Sind verantwortungsbewust handelnde Eltern am Aussterben?
-
muemmel schrieb:
Hi Elektronix,
vermutlich gehen immer mehr eltern mit einem konkreten Rezeptwunsch zum Arzt. So selten ist es nun doch nicht, daß Ärzte den einfacheren Weg gehen. Und wenn die Eltern massiv fordernd auftreten und auf einem Rezept bestehen (dazu sind sie ja schleißlich zum Arzt gegangen) werden sicher ne menge Ärzte vor ihrnen einknicken.
Solchen Ärzten gehört die Approbation entzogen
(meine ich). Schließlich haben die eine Ausbildung und sollten wissen, was sie tun.
Der hammer war doch diese Fernsehtussie (ich glaube es war Sharon Stone) die ihren kleinen Sohn gegen Fußgeruch mit Botox behandeln lassen wollte. Dabei hätte sie dem blos ein paar Strümpfe anziehen müssen. Auch hier sehe ich persönlich ein gutes Betätigungsfeld für den Elektroschocker in der Hand des erfahrenen Arztes.
Mag sein, daß auch die ADS-Zahlen zunehmen, aber in der Hauptsache werden Kinder dadurch versaut, daß ihnen ein kindgerechtes Leben vorenhalten wird.
Gruß Mümmel
Ich würde mal vermuten, es trifft beides bis zu einem gewissen Grad zu. Die Frage ist, welcher Faktor überwiegt.
-
Hallo,
informiert euch doch erstmal, bevor ihr hier (wieder) den Stammtisch eroeffnet.
Ritalin faellt unter das BtmG und das wird euch so gut wie kein Arzt einfach so zudem fuer eine andere Person (ein Kind!) verschreiben. Immerhin macht er sich dann strafbar, anders als wenn er nur-verschreibungspflichtige Medikamente verschreibt. Zudem braucht man fuer BtmG-Wirkstoffe ein BTM-Rezeptformular, welches die meisten Wald-und-Wiesen-Hausaerzte gar nicht haben.
Viele Gruesse
Christian
-
muemmel schrieb:
Auf einmal haben die alle ADS. Wird da nicht in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle einfach nur mangelnde Erziehung kaschiert und eine chemische Erziehungskeule gesucht?
Ganz davon abgesehen das die Forschung heute weiter ist als früher, dürfte es auch tatsächlich an Änderungen in der Erziehung und den "Spielzeugen"/der Umgebung geben. Was wohl inzwischen als gesichert gilt, ist das z.B. Videospiele ADS fördern bzw. verstärken können.
Meine Schwester und mindestens 2 von 3 ihrer Kinder haben ADS, wobei in zwei Fällen (Meine Schwester und eines der Kinder) tatsächlich Mittel genommen werden (und dort ohne die Mittel wirklich eine Beeinträchtigung zu merken ist; um welche Mittel es sich handelt kann ich aber nicht sagen). Der Wunsch ging mit Sicherheit aber nicht von meiner Schwester aus, sondern auf Diagnose des Arztes, da meine Schwester selbst eher Medikamente meidet wenn möglich.
Ganz die Mittel verteufeln würde ich nicht, aber sie sollten nicht als das Wundermittel angesehen werden. Vieles ist auch eine Sache der Erziehung/Umgebung sowie zu teilen auch Vererbung.
cu André
-
Hi,
es liegt mir fern, die Mittel zu verteufeln, aber sie gehören eben nur dahin, wo wirklich ein krankhafte Befund vorliegt. Dort können sie aber dann auch eine wirkliche Hilfe sein.
Im übrigen sehe ich das hier nicht als Stammtisch an. Auch wenn der Focus nun nicht die FAZ ist, so sehe ich das in dem Artikel dargestellte doch als sehr bedenklich an.
Immer weniger Zeit für Kinder, immer weniger echte Spielmöglichkeiten und der Wunsch nach absolut pflegeleichten Kindern sind keine in die richtige Richtung gehende Entwicklung.
Vor 30 Jahren haben die Kinder noch auf der Straße gespielt und dort jede Menge Blödsinn und Dämlichkeiten getrieben. Das war mit Sicherheit besser für die kindliche Entwicklung, und in die Richtung müssen wir auch wieder kommen. Auch wenn die Straße selber dazu nicht mehr geeignet ist wegen des überhandnehmenden Verkehrs. Aber es gibt genug Ecken, wo man eine Buddelkiste und ein Klettergerüst... hinstellen kann. Aber dazu müssen wir alle endlich mal Begreifen daß spielende und dabei auch ein wenig lärmende Kinder absoluten Vorrang vor ruhebedürftigen gutsituierten Pensionären haben.
Wozu Kinder Videospiele und Fernseher brauchen (Sandmännchen und Maus mal ausgenommen, aber die kann man auch bei den Eltern gucken) wird mir wohl nie einer schlüssig erklären können. Ein ganz einfacher Baukasten mit nur einfachen Bausteinen, davon aber ne Unmenge, sowie ein geigneter Metallbaukasten, auch hier wieder kein vorgegebener Kasten für was spezielles, sondern einfach ein Kasten mit ner Riesenmenge einfacher Tiele, aus denen man alles bauen kann ermöglichen viel mehr Spielmöglichkeiten und Spielspaß.
Gruß Mümmel
-
muemmel schrieb:
Wozu Kinder Videospiele und Fernseher brauchen (Sandmännchen und Maus mal ausgenommen, aber die kann man auch bei den Eltern gucken) wird mir wohl nie einer schlüssig erklären können. Ein ganz einfacher Baukasten mit nur einfachen Bausteinen, davon aber ne Unmenge, sowie ein geigneter Metallbaukasten, auch hier wieder kein vorgegebener Kasten für was spezielles, sondern einfach ein Kasten mit ner Riesenmenge einfacher Tiele, aus denen man alles bauen kann ermöglichen viel mehr Spielmöglichkeiten und Spielspaß.
Da hast du Recht. Ich hatte früher bei meinem Opa nur ne kleine Tonne Bauklötze und später auch ein paar Plastikzootiere. Damit war ich aber immer ausreichend beschäftigt bis ich so 11 oder 12 war. Dann gab es zum Glück noch den guten alten C64. Englischkenntnisse wurden durch Ausprobieren ersetzt.
Zu Hause hatte ich Lego - und ein Auto von LegoTechnik. Das Auto wurde ein Mal mit Papa (eher von Papa) zusammengebaut und dann auf Jahre ignoriert. Die Lochsteine sahen in Gebäuden einfach doof aus.
Wenn es schon Computerkram sein muss, dann was zum Lernen und Spaß haben. Dieses BrainTraining für DS ist z.B. sehr nett. Ich spiele das oft mit den Kindern von Freunden, wenn ich da zu Besuch bin.
Andererseits halten die beiden mich auch gut auf Trab wenn wir campen sind. Was die für Ideen haben... wow. Der DS wird nur dann rausgeholt wenn sie am Auto bleiben müssen oder für die Fahrt.
-
Hi Estartu,
das entscheidende bei Spielzeug ist, daß es die eigene Phantasie der Kinder anregt. Je einfacher die Grundelemente sind und je mehr man davon hat und je mehr man damit machen kann, um so besser für die Kinder.
Bei mir hat der Metalbaukasten der aus lauter unterschiedlich langen Lochstreifen und Platten mit Löchern sowie Schrauben, Muttern Wellen und Rädern bestand vermutlich meine Begeisterung für alles technische geweckt.
Leider hatten meine Eltern nie verständnis dafür, daß ich alles Speilzeug unbedingt auseinander nehmen musste. Aber so ein völlig abgewracktes Spielzeugauto von dem nur noch das offene Chassis da war mit all seinen Zahnrädern und Motor war eben viel interessanter.
Ne ganze Whatte ich auch mal so ein kleines Holzsegelschiff. War eigentlich zu nichts zu gebrauchen, da die Segel fest in Schiffsmitte angebracht waren und somit keinen Vortrieb liefern konnten. In unzähligen Bastelnachmittagen hab ich das dann immer mehr umgebaut und zu einem "richtigen" Segelschiff umgebaut, bei dem man am Ende sogar die Segel reffen konnte. Aber es war ebben was, was ich selber machen konnte, und nichts was ich fertig vorgesetzt bekommen habe.
Bei den Computerspielen hat mir eigentlich nur eines gefallen, The Incredible Machine.
Gruß Mümmel
-
muemmel schrieb:
Hi Estartu,
das entscheidende bei Spielzeug ist, daß es die eigene Phantasie der Kinder anregt. Je einfacher die Grundelemente sind und je mehr man davon hat und je mehr man damit machen kann, um so besser für die Kinder.
[Schleichwerbung] Lego [/Schleichwerbung] :xmas1: :xmas2: Das ist jetzt die ideale Zeit dafür
-
Den Metallbaukasten meines Bruders habe ich leider erst vor kurzem auf dem Dachboden entdeckt.
Der wäre auch noch toll gewesen - aber auch wenn er nur einstaubte und ich NIE was kaputtgemacht habe... er hat ihn nicht rausgerückt.Wenn ich mal Kinder im passenden Alter hab, erwartet die eine Sitztonne voller Lego.
-
ich hatte auch lego als kind - war schon toll
bevor ich das hatte, war es mein hobby alles moegliche zu zerlegen und wieder zusammen zu bauen (50% davon ging dann nicht mehr richtig #gg)
{alles weiss ich nur aus erzaehlungen}
-
Hi Elektronix,
na laß mich doch auch mal Mehdorn spielen und mir ein paar Möhrchen zu Weihnachten verdienen. :xmas1: :xmas2:
Aber mal im Ernst, Lego halte ich da nicht gerade für ein besonders gutes Beispiel. Das geht immer mehr von dem universellen Baukasten weg zu vorgedachten Kästen aus denen ein ganz spezielles Stück gebaut werden soll. Und für die nächste Sache ist dann der nächste Baukasten zu kaufen.
Ich hatte damals als Kind diese völlig unspezifischen Baukästen wo ich mir selber ausdenken konnte was ich draus mache. Zum Beispiel ist aus den Bausteinen den einen Tag ein Bauernhof geworden am nächsten ein Schloß und am dritten ein Fernsehturm. Noch schöner wars mit dem Metallbaukasten. Mal wurde es ein Doppeldecker, dann ein Rennauto, dann eine Dampfwalze und dann wieder ein geländegängiger 3-Achs-LKW mit einzeln gefederten Achsen und richtig funktionierender Lenkung und kippbarer Plattform. Versuche das alle mal aus so einem heutigen Baukasten zu machen.
Wenn die Kinder heute richtig erzogen werden sollen, dann müssen wir uns vor allem erst mal selbst abgewöhnen ihnen das Denken abnehmen zu wollen. Da helfen Computerspiele wo das Ergebnis vorgegeben ist und Filme zum nur noch Konsumieren und Spielzeuge die nur auf eine ganz spezielle Art zusammengebaut werden können wenig. Auch Commics mit Sprechblasen sind da nicht die Lösung.
Richtige Kinderbücher wie Robinson Crusoe, Lederstrumpf oder Stephensons Schatzinsel sind da viel hilfreicher. Da wird nach dem Lesen jedes Kind eine Karte von der Gegend wo die Handlung sich abgespielt hat zeichnen können, auch wenn die eben bei jedem (etwas) anders aussehen wird. Aber da wird die Phantasie auf Reisen geschickt.
Gruß Mümmel
-
Hi Estartu,
estartu schrieb:
Wenn ich mal Kinder im passenden Alter hab, erwartet die eine Sitztonne voller Lego.
Nicht nur von träumern, aktiv dran arbeiten. Einer muß ja schließlich meine Quote mit erfüllen. :xmas1: :xmas2:
Gruß Mümmel
-
muemmel schrieb:
Hi Elektronix,(...)
Aber mal im Ernst, Lego halte ich da nicht gerade für ein besonders gutes Beispiel. Das geht immer mehr von dem universellen Baukasten weg zu vorgedachten Kästen aus denen ein ganz spezielles Stück gebaut werden soll. Und für die nächste Sache ist dann der nächste Baukasten zu kaufen.
Bezogen auf die Baukästen muß ich Dir leider Recht geben. Aber es gibt in vielen Städten heute Lego-Läden, wo man beliebige unspezifische Teile aus Schüttfächern kaufen kann. Außerdem gibt es auch noch Kästen, die verschiedentlich verwendbar sind.
Robinson Crusoe, Lederstrumpf oder Stephensons Schatzinsel
Das sind eigentlich Jugendbücher, keine Kinderbücher. Aber ist natürlich Ansichtssache.
-
Hi Elektronix,
per Definition gilt Kind bis mindestens 14 Jahre, und in dem Alter hab ich die schon lange gelesen gehabt. Robinson Crusoe hatten wir in der Schule so um die 3. - 4. Klasse.
Aber es gibt durchaus auch gute Kinderbücher für die Kleineren wie z.B.
von N. Nossow Nimmerklug im Knirpsenland und Nimmerklug in Sonnenstadt
von Wolkow Der Zauberer der Smaragdenstadt
...
Aber da müssten die Eltern den Kindern ja vielleicht vorlesen und dann würden die leiben Kleinen merken das die eltern legastheniker sind.Gruß Mümmel