Hardware vs. Software
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Solange die Rechenleistung so weiterwächst, wird den Softwareschaffenden schon was einfallen, um sie völlig sinnlos zu "verbraten".
Beispiele findet man hier in wohl jedem Forum, da wird auch von "Helfern" Code gepostet, der vor Mehrfachberechnungen strotzt, wenn man nörgelt, wird zurückgenölt, daß es egal ist, ob das Ding jetzt eine ganze oder nur eine halbe Sekunde rechnet.
Dabei wird die triviale Wahrheit ignoriert, daß die eine Version tatsächlich doppelt so schnell wie die andere ist und mit der Hälfte der Ressourcen (Rechnenzeit, Strom etc.) das gleiche leistet. Dabei macht es mit den heutigen Tools nicht mal mehr große Mühe, per Profiling die Leistungsfresser auszumachen.Aber ich will nicht nur über andere lästern, sondern muß mir auch an die eigene Nase fassen: Ich habe lange Zeit fast alles in Assembler gemacht und im Zuge von ROHS etliche Geräte redesigned, die meiste Firmware mit C- Compilern recoded. Das Zeug läuft von Haus aus drei- bis ein paar hundert mal langsamer als handoptimierter ASM- Code, würde also zum Teil aus Laufzeitgründen mit den (abgekündigten) Originalprozessoren gar nicht mehr funktionieren. Aber solange man mir nicht bezahlen will, da Hand anzulegen, bleibt das Problem beim Einkauf, den stärkeren Prozessor vom Preis runterzuhandeln. Not my problem.
Was aber, wenn es wirklich eng wird? Da kommen die erstaunlichsten Stücke Software zustande:
Auf dem "Brotkasten" C64 (1 MHz 8-Bitter, 64 kB RAM) kriegt man immer noch Jahr für Jahr neue Demos zu sehen und hören, bei denen man sich fragen muß, wie das möglich sein kann. Auch unter GEOS (C64- OS mit kleinem Office- Paket) ging es nicht viel unkomfortabler zu als auf den Macs und Ataris dieser Zeit, vom PC mal ganz zu schweigen.
Oder das kleinste Schachprogramm der Welt, das mit 1,5 kB ROM und 128 Byte RAM auskommt. Wohlgemerkt, kein Generator für gültige Züge, sondern ein echtes Schachprogramm - eine irre Leistung! Nah dran und für C- Fans, die gerne "Easter Eggs" verstecken: http://home.hccnet.nl/h.g.muller/max-src2.htmlAn Kernfunktionalität ist vielerortens nicht so viel Bejubelnswertes hinzugekommen, ich kriege z.B. mit dem Star Writer 2.0 mein Geschreibsel auch optisch ziemlich genauso hin wie mit OpenOffice 3, nur daß meine PII 330 MHz- Gurke mit der aktuellen Suite nicht mehr fertig wird.
Mir kann auch keiner weismachen, daß die aufgebohrte Funktionalität alleine daran schuld ist, wenn Corel 5 auf der Kiste fast abhebt und Corel 11 unbedienbar wird. Geht ja auch anders, wie z.B. Paint Shop Pro zeigt, obwohl in den letzten 10 Jahren ein ganzer Haufen Funktionen dazugekommen ist.Nee, das ist alles ohne erkennbaren Nutzen zu fett geworden, da hängt die Softwareseite einfach nach. Und wer sich bemüßigt sieht, Multicores und Threading- Support als phantasielos zu bezeichnen, muß sich fragen lassen, warum die Softwarebranche da noch nicht einmal jetzt vollen Nutzen draus ziehen kann.
So wie die Kinder mit acht Kilo Übergewicht an der Kasse regelmäßig nach den ChupaChoops und Überraschungseiern zu plärren beginnen, wird bei Performance- Problemen nach stärkerer Hardware gekräht. Und weil Onkel Intel und Tante AMD einander in Gefallsucht zu übertreffen suchen, kommt das Zeug gleich palettenweise in den Wagen, alle 18 Monate das Doppelte.
Die Folgen sind bekannt ...
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Jan schrieb:
Das geht schon los, wenn man mal eine Grafik von Text umfließen lassen möchte. Dann findet man im Internet Hinweise auf 10 verschiedene Packages, die man einbinden könnte, von denen die Hälfte veraltet ist und die andere Hälfte nicht das macht, was sie soll.
Du hast soeben entdeckt, dass es LaTeX schon lange gibt und somit auch eine Menge veraltete Doku kursiert. Gratulation.
Dass LaTeX umständlich und veraltet ist, musst Du aber erst zeigen; jetzt weiß ich erst, dass Du keine Suchmaschine bedienen kannst.

Bei mir hat es jedenfalls in sämtlichen Varianten nicht so funktioniert, wie es sollte. Sinnvolle Kopf- und Fußzeilen zu erstellen war auch ein echter Krampf.
Wie gesagt, gibt da ja auch fancyhdr (gleiches Wikibook wie oben).
Und nochmal: Wenn Du lieber Klickibunti magst, aber trotzdem mit allen Vorzügen von LaTeX, dann kannst Du ja in Scientific Word investieren. Oder wenn Dir LaTeX gefällt, Du aber lieber irgendwas Layout-intensiveres machen möchtest, schau Dir ConTeXt an. (Links in meinem letzten Post hier.)
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~fricky schrieb:
pointercrash() schrieb:
unglaublich!

in der tat. zieh dir mal den code rein, lol
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sothis_ schrieb:
in der tat. zieh dir mal den code rein, lol
nicht so schlimm. ist doch alles gut dokumentiert. nur für die grösse der hashtable kann ich mich nicht begeistern.

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~fricky schrieb:
sothis_ schrieb:
in der tat. zieh dir mal den code rein, lol
nicht so schlimm. ist doch alles gut dokumentiert. nur für die grösse der hashtable kann ich mich nicht begeistern.

die kannst du verkleineren, hab' ich da irgendwo gelesen :xmas1:
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supertux schrieb:
7100 schrieb:
In Wissenschaftslaboren wirst du aber auch noch viel ausgefallenere Hardware finden als auf einem Desktop. Die Desktoprechner sind viel besser geworden, aber die Software kaum.
Vielleicht in MIT oder in Cern, aber bei normalen Uni-Lehrstühlen hat jeder einen stinknormalen Rechnern zum Arbeiten (klar haben wir auch mal Cluster) aber die Fortschritte von SAT-Solvern sind ganz deutlich der Software zuzuschreiben. Ich weiß nicht, warum du alles andere ignorierst, oder denkst du bei Software nur an "Microsoft Office"? Da geb ich dir Recht, dieser Schrott wird nie besser.
Die Internetcafes mit der Bezeichnung "Informatiklabor" mein ich auch nicht. Da gabs bei uns auch nur ein Labor für Robotik in dem es ein bisschen mehr gab als nur viele Rechner. Ich mein, wenn du spezial Algorithmen aufzählst, dann musst du auch spezial Hardware aufzählen. Bei spezial Lösungen hat sich sicher was getan, aber wenn du standard PCs mit normaler Software anschaust, da hat sich nicht viel getan. Wenn man sich die Software von 1988 bis 1998 anschaut, also MS-DOS bis Windows 98, da sieht man richtigen Fortschritt. Dagegen hat sich von Windows 98 bis Vista nicht viel getan, außer etwas transparenz und dass Browser jetzt Tabs haben (etwas übertreiben
). Wollen die nicht mehr ändern, weil die DAUs verschrecken könnte, oder warum tut sich da nicht mehr viel?
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die rechner in unseren labors sind vergilbt und haben keine usb slots
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7100 schrieb:
Dagegen hat sich von Windows 98 bis Vista nicht viel getan, außer etwas transparenz und dass Browser jetzt Tabs haben (etwas übertreiben
).irgendwie leidest du an Realitätsverlust, würde ich sagen.
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Oh man, seid ihr ein paar Klugscheißer.

Bzgl. fancyhdr: Versucht mal, Kopf- und Fußzeilen mit Trennlinen zu machen, wobei auf der ersten Seite, die einen Titel enthält nur die Fußzeile auftauchen soll. Das ist dann schon nicht mehr so ganz easy.
Und was wrapfigure angeht: nirgendwo war die Rede davon, dass es grundsätzlich gar nicht funktioniert - es sieht nur scheiße aus, weil die Grafiken völlig sinnlos plaziert werden. Insbesondere im Zusammenhang mit den Kopf- und Fußzeilen, kurzen Texten und vielen Formeln. Dass man selbst dann noch irgendwas rumfrickeln kann, glaub ich zwar, aber vielleicht hat man ja auch noch anderes zu tun, als sich stundenlang mit solchem scheiß aufzuhalten.
Zu dem Haus fällt mir nur ein: viel Spaß beim Mörtel anrühren... dass aber nicht jeder -aus unterschiedlichsten Gründen- die Möglichkeiten hat ist genauso Tatsache wie dass einige nicht in der Lage sind, Metaphern zu verstehen.
Man könnte sich ja auch mal die Frage stellen, wie viele Menschen (! nicht Geeks!) nicht zufrieden mit einigen Details von Windows sind und deswegen gleich anfangen sich ein eigenes OS zu programmieren.
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Jan schrieb:
vielleicht hat man ja auch noch anderes zu tun, als sich stundenlang mit solchem scheiß aufzuhalten.

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Jan schrieb:
Oh man, seid ihr ein paar Klugscheißer.

Wer irgendwelchen Programmen vorwirft, dass sie etwas nicht machen, wofür sie einfach nicht gedacht sind, oder Blödsinn von sich gibt, muss sich sowas gefallen lassen.
Bzgl. fancyhdr: Versucht mal, Kopf- und Fußzeilen mit Trennlinen zu machen, wobei auf der ersten Seite, die einen Titel enthält nur die Fußzeile auftauchen soll. Das ist dann schon nicht mehr so ganz easy.
Das ist noch immer ein ziemlich simples Standardkonstrukt.
[…]sich stundenlang mit solchem scheiß aufzuhalten.
Ja, manche Leute schreiben einfach ihre Arbeiten und kümmern sich nicht um Kopf- und Fußzeilen mit Trennlinien und wo diese weggelassen werden. Die freuen sich einfach darüber, dass der Rest sehr hübsch und lesbar ist und überhaupt keiner Extra-Arbeit bedarf.
Nochmal: Du suchst offensichtlich entweder InDesign, oder ConTeXt oder Scientific Word. Aber bringt wohl nichts, sich hier den Mund fusselig zu reden.
LaTeX ist nicht "immer noch genauso schlecht wie vor 20 Jahren" sondern verfolgt immer noch die selben Konzepte, die es schon vor 20 Jahren verfolgt hat. Wenn Dir diese Konzepte damals nicht gefallen haben, wirst Du sie heute auch nicht mögen, aber dass Dir etwas nicht gefällt oder Du es augenscheinlich nicht verstehst ist nicht generell ein Zeichen mangelnder Güte.
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Jan schrieb:
Nur dass LaTeX noch der gleiche Frickelscheiß wie vor 20 Jahren ist, das kotzt mich an. Wieso gibt es da nicht mal eine komplett überarbeitete Version 3? Wünsch ich mir zu Weihnachten.... bitte.... :xmas1:
Du meinst sowas innovatives mit WYSIWYG, Cliparts und Karl Klammer? Fakt ist, dass nahezu die gesamte wissenschaftliche Welt sehr gut mit dem zurecht kommt, was es bereits gibt. Nur sehen es einige Leute nicht ein sich hinreichend damit zu befassen oder sehen in LaTeX einfach etwas, was es nicht ist.
Ich mache alle längeren Texte und auch meine Präsentationen mit LaTeX und das schneller, als ich es mit irgendeinem anderen Tool jemals könnte. Die Sachen sehen dazu noch ungeheuer professionell aus und durch angepasste Custom-Themes habe ich zu jeder Gelegenheit das richtige Folien-Layout ohne groß rumzubasteln. Mittlerweile mache ich auch Briefe und kleine Zusammenfassungen in LaTeX weil sich Word und Co. meiner Meinung nach immer mehr zurück entwickeln was Komfort betrifft. Ich mag mich nicht stundenlang mit einem instabilen Klickibunti beschäftigen, was am Ende doch wieder alles willkürlich einrückt und in jeder Version eine neue inkonsistente und völlig veränderte Benutzeroberfläche spendiert bekommt.
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Walli schrieb:
Nur sehen es einige Leute nicht ein sich hinreichend damit zu befassen oder sehen in LaTeX einfach etwas, was es nicht ist.
Einige Leute sehen auch einfach nicht ein, dass LaTeX, so sehr es auch seine Vorteile haben mag, eben nicht "das Eine" Textverarbeitungssystem ist, sondern eines von mehreren guten mit unterschiedlichen Zielgruppen, Vor- und Nachteilen.
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Ich spreche für mich, und für mich persönlich hat LaTeX keine Nachteile. Was ich einmal gelernt habe, das hat ewig Bestand, ganz im Gegensatz zu diversen Textverarbeitungen, wo man quasi in jeder Version erstmal wieder eine Stunde braucht um sich zurecht zu finden und mit Inkompatibilitäten zu kämpfen hat. Nein danke! Wer mit LaTeX nicht zurecht kommt, der soll es lassen, aber was Jan hier in die Menge wirft ist keine sachliche Kritik sondern einfach nur auf Unerfahrenheit mit dem System zurückzuführen. Wem die Bedienung einer Suchmaschine oder die Investition von 20€ in ein gutes LaTeX-Buch Probleme bereitet, der soll sich halt seine Dokumente in Word oder ähnlichem zusammenklicken. Aber dass man stundenlang braucht um Standard-Änderungen am Seiten-Layout vorzunehmen ist schlicht Unfug.
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Walli schrieb:
Ich mag mich nicht stundenlang mit einem instabilen Klickibunti beschäftigen, was am Ende doch wieder alles willkürlich einrückt und in jeder Version eine neue inkonsistente und völlig veränderte Benutzeroberfläche spendiert bekommt.
Willkommen in der Welt der Unsachlichkeit! Ich wette du bist Linux oder Mac User.

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Walli schrieb:
sich Word und Co. meiner Meinung nach immer mehr zurück entwickeln was Komfort betrifft
Finde ich auch, da hat mich jetzt die SaaS-Software Buzzword ziemlich überrascht, unheimlich aufgeräumtes Interface durch sehr wenige Funktionen, bietet für vieles aber trotzdem genug.
Walli schrieb:
was Jan hier in die Menge wirft ist keine sachliche Kritik sondern einfach nur auf Unerfahrenheit mit dem System zurückzuführen
Das kommt darauf an, wie man die Posts liest
Ich finde die Kritik im Kern sachlich, z.B. dass die Arbeit mit LaTeX sehr frustrierend sein kann und man manchmal endlos an Pipi-Problemen weilt. Aber egal - ich habe keine Lust auf eine pro/contra LaTeX-Diskussion.
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mit Zehnfingersystem und jahrelanger Übung ist man mit LaTeX kaum langsamer als mit WYSIWYG, nur eben mit 100% perfektem Ergebnis in Buchsatzqualität.
Formeln mit WYSIWYG zusammenzuklicken kann ich mir nicht vorstellen, ich bräuchte dafür länger als mit LaTeX.
Was Automatisierung (Erzeugung von Bibliography, Inhaltsverzeichnis usw.) und Konfigurierbarkeit angeht, ist LaTeX allem Anderen weit voraus.
Das spielt natürlich für Leute, die nur mal einen Brief schreiben wollen, nicht die entscheidende Rolle.
Bei 1000-seitigen Büchern mit 20000+ Formeln und 40-seitigen Literatur- und sontigen Verzeichnissen wird aber schnell deutlich, daß LaTeX das Mittel der Wahl ist.
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Kein Spielzeug, sondern Werkzeug.
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KennerDerFanboys schrieb:
Walli schrieb:
Ich mag mich nicht stundenlang mit einem instabilen Klickibunti beschäftigen, was am Ende doch wieder alles willkürlich einrückt und in jeder Version eine neue inkonsistente und völlig veränderte Benutzeroberfläche spendiert bekommt.
Willkommen in der Welt der Unsachlichkeit! Ich wette du bist Linux oder Mac User.

Letzteres. Ich weiß aber nicht, was das Thema jetzt mit Linux oder Mac zu tun haben soll.
Badestrand schrieb:
Ich finde die Kritik im Kern sachlich, z.B. dass die Arbeit mit LaTeX sehr frustrierend sein kann und man manchmal endlos an Pipi-Problemen weilt.
Das Ding ist, dass man einfach erstmal weiterschreiben kann und sich nachher um diese Pipi-Probleme kümmert. Man hat diese Probleme aber nur einmal und beim nächsten Mal weiß man, wie das funktioniert. Es hat niemand behauptet, dass für LaTeX keine Einarbeitung nötig ist. Nur finde ich, dass man nicht wesentlich mehr Einarbeitungszeit für LaTeX benötigt als für diverse Textverarbeitungen. Ich habe oft den Eindruck, dass manche LaTeX zu Unrecht als Geekscheiße abstempeln und sich damit schon aus Prizip nicht näher beschäftigen wollen.
u_ser-l schrieb:
Das spielt natürlich für Leute, die nur mal einen Brief schreiben wollen, nicht die entscheidende Rolle.
Bei 1000-seitigen Büchern mit 20000+ Formeln und 40-seitigen Literatur- und sontigen Verzeichnissen wird aber schnell deutlich, daß LaTeX das Mittel der Wahl ist.
Eben, wer völlig andere Anforderungen als ich hat, für den mag LaTeX overkill sein, das sehe ich ein. Man kann z.B. eine Diplomarbeit mit vielen Formeln auch in Word schreiben, genauso, wie man notfalls auch mit Paketband ein Gemälde aufhängen kann. Ein Nagel wäre einfacher und schöner gewesen, aber wie sagt man so schön: it gets the job done!