Wo bleiben eigentlich die die ganzen "schlechten" Informatik-Absolventen?



  • Das mit 50% kann ich nur auf meine Hochschule beziehen und ist dort leider keine Übertreibung, mag bei euch anders (gewesen) sein, vielleicht zu wenig Killerfächer im Grundstudium, im Hauptstudium gehts ja eh nicht mehr ums bestehen.
    Dennoch höre ich in diesem Bezug nicht unbedingt viel besseres von Bekannten.

    Sinn des Studiums ist es ganz klar nicht, besonders gute Code-Tipper für die Wirtschaft heranzuzüchten, wer den Bereich Softwareentwicklung und alles andere was Schmerzen im Kopf verursacht(also auch theoretische Sachen, die nicht unmittelbar was mit Software zu tun haben) von vorn herein ausschließt nimmt sich aber trotzdem den Großteil seiner Jobmöglichkeiten.
    Trotzdem würd ich viele studierte Absolventen(!) aufgrund ihrer Unselbstständigkeit, Unfähigkeit sich in etwas einzuarbeiten und ihres mangelnden Fachwissens nichtmal dann einstellen, wenn sie umsonst bei mir arbeiten würden, da mir einfach keine Verwendung für sie einfallen würde, wo sie mehr nutzen als schaden und ihren Sitzplatz rechtfertigen.



  • Ich find die Frage von dreaddy nicht unberechtigt, interessiert mich selbst irgendwie auch. Die 50% sind vielleicht etwas übertrieben, aber bei uns gabs schon auch einige, die eigentlich nix wirklich konnten sich aber dennoch irgendwie "durchgemogelt" haben... Frag mich manchmal auch was die dann machen, aber ich nehme mal an dass die wohl auch ganz normal irgendwo landen...



  • Bashar schrieb:

    Das Studium ist die einmalige Gelegenheit, sich solche fortgeschrittenen Grundlagenkenntnisse anzueignen. Das sollte man nicht vertun. Wer nach einem Informatikstudium nicht programmieren kann, der lernt es auch nicht mehr auf einem vernünftigen Niveau.

    Unsinn. Der Informatik Studium ist kein Programmierstudium, keine Ahnung, warum Leute sich das einreden wollen. Ich kenne sehr gute Informatiker (Leute, die teilweise mit mir angefangen haben), die keine Zeile Quellcode (bis auf die 0150-hello-world-in-java Programme der Einführungsveranstaltungen) geschrieben haben und sehr erfolgreich sind. Die Informatik ist mehr als "Software schreiben", dass heute ein sehr großer Teil sich damit befasst, heißt nicht, dass es ausschließlich drum geht.

    Bashar schrieb:

    Nur für Detailkenntnisse. Wenn ich mich hier hinsetzen würde und erstmal tagelang Bücher über bspw. C++ wälzen würde, da wär die Freude seitens meiner Vorgesetzten aber groß

    ich habe nicht über Programmiersprachen geredet. Wenn ich als C++ Programmier eingestellt werde, dann darf der Arbeitgeber erwarten, dass ich C++ kann und nicht, dass ich erstmal C++ lernen muss.

    Aber bleiben wir auf dem Bsp Programmieren: Als ich eingestellt wurde, wurde ich gefragt, ob ich weiß, was der CAN-Bus ist. Nein sagte ich. Dann haben sie mir erstaml Doku darüber gegeben (den DSP-301 um genau zu sein) und einen Motor. "Den musst du zum Laufen bringen, er läuft über CAN". Es ging nicht darum "kannst du C?" sondern "hast du die Fähigkeit, in ein komplett neues Gebiet einzusteigen und es zu meistern?" Und genau das habe ich von der Uni bekommen, nicht das Programmieren, nicht die Information über CAN, sondern wie ich die Herangehensweise, wie man das Problem löst. Das ist ein großer Unterschied und hat mit deinen "Detailkenntnisse" nichts zu tun.



  • Programmieren ist nicht die Haupttätigkeit des Informatikers. Nur während des Grundstudiums wird etwas programmieren gelernt. Im Hauptstudium hat man die Wahl zwischen Fächern aus Theoretischer Informatik (Beweise, Algorithmen+Parameterabschätzung, ...), Praktischer Informatik (Protokolle, Datenbanksysteme, Software-Systemarchitekturen, ...) und Technischer Informatik (Schaltkreis Entwurf, Bussysteme, Antennen, ...)

    Programmieren ist da nur Handwerkszeug. Wenn man es nicht kann und in einer Gruppe ist wo ein anderer die Aufgaben übernimmt kann man ganz gut ohne durch das ganze Studium kommen. Nach dem Studium ist man als Dipl Informatiker eigentlich auch viel zu teuer für Programmieraufgaben. Das können dann ander machen. Am Ende entscheidet man selber was man macht.

    Bei Wincor Nixdorf hatten wir zum Beispiel einen TU-Berlin Informatik Absolventen. Der hat nur darauf geachtet das wir den Source korrekt im CVS eingeloggt haben. Er hat ein bisschen an den Kompileskripten herumgefrickelt, aber ansonsten hätte auch ein Harz4'ler den Job machen können. Der war der Prototyp einer Flachnase: Inf studiert, in einer SW Abteilung gelandet, zu "unbegabt" um ihn an die SW zu lassen, also hat man ihm eine Deppenaufgabe übertragen. Wenn er dann Abends rumgegangen ist und Druck gemacht hat, "wir sollen doch den Source pünktlich einloggen" (damit das Arsch den Kompiler anwerfen konnte um pünktlich zu Hause zu sein) hat er sich maximal unbeliebt gemacht.

    Ähnliche Typen sind mir dann auch bei Siemens begegnet. DiplInfler die nur Dienst nach Vorschrift gemacht haben. Die haben sich nicht in eine Sache hineingekniet. Sind in unsere Abteilung versetzt worden, werden einem dann als ATM Experten vorgestellt die einem dann bei der Arbeit unterstützen sollen und haben wirklich Null Ahnung (weil Sie nur einen ATM Lehrgang besucht haben). Und das Schlimme, Sie interessieren sich auch nicht für Ihre Arbeit. Denen muß man alles vorsetzen und Ihre Arbeit vorausplanen. 17 Uhr gehts nach Hause in die Freizeit, am anderen Morgen gehts wieder bei 0 los. Das war nicht nur einer sondern mehrere.
    Die Leute die eine Ausbildung bei Siemens und danach ein kooperatives Studium (Siemens/Uni) absolviert haben und dann in unserer Abteilung gelandet sind waren alle so. Vollkommen uninteressiert an Technik. Viel zu weit weg von der Praxis. So wie Papi sagt "mach doch eine Banklehre, dann ist Dein Job sicher", so ähnlich sind die vermutlich zu Siemens gekommen. *brrr*

    Auf der anderen Seite habe ich bei der Firma bei der ich jetzt bin viel Kontakt mit Sales Leuten. Darunter auch DiplInfer. Die wissen zwar nicht was man machen muß wenn man von "Rechner anpingen" spricht, füllen Ihren Job aber ansonsten sehr engagiert aus. Es kommt also darauf wie man später seinen Job ausfüllt. Man muß als DiplInfer nicht alle Felder eines "Hackers" abdecken.



  • supertux schrieb:

    Bashar schrieb:

    Das Studium ist die einmalige Gelegenheit, sich solche fortgeschrittenen Grundlagenkenntnisse anzueignen. Das sollte man nicht vertun. Wer nach einem Informatikstudium nicht programmieren kann, der lernt es auch nicht mehr auf einem vernünftigen Niveau.

    Unsinn. Der Informatik Studium ist kein Programmierstudium, keine Ahnung, warum Leute sich das einreden wollen. Ich kenne sehr gute Informatiker (Leute, die teilweise mit mir angefangen haben), die keine Zeile Quellcode (bis auf die 0150-hello-world-in-java Programme der Einführungsveranstaltungen) geschrieben haben und sehr erfolgreich sind. Die Informatik ist mehr als "Software schreiben", dass heute ein sehr großer Teil sich damit befasst, heißt nicht, dass es ausschließlich drum geht.

    Dass Informatik ein Programmierstudium ist, hab ich nicht geschrieben, bitte genauer lesen.
    Inwiefern sind denn diese Leute "sehr gute" Informatiker? Woran machst du das fest, worin besteht ihre Tätigkeit?

    Aber bleiben wir auf dem Bsp Programmieren: Als ich eingestellt wurde, wurde ich gefragt, ob ich weiß, was der CAN-Bus ist. Nein sagte ich. Dann haben sie mir erstaml Doku darüber gegeben (den DSP-301 um genau zu sein) und einen Motor. "Den musst du zum Laufen bringen, er läuft über CAN". Es ging nicht darum "kannst du C?" sondern "hast du die Fähigkeit, in ein komplett neues Gebiet einzusteigen und es zu meistern?" Und genau das habe ich von der Uni bekommen, nicht das Programmieren, nicht die Information über CAN, sondern wie ich die Herangehensweise, wie man das Problem löst. Das ist ein großer Unterschied und hat mit deinen "Detailkenntnisse" nichts zu tun.

    Nein, eigentlich ging es um die Detailkenntnis "CAN-Bus". Dass du dir die aneignen kannst ist klar. Und hättest du keine Ahnung von Programmierung oder Digitaltechnik hättest du das nicht hingekriegt.



  • C.Santa schrieb:

    this->that schrieb:

    Und Programmierfähigkeiten sagen nahezu garnichts über einen Informatiker aus.

    Doch, wenn man Programmierfähigkeiten nicht nur als Codetippen ansieht, dann sagt es sogar enorm viel aus. Wenn einer gute Software entwickeln kann, dann kann er auch in der Theorie nicht so schlecht sein. Oder was sagt denn deiner Meinung nach viel über einen Informatiker aus?

    Gehe ich recht in der Annahme, dass du nicht Info studiert hast?



  • this->that schrieb:

    Gehe ich recht in der Annahme, dass du nicht Info studiert hast?

    Ich glaube, hier reden einige mit, die kein Informatik studiert haben... 🙄



  • Hexa schrieb:

    this->that schrieb:

    Gehe ich recht in der Annahme, dass du nicht Info studiert hast?

    Ich glaube, hier reden einige mit, die kein Informatik studiert haben... 🙄

    Japp, siehe mein 1. Satz in meinem 1. Posting. Ein weiterer Grund, wieso solche Threads zum scheitern verurteilt sind.



  • this->that schrieb:

    C.Santa schrieb:

    this->that schrieb:

    Und Programmierfähigkeiten sagen nahezu garnichts über einen Informatiker aus.

    Doch, wenn man Programmierfähigkeiten nicht nur als Codetippen ansieht, dann sagt es sogar enorm viel aus. Wenn einer gute Software entwickeln kann, dann kann er auch in der Theorie nicht so schlecht sein. Oder was sagt denn deiner Meinung nach viel über einen Informatiker aus?

    Gehe ich recht in der Annahme, dass du nicht Info studiert hast?

    Falsch. Und jetzt sag mir was einen guten Informatiker ausmacht der nicht programmieren kann und red nicht blos ums Thema rum. Das ist ein weiterer Grund, wieso solche Threads zum scheitern verurteilt sind. 🙄



  • C.Santa schrieb:

    Falsch.

    Uni oder FH?

    C.Santa schrieb:

    Und jetzt sag mir was einen guten Informatiker ausmacht der nicht programmieren kann

    Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.

    Ich kenne einige Profs, die in ihrem Fachgebiet absolut spitze sind, aber kaum (oder garnicht) programmierne können. Völlig unerheblich.

    Alleine die Tatsache, dass der Thread über Informatiker jetzt beim Thema Programmieren gelandet ist, zeigt, wie schwachsinnig er ist.



  • this->that schrieb:

    Ich kenne einige Profs, die in ihrem Fachgebiet absolut spitze sind, aber kaum (oder garnicht) programmierne können. Völlig unerheblich.

    Können wir uns darauf einigen, dass wir von Informatikern in der Industrie reden? Forschung ist ein ganz eigenes Kapitel.



  • this->that schrieb:

    Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.

    Rein interessehalber. An welche Position würdest du so jemanden in der Industrie hinsetzen? Mir fällt aktuell kein einziger Job ein.

    Theoretische Forschung, ja.
    Unterrichten, ja.
    Aber praktischer Einsatz? Ich seh gerade keinen...



  • Shade Of Mine schrieb:

    this->that schrieb:

    Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.

    Rein interessehalber. An welche Position würdest du so jemanden in der Industrie hinsetzen? Mir fällt aktuell kein einziger Job ein.

    Entwicklung algorithmisch komplexer Anwendungen wie Compiler, Analysetools und dergleichen z.B.

    Theoretische Forschung, ja.

    Irgendwer muss die tollen Forschungsergebnisse doch auch umsetzen, sonst ist das ja gleich für die Tonne.



  • this->that schrieb:

    Uni oder FH?

    FH

    C.Santa schrieb:

    Und jetzt sag mir was einen guten Informatiker ausmacht der nicht programmieren kann

    Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.

    Und was muss man können um gut programmieren zu können (nicht Codetippen, sondern SW-Entwicklung)?



  • Shade Of Mine schrieb:

    Aber praktischer Einsatz? Ich seh gerade keinen...

    Führungskraft in derselben Softwareentwicklung, von der die Rede war. Zum Analysieren, was in einem Unternehmen softwaretechnisch besser gemacht werden kann, um die Arbeitszeit und Kosten während der Entwicklung zu optimieren, die Benutzung der Software zu erleichtern/verbessern, zur Analyse von Kundenansprüchen. Das kann man schlecht jemandem überlassen, der keine Ahnung vom Fach hat, sondern sich nur die Wünsche der Kunden notiert. Und ein Programmierer sollte sich um sowas auch nicht direkt kümmern, sondern den Prozess aus der Praxis heraus mit beeinflussen.

    Das ist meine Erwartung von einem Informatikstudium. Ich habe es aber nicht studiert, falls die Frage aufkommen sollte.

    Gruß



  • Bashar schrieb:

    this->that schrieb:

    Ich kenne einige Profs, die in ihrem Fachgebiet absolut spitze sind, aber kaum (oder garnicht) programmierne können. Völlig unerheblich.

    Können wir uns darauf einigen, dass wir von Informatikern in der Industrie reden? Forschung ist ein ganz eigenes Kapitel.

    In der Industrie wird auch geforscht. Ich denke da z.B. an Codd.



  • Bashar schrieb:

    Shade Of Mine schrieb:

    this->that schrieb:

    Logisches Denken & Abstraktionsfähigkeit, Teamplay, gute Kenntnisse in Algorithmen & DS, theo. Inf. & Compilerbau, BS-Strukturen, Rechner- & Netzwerkarchitekturen, solide Mathematikkenntnisse.

    Rein interessehalber. An welche Position würdest du so jemanden in der Industrie hinsetzen? Mir fällt aktuell kein einziger Job ein.

    Entwicklung algorithmisch komplexer Anwendungen wie Compiler, Analysetools und dergleichen z.B.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man von einer Compilerbau-Vorlesung auch nur annähernd die Kenntnisse hat, einen solche zu entwerfen. Meiner Erfahrung nach kann man sich die Inhalte, die dort vermittelt werden, an einem Tag im INet aneignen, zum anderen nutzen sie Null in der Praxis.


  • Mod

    Nun denn aber mal Klartext. Wo finden all die Informatiker ihren Job? Die Arbeitslosenquote von DiplInfs ist ja nicht gerade sehr groß.

    BTW: Der Geschäftsführer des Post-Verteilzentrums in Österreich ist bspw. DiplInf.

    MfG SideWinder



  • Hi,

    also

    ich habe Informatik studiert und war nie ein wirklich guter Programmierer.
    Bin im Augenblick Manager in einem Unternehmen das nix mit Computern
    zu tun hat, ausser das wir damit arbeiten. Ich fasse auch keine Hardware
    oder Software selbst an sondern lasse anfassen.
    Was mache ich also? Antwort: Ich plane Budgets und Projekte und sorge
    dafuer das diese verwirklicht werden indem ich den richtigen Leuten
    sage was sie tun sollen. Das ist mein Skill und mein Studium hat mir den
    Basishintergrund dafuer gegeben. Sprich: look, listen and learn.
    Was man studiert ist dafuer eigentlich egal aber Informatik war gut weil
    irgendwo doch immer Hardware/Software im Spiel ist. Egal in welchem Bereich.
    Nebenbei bin ich noch kultureller Mediator zwischen unserer USA Vertretung
    und der Zentrale in Deutschland. Nicht immer einfach mit den Deutschen
    zusammen zu arbeiten, die nehmen immer alles zu ernst und haben sowieso
    immer frei wenn man sie mal braucht 😉



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