machen es nicht aus Angst, sondern aus Respekt.
Ivo
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this->that schrieb:
Wenn man sie dann darauf anspricht kommen natürlich immer die gleichen Ausreden wie "bin Legastheniker" oder "hab zu schnell geschrieben" etc., was natürlich offensichtlich Müll ist. Für mich ist das einfach nur Dummheit und Bildungsferne.
Es ist teiilweise auch Faulheit sich seinen text noch mal durchzulesen.
Ich denke, korrekte Rechtschreibung und Grammatik gehört einfach zur Höflichkleit, wenn man über ein Textmedium kommuniziert. Und meistens ist es ja so, dass man von anderen etwas Will, weil man eine Frage hat oder eine Problem. Dann finde ich es einfach unhöflich, wenn der Text einfach so "dahin gerotzt" wird.
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*hüstel*
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Mir persönlich ist es egal, wie viele Rechtschreibfehler jemand macht, oder wie schlecht seine Interpunktion ist, so lange er sich verständlich und eindeutig ausdrückt. Schlimm finde ich es, wenn Leute trotz guter Orthografie Sätze schreiben, die man zwei- oder dreimal lesen muß. Manche Vertreter dieser Spezies produzieren regelmäßig nahezu endlose Ketten von Nebensätzen. Das nervt.